Trink mer noch e Tröpfche, trink mehr noch e Tröpfche…

Guten Freunden greift man schon mal unter die Arme – im Kleinen wie im Großen. Fangen wir mit dem großen Beispiel an: Target 2. Target 2?? Ja, da war doch mal was…. Der gute Professor Sinn hatte mal dazu vor ein paar Jahren warnende Worte ausgesprochen – das war 2012 gewesen. https://www.youtube.com/watch?v=M_ERXEC4CVk

Damals hatte Professor Sinn behauptet, dass über Target 2 praktisch eine Insolvenzverschleppung Griechenlands (und anderer Länder) betrieben werde. Was genau ist Target 2?

Target 2 steht für Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System 2 und bedeutet das gemeinsame Verrechnungssystem der Eurozone. An einem Beispiel wird deutlich, wie es funktioniert – erst im Kleinen:

Alfred verkauft Giorgios eine Dienstleistung oder ein Produkt für 100,- €. Alfred hat nun eine Forderung von 100,- € gegenüber Giorgios, Giorgios hat eine Verbindlichkeit von 100,- € gegenüber Alfred. In Begriffen internationaler Handelsbeziehungen hat Alfred nun einen Handelsbilanzüberschuss und Giorgios ein Handelsbilanzdefizit.

Stellen wir uns noch als Vermittler eine Bank vor (Giorgios lebt in Griechenland und Alfred in Deutschland), dann ist das Bild komplett. Alfred hat nun, wenn die Zahlung ausgelöst wurde, eine Forderung von 100,- € gegenüber der Bank und Giorgios eine Verbindlichkeit von 100,- € gegenüber der Bank.

Wichtig zum Verständnis sind noch zwei Dinge: Zum einen muss Giorgios selber etwas von Wert herstellen, um Alfred endgültig zu bezahlen – ansonsten hätte er quasi auf Kredit bezahlt (wenn wir fiktiv annehmen, dass Alfred und Giorgios bei Null anfangen). Und: Giorgios muss gegenüber der Bank eine Sicherheit stellen (sein Haus, Werkzeug etc.), damit diese Alfred auszahlt bzw. Alfred sicher sein kann, dass er nicht am Ende auf einer Forderung an Giorgios sitzen bleibt. Soweit das kleine Beispiel.

Im Großen und innerhalb des Target 2 Systems stellt es sich wie folgt dar: Alfred hat Waren im Wert von 100,- € an Giorgios exportiert. Nun hat er eine Forderung von 100,- € an die Deutsche Bank, diese eine Forderung von 100,- € an die Bundesbank, diese eine Forderung von 100,- € an die EZB.

Die EZB gibt der Banc of Greece (der griechischen Zentralbank) ein Darlehen über 100,- €, die Piraeus Bank hat nun eine Verbindlichkeit von 100,- € gegenüber der Banc of Greece und Giorgios eine Verbindlichkeit gegenüber der Piraeus Bank.

Das Entscheidende: Die Bundesbank hält nun Forderungen gegenüber der EZB. Solange diese Forderungen nicht mit erstklassigen Sicherheiten hinterlegt sind (was bei Giorgios nicht der Fall ist) und solange Giorgios nicht etwas von Wert produziert, um seine Verbindlichkeit aufzulösen, heißt das, das im Grund ein verdeckter Rettungsschirm installiert wurde.

Denn Giorgios muss nichts von Wert produzieren oder zu günstigeren Konditionen am Weltmarkt auftreten oder seine Wirtschaft reformieren, solange diese Kreditlinie offen ist.

Oder noch genauer im großen Bild: Die EZB akzeptiert schlechte Sicherheiten griechischer Banken (z. B. Anleihen, die niemand mehr am Markt kaufen mag) und diese erhalten dafür das Darlehen der EZB. Auf diese Art können öffentliche und private Schuldner in Griechenland (oder Spanien oder Italien oder wo auch immer) weiter Geschäfte machen, auch wenn sie es eigentlich nicht mehr dürften.

Die EZB akzeptiert mittlerweile sogar die Darlehen, welche spanische Banken Importeuren gewähren, als Sicherheit. D.h. der spanische Importeur erhält das Darlehen zu günstigeren Konditionen, als wenn er sich am Markt einen Kredit besorgen müsste, die EZB akzeptiert es als Sicherheit – und das Risiko trägt die Bundesbank.

Denn wenn Griechenland oder Spanien eines Tages pleite gehen, ist das Geld futsch. Was also über Target 2 läuft, ist eine Verschiebung der Risiken an die EZB bzw. über diese an die Bundesbank – und damit an den deutschen Sparer. Denn nochmal: Geht Griechenland pleite oder verlässt es den Euro, sind die Forderungen noch da – aber ob die Griechen sie jemals bezahlen werden, ist fraglich. Auch, wenn sie in der EU bleiben, ist dies fraglich. Und am Ende der Forderungskette steht der deutsche Sparer. Stehen seine Forderungen gegenüber deutschen Banken.

Was hier passiert, ist eine riesengroße Sauerei, die nur deshalb zu keinem Aufschrei führt, da sie kaum jemand versteht. Es gibt bei Target 2 keine Obergrenze – d.h. dieses Spiel von Forderungen ohne Wert und ohne echte Sicherheit läuft ohne Ende…. bis zum Ende.

Welches aus drei möglichen Szenarien besteht: Entweder es kommt zu einer starken Inflation, in welcher die Forderungen wertlos werden (unwahrscheinlich). Oder der Euro gerät in mehr und mehr Schieflage, sobald Mitglieder aus der EU ausscheiden (der Brexit war schon, andere Exits werden noch kommen). Und irgendwann stirbt er.

Oder die EZB nutzt erstklassige Vermögenswerte als Sicherheiten, um den Euro wieder zu stützen. Was aber bedeuten würde, die Vermögenden zu enteignen – was wiederum ebenfalls zu einer massiven Vertrauenskrise im Euro führen würde.

Es führt leider kein Weg daran vorbei, dass die Target2-Salden, wenn sie nicht beglichen werden (und danach sieht es nicht aus) eines Tages in eine Transfer-Union führen werden. D.h. in ein System, in dem die EU „gezwungen“ ist, auf die Vermögenswerte der Bürger zu zu greifen, um das Ganze am Leben zu erhalten.

Dass dieses Leben ein eher unangenehmes sein dürfte, ist anzunehmen.

Nebenbei: Im Bundesbankbericht von 2015 sind die Target2 Forderungen auf Seite 72 ausgewiesen. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Geschaeftsberichte/2015_geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile Damals lagen sie bei 584 Mrd. Euro.

Zum 30. September 2016 betrug der Target 2 Saldo (also die Forderungen gegen die EZB) der Deutschen Bundesbank 715 Mrd. Euro. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Aufgaben/Unbarer_Zahlungsverkehr/target2_saldo.html

Die Party muss weitergehen. Oder anders: Giorgios und Pablo müssen weiter bei Alfred anschreiben dürfen.Trink mer noch e Tröpfchen, trink mer noch e Tröpfchen, aus dem kleiiiiiinen Hinkeltöpfchen….. https://www.youtube.com/watch?v=c7jnp48Cq_w

Hier ist die Target 2 Problematik nochmal gut zusammengefasst. http://www.misesde.org/?p=2408&print=1

Und hier sieht man die positiven Salden Deutschlands, Hollands und anderer EU-Staaten den negativen Spaniens, Italiens etc. gegenüber gestellt (im Mai 2016). https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233148/umfrage/target2-salden-der-euro-laender/

Die Last des Betongoldes

Immobilien werden auch gerne als Betongold bezeichnet (irgendwo las ich den sinnigen Spruch, dies sei deshalb, da sie Beton für den Besitzer und Gold für den Staat seien). 🙂

Nun mag man darüber denken, wie man will, Fakt ist, dass der Staat, wenn er Geld braucht, an seine Untertanen, ich meine Steuerbürger, geht, und diese schröpft, ich meine, zusätzlich belastet. Immobilien bieten sich als Objekt der Besteuerung besonders gut an, denn sie sind eben „immobil“ (wer flüchtet schon mit seinem Haus) und die meisten Leute hängen auch emotional an ihrem Besitz.

Ein schönes Beispiel für die Kreativität, mit der der Staat hierbei vorgehen kann ist der Lastenausgleich von 1948. Dieser bürdete den Bundesbürgern für 30 Jahre Lasten in Form von Sonderabgaben auf Ihr Haus oder ihre Wohnung auf. Die Bundesrepublik als enorm durch den Krieg in Mitleidenschaft geratener Staat musste zu diesem Mittel greifen. https://de.wikipedia.org/wiki/Lastenausgleichsgesetz

Nun möge man überlegen, was die Bundesrepublik des Jahres 2016 wohl überlegen wird… im Rekordjahr der Steuereinahmen, aber auch angesichts  neuer Belastungen durch „Flüchtlinge“, Zusagen über ESM etc. für Haftungen gegenüber den EU-Partnern und in Aussicht neuer Bankenpleiten (die DB wackelt – der Fall dürfte nicht dieses, aber in ein oder zwei Jahren kommen).

Was also wird man tun? Exakt – über neue Belastungen nachdenken! Die Grunderwerbssteuer hat man bereits die letzten Jahre erhöht. Hierzu ein kleiner Exkurs:

Bei der Grunderwerbssteuer handelt es sich um die vom jeweiligen Bundesland erhobene Steuer auf den Erwerb einer inländischen Immobilie (also nicht anfallend bei Schenkung, Erbschaft oder Verkauf zwischen Eltern und Kindern). Die Steuer wird direkt auf den Kaufpreis erhoben und beträgt zwischen 3,5 und 6,5% desselben.

Interessant dabei: Ursprünglich einheitlich bundesweit bei 3,5% liegend, darf diese Steuer seit 2006 von jedem Bundesland individuell festgelegt werden. Mit Ausnahme von Bayern und Sachsen haben alle Länder seitdem den Satz auf bis zu 6,5% angehoben (der Satz hat sich also teilweise in 10 Jahren fast verdoppelt). Die meisten Erhöhungen fanden erst nach 2012 statt. http://www.steuer-schutzbrief.de/grunderwerbsteuer.html

Nun gibt es eine Arbeitsgruppe der Länderfinanzminister, welche über eine Neubemessung der Grundsteuer nachdenken. Die Änderung der Bewertung soll überdies neue Gesetzesgrundlage werden. Kleiner Exkurs:

Bei der Grundsteuer handelt es sich um die auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung erhobene Steuer. Der für die Bemessung notwendige Hebesatz kann von den Gemeinden individuell erhoben werden und weist daher bundesweit große Unterschiede auf. https://de.wikipedia.org/wiki/Grundsteuer_(Deutschland)

Der Anteil der Grundsteuer an den steuerlichen Gesamteinnahmen von Gemeinden liegt zwischen 10% in Bayern und 16% in Sachsen – sie ist also für die Gemeinden von enormer Wichtigkeit. Das Steueraufkommen stieg bereits zwischen 2009 und 2014 um 23%.

Wenn nun also von höherer Warte über eine Grundsteuerreform nachgedacht wird, bei der neben einer Vereinfachung eine Neubemessung der 35 Mill Grundstücke in Deutschland vorgenommen werden soll, so sollte das Eigenheimbesitzer hellhörig machen. https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/grundsteuer-reform-wird-konkreter_168_359428.html

Die Versprechen, dass es hierdurch zu keinen nennenswerten Erhöhungen kommen soll dürfte ähnlich glaubhaft wie die Zusagen von Spitzenpolitikern vor Wahlen sein, Steuern nach der Wahl keinesfalls zu erhöhen. Auch wenn die Neubemessung vor vielen Problemen steht (da zum Beispiel verschiedene Grundstücke in derselben Straße je nach Lärmbelästigung, Zustand, Ausstattung etc. sehr unterschiedlich bewertet werden müssen), ist mit keiner schnellen Umsetzung zu rechnen.

Aber kommen wird sie! Der aufmerksame Beobachter mag sich erinnern, dass im Zensus von 2011 auch die Grundbesitzer vollumfängllich erfasst worden waren. Eine zusätzliche Hypothek des Staates auf Grundbesitzer analog zum Lastenausgleich 1948 kann je nach Entwicklung der gesamteuropäischen und Weltlage zumindest mittel- bis langfristig erwartet werden. http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/759/zwangshypothek-im-anmarsch-wozu-der-zensus-2011-wirklich-dient/

Dies umso mehr, da uns die nächsten Jahre massive wirtschaftliche und finanzielle Verwerfungen drohen (Eurokrise, Bankenkrise, Pensionskassenkrise, Flüchtlingskrise, Ölkrise etc.).

Prognostiker haben daher für die nächsten Jahre bereits den größten Bärenmarkt aller Zeiten für Immobilien ausgerufen.  Martin Armstrong tat das bereits 2009 in diesem Artikel und sagte, der Niedergang der Immobilienpreise in der westlichen Welt begänne 2015 – und würde bis 2033 und länger andauern. http://www.shtfplan.com/forecasting/martin-armstrong-a-forecast-for-real-estate_11232009

Manfred Zimmel von Amanita Forecasting wollte da nicht nachstehen und prognostizierte 2013 eine Immobilienbaisse in der westlichen Welt für die nächsten 70 Jahre.  http://www.amanita.at/interessantes?id=1435

Tatsächlich sind die Immobilienpreise in manchen bisherigen Immohotspots wie London oder der Schweiz seit kurzem erstmals seit Jahren wieder leicht rückläufig. Gut möglich, dass wir auch in Deutschland (in München oder Hamburg) bald das Top erreicht haben werden .

Hinzu kommt in jedem Fall als die Krise verschärfender Faktor folgendes: Wenn man sich die Risiken der nächsten Jahre vor Augen führt (Finanzkrise 2.0) führt an der Erkenntnis, dass der Staat eines Tages die Grund-, Eigenheim- und Wohnungsbesitzer sehr viel stärker schröpfen wird, kein Weg vorbei. Denn der Staat wird einen enormen Einnahmenverlust erleiden – dem er durch die Erhöhung der Abgaben auf breiter Front begegnen wird. Die damit einhergehende Verarmung der Bevölkerung muss er und müssen wir in Kauf nehmen (wir schaffen auch das! Wird dann bestimmt irgendjemand verkünden).

Eine Blaupause dazu liefert uns Griechenland. Dort hat man alle die Immobilien betreffenden Steuern und Abgaben bei gleichzeitig kollabierenden Häuserpreisen massiv erhöht. http://www.griechenland-blog.gr/2013/02/10-gruende-keine-immobilie-in-griechenland-zu-kaufen/11214/

Die Folgen sind nicht nur die erwähnte um sich greifende Verarmung der Bevölkerung, das Ausbleiben von Investitionen und ein Klima der Angst und Unsicherheit, sondern auch, dass der Staat ein immer größerer Immobilienbesitzer wird. Denn an wen fällt die Immobilie, wenn der Eigentümer nicht mehr zahlen kann? Exakt!

Die ganze Grausamkeit mit der dabei von staatlicher Seite vorgegangen wird, kann man diesem nachdenkenswerten Bericht einer Deutschen aus Saloniki entnehmen. http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=415033

Ein paar Auszüge aus dem Katalog der Qualen seien hier wiedergegeben:

Erster Schritt war die Erhebung einer Sondersteuer auf Immobilien. Weil das ein sofort verfügbarer Datenpool war, man schnell Geld brauchte und das sofort fällig gestellt werden konnte – man musste nicht das Fiskaljahr abwarten und ggf. höhere Einkommensteuern einziehen. Das war saftig, je nach Lage waren es bis zu 100 Prozent Aufschlag

Zweiter Schritt war die Umstellung der Besteuerungsgrundlage. Nicht mehr der Einheitswert wurde zu Grunde gelegt, sondern ein durchschnittlicher Marktwert, dieser zusammengetragen aus Werten zu Spitzenzeiten der Blase. Vergleich: Ein Haus mit Grundstück in unserer Gegend hier wurde damals locker für 400.000 bis 500.000 Euro verkauft. Real zu erzielen waren aber zum Zeitpunkt dieser Umstellung der Besteuerungsbasis nicht mal mehr die Hälfte – heute gehen genau diese Immobilien für 100.000 Euro weg, wenn überhaupt. Die Steuergrundlage ist und bleibt 500.000

Dieser „objektive“ (haha) Wert wurde – wenn es überhaupt zum Verkauf kam – auch für die Grunderwerbssteuer zu Grunde gelegt. Nicht der real gezahlte und im Notarvertrag fest gehaltene Preis.

Dann wurde im nächsten Schritt der „Zugewinn“ des Verkäufers besteuert und zwar mit 15 Prozent. Aber aufgepasst: Wieder auf der Basis der irrwitzigen und irrealen Blasenpreise. Also: Jemand hat ein Haus mal gekauft für sagen wir 80.000 Euro (umgerechnet, war ja meist zu Drachmen-Preisen). Verkauft er es heute für 100.000, der Fiskus aber nimmt den Wert von 500.000 Euro an, zahlt er 75.000 Euro Steuern. Bleiben ihm stolze 25.000 Euro für sein Haus.

Der Käufer zahlt aber noch mal 3 Prozent Grunderwerbsteuer – auf die 500.000. Die verhandelt er natürlich vorher vom Preis runter (da absoluter Käufermarkt). Merkt Ihr was?

Dann hat man letztes Jahr noch eine neue Besteuerung eingeführt. Jetzt wird die Nettofläche zusammengezählt, die man besitzt (sagen wir, ein Haus, zwei, drei Mietwohnungen?). Sobald diese Fläche 300 qm übersteigt, gibt es noch mal eine saftige Extra-Steuer von drei Prozent zusätzlich zur ohnehin hohen Steuer oben drauf. Diese kann sich bis zu 10 Prozent erhöhen, je nach Immo“Vermögen“.

Meine Vermieterin besitzt dieses Haus, das wir bewohnen, zwei Eigentumswohnungen und – dummer Weise – auch noch die Fläche des Labors, das sie betreibt. Sie zahlt pro Jahr 23.000 Euro nur Grundsteuern.

Wir haben jetzt die Situation, dass viele Immobilienbesitzer die Steuer nicht mehr bezahlen können. Sie haben jetzt die freundliche Möglichkeit, dem Staat dafür die Immobilie zu übereignen. Den Differenzbetrag aus geschuldeter Steuer und Immopreis, den gibt es aber natürlich nicht ausgezahlt.

 

Zitat Ende. Das ist die Realität von Griechenland, Schuldenstaat Nummer Eins in Europa. Und auch (und das ist die bedenklichste Lehre für mich), dass die Griechen anscheinend im Moment keine Kraft mehr zur Revolte haben. Acht Jahre Krise haben die Menschen zermürbt. http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=415106

Man ist mit dem täglichen Überleben beschäftigt – sich für Größeres aufraffen zu können – dafür fehlen Kraft und Mut. Auch diese bedenkliche Lehre sollten wir uns für unser Land merke(l)n. Ein jahrelanger Abstieg…. und dabei immer die Karotte vor der Nase: „Bald wird es besser….. wir müssen uns nur mehr anstrengen….. durchhalten!“.

Mit Sicherheit lassen sich die griechischen Verhältnisse nicht Eins zu Eins auf uns übertragen. Es wird nationale Unterschiede geben. Aber die Richtung und der Weg sind derselben, Mehr Belastungen – höhere Steuern und Abgaben – mehr Kontrollen – weniger Freiräume und Schlupflöcher – immer mehr, von Jahr zu Jahr.

Ein schleichender Prozess, an dessen Ende (in 10-20 Jahren) die allgemeine Verarmung der Massen stehen wird. Keine schöne Aussicht, aber leider eine realistische.

Daher ist es so wichtig, die Last des Beton-Mühlreifens um den eigenen Hals zu reduzieren, wenn nicht  gar ganz abzulegen. Noch ist Zeit dazu.

Lasst die Kleinen bluten!

Die Tage wollte ich zum Kiosk in meiner Straße gehen und war erstaunt, als ich dann davor stand: Er war zu. Nun kam es zwar schon vor, dass der Kioskbesitzer (nennen wir ihn Peter) und –betreiber krank und der Kiosk deswegen zu geblieben war – aber normalerweise fand sich dann eine kurze Benachrichtigung.

Diesmal aber nichts-  ich war überrascht, dass Peter, der seit 11 Jahren diesen Kiosk betreibt und täglich von 06.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends dort stand, keine Nachricht hinterlassen hatte. Da ich dort regelmäßig ein und aus ging, klopfte ich an den heruntergelassenen Rollladen und rief Peters Namen.

Nach einem Moment der Stille wurde der Laden hochgezogen und ich blickte in Peters Gesicht. „Was ist los“, frage ich, „bist Du krank“? „Nein, ich hab zu gemacht“, sagte Peter. „Was – wirklich ganz zu?“, hakte ich etwas irritiert nach – in unserer Straße ist Peter sowas wie eine Institution gewesen.

Wer etwas über jemand erfahren wollte oder jemanden sein Leid klagen wollte, der ging zu Peter. (Man nannte ihn daher auch den BND oder das FBI von Oberrad). „Ja“, sagte Peter, „ich hab endgültig dicht gemacht – hier ist Schluss“.

Ich kam mit Peter ins Gespräch und er erzählte, dass die Umsätze immer mehr zurückgegangen seien, er mehr und mehr Papierkram erledigen müsse, man fiesere Kontrollen als früher durchführe (er hatte schon mal von einer Aktion erzählt, wo man einen Siebzehnjährigen zu ihm geschickt hatte, der Alkohol erworben hatte.

Ihm auf dem Fuße folgten die zwei Prüfer, welche ihm den Betrag abknöpften, den er für den Verkauf von Alkohol an Minderjährige zu zahlen hatte). Der Gipfel sei dann eine neue Bestimmung gewesen, welche ihn ab nächstem Jahr auferlege, künftig eine Kasse zu betreiben, welche elektronisch mit dem Finanzamt verbunden sei.

So dass man jeden Tag seine Umsätze direkt überprüfen könne. Die Anschaffung dieser Kasse würde teuer sein: Und das plus dem gesunkenen Umsatz und den immer größeren Bevormundungen der Bürokratie wolle er sich nicht mehr geben. Daher sei nun Schluss!

Mich ließ dieses Gespräch nachdenklich und etwas traurig zurück, als ich nach Hause ging. Ich dachte an eine andere Begebenheit, die ich neulich gehabt hatte: Bei uns im Ort ist auch eine Pizzeria, von der ich den Besitzer kenne. Ich habe ihm schon mal was geholfen, unser Verhältnis ist recht gut.

Ich gehe in der Pizzeria auch in die Küche und rede und scherze dort mit dem Schichtführer, den Köchen und Fahrern. Es sind alles Ausländer: Türken, Pakistani, Afghanen, Marokkaner, Griechen. Mit ihnen kann ich auf eine Art und Weise scherzen, wie es mit Gebildeten nicht möglich ist.

Ein Grieche zieht mich zum Beispiel gerne mit Sprüchen auf wie: Wegen Hitler müsst ihr jetzt für alle zahlen, haha! Und ich antworte: Hätten wir den Krieg gewonnen, wäre Europa besser dran – vor allem würde ich dann in Griechenland Tennis spielen! Es sind nur Scherze-  wir lachen, aber wenn wir diese Scherze machen, merke ich auch, wie indoktriniert viele Gebildete sind.

Jedenfalls sprach ich letztens mal wieder mit ein paar Fahrern: Diese sind zur Hälfte junge Männer, Studenten, die sich etwas dazu verdienen, zur anderen Hälfte Männer, bei denen der eine Teil das als Hauptjob macht (Ungelernte aus Rumänien und Marokko) und der andere Teil neben der normalen Arbeit, da das Geld aus dem normalen Job nicht mehr langt.

So sind da auch über 40jährige Familienväter, die Sonntag abends im 400-Euro-Job für die Familie etwas dazu verdienen. Da die Fahrer wegen irgendetwas verstimmt wirkten, fragte ich nach und sie erzählten, dass ihr Chef plane, Asylbewerber einzustellen, da die billiger als sie sein dürften.

(Die Fahrer erhalten den Mindestlohn von 8,50 € plus Trinkgeldern der Kunden, kommen so auf ca. 12,- € die Stunde). Ich fragte daraufhin den Chef, als ich ihn das nächste Mal auf der Straße traf, ob das, was mir seine Leute gesagt hätten, stimme. Er sagte ja.

Er sei schon vom Arbeitsamt angerufen worden, ob er nicht Asylbewerber beschäftigen wolle und er habe gesagt, dass er das machen werde, wenn der Mindestlohn für diese ausgesetzt werde. Auf mein etwas erstauntes Gesicht hin sagte er, er müsse das tun:

Er bekomme immer mehr Druck von oben, die Umsätze würden nicht weiter ansteigen, gleichzeitig die Vorgaben (er ist Franchise-Partner) immer enger-  er müsse sehen, wo er bleibe und wenn der Mindestlohn für Asylbewerber ausgesetzt würde (wovon er ausging), werde er das nutzen.

Auch hier ging ich nachdenklich gestimmt nach Hause. Beide, Peter wie den Pizzeriabetreiber, konnte ich verstehen – der Druck wird überall großer und man muss sehen, wo man bleibt. Gleichzeitig machte es mich wütend: Die Banken verzocken Milliarden Euro und werden gerettet und die Kleinen lässt man bluten.

Man erhöht den Druck immer weiter – und am Meisten bei denen, die sich am Wenigsten wehren können. Denn was soll ein 58jähriger Kioskbesitzer tun? Wie sollte er Widerstand leisten können? Und was sollen Pizzafahrer machen, die in diesem Knochenjob bald durch noch billigere Arbeitskräfte ausgetauscht werden?

Die Kontrolle wird immer größer, die Mittelschicht erodiert, die Unterschicht wächst. Und das Geld langt immer weniger…..

Ich musste an die Worte von Ricarda Huch denken, die sie Friedrich von Spee in den Mund gelegt hatte, als der sich im 30jährigen Krieg angewidert von den Hexenprozessen, bei denen er als Beichtvater zugegen sein musste, abgewandt hatte:

„Er sah, wie die Mächtigen den Schwachen beraubten, wie sie, wenn er nackt zu ihren Füßen lag, ihre Übermacht Güte und seine Ohnmacht Schlechtigkeit nannten. Er sah die käufliche Menge auf den Knien, um ihre Untaten zu feiern und dienstwillig bei der Hand, um ihre Opfer zum Tode zu schleppen.

Er sah die Dummheit stolzieren und die Vernunft verschüchtert schweigen; er sah die Grausamkeit im Stuhle des Richters und die Barmherzigkeit im Kerker der Missetäter“.

Ja – OHNMACHT ist es, was den kleinen Leuten scheinbar auch heute nur bleibt. Mehr Papierkram, mehr Kontrolle, mehr Druck, mehr Schikane – wie dem entgehen? Da gibt es keine Möglichkeit. Und während die Inflation nie ausgeufert ist, langt doch ein Einkommen allein schon längst nicht mehr für den normalen Lebensunterhalt.

Ich weiß noch, wie auch Hilfsarbeiter in den achtziger Jahren mit einem Gehalt auskommen und sogar eine Familie durchbringen konnten. Heute? Unmöglich. Die Mittelschicht erodiert. Die Ränder wachsen – der untere Rand stärker. http://m.welt.de/wirtschaft/article155110496/Der-schleichende-Tod-der-deutschen-Mittelschicht.html

In den USA haben 47% der Amerikaner nicht die 400,- Dollar für die Notaufnahme. http://n8waechter.info/2016/04/47-prozent-der-amerikaner-haben-nicht-einmal-400-fuer-die-notaufnahme/ Und dies soll alles zufällig geschehen? Systemisch bedingt, ohne dass man etwas dagegen tun kann?

Die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer? Einer der wenigen Ökonomen, die das Problem umfassend erkannt und verurteilt haben ist Michael Hudson. Er hat dem Ganzen auch einen Namen gegeben: Rentier Economy. Zu deutsch Renten Wirtschaft. https://de.wikipedia.org/wiki/Renten%C3%B6konomie#Rentierstaaten

Eine Wirtschaftsordnung, in der den Reichen alles gehört und für alles Geld bezahlt werden muss. Straßenbenutzung, Trinkwasser, Schulen, Universitäten – alles privatisiert, alles kostenpflichtig. Ein Ausquetschen aller in einem neuen Feudalismus – der Geldherrschaft der Reichen. http://www.nakedcapitalism.com/2016/03/michael-hudson-on-debt-deflation-the-rentier-economy-and-the-coming-financial-cold-war.html

Immerhin: Man muss keinen Spengler gelesen zu haben, um zu erkennen, dass dies schlecht enden wird. Ob, und wenn ja, in wie viel Blut, kann im Moment noch nicht gesagt werden. Aber dass es böse enden muss, schon. Denn etwas ist grundlegend falsch und zeigt sich in den kleinen Episoden, die ich geschildert habe, beispielhaft

Die Armen auszuquetschen und mit immer mehr Druck und weniger Geld auszustatten, so dass der Gang in das soziale Netz immer vorteilhafter erscheinen mag, ist falsch. Und überhaupt ist eine Gesellschaft falsch, in der solches wie bei uns geschieht. Es wird sich rächen – die Frage ist nur wie.

Wie sagte der Prophet Frankreichs im 19. Jhdt., Leon Bloy, so treffend: Es ist eine hygienische Notwendigkeit, dass der Arme vom Reichen gefressen wird, der ihn sehr gut findet und nicht genug davon bekommen kann. Seine Kinder werden mit der Fleischbrühe aus dem Armen genährt und seine Küche ist reichlich versehen mit Extrakt aus dem Fleisch des Armen.

Aber er sagte auch: Es ist gegen alle Vernunft, dass ein Mensch geboren wird, der mit Gütern gesegnet ist, und dass ein anderer tief unten in einer Mistgrube geboren wird. Das Wort Gottes kam in einen Stall, weil die Welt es hasste. Die Kinder wissen das und alle Sophismen der Dämonen werden an diesem Mysterium nichts ändern, dass die Freude des Reichen als Substanz den Schmerz des Armen hat. Wenn man das nicht versteht, ist man ein Dummkopf für Zeit und Ewigkeit – Ein Dummkopf für die Ewigkeit.

Wir werden von unserer Dummheit kuriert werden. Aber es wird, fürchte ich, sehr sehr weh tun….. Bis dahin hilft: Menschlich bleiben. Nicht auf die herabschauen, die wenig haben und nicht nach immer mehr für einen selbst gieren. Diese Dinge mögen als kleine Schritte erscheinen, aber es sind große, machtvolle Schritte.

Denn in ihnen liegt die Kraft der Veränderung. Und die brauchen wir.

Die Schlinge zieht sich zu II

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, da veröffentlichte die Ing DIBA Bank eine Studie, welche sich mit den langfristigen Folgen der Automatisierung und Technisierung für den Standort Deutschland befasste. http://www.ingenieur.de/Themen/Industrie-40/Roboter-koennten-18-Millionen-Deutsche-arbeitslos

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass von den 30 Millionen untersuchten Arbeitsplätzen in Deutschland in den nächsten 15-20 Jahren bis zu 18 Millionen durch die fortschreitende Technisierung wegfallen könnten – und nicht oder kaum ersetzt werden dürften.

Nun ist keine Studie ohne Mängel und niemand kann die Zukunft genau vorhersagen (zudem haben die die Studie Durchführenden lediglich die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie von 2013, welche von einem Wegfall von ca. 50% der amerikanischen Arbeitsplätze in den nächsten Jahren durch besagte Trends ausging, übertragen).

Allerdings können wir von einer Sache mit Sicherheit ausgehen: Der Prozess der Automatisierung und Technisierung, der in den achtziger Jahren noch kritisch beäugt und sogar diskutiert worden war, wird weiterlaufen, solange menschliche Arbeitskraft teurer als technischer Ersatz ist.

Solche Meldungen sind auch nicht ganz neu: Der amerikanische Publizist und Politik-Berater Jeremy Rifkin sprach schon vor Jahren in einem Buch vom „Ende der Arbeit“, wenn die Technisierung so weiter voranschreiten würde. http://www.perspektive-blau.de/buch/0712a/0712a.htm

Und wenn ich mir nur einige Meldungen der letzten Wochen und Monate vor Augen führe, so kann man schon ins Grübeln kommen…. Da wird (Hurra – der Fortschritt!) eine App für Hotels eingeführt, die es dem Gast ermöglicht, ohne jemanden an der Rezeption bemühen zu müssen, direkt über sein Smartphone einzuchecken. Langfristige Folge im Hotel: Ein (oder mehr) Arbeitsplatz weniger.

An Getränkeautomaten oder an Ticketautomaten am Bahnhof hat man sich schon lange gewöhnt (schaut mal den verwaisten Schalter auf den kleinen Bahnhöfen – da hockte mal jemand), dass bei Opel am Band nur noch ein Bruchteil der Arbeiter stehen, die mal dort waren, auch. Ebenso an Videotheken ohne Bedienung, eine IKEA-Kasse, bei der man ohne Bedienung zahlen kann etc. pp. (Hurra! Der Fortschritt!).

Letztens las ich etwas ganz besonders perfides in der FAZ: Eine App, mit der man für geringe Eurobeträge Aufträge für Firmen übernehmen kann. Beispiel: Eine Firma möchte wissen, ob ihr Sortiment in den Regalen in den Läden so-und-so richtig angeordnet ist. Der fröhliche App-Nutzer macht davon Fotos und kriegt dafür ein bisschen Geld (im vorliegenden Beispiel war von einem Betrag von sieben Euro die Rede).

Das ist ja wohl Altglassammeln auf modern – schöne neue Welt, in der die Arbeitssklaven dank ihrer tollen Geräte solche Arbeiten nebenbei erledigen können (auch ein Trend – immer mehr auf die Kundenschultern zu verlagern. Die Zeit hatte dazu mal einen interessanten Artikel geschrieben – es gibt also noch Journalismus – zumindest hin und wieder). http://www.zeit.de/2016/14/wirtschaftspsychologie-engagement-lifestyle-arbeit-oekonomie-kunden/komplettansicht

Man gaukelt den Leuten vor, dass es hip und trendy ist, selber einzuchecken (hurra – die Zeitersparnis!), selber abzukassieren, selber einzuräumen, selber zu kontrollieren, selber dies und selber das – und was dabei nebenbei reduziert werden kann, sind Arbeitsplätze. Kostenfaktor Nummer Eins, an dem man drehen kann. Bzw. als Unternehmer muss – man muss ja Gewinne machen.

Doch zurück zum Thema: Die Automatisierung wird weitergehen und weitere Arbeitsplätze überflüssig machen. Heute sind es – noch – die industriellen Arbeitsplätze, die im Fokus stehen (bei Opel wurde 2005 das Werk Bochum mit tausenden von Arbeitnehmern gerettet, um dann zehn Jahre später – geschlossen zu werden. Produziert Opel weniger Autos? Nein. Aber man kann immer mehr mit immer weniger Personal produzieren).

Das nächste werden die Dienstleistungsarbeitsplätze sein. Auf Kreuzfahrtschiffen las ich von Robotern, bei denen man Getränke bestellen kann. Trendy! Da muss man auch kein Trinkgeld geben, schätze ich. Warum nicht auch in der Verwaltung Arbeitsplätze sparen? Im Call-Center? Bei der Datenverwaltung? Und selbstfahrende Autos werden auch schon eingesetzt – und das macht wen überflüssig? All diese teuer bezahlten LKW-, Taxi-, Amazon- und was-weiß-ich-Fahrer! All diese unnützen Esser…. Pardon, ich meine Kostentreiber.

Ob es für alle unnütz gewordenen Ex-Sachbearbeiter und Ex-Fahrer dann genügend neue Arbeitsplätze als….. ja, als was denn? Als Packer, Pizzaboten oder Paketzusteller geben wird? Fraglich.

Fassen wir zusammen: Die nächsten Jahre werden wie gesagt den Wegfall hunderttausender, wenn nicht Millionen von Arbeitsplätzen sehen. Dass diese durch neue Arbeitsplätze ersetzt werden können, sehe ich nicht. Denn dazu bräuchte es einen Innovationsschub wie mit dem Internet – und zudem ein komplettes Umdenken in der Lohn- und Beschäftigungspolitik.

Wenn man sich ansieht, welche der Forderungen von Jeremy Rifkin, der schon vor über 10 Jahren vor den desaströsen Langfristfolgen der Technisierung warnte, umgesetzt worden sind….. so sieht man…… KEINE!

Rifkin forderte u.a. eine Absenkung der Arbeitszeit, eine Veränderung des Steuersystems als Anreiz für Arbeiten im Non-Profit-Sektor, ein garantiertes Grundeinkommen etc. Er entwarf zwei Zukunftsszenarien:

Eines, in dem diese und andere Vorschläge umgesetzt würden und die Menschen ihrer selbstgewählten Arbeit sinnvoll nachgehen könnten. Und eines von einer Welt in Massenarmut und Chaos. Mit Ghettos und abgesperrten Bezirken für die Reichen. Welchem Ergebnis wir näher kommen zu scheinen, mag der geneigte Leser  selbst entscheiden……

Und folgendes mit ins Kalkül ziehen: Das ist EINE von vielen nebeneinander her laufenden, unguten Tendenzen. Man kann noch die Euro- oder Finanzkrise dazu nehmen, die Bildungssituation in Deutschland, die Indoktrinierung weiter Teile der Bevölkerung etc. pp. Und wer dann nicht zum Nachdenken gebracht wurde, sollte sich wegen KD (kognitiver Dissonanz) von seinem Arzt untersuchen lassen. Dringend!

Post Scriptum: Wenn man unter Kenntnis des eben gesagten nun noch überlegt, dass in unser Land kurz nach den Artikeln vom Mai 2015 hunderttausende, vornehmlich junge Männer, gekommen sind, für die in ihrer Mehrheit keine Perspektiven auf dem hiesigen Arbeitsmarkt existieren (was selbst dann nicht der Fall wäre, wenn sie so gut ausgebildet wären, wie man anfangs behauptet hatte) –

dann sollte man ins Grübeln kommen. Entweder unsere Politiker sind ideologisch oder anderweitig verblendete, vom Augenblick getriebene Menschen, ohne jeden Weitblick und ohne jedes Verantwortungsgefühl für dieses Land (und das ist möglich).

ODER dem Ganzen liegt ein perfider Plan zugrunde, welcher vorsieht, dass eine Gesellschaft geschaffen wird, die innerlich so zerrissen, uneins und von Misstrauen und Angst geprägt ist, dass sie sich nie gegen die Herrschenden zum Widerstand vereinen  kann. Und sich stattdessen im gegenseitigen Kleinkrieg um das immer teurer werdende tägliche Brot zermürbt und zermahlt……

Auch hier soll dem geneigten Leser das Urteil überlassen werden. Und egal, für welche Erklärung Du Dich entscheidest, lieber Leser – bitte wach auf! Es ist etwas faul im Staate Dänemark…… sogar schon oberfaul. Den Gegner da zu sehen, wo er wirklich ist – das tut jetzt not. Ansonsten gilt:

Die Schlinge zieht sich zu

beim Esel und der Kuh.

Doch solang der Esel noch tanzen kann,

solang die Kuh noch grasen kann,

wollen beide nur ihre Ruh…..

nur irgendwann….. da wird’s mit der Luft dann…..uh!

Die Schlinge zieht sich zu

Ja, so langsam wird es enger. Herr Schäuble will das Bankgeheimnis abschaffen. Ob ihm das gelingen wird? You bet! Wie die Amis sagen. http://www.focus.de/finanzen/banken/bankgeheimnis-wird-faktisch-abgeschafft-schaeuble-plan-fiskus-soll-bankkonten-ohne-anfangsverdacht-kontrollieren-duerfen_id_5476831.html

An das Bargeld geht man (noch) nicht heran, aber das kommt auch eines Tages an die Reihe. Herrn Schäuble geht es um „Transparenz“, wie er sagt (ein anderes Wort für Kontrolle und Überwachung? Mein Synonymwörterbuch seufzt seit einiger Zeit nur noch leise vor sich hin…..). Und wie besser Transparenz schaffen als ohne Bargeld? http://www.focus.de/finanzen/banken/autor-gerald-mann-im-interview-die-buerger-muessen-sich-damit-abfinden-die-bargeldabschaffung-kommt-ganz-sicher_id_4725888.html

Wir kommen der neuen Zeit immer näher – dieser schönen, neuen Welt. Bargeldlos und mit verschärftem Steuerstrafrecht, Schließung der letzten Schlupflöcher, Kriminalisierung des Edelmetallbesitzes, Minuszinsen oder noch besser Strafzinsen etc. pp.

Und alle machen mit, denn wir sitzen alle in einem Boot. Da leckt es zwar zunehmend heraus, der Schiffgang wird immer rauer und die Passagiere hier und da unruhig – doch die Besatzung hat neuerdings schusssichere Westen und der Kapitän (oder vielleicht auch die Kapitänin) hält stur Kurs auf den Eisberg.

Die Einschläge kommen näher – doch auch die Abschaffung des Bankgeheimnisses oder dass die Deutschen aus ihren geliebten Lebensversicherungen künftig kaum noch etwas erhalten werden, wird die Leute kaum vom Sofa herunter holen. Da wird es noch stärkere Erschütterungen brauchen – welche auch noch kommen werden.

Einstweilen sind es nur schlechte Träume, die hier und da einzelne Zeitgenossen plagen……

 

Im Finanzministerium brennt noch Licht, es ist spät in der Nacht…..

Was reden sie und haben mich um meinen Schlaf gebracht?

„Deutschland, wir weben Dein Leichentuch…..

Wir weben hinein den sechsfachen Fluch…..

Wir weben, wir weben…..“.

 

So bin ich dann schweißgebadet aufgewacht…..

Nichts war passiert, nur ein Traum in der Nacht.

Neben mir ein Buch von Heine und ein paar Nachrichten vom Tage.

Von der Abschaffung von Bargeld und Bankgeheimnis und manch anderer Frage……

Und meine Gedanken? Sie schweben, sie schweben…..

 

Ich sank in mein Kissen und schlief beruhigt wieder ein.

Alles in Ordnung, alles sicher und fein.

Eine Stimme flüsterte noch: Hab acht! Hab acht!

Es bricht noch nicht, jedoch es kracht….

Wir leben ja noch, wir leben……

Wie den Reichen auf die Finger schauen?

Im Netz fand ich letztens einen überaus interessanten Artikel eines mir unbekannten Autors zu den Machenschaften von Stiftungen in den USA bzw. zu dem Phänomen, dass immer mehr reiche Amerikaner Stiftungen gründeten bzw. Ihr Geld Stiftungen vermachen täten (die Namen Gates und Zuckerberg mögen einem hierbei spontan einfallen).

Der Artikel des Autors Michael Massing versucht, der Frage nachzugehen, was davon zu halten sei und wie man künftig den Superreichen (die mit ihrem Reichtum über Stiftungen politisch-gesellschaftlichen Einfluss ausübten, ohne dass es großartig in der Presse dargestellt werde) beikommen solle.

Da der Artikel ziemlich lang und auf Englisch, jedoch auch sehr interessant ist, will ich mich im Folgenden bemühen, ihn kurz zusammenzufassen. Hier der Link zum Original-Artikel: http://www.nybooks.com/articles/2016/01/14/how-to-cover-the-one-percent/

Massing, offenbar früher der Herausgeber eines Magazins, des Columbia Journalism Reviews (mir unbekannt) stellt zunächst fest, dass mit dem Anwachsen des Reichtums der Superreichen auch die sogenannten „philanthropischen Aktivitäten“ (in Form von Stiftungen) gewachsen seien.

Anmerkung von mir: Dass sich der Reichtum in den USA immer mehr in immer weniger Händen konzentriert hat, haben auch andere bereits beschrieben. http://www.washingtonsblog.com/2015/07/u-s-wealth-concentration-the-most-accurate-current-estimates.html Wenn 1% der Bevölkerung 42% des Vermögens eines Landes besitzen, ist es trotz Equality und Justice um diese Werte (wenn man sie ernst nimmt) schlecht bestellt.

Auch, dass die überwältigende Mehrheit der US-Amerikaner ärmer geworden ist, ist keine gute Nachricht. http://www.gegenfrage.com/90-aller-us-amerikaner-sind-heute-aermer-als-1987/

Bei uns erodiert die Mittelschicht ebenfalls und nähert sich immer mehr dem Prekariat an. http://www.prabelsblog.de/2014/08/prekariat-und-mittelschicht-auf-augenhoehe/ Während gleichzeitig die Vermögen sich immer mehr in den Händen von immer weniger Menschen konzentrieren. http://www.jjahnke.net/wb/wb159-180413-9357.pdf

Wenn man jetzt noch ins Kalkül ziehen wollte, dass der Welt-IQ am Sinken und die Militärausgaben global am Steigen sind, könnte man ins Grübeln kommen, wohin die Welt steuert….. doch dies soll nicht Thema dieses Beitrages sein. http://www.zerohedge.com/news/2014-09-15/why-worry-two-scariest-charts-world

In den Händen der Wenigen

Daher zurück zum Artikel von Herrn Massing: Dieser stellt nüchtern fest, dass die immer größer werdenden Zuwendungen der Reichen zu Stiftungen nicht allein in Menschenfreundlichkeit ihren Ursprung hätten. So würden Stiftungen steuerlich bevorzugt, was bedeute, dass dem US-Amerikanischen Staatshaushalt so jedes Jahr ca. 40 Mrd. Dollar an Steuern vorenthalten würden.

Dies sei zusammen mit der Kapitalkonzentration ganz oben ein maßgeblicher Grund dafür, dass die Anzahl der Stiftungen mit einem Kapital von über einer Mrd. Dollar sich in den letzen 15 Jahren auf über 80 verdoppelt habe.

Zwar sei es richtig, dass mit dem Geld dieser Stiftungen Museen, Universitäten, Krankenhäuser etc. gefördert würden, doch würde damit auch politisch Einfluss genommen. Anders als die Kampagnen zu Wahlen, welche berechtigterweise im Fokus (und in der Kritik) der Presse stünden, sei das kritische Beleuchten von Stiftungen und Stiftern aber quasi nicht-existent.

Dies kritisiert Massing sehr deutlich! (Und mir fiele für unsere Breitengrade auch nicht ein, dass jemand aus der Presse sich mal kritisch mit Stiftungen befasst hätte – aber ich mag mich hier auch irren).

Massing verweist auf eine Homepage eines Mannes namens David Callahan. Dieser, ein in den USA bekannter gesellschaftskritischer Autor und Sprecher, hatte 2013 eine Homepage namens „Inside Philanthropy“ http://www.insidephilanthropy.com/ ins Leben gerufen, die sich kritisch mit dem Wirken der US-Amerikanischen Stiftungen auseinander setzt. https://en.wikipedia.org/wiki/David_Callahan

Dies begrüßt Massing als einen äußert wichtigen Schritt. Denn oft seien die Stifter „Philanthrokapitalisten“, die mit einer Agenda auftauchten (Massing zitiert den Rektor der Columbia School of Journalism, der ihm sagte, ein Stifter sage nicht „wie kann ich helfen?“, sondern „Hier ist meine Agenda“).

Die Seite „Inside Philanthropy“ zeigt nach Massing viele wertvolle Beispiele für Menschen und Institutionen, welche mit Stiftungen ihre politischen Vorstellungen verwirklicht sehen wollten. Dies müsse viel stärker offengelegt werden, da die Interessen der Reichen eben NICHT den Interessen der 99% entsprechen würden.

Im Folgenden bringt Massing einige gute Geschichten von Stiftungen von Reichen und Superreichen als Beispiele dafür, wie wichtig es sei, mit den Mitteln des Internets den Reichen auf die Finger zu schauen:

Geschichten der Reichen

Er erwähnt die Laura and John Arnold Stiftung. http://www.arnoldfoundation.org/ Diese konzentriere sich laut ihrer Website auf Erziehung, Nachforschungsintegrität (was soll das sein?), Gerechtigkeit, faktenbasierte Politik und Innovationen. Was alles erst mal nach hehren Zielen klingt.

Auf der Homepage finde sich außerdem der Hinweis, dass die Stiftung sich für öffentliche Pensions-Systeme einsetze, welche finanzierbar, sicher und dauerhaft sein sollten. John Arnold arbeitete lange bei der berüchtigt gewordenen US-Firma Enron, wo er u.a. als Trader von Derivativen im Gas-Sektor half, viel Gewinn zu erzielen.

Als Enron kollabierte, machte sich Arnold mit einem Hedge Fond selbstständig. 2012 zog er sich vom Fonds (der zu dem Zeitpunkt über 3 Mrd. Dollar wert war) zurück und gründete seine Stiftung. Diese habe zum Beispiel nach Callahan 3,5 Mill Dollar an die private Fernsehstation WNET in New York gegeben.

Mit diesem Geld sei eine Nachrichtenserie namens „The Pension Peril“, zu deutsch, die Pensionsgefahr, produziert worden, welche sich für Kürzungen von Pensionen aussprachen (da Arnold gleichzeitig dafür in der Legislative des Staates warb, wurde die Sendung nach Protesten abgesetzt).

Massing erwähnt weitere Beispiele von Milliardären, welche mit ihren Stiftungen bei Medienunternehmen ihnen genehme Darstellungen von wichtigen Themen (zur Gesundheitsfürsorge, Wirtschaft etc.) platzierten und die Medienunternehmen dies so vermitteln täten, wie es von den Stiftungen gewünscht sei.

Als jüngstes bekanntes Beispiel für eine große Stiftungskampagne geht Massing auf Mark Zuckerberg ein. Dieser habe zwar all sein Geld Stiftungen gegeben, welche aber unter seinem und dem Einfluss seiner Frau blieben. Mithin gehe es auch hier lediglich darum, Steuern zu vermeiden und gesellschaftlichen Einfluss im Gewand einer vermeintlich menschenfreundlichen Haltung ausüben zu können.

Kurz: Es geht um die Besetzung (und Gestaltung) des öffentlichen Diskurses – im Sinne der Reichen und Mächtigen!

Im nächsten Abschnitt seines sehr lesenswerten Artikels beschreibt Massing, wie Stiftungen Institutionen wie Think Tanks, Universitäten etc. dazu bringen, Forschung oder Politik in ihrem Sinne zu betreiben, indem sie als Förderer (und offensichtlich auch Forderer) auftreten.

Neben Beispielen für private Stiftungen beschreibt Massing anhand des Beispieles von Norwegen, welches als Staat immerhin 24 Mill Dollar über vier Jahre an verschiedene Think Tanks in Washington überwiesen hatte (damit diese im Sinne des Norwegischen Auswärtigen Amtes Artikel verfassten), wie auch Staaten als Einflussnehmer auftreten können.

Massing schwebt als Lösung eine große Internetplattform vor, auf welcher die Leser über die Hintermänner und –frauen von wohlklingenden Namen informiert werden sollten: So zum Beispiel darüber, dass die Initiative „Broadband for America“, welche sich für Netzneutralität ausspricht, von der Kabelbranche finanziert wird.

Oder dass hinter der „Forschungs- und Aufklärungskampagne Energy in Depth“ die Ölindustrie steckt. Usw. usf.

Anmerkung von mir: In Deutschland ist es (k)ein Geheimnis, dass zum Beispiel die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ von den Unternehmerverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. Aber wie viele Menschen wissen das auch? https://lobbypedia.de/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft

Doch weiter im Text: Wenn eine liberale Organisation wie die „Democracy Alliance“ in den USA sich für eine nachhaltige Wirtschaft, eine Stärkung der Demokratie und vom Umweltschutz ausspricht, so klingt das zunächst wunderbar. http://democracyalliance.org/

Wenn allerdings Massing darlegen kann, dass diese Allianz von mehr als 100 Superreichen gefördert wird, darunter George Soros, Tom Steyer (ein Hedge Fond Manager), Rob McKay, der Erbe von Taco Bell etc., so sollte man – wie Massing – hellhörig werden bzw. genauer hinschauen.

Wie Universitäten angegangen werden

Was Universitäten betrifft, schildet Massing wie zum Beispiel die anerkannten US-Professoren der Columbia Universität Glenn Hubbard und Frederic Mishkin vor der Finanzkrise bestimmte unternehmerfreundliche Ansichten über die Wirtschaftslage vertreten hatten, ohne dabei zu erwähnen, dass sie Geld von wirtschaftsfreundlichen Stiftungen erhalten hatten (was offenbar im Film „Inside Job“ über die Finanzkrise 2008 Erwähnung fand). https://de.wikipedia.org/wiki/Inside_Job

2009 habe der Milliardär John Paulson der New York Universität 20 Mill Dollar zur Errichtung eines Alan Greenspan Lehrstuhles für Ökonomie gegeben. 2010 habe die Peter Peterson Stiftung der Columbia Universität 2,4 Mill Dollar zur Erstellung eines Curriculums überlassen, welches an jede High School des Landes geschickt werden sollte und in dem Wege zur Reduzierung des US-Defizits gelehrt werden sollten.

Eine andere Stiftung stellte Millionen Dollar zur Verfügung, um die „moralischen Fundamente des Kapitalismus“ zu untersuchen. Massing kritisiert, dass niemand sagen könne, welche Auswirkungen diese Förderungen hätten und dass es keinen Überblick über sie gebe (wie bei uns wohl auch nicht).

Massing legt außerdem dar, dass durch Universitäts-Kuratorien, also die Stiftungsräte an Unis, mehr und mehr Einfluss auf die Universitätspolitik genommen werde. So seien zum Beispiel an der New York Universität die Mehrheit der Mitglieder des Kuratoriums aus dem Bereich der Finanzindustrie oder seien Anwälte oder Grundstücksmakler.

So habe der Vorsitzende des Kuratoriums von 1998 bis 2014, Martin Lipton, eigenhändig einen Mann der Wirtschaft namens John Sexton zum Präsidenten der Universität ernannt, welcher sämtliche Wünsche des „Big Money“, was die Erweiterung des Campus anginge, umgesetzt habe.

Den Einfluss vom großen Geld sieht Massing als zu groß und immer noch wachsend an, was auch öffentliche Universitäten betreffe, die gezwungen seien, mehr und mehr auf Förderer zurück zu greifen, welche ihrerseits Einfluss auf die Universitätspolitik nähmen (und nennt als Beispiel die Universität von Virginia, wo offensichtlich die äußerst beliebte Direktorin Teresa Sullivan von zwei Förderern der Uni zum Rücktritt gezwungen worden war – allerdings aufgrund massiven öffentlichen Protests wieder zurückkehren durfte).

Ähnliches schildert Massing für die Universität von Nord Carolina, wo der dortige Präsident durch eine ehemalige Ministerin für Erziehung unter George w. Bush ersetzt worden sei.

Wie menschenfreundlich sind die „Freunde“ wirklich?

Eine Webseite, wie sie Massing vorschwebt, würde auch Medienberichten über „menschenfreundliche Magnaten“ wie David Rubenstein nachgehen. Dieser, Gründer der größten Private Equity Firma der Welt, der Carlyle Gruppe, und Milliardär, hatte u.a. Programme zur Rettung von Pandas in US-Zoos finanziert oder eine für 21 Mill Dollar erworbene Kopie der Magna Charta an das National Archiv verliehen.

Im Umkehrschluss wurde Rubenstein von der Presse wie erwähnt als lobendes Beispiel eines Geschäftsmannes mit Gesellschaftssinn gebracht. Dass die Carlyle Gruppe für ihre Geheimhaltung bei ihren Aktivitäten und ihre guten Verbindungen zur großen Politik bekannt ist, spielte da die geringere Rolle. Dass im Beirat so Namen wie George Bush, James Baker oder John Major auftauchen, sollte aber Erwähnung finden.

Ebenso, dass ein vormaliger CIA Deputy Director, ein Herr Frank Carlucci, von 1994 bis 2003 Vorstand von Carlyle war und der Firma viele Türen in Washington geöffnet hatte. Hinter denen dann die Firma geheime Absprachen mit ihren Partnern traf, was in der Presse aber weniger Aufmerksamkeit (nach Massing) weckt, als die Darstellung des Kulturfreundes Rubenstein.

Nebenbei: Erinnert sich jemand hierzulande an den hochgelobten Menschenfreund und Karstadt Investor Nikolaus Berggrün? Als Retter in der Not im Jahre 2010 gefeiert, klang es schon drei Jahre später ganz anders. http://ichsagmal.com/2013/12/29/ritter-retter-und-am-ende-doch-nur-blender-uber-den-karstadt-wunderheiler/

Doch zurück zum Text: Massing schlägt an dieser Stelle eine Volte zum Thema Private Equity und beklagt, dass kaum jemand wisse, wie sehr mit Private Equity Firmen und Hedge Fonds die Konzentration des Kapitals in immer weniger Händen vorangeschritten sei.

Wenige schienen daran interessiert zu sein, dass das Eine Prozent der Ein Prozent (also die Megareichen der Reichen) sich vornehmlich aus Private Equity und Hedge Fond Vorsitzenden rekrutiere. Massing zitiert einen ebenfalls lesenswerten Artikel hierzu, den ich vielleicht mal anderer Stelle zusammenfasse: http://www.nakedcapitalism.com/2015/06/memo-to-readers-if-you-want-to-beat-big-finance-you-need-to-be-able-to-take-the-fight-to-their-terrain.html

Black Rock sei zum Beispiel mit 4,5 Bill Dollar an verwalteten Geldern die größte Vermögensverwaltung der Welt. Ihr Vorsitzender Laurence Fink stehe mit Staatsmännern und Unternehmenschefs auf der ganzen Welt im Kontakt. Black Rock habe u.a. hinter den Kulissen auf Länder wie Griechenland oder Irland im Rahmen der Finanzkrise eingewirkt.

Black Rock sei im Grunde „das Blackwater der Finanz“, d.h. eine Firma, die im Geheimen vorgehe und als eine Art „Schattenregierung“ angesehen werden könne. Anmerkung von mir: Sehr guter Vergleich! Wer das Geld hat, bestimmt die Regeln – damals wie heute!

Wer glaubt denn allen Ernstes, dass den Griechen (wenn es Varoufakis und Tsipras wirklich ehrlich und ernst gemeint hatten mit ihrer Austrittsdrohung aus dem Euro, was ich nicht beurteilen kann) nur von der EU Druck gemacht worden wäre? Es ist anzunehmen, dass auch die Reichen auf Athen eingewirkt haben. Und sicherlich nicht allein mit Samthandschuhen.

Kurz: Für solche Institutionen wie Black Rock fordert Massing eine stärkere (und kritischere) Beobachtung! Gleiches wünscht er sich für Hollywood und Silicon Valley. Unternehmen wie Walt Disney verstünden es meisterhaft, Journalisten dazu zu bringen, über die Glanzseiten von Hollywood zu berichten (oder über Skandale der Stars).

Die Korruption von Studios und was da sonst noch an üblen Machenschaften vor sich gehe, bleibe weitgehend unbemerkt. Oder unberichtet.

Anmerkung von mir: Alles PR. Manchmal durchbrochen von seltsamen Aussagen wie der von Marlon Brando („Hollywood is run by Jews!“) – https://www.youtube.com/watch?v=lN17c2v2Vgk – die aber niemand weiter hinterfragt.

(Und dass ein jüdischer Journalist und Herausgeber verschiedener Zeitschriften, Jonathan Goldberg, feststellt, dass dies statistisch nachweisbar ist, wäre – bei uns zu erwähnen – wohl schon Ausweis einer antisemitischen Grundhaltung. In den USA erwähnen das auch nur die Rechten). https://en.wikipedia.org/wiki/J.J._Goldberg

In seinem Buch von 1996 „Jewish Power“ schrieb Goldberg nämlich: „In a few key sectors of the media, notably among Hollywood studio executives, Jews are so numerically dominant that calling these businesses Jewish-controlled is little more than a statistical observation … Hollywood at the end of the twentieth century is still an industry with a pronounced ethnic tinge. Virtually all the senior executives at the major studios are Jews. Writers, producers, and to a lesser degree directors are disproportionately Jewish — one recent study showed the figure as high as 59 percent among top-grossing films.“ http://www.rense.com/general27/jlobby.htm

Aber auch dies muss auf einen anderen Artikel und einen anderen Zeitpunkt warten. Ach ja: Manchmal kommen auch verstörende Nachrichten über Kindesmissbrauch in den alternativen Medien hoch, werden aber nicht groß weiter verfolgt. http://www.pravda-tv.com/2014/11/sexueller-missbrauch-im-filmgeschaeft-hollywoods-perverse-symbiose-video/

Auch zu den Firmen aus dem Silicon Valley sieht Massing viel stärkeren Bedarf, ihnen auf die Finger zu schauen, Google unterhalte mittlerweile in Washington ein Büro mit hundert Lobbyisten, die den Auftrag hätten, Googles Vorstellungen von Datenschutz (bzw. vom Sammeln von Daten) rechtlich zu verankern zu helfen.

Google habe es zum Beispiel 2012 verstanden, die Federal Trade Commission (eine Bundesbehörde zum Verbraucherschutz, worunter auch digitale Konsumenten zu verstehen sind) dahingehend zu beeinflussen, eine Untersuchung über die Dominanz von Google als Suchmaschine zu unterlassen. Google sei ein Meister darin, im Hintergrund als Strippenzieher aufzutreten.

Doch auch die großen Unternehmen in Amerika seien seit 2008 (als der Fokus der Berichterstattung sich auf Wall Street verlagerte) zu sehr aus dem medialen Blickfeld geraten. Es würde zwar über Skandale bei GM oder VW berichtet, doch darüber, wie Boeing, Dupont, FedEx etc. die Löhne absenkten oder gegen Gewerkschaften vorgingen oder allgemein ihre Mitarbeiter behandelten, nicht.

Das große Spiel

Schlussendlich sei es von enormer Wichtigkeit, die globale Vernetzung der Superreichen darzustellen und ihren Einfluss auf die jeweilige Landespolitik dazu. Als Beispiel führt Massing Carlos Slim an, den reichsten Mann Mexikos. Dieser sei offiziell 70 Mrd. Dollar „schwer“, was sechs Prozent des jährlichen Bruttosozialproduktes seines Landes entspreche.

Damit sei Mexiko eines der ungleichsten Länder der Welt (doch holten alle anderen Länder kräftig auf). Slim habe in Mexiko eine Monopolstellung im Telekommunikationssektor inne und übe wesentlichen Einfluss auf die Politik seines Landes aus.

Slim sei außerdem Anteilseigner der New York Times (er besitze 17% der Aktien) und es sei auffällig, dass über ihn nur selten (und nie kritisch) in einer der bekanntesten US-Amerikanischen Zeitungen berichtet würde. Doch sei Slim nur ein Beispiel für die Strategie der Superreichen, Institutionen (auch politische) zu kapern und zu dominieren bzw. für ihre Zwecke zu benutzen.

Anmerkung von mir: Wo ist es bei uns anders? S. auch die Bertelsmann-Stiftung. Oder das Damenkränzchen Angela Merkel – Liz Mohn – Friede Springer. Alles in den Bunteblättern und der Gala und nichts in der Tagespresse, was über die faltenfreien Abendkleider der Damen hinausgehen würde…..

Fazit

Massing stellt zum Ende seiner Ausführungen nüchtern fest, dass die Reichen bzw. Superreichen einen immer größeren Einfluss auf immer mehr Bereiche der Gesellschaft (und dies eben gerade auch über Stiftungen) nehmen würden. Kein Bereich, der nicht von ihnen beeinflusst würde:

Kunst, Kultur, Erziehung, Gesundheit, Politik, Wirtschaft, Fernsehen etc. pp. Der Einfluss wachse ständig (s. in den USA ein Stiftungskapital von über 80 Mrd. Dollar) und müsse unbedingt (!) offengelegt werden! Ein erster Schritt dazu sei eine Homepage, welche künftig diese und andere Aktivitäten kritisch beobachte und hinterfrage.

Wichtig sei es auch, die Enklaven der Superreichen wie Greenwich, Palm Beach etc. genauer unter die Lupe zu nehmen sowie auch die regelmäßigen Treffen der Reichen und Mächtigen zu beobachten (Bilderberg, die Zeitgeist Conference von Google, Sun Valley etc.).

Die hierzu notwendige Homepage könnte (ein logischer Zirkelschluss) durch….. eine Stiftung finanziert werden…… 🙂

Doch Scherz beiseite (denn das Thema ist ernst genug): Den Ausführungen von Massing ist dahingehend zuzustimmen, dass eine WIRKLICHE Aufklärungsplattform (im Rahmen von „Stiftungen“ wie wohl auch anderweitig) dringend notwendig wäre!

Geld regiert die Welt (seit Erschaffung des Geldes) – daran hat sich seit den 2000 Familien, die den Reichtum des alten Rom unter sich aufgeteilt hatten und die Geschicke der Republik bestimmten, nichts geändert. Auch heute noch bestimmen die Reichen – wer denn sonst?

Dies zumindest zu versuchen, offenzulegen, wäre ein (im Wortsinne) ehrenwertes und wertvolles Unterfangen! Zwar – an der Problematik, dass die Gesellschaft sich sehr stark zum Unguten verändern muss und wird, würde sie nichts ändern.

Aber Aufklärung – und WAHRHEIT – sind Werte an sich – nach denen zu streben, ist NIE falsch. Im antiken Griechenland wurde die Herrschaft eines Tyrannen irgendwann durch die Demokratie abgelöst. Und die Demokratie eines Tages wieder durch die Tyrannis….. wer weiß, wie es bei uns kommt?

Doch bleibt uns eine Hoffnung! Oder wie es ein großer Geist einst formulierte:
Eine Grenze hat Tyrannenmacht:
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
wenn unerträglich wird die Last, greift er
hinauf getrosten Mutes in den Himmel
und holt herunter seine ew’gen Rechte,
die droben hangen unveräußerlich
und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.
Quelle: Wilhelm Tell II, 2. (Stauffacher)

Wahrheit ist so ein unzerbrechlicher Wert. Streben wir also nach Wahrheit – so gut wir es können!

Der Würgegriff von TTIP und IWF

Auf der immer wieder durch informative und interessante Beiträge mir positiv auffallenden Seite http://www.counterpunch.org – einem linksliberalen Online-Medium in den USA – wurde unlängst der US-Ökonom Michael Hudson interviewt.

Michael Hudson ist ein weithin bekannter Wirtschaftsexperte und dazu noch (emeritierter) Professor, Berater und Analyst an der Wall Street. Dass er ein Star ist, mag nicht nur damit zusammenhängen, dass er Meinungen konträr zu herrschenden Trends und Ansichten äußert, sondern auch, dass er dies so tut, dass ihm auch Nicht-Ökonomen folgen können. https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hudson

In seinem jüngsten Interview geht er besonders auf die Rolle des IWF und auf die Bedeutung des sich noch in der Schwebe befindenden Trans-Atlantischen Handelsabkommen TTIP für Europa ein. http://www.counterpunch.org/2016/02/19/the-new-global-financial-cold-war/

Was er dazu sagt, ist derart interessant (und bestätigt indirekt so manche Verschwörungstheorie), dass ich es hier wiedergeben möchte:

So geht Michael Hudson lang und breit auf die Rolle des IWF (also des Internationalen Währungsfonds) ein. Dieser sei kein Instrument der Stärkung, sondern der Schwächung anderer Länder.

So gehe der IWF immer mit denselben Mitteln vor: Er verlange von einem Land wie Griechenland oder Lettland, dass es, um Kredite vom IWF zu erhalten, eine Sparpolitik umzusetzen habe (ein Austeritäts-Programm, wie man heute auch sagt).

Dieses solle dazu führen, dass die Wirtschaft wieder Schwung gewinne und der Kredit zurückgezahlt werden könne. Das Problem hierbei sei aber, dass eben dies niemals geschehe! Vielmehr sorge die Sparpolitik mit Erhöhung der Steuern, Senkung der Abgaben etc. dazu, dass die Wirtschaftsleistung noch stärker abgewürgt würde.

(Und wenn wir uns Griechenland heute anschauen, wo man Sparrunde um Sparrunde beschlossen hat, sieht man genau das! Ich hatte mich darüber schon mal ausgelassen: https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/12/04/griechenland-als-beispiel-fuer-kuenftige-sauereien-des-staates/

Sänke also die Wirtschaftsleistung trotz oder vielmehr dank Austerität weiter, käme der IWF und schlüge vor, dass man doch Staatseigentum an Investoren verkaufen solle. Und auch das ist in Griechenland immer Gesprächsthema in den Verhandlungen– das Tafelsilber der Griechen zu veräußern.

Hier schlägt Hudson eine interessante Volte zum Trans-Atlantischen Handelsabkommen TTIP. Dieses diene (wie die Handlungen des IWF auch) einem großen Strategiewechsel: Künftig könnten dank TTIP nicht mehr Staaten, sondern Unternehmen bestimmen (indem zum Beispiel Unternehmen durch TTIP das Recht eingeräumt wird, Staaten zu verklagen).

Der große Strategiewechsel betreffe die ganze westliche Welt: Bisher habe das Modell der Progressiven Entwicklung gegolten. D.h. Regierungen hätten in Infrastruktur, Bildung etc. investiert, damit diese zu günstigen Preisen von der Bevölkerung genutzt werden könne.

Nun solle alles in private Hände gehen: Straßen, Wasserversorgung, Bildungseinrichtungen etc. Dies wäre das Zurückdrehen des Rades um 300 Jahre. Hudson nennt denn auch die neue Gesellschaft, die sich da bilde, einen Neo-Feudalismus.

In diesem würden die großen Kapitalbesitzer aus Banken, Versicherungen, Investoren etc. alles vormals öffentliche Gut besitzen und für die Nutzung Geld verlangen. Es sei somit eine neue Oligarchie der Reichen, die man bewusst anstrebe (ohne sie in bester Orwellscher Manier so zu benennen).

Wieder zurückkommend auf den IWF, merkt Hudson an, dass dieser mittlerweile eindeutig zum Instrument des US-amerikanischen Machtstrebens geworden sei. So hätte der IWF mehrmals seine eigenen Regelungen gebrochen, wenn es die amerikanische Politik gefordert habe.

Als Beispiele führt er den Kredit Russlands an die Ukraine in Höhe von 3 Mrd. Dollar an, welchen die Ukraine sich weigere, zurückzuzahlen. Dieser Kredit sei ein offizieller Kredit nach westlichen Kriterien gewesen – der IWF müsse also darauf drängen, dass die Ukraine ihn zurückzahle.

Dies tue man aber beim IWF nicht – vielmehr ermögliche man der Ukraine weitere Kredite, womit man noch dazu die Regel bräche, keine Kredite an Krieg führende Länder zu vergeben.

Im Hintergrund sieht Hudson hier die US-Regierung am Werk und vermutet, dass der IWF bewusst benutzt werde bzw. seine eigenen Regeln brechen müsse, da dies die US-Administration verlange, der es um die Loslösung der Ukraine von Russland gehe.

Ziel der US-Politik sei die Schwächung Russlands; diese habe man in den neunziger Jahren schon erfolglos versucht und bediene sich nun der Ukraine als Mittel zum Zweck. Nebenziel sei die Ausplünderung des Landes d.h. der Verkauf der wertvollen Ländereien etc. an westliche Investoren, welcher aufgrund des Widerstands ukrainischer Oligarchen noch nicht richtig in Gang komme.

(Allerdings verortet Hudson hier weniger Vaterlandsliebe bei den Oligarchen als Grund, sondern vielmehr Gier – so wollten die Oligarchen erst die Preise ihrer Besitztümer hochtreiben, um sie dann mit hohem Gewinne zu verkaufen).

All dies führe dazu, dass die Welt in zwei Hälften geteilt werde: Die westliche Welt, die unter Konzernen aufgeteilt und deren Interessen und der US-amerikanischen Machpolitik zu dienen habe. Und einem Block von Ländern unter Führung Russlands und Chinas, der sich den westlichen Dominanzbestrebungen wiedersetze.

Daher seien China und Co bestrebt, mit der AIIB eine Alternative zum IWF zu errichten, ein eigenes Clearingsystem zu installieren etc.

Die USA seien in ihrer Politik nicht zimperlich: So liquidiere man unliebsame Staatsoberhäupter, wenn man sie nicht bestechen könne, oder man finanziere Terroristen, um sie zu stürzen. Al-Nusra und den IS bezeichnet Hudson als die „American Legion“ der USA.

(Die Amerikanische Legion ist eine Veteranen-Organisation ehemaliger Angehöriger der US-Streitkräfte). https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanische_Legion

Da man Russland nicht wie Lettland in den neunziger Jahren habe zerschlagen können, gehe man nun indirekt über die Ukraine vor. Das beste Beispiel für das skrupellose Vorgehen der Politiker, die sich zu Bütteln der Banken (oder der Reichen machten), ist für Hudson der Umgang mit Griechenland:

Dort habe man angesichts der Krise von 2010 ganz bewusst die Banken gerettet und die Wirtschaft den Bach heruntergehen lassen. Hudson verweist auf die Berichte des damaligen Finanzministers Varoufakis, der erzählt hatte, wie man ihm seitens der EU erklärt habe, dass die Demokratie und der Volksentscheid der Griechen der EU nichts bedeuteten: Die Griechen müssten tun, was die EU verlange.

Eine weitere Folge der herrschenden Politik von Austerität und Zentralbanken sei es, dass die Verschuldung exponentiell ansteige. D.h. Verhältnisse wie in Griechenland und Lettland mit Massenverarmung der Bevölkerung etc. seien in den nächsten Jahren überall im Westen zu erwarten.

Die Schulden seien schon längst nicht mehr rückzahlbar: Aber man lasse das Rad sich bewusst weiterdrehen, bis man auch noch den öffentlichen Besitz und das Eigentum der Mittelschicht veräußert habe. Das sei dann der Neo-Feudalismus, den wir gerade ansteuern.

TTIP sei in diesem Zusammenhang besonders abscheulich, da es dazu führen würde, dass die europäische Bevölkerung auf breiter Front verarmen müsse. Renten würden gekürzt werden, Standards von Umwelt- und Arbeitsschutz abgeschafft und die Lebenserwartung würde drastisch sinken – im Grunde laufe es auf eine Reduktion der Bevölkerung hinaus.

Soweit das Interview mit Michael Hudson.

Was soll ich sagen: Dieser Mann ist halt kein Spinner – kein Verschwörungstheoretiker – sondern ein hoch anerkannter Ökonom aus den USA. Man schaue mal in seinen sehr viel aussagekräftigeren Englischen wiki-Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Hudson_%28economist%29

Was er sagt, entspricht haargenau den Ausführungen von John Perkins, der in seinem Buch „Confessions of an Economic Hitman“ schrieb, wie die USA ganz bewusst andere Länder in Schuldknechtschaft zwingen. https://en.wikipedia.org/wiki/John_Perkins_%28author%29

Es entspricht allen Ausführungen vom Saker, der nicht müde wird, darzustellen, auf welch perfide Art und Weise die US-Amerikaner in der Ukraine Politik gegen Russland betreiben. http://thesaker.is/

Es entspricht so sehr so vielen Erklärungen so vieler unabhängiger und kritischer Denker zur US-Politik und zur Welt – von Naomi Klein über Arundhati Roy, von Daniele Ganser über Seymour Hersh bis zu Gilad Atzmon und Noam Chomsky.

Alle weben sie an diesem Bild mit, dass der Öffentlichkeit vorenthalten wird und das schlicht und einfach darstellt, wie gerade unsere Welt und unsere Gesellschaft in ein Gefängnis umgestaltet werden – bewusst und auf allen Ebenen!

Selten hat es ein Ökonom so klar, so simpel und so verständlich erläutert wie Michael Hudson. Ich wünsche seinem Interview daher rege Verbreitung!

Und Sie, lieber Leser – verbreiten SIE das Wissen bitte weiter! Es müssen mehr Menschen erfahren, was hier vorgeht – dass Recht bewusst gebrochen und abgebaut, dass Unrecht zum Prinzip erhoben wird!

Und dass die Welt in ein Gefängnis umgestaltet wird – DASS müssen Menschen erfahren! Denn noch können wir etwas dagegen tun!