Erwachen

Erwachen….. auch so ein Begriff. Das letzte Mal im größeren Rahmen zu einer Zeit des vollkommenen Tiefschlafs verwendet (Deutschland erwache! rief man damals – und ließ stattdessen die Vernunft schlafen, was, nach Goya, Ungeheuer hervorbringt….).

Heute schläft man allerdings auch vielerorts gut und tief. Allerdings wohl nicht mehr allzu lange. Zu viele Erschütterungen, die sich da ankündigen. In der Eso-Szene spricht man übrigens gerne vom „Erwachen“ aus der Trance, in der wir stecken.

Wir sind tatsächlich tief in einer Trance, die uns eine Traumwelt vorgaukelt, die so nicht existiert. Oder besser: Die nur so existiert, da wir an sie glauben und sie damit erschaffen. All die wichtigen Dinge in der Traumwelt – Geld, Macht, Ruhm, Einfluss, Erfolg, Job, Frau, Haus etc. – haben ihre Bedeutung/Realität nur, weil wir sie für wichtig halten.

Es ist auch gar nicht so schlimm, dass wir das tun – nur sollten wir uns dessen BEWUSST werden. Bewusst sein. So dass wir sie in ihren korrekten Kontext stellen können – an den richtigen Platz. Wir können diese Dinge zu Göttern machen und sie anbeten (das machen Kinder so) – oder erwachsen werden.

Erwachsen und erwachen hängen zurecht nah beieinander….. noch gaukelt man uns eine Kinderwelt vor und versucht (durchaus erfolgreich) uns vom Erwachen abzuhalten. Aber die nächsten Jahre kommt eine derartige Erwachenswelle, dass anzunehmen ist, dass auch die größten Tiefschläfer dann aufgeweckt werden (was nicht heißt, dass sie erwachen und dann alles erkennen. Es ist ein Unterschied, ob das Schicksal einen kurz mal rüttelt oder einem die Bratpfanne ins Gesicht haut).

Zum Erwachen: Erwachen heißt NICHT, dass alles schön und bunt und rosa und friedlich und wundervoll wird…. Dass man von da auf Wegen geht, wo nur noch schöne Dinge um einen sind etc. Das wird gerne als Trugbild in der Eso-Szene verwendet.

Leider (?) ist das genaue Gegenteil der Fall: Erwachen heißt, um mal Mark Passio zu bemühen, aufzuwachen und zu bemerken, dass die Wände des Zimmers, von dem man dachte, dass es mit schönen Farben bedeckt ist, vollbeschmiert sind mit Exkrementen. Mit Scheiße. DAS ist Erwachen.

Erwachen heißt Staunen, heißt Erschüttert-Sein, heißt, dass man das Gefühl hat, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Und dann ordnet es sich neu.

Was kann man selbst zum Erwachen beitragen? Bewusst bleiben. Immer und immer wieder. Sich nicht mit offiziellen Darstellungen zufrieden stellen. Hinterfragen! Offen bleiben!

Ein Beispiel:

In den Medien hat man unlängst den Vorgang „Pizzagate“ zerpflückt und als Fake News dargestellt. Unter Pizzagate wurde, wie ich schon anderswo schrieb, die Annahme verstanden, dass es einen Pädophilenring in Washington gebe, welchem hohe Politiker, auch und vor allem aus der Entourage von Hillary Clinton, angehören. Vermutungen in diese Richtung seien kaut Medien wie erwähnt Unsinn und Fake News.

Kurzer wichtiger Einschub aus der politischen Lehre – drei Dinge kann man sich merken:

  1. Oft, wenn man einem Gegner in der politischen Arena schaden will, unterstellt man ihm das, was man selber tut. D.h. wenn man lügt, bezichtigt man den anderen der Lüge. Wenn man Gewalt anwenden will, bezichtigt man den anderen der Gewalt. Wenn man Fake News liefert, bezichtigt man den anderen der Fake News. Etc. Nachzulesen bei Machiavelli.
  2. Wenn Du wissen willst, wer Dich beherrscht, finde heraus, wen Du nicht kritisieren darfst. Dies stammt von Voltaire (übrigens anders als Machiavelli persönlich ein Ekel – ein Geizhals und Neidhammel – und heute? Das große Vorbild Frankreichs…. auch etwas zum genauer hinschauen).
  3. Machiavelli, dessen Werke „Der Fürst“ und „Vom Staate“ man gelesen haben sollte, wenn man politisches Wirken verstehen will, sagte auch, dass die Regierenden lügen und betrügen und die Öffentlichkeit über ihre wahren Ziele im Unklaren lassen müssen. Sonst könnten sie nicht regieren. Das ist die Kunst der Machtausübung und sie gilt auch heute noch. Zurück zum Thema:

Während man also von der Medienseite bisher alles als gut, als böse Russen-Propaganda oder ähnliches dargestellt hat, könnte man auch etwas reflektieren. Gab es ähnliche Fälle schon? Oh ja.

In Belgien gab es die Dutroux-Affäre, bei welcher herauskam, dass ein internationales Netzwerk in Belgien existiert hatte, welches Personen ganz oben in der Spitze der Gesellschaft mit Kindern versorgt hatte. Für den Missbrauch! Seltsamerweise starben 27 der Zeugen innerhalb des Verfahrens eines plötzlichen Todes…..

Oder Großbritannien: Da führte die Affäre Saville zutage, dass über Jahrzehnte höchste Kreise aus Politik und Wirtschaft mit kleinen Kindern versorgt worden waren – um diese zu missbrauchen! Damals, d.h. 2011, wurden auch Verdächtigungen gegen den britischen Premierminister der siebziger Jahre, Edward Heath, laut und es hieß dann schnell: Aber nein, das ist übertrieben… und heute? Kommt die Sache wieder hoch.  http://www.dailymail.co.uk/news/article-4238188/Sir-Edward-Heath-paedophile-says-police-chief.html

Auch aus Portugal gibt es ähnliche Geschichten, auch aus Frankreich, der Türkei, China, auch (!) aus unserem Land. Der Sachsensumpf war nicht der einzige Sumpf….

Ich traf mal im Zug eine Frau, die sich im Gespräch als Mitarbeiterin eines Hilfswerkes für missbrauchte Kinder herausstellte. Sie erzählte mir eine Geschichte, die ich anfangs nicht glauben wollte: Von Missbrauch an den höchsten Stellen einer deutschen Großstadt! Sie nannte Namen von bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Finanz und Kultur.

Ich recherchierte anschließend ein Wochenende lang und tatsächlich: Die Namen, die sie genannt hatte, waren im Netz zu finden. Wie auch die Geschichte, dass damals weder Polizei noch Gerichte noch Medien etwas davon hatten wissen wollen, als man versuchte, die Sache publik zu machen…..

Kurz gesagt: Es ist SEHR wahrscheinlich, dass es etwas Ähnliches auch in Washington gibt. Und es ist SEHR Wichtig, dass wir uns trauen, hier hinzuschauen! Das Scheußliche sehen und NEIN dazu sagen! NEIN zum Kinderleid und NEIN zur Ignoranz! http://www.epochtimes.de/politik/welt/trumps-machtkampf-um-paedogate-betrifft-die-welt-us-regierungsinsider-packt-aus-a2051762.html

Falls sich Pizzagate tatsächlich am Ende als Ente herausstellt, wird es etwas anderes sein….. aber nochmal: Es ist wichtig! Denn wer von uns wollte denn, dass Kindern so etwas geschieht? Dass Kinder leiden – missbraucht – sogar ermordet werden? Das soll nicht sein! Das darf nicht sein!

Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen….. also schauen wir hin! Damit die Welt nicht so wird, wie man sie uns vorgaukelt und vorlügt – ein Blendwerk, angeblich so wundervoll und tatsächlich innen drin von Gewalt und Lüge geprägt – sondern so, wie sie sein sollte. Liebevoll und schön.

Die Zeit der Verschwörungstheoretiker II – Das wandelnde Lexikon

Es ist in den heutigen Zeiten ein Zeichen von Intelligenz, sich den sogenannten „Verschwörungstheoretikern“ zu zuwenden (übrigens ein vom CIA erfundener Begriff – ursprünglich verwendet, um Zweifler an der offiziellen Darstellung der Ermordung Präsident Kennedys mit diesem Begriff abzuwerten.) http://www.konjunktion.info/2014/10/das-argument-verschwoerungstheorie-und-sein-cia-ursprung/

Ebenso effektiv wurde und wird der Begriff „Antisemit“ (um den es freilich im Rahmen der jüngsten Einwanderungswellen nach Europa etwas stiller geworden ist – hony soit, qui mal y pense) verwendet – wer mehr dazu wissen will, kann sich dieses interessante Interview mit dem Juden Gilad Atzmon anhören (der, da er sich als „ehemaliger Jude“ bezeichnet, gerne des Antisemitismus bezichtigt wird). https://www.youtube.com/watch?v=gtji4ENgyo0

Oder den mutigen Norman Finkelstein, der offen und oft erklärt hat, wie der Antisemitismus bewusst benutzt wird, um Kritik an Israel zu verhindern (und den man dafür als „selbst-hassenden Juden“ bezeichnet). https://www.youtube.com/watch?v=WC8Fx7eke7M Es macht Mut, zu sehen, dass es noch solche Menschen gibt.

Doch zurück zum Thema: Clif High ist nicht so bekannt wie der Superstar unter den VTlern, David Icke (über den ich hier schon mal geschrieben hatte): https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/06/14/die-zeit-der-verschwoerungstheoretiker-der-superstar/

Doch hat er eine eigene Webseite – http://www.halfpasthuman.com/ sowie einen eigenen youtube-Kanal – https://www.youtube.com/channel/UCqXZf0F4GLSX1QXBUgPXhqg auf denen man ihm folgen kann. Er hat es sogar zu einem wikipedia-Eintrag gebracht. https://en.wikipedia.org/wiki/Web_Bot

Clif High ist ein Informatiker und Linguist. Sein Vater war Offizier in der US-Armee und so verbrachte der junge Clif High seine Jugend auf verschiedenen überseeischen Militärstützpunkten der USA. High erzählte einmal, dass sich sein Vater in den sechziger Jahren vom US-Militärapparat angewidert abgewandt habe, da ihm klargeworden sei, dass er als Offizier schlechten Interessen und ungerechten Zielen diene.

High arbeitete lange als Programmierer für verschiedene US-Firmen, bevor er in den neunziger Jahren ein eigenes Computer-Modell aufsetzte – sein Web-Bot-Projekt. Nach eigenen Angaben kam er zu dem Schluss, dass Menschen in der Lage seien, kommende Ereignisse (wenn auch unbewusst) vorher zu sehen oder zu ahnen.

Dies zeige sich in der vermehrten Verwendung von Begriffen, die man den zu erwartenden Ereignissen zuordnen könne. Auf dieser Basis konstruierte High über Jahre mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden sein Modell, welches das komplette nach Schlüsselbegriffen durchsucht.

Die Theorie ist dabei, dass wie bei einem Erdbeben, welches durch Vorbeben angekündigt wird, ein gravierendes Ereignis sich im Internet durch Begriffe, die diesem Ereignis zugeordnet werden können, quasi vorankündigt. Suchmaschinen von High, Spiders genannt, durchforsten daher das ganze Internet nach den von High identifizierten Begriffen. Die Methode nennt er selbst „vorhersagende Linguistik“ (oder predictive linguistics).

Nun ist es erwiesen, dass High mit dieser Methode schon einige Treffer landete: Er sagte den 11.09.2001 als Ereignis voraus, ebenso den Hurrikan Katrina oder den Wahlerfolg von Trump (und auch, dass Hillary Clinton nach der Wahl kurz verschwinden würde – was sie tatsächlich für einen Tag tat, was SEHR ungewöhnlich ist und in den USA noch nie vorkam). Ob sie sich tatsächlich dem Frustsaufen ergeben hatte, wie manche US-VTler (nicht High) kolportierten, kann hier nicht geklärt werden.

Allerdings lag High auch schon oft daneben: So hatte er für 2011 mit einem weltumspannenden Tsunami gerechnet (der nicht kam) oder zum Beispiel letztes Jahr im März vorhergesagt, dass die USA im Sommer 2016 in eine Zeit der Unruhen und des Chaos eintreten würden (was ebenfalls nicht geschah).

Auch der Silberpreis sollte laut High längst in der Stratosphäre sein und dümpelt doch eher bei unter 20,- $ herum. Kurz: Die Zukunft ist auch bei Clif High nicht in Stein gemeißelt. Doch erscheint er mir vor allem aus zwei bzw. drei Aspekten heraus höchst lesenswert:

Zum einen scheint mir nach vierjähriger Lektüre bzw. Anhörens seiner Beiträge, dass er sehr oft wesentliche Trends vorhersagt (wirtschaftliche Probleme, Erosion der politischen Strukturen, neue technologische Trends), allerdings bei der zeitlichen Komponente nicht wörtlich genommen werden sollte. So meint er zum Beispiel, dass dieses Jahr enorme wirtschaftliche Probleme beginnen würden, die in ca. fünf Jahren überwunden sein dürften.

Damit zum Beispiel gehe ich nicht konform – ich denke schon, dass 2017 ein verstörendes Jahr wird, aber dass die wirtschaftlichen Probleme viel länger andauern dürften, bis sie gelöst sind – vielleicht bis 2030 oder 2040. Wer wird recht behalten? Das werden wir sehen.

Wie alle Auguren wissen, sind Prognosen unsicher – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen – und wenn man diese Direktive bei Clif High beachtet, wird man feststellen, dass er bei vielen Trends richtig liegt. Für das Jahr 2017 erwartet er wie erwähnt schwere wirtschaftliche Turbulenzen (und befindet sich damit in guter Gesellschaft).

Zum anderen ist er ein wandelndes Lexikon: Er verfügt über ein ungemein breites Allgemeinwissen sowie Spezialwissen zu seinem Gebiet, ist in vielen Bereichen aktiv (so als Kampfkunst-Experte, Ernährungsexperte, Selbstversorgungsexperte etc.) und kann in diesen wie anderen Themengebieten mit vielen äußerst interessanten Dingen aufwarten.

Gerne und oft schmeißt er Lesetipps in die Runde (durch ihn hörte ich zum Beispiel erstmals von dem hervorragenden Buch „Thinking and Destiny“ von Harold Percival, dessen Lektüre ich jedem offenen Menschen nur wärmstens empfehlen kann – eines der stärksten und schwierigsten und dabei unglaublich bereichernden Bücher, die ich kenne – https://thewordfoundation.org/b-Thinking_and_Destiny.shtml )

oder wartet mit wirklich interessanten Informationen zu diesem und jenem auf – so in seinem letzten Beitrag zu Google, wo er als Informatiker sagt, Google sorge durch seine Algorithmen mittlerweile bewusst dazu, dass bestimmte „verschwörungstheoretische“ Seiten nicht mehr unter den Top-Suchergebnissen auftauchten.

Dies habe man bewerkstelligt, indem Google bestimmte Begriffe wie „Pizzagate“ filtern lasse, so dass Seiten, die diese Begriffe brächten, nicht mehr oben in den Suchergebnissen berücksichtigt würden. Interessant. Wer sich das Ganze anhören will: https://www.youtube.com/watch?v=rzYEjhU73ow

Nicht zuletzt wirkt Clif High auf mich wie eine ehrliche Haut. Ich habe eine feine Wahrnehmung für die Art, wie Menschen Dinge kund tun und Clif High tut die seinen aus einer guten Intention kund (so wie David Icke auch). Bei anderen habe ich schon mal den Eindruck, dass da etwas schräg ist – bei Clif High ist dies nicht der Fall. Er nimmt sich auch gerne selber auf den Arm und spricht von sich als „old, bald (also glatzköpfiger) bastard“ und ähnliches.

Freilich geht auch High auf Themen ein, die der Mainstream reflexartig als Unsinn bezeichnen würde (Chemtrails, UFOs etc.) – doch sollte es meiner Ansicht nach jedem denkenden Menschen selbst überlassen werden, zu eigenen Schlüssen (und dies möglichst nach eigener Recherche) zu kommen.

„Es gibt mehr Ding‘ zwischen Himmel und Erd‘ als unsere Schulweisheit sich träumen lässt“, wusste schon Hamlet zu sagen. Bei der Entdeckung dieser Dinge können Einem Zeitgenossen wie Clif High eine große Hilfe sein.

Wer sich näher mit ihm beschäftigen möchte, kann sich eines (oder alle drei) dieser interessanten Interviews ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=y97K44jZfEE

https://www.youtube.com/watch?v=_h09Ztb7sTc

https://www.youtube.com/watch?v=9GvHZLpNZ54

Wer Lust auf mehr bekommen hat, kann für wenig Geld (15,- $) seinen monatlichen Newsletter, den ALTA Report, in welchem High präzise Angaben zu Prognosen macht, beziehen – ich habe ihn noch nicht bezogen, kann daher nichts zur Qualität dieses Reports sagen.

So oder so sollte eines klar sein: Wer sich heutzutage noch allein auf die Mainstream-Medien verlässt, folgt der größten Verschwörungstheorie – nämlich der, dass es keine Verschwörungstheorien gebe. Was für aufgeweckte Zeitgenossen eine Beleidigung der Intelligenz darstellt.

Lesen! Dostojewski!

Im Folgenden ein paar anregende Worte von einem großen Schriftsteller, dessen Werke man unbedingt gelesen haben sollte (wenn man an Bildung und Anregung interessiert ist – aber wer liest heute noch Werke von 1.000 Seiten, weitgehend ohne Sex und Crime?).

Es geht um Dostojewski und dessen Magnum Opus „Die Brüder Karamasov“. Marcel Reich-Ranicki, der uns mit seinen bissigen Bemerkungen fehlt, bezeichnete diesen als „den besten Roman der Welt“. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Br%C3%BCder_Karamasow

Ein Zitat aus diesem Buch:

„Ich glaube an Ihre Aufrichtigkeit und an Ihr gutes Herz. Wenn Sie auch das Glück nicht erreichen sollten, so denken Sie immer daran, dass Sie auf dem rechten Weg sind und versuchen Sie, ihn nicht zu verlassen. Vor allem fliehen Sie die Lüge, jede Lüge, die Lüge vor sich selbst ganz besonders.

Seien Sie auf der Hut vor der Lüge, und versuchen Sie sie, zu jeder Stunde, zu jeder Minute zu ergründen. Fliehen Sie auch den Ekel vor den anderen und auch vor sich selbst: Das, was Ihnen in Ihrem Herzen übel erscheint, wird schon allein dadurch geläutert, dass Sie es in sich bemerken.

Fliehen Sie die Angst, obwohl Angst nichts anderes ist als die Folge einer jeden Lüge. Erschrecken Sie niemals vor Ihrem eigenen Kleinmut auf dem Weg zur Liebe, sogar vor Ihren eigenen schlechten Handlungen dürfen Sie nicht zu sehr erschrecken.

Ich bedaure, dass ich Ihnen nichts Ermunternderes sagen kann, aber die tätige Liebe ist im Vergleich zu der schwärmerischen etwas Grausames und Einschüchterndes. Die schwärmerische Liebe lechzt nach einer augenblicklichen Tat, die schnell vollbracht und von allen bewundert werden kann.

In diesem Fall kann es dahin kommen, dass man sogar das Leben opfern will, wenn es nur nicht lange dauert, sondern möglichst rasch, wie auf der Bühne, vor sich geht und von allen gesehen und gelobt wird.

Die tätige Liebe dagegen ist Arbeit und Ausdauer und für manche vielleicht eine ganze Wissenschaft. Aber ich sage Ihnen, dass im selben Augenblick, da Sie mit Entsetzen gestehen, dass Sie trotz all Ihrer Bemühungen Ihrem Ziel nicht nur nicht näher gerückt sind, sondern sich von ihm gleichsam entfernt haben – in diesem Augenblick, das sage ich Ihnen, werden Sie plötzlich das Ziel erreichen und in aller Klarheit die wundertätige Hand Gottes über sich erblicken, der Sie die ganze Zeit geliebt und insgeheim gelenkt hat“. Zitat Ende.

Nietzsche schrieb zu ihm: „Kennen Sie Dostojewski? Außer Stendhal hat niemand mir so viel Vergnügen und Überraschung gemacht: ein Psychologe, mit dem ich mich verstehe.“

Und Eugen Drewermann sagte in einem Vortrag zu Dostojewski: „Wer Dostojewski liest, dem wird er zum Erlebnis werden. Anderenfalls wird er ihn nach ein paar Seiten gelangweilt an die Seite legen.“

Unzählige Künstler hat Dostojewski inspiriert und er hat auch uns Heutigen, die wir bereit sind, hin zu hören, vieles zu sagen. Hier hat ihn ein US-amerikanischer Filmemacher verwendet: https://www.youtube.com/watch?v=aswdMhHhczM

Zum Geld äußerte er einmal an anderer Stelle:

„Geld, Sie verstehen,

das ist die Macht der Ohnmächtigen,

die Schönheit der Hässlichen,

der Verdienst der Parasiten,

das ist die Intelligenz der Geistesschwachen,

das ist die Stärke der Skrupellosen,

das ist der Spielraum der in jeglicher Empfindung Abgestumpften“.

Summa Summarum: Lesen! Die dicken Bücher der Vergangenheit lesen – denn „nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ (Wilhelm von Humboldt).

Frohe Weihnachten

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn  leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. 15Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.

 

Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Sowie einen guten Übergang ins neue Jahr 2017.

Alles Gute!

Ein Besuch bei Amma

Gestern war ich in München zu Besuch bei Amma gewesen. Amma ist eine indische Frau, aus Kerala stammend, die als Heilige und Avatar gilt (d.h. als Verkörperung der reinen göttlichen Liebe. Hier mehr zu ihr: http://www.amma.de/amma ). Amma umarmt auf ihren Veranstaltungen hunderte oder gar tausende von Menschen. Ihre Veranstaltungen dauern stundenlang, manchmal bis zu 24 h.

Sie hat außerdem eine Hilfsorganisation namens „Embracing the World“ geschaffen, welche über einen Millionenumsatz verfügt und Hilfsprojekte für die Armen in der ganzen Welt initiiert (Schulbau, Umweltschutz, Armenspeisung, Katastrophenhilfe etc.). Beeindruckend. http://de.embracingtheworld.org/

Nun bin ich selbst in spirituellen Dingen ein offener, doch auch (hoffentlich gesund) misstrauischer Mensch. Ich habe schon einige Scharlatane in diesem Bereich erleben dürfen, allerdings auch Menschen, die mich durch ihre Präsenz beeindruckt hatten. Und dass es mehr Ding‘ zwischen Himmel und Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt, ist mir auch klar.

Ich war also neugierig und fuhr dort ohne große Erwartungen hin. Nach einer Übernachtung bei meinem Bruder kam ich am nächsten Morgen am Veranstaltungsort an – anderthalb h vor Beginn, da die Beschreibung verkündet hatte, man solle beim ersten Mal recht früh da sein. http://www.amma.de/amma-umarmt-muenchen

Es war ein regnerischer Morgen, Berufstätige strebten ihren Büros zu und ich eilte auf die Veranstaltungshalle zu. Das Gelände dort war dreckig und unscheinbar – ein großes Plakat kündete an, dass Amma dort zu finden sei. Ich betrat die Halle und fand mich direkt in einer Schlange von Menschen stehend.

Nach einer Weile des Wartens wurden wir tiefer in die Halle hineingelassen. Dort sah ich ein Podium, was man für Ammas Auftritt errichtet hatte und außerdem viele Stände, an denen noch gewerkelt wurde. Ich sah Stände für Essen, für Infomaterial, Bücher und CDs von Amma etc.

Meine Stimmung war leicht angespannt – das geht mir in fremder Umgebung immer so. Auch die anderen Menschen um mich herum wirkten eher angespannt – von einer liebevollen Atmosphäre konnte ich jedenfalls gar nichts entdecken. Vielmehr herrschte ein emsiges Treiben um uns herum und erinnerte mich an eine Automesse oder ähnliches.

Da mir langweilig war, suchte ich mit der Frau vor mir das Gespräch – wir unterhielten uns kurz, das Gespräch war zunächst auch hier eher angespannt, dann wurde es lockerer. Ich fragte, warum sie hier sei und sie sagte, weil es sich gut anfühle. Weiter fragte ich, ob sie sich als spiritueller Menschen verstehen würde und sie sagte ja – und ergänzte, nach einem Blick auf mich, dass ich das wohl nicht sei.

Darauf musste ich lachen und sagte, ich sei wohl spirituell, aber wir hätten vielleicht verschiedene Definitionen davon. In dem Moment wurde unser Gespräch unterbrochen, denn es begann die Vergabe der Tickets für das Betreten der Bühne (um zu vermeiden, dass alle gleichzeitige auf die Bühne eilen, vergab man Tickets und füllte die Stuhlreihen mit den Ticketträgern in alphabetischer Reihenfolge).

Ich wünschte der Frau viel Spaß und ging mir mein Ticket holen und begab mich damit in die erste Reihe. Dort nahm ich neben zwei anderen Frauen meinen Platz ein, legte meine Jacke ab und machte anschließend eine Runde durch die Halle, da bis zum Beginn ja noch viel Zeit war.

Ich trottete also durch die Halle, sah den vielen Helfern beim Aufbau der Stände und allem weiteren zu, schaute mir an, was es später zu Essen geben sollte (Crepes auch! Wie ich erfreut feststellte). Schließlich wurde es langsam Zeit, sich auf seinen Sitzplatz zu begeben.

In der Zwischenzeit zeigte man ein Video von Amma und den diversen Hilfsprojekten, für die sie sich eingesetzt hatte. Die Stimme vom Video dröhnte durch die Halle und ich bekam davon Kopfweh. Die Atmosphäre gefiel mir nicht und ein weiterer Gesprächsversuch mit meiner neuen Nachbarin ging komplett schief.

Ich hatte gefragt, was sie zu Amma führem täte  und die Antwort bekommen, man wolle eben mal Amma kennenlernen – worauf ich nach meinen Gründen gefragt wurde und lachend sagte, ich wolle eben mal Amma kennenlernen. Was allerdings als Scherz, als der es gemeint war, gar nicht gut ankam – meine Gesprächspartnerin zog sich zurück und ich konnte regerecht ihren Unwillen spüren, sich noch weiter mit mir zu unterhalten.

So saß ich also schweigend da und wartete auf den Beginn der Veranstaltung. Und dann wurde es wirklich interessant:

Auf einmal kam Amma, ganz in Weiß gekleidet, über einen höher gelegten offenen Gang auf die Bühne. In dem Moment konnte ich fühlen, wie sich die Atmosphäre in der Halle verwandelte. Es wurde auf einmal leichter, heller und irgendwie liebevoller. Es war sehr angenehm.

Amma betrat mit ihren Helfern die Bühne, begrüßte uns, fächelte sich Luft zu und begann direkt mit einer geführten Meditation. Diese führte mich zwar nicht so tief wie schon andere Meditationen, aber ich wurde ruhig und meine Kopfschmerzen verschwanden.

Dann war die Meditation beendet und der Darshan begann. Darshan ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „Sicht des Heiligen“, worunter im Regelfalle ein Zusammentreffen von Meister und Schülern zu verstehen ist. Im Falle Ammas besteht der Darshan darin, dass sie jeden kurz umarmt, der zu ihr auf die Bühne geht.

Meine Sitznachbarinnen eilten an mir vorbei und auf die Bühne zu – andere taten dasselbe. Ich begab mich zu einer Ordnerin und fragte, ob unsere Reihe jetzt dran sei (denn es waren zwei erste Stuhlreihen mit den Ziffern A und B vorhanden). Sie sagte nach einem Blick auf mein Ticket, dass ich noch einen Moment warten solle.

Die Bühne hatte sich mittlerweile mit den ersten Menschen gefüllt. Offenbar waren manche nur zum Schauen da oben – für diejenigen, die von Amma umarmt werden sollten, wurden zwei Stuhlreihen aufgestellt und man rückte so Stuhl um Stuhl nach vorne, bis man sich Amma gegenüber fand.

Schließlich sagte die Ordnerin, ich möge nun gehen. So ging ich denn auf die Bühne, reichte dort oben mein Ticket ein und rückte immer näher auf Amma zu. Meine Hände wurden kalt – ich fühlte leichte Aufregung (es sahen uns hunderte von Leuten zu – die Halle hatte sich mittlerweile gefüllt).

Amma war von ihren Helfern umgeben, so dass man nicht sehen konnte, was genau sich dort abspielte. Man sah nur die Menschen von ihr gehen, wenige lächelnd, die meisten innerlich berührt wirkend, einige weinend. Schließlich war ich an der Reihe –  ich hatte vor der Umarmung der sitzenden Amma meine Brille abzugeben und wurde in eine vor ihr kniende Position dirigiert.

Ich beugte mich nach vorne und Amma umarmte mich. Dabei unterhielt sie sich mit jemandem neben ihr, was mich etwas erstaunte, aber dann dachte ich nicht weiter darüber nach. Ich musste, während sie mich umarmte, lächeln – das geschah aber nicht aus Spott oder Unsicherheit, sondern weil ich mich irgendwie in der Umarmung sehr wohl fühlte.

Sie hielt mich einen Moment, rief mir dann irgendwelche Worte auf Sanskrit ins Ohr, löste die Umarmung, gab mir noch ein Blütenblatt und ein Bonbon – und schon zogen mich die Helfer von ihr fort und der nächste kam dran. Ein effizientes System, dachte ich.

Man reichte mir meine Brille und ich verließ die Bühne. Ich musste grinsen und war in bester Stimmung. Was genau dort geschehen war, wusste ich nicht, aber ich fühlte mich richtig gut. Voller Freude und Kraft! Ich zog meine Jacke an, traf die Frau vom Beginn der Veranstaltung und lachte sie an, was sie zu freuen schien. Sie sagte, sie könne sehen, dass das etwas mit mir gemacht habe, was ich lachend bejahte. Dann verabschiedete ich mich von ihr.

Ich hatte Lust, noch etwas Unsinn zu machen und trollte durch die Halle, grinste fremde Leute an, kaufte an einem Stand einen Crêpe, nachdem ich dort die Frau hinter mir vorgelassen hatte und schäkerte mit der durch Piercings im Gesicht gezeichneten Crêpe-Verkäuferin herum. In bester Laune verließ ich dann die Halle, rief noch eine Bekannte an, um mich bei ihr für ein paar vielleicht beleidigende Worte zu entschuldigen, die ich ihr mal gesagt hatte, und machte mich auf die Heimfahrt nach Frankfurt.

Mein Resümee: Wer immer Amma ist, ob nun Avatar oder Heilige oder was immer – sie ist tatsächlich tief in einer Liebe, die das Menschliche übersteigt. Ich konnte deutlich ihre liebevolle und echte Präsenz spüren – das war sehr schön. Und da Liebe die stärkste Heilkraft ist, kann ich mir auch vorstellen, dass sie tatsächlich viele Menschen heilt. Mich jedenfalls ließ sie voller Freude und Dankbarkeit zurück – und das nur durch eine Umarmung. Enorm.

Wer immer sich einen offenen Geist bewahrt hat und mal etwas Faszinierendes (und Schönes) erleben will, sollte an einem der jährlich in Deutschland stattfindenden Darshans teilnehmen. Ich kann es nur empfehlen.

Herr Zimmel vom Amanita-Newsletter hatte Amma einmal auch kurz angesprochen und sie als Avatar bezeichnet, der Menschen helfe, ihr Karma abzubauen. Hier zu finden ca. in der Mitte des Artikels unter dem Titel: Ethik und Karma des Elektrosmog. http://www.amanita.at/component/content/article/18-all/de-de/interessantes/mysterium-2012/1477-devolution-digitale-demenz

Hier noch ein paar Videos zu ihr:

Amma in Aktion. https://www.youtube.com/watch?v=ZaBJJCHr7Fw

Ein Film über ihr Wirken. https://www.youtube.com/watch?v=N85ymWS9mRE

Und über ihre Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=dMNSLxER11I

Hier trifft sie den Papst. https://www.youtube.com/watch?v=w_UsDWEfzx8

Und hier spricht sie über die Macht von Mitgefühl an der Stanford Universität. https://www.youtube.com/watch?v=JJtn6v8ZEu8

Heldengeschichten – Rita Atria gegen die Mafia

Die Mafia und ihre Machenschaften sind oft und breit thematisch erfasst worden: in Filmen wie „Der Pate“ oder „Die Firma“, Sachbüchern, Zeitungsreportagen, Dokumentationen etc. Auch die mutigen Kämpfer gegen diese Form der Kriminalität, Menschen wie die Untersuchungsrichter Falcone oder Borsellino, haben oft und lange im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gestanden.

Die kleinen Leute indes, die ebenfalls dem Monster den Kampf angesagt haben… die als „pentite“ (Kronzeugen bzw. Reuige) vom Recht der Aussage Gebrauch machten und der Gerechtigkeit hier und da zum Sieg verhalfen…. Sie stehen eher selten im Blickpunkt. Gleich den Soldaten eines Krieges hören wir nicht oft von ihnen.

Hören nicht von ihrem Mut und ihrer Tapferkeit, von ihren Sorgen und ihrer Verzweiflung. Ein siebzehnjähriges Mädchen aus einer sizilianischen Kleinstadt soll mit den folgenden Zeilen und stellvertretend für all die mutigen Menschen, welche es gewagt haben, gegen die Mafia vorzugehen, vorgestellt werden.

Es handelt sich um Rita Atria aus dem gerade mal 10.000 Einwohner zählenden Ort Partanna in West-Sizilien. https://de.wikipedia.org/wiki/Partanna

Rita Atria hat das Undenkbare gewagt – sie hat mit der Omerta, der Tradition des Schweigens, gebrochen und hat gesprochen. Hat geschildert, was sie wusste. https://de.wikipedia.org/wiki/Rita_Atria

Sie hat dafür einen hohen Preis gezahlt…. den höchsten sogar! Aber ihr Kampf ist nicht vergebens gewesen. Denn wo immer der Wahrheit zu ihrem Recht verholfen wird, ist es ein Sieg für die Menschheit. Rita Atria hatte einen harten, schweren Kampf zu bestehen.

Und auch, wenn er nur kurz war: Auf sie trifft das alte Bibelwort zu: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben gehalten. (Timotheus 4,7) Erzählen wir also hier ihre Geschichte:

Rita Atria wird 1974 als zweite Tochter des Schäfers Vito Atria geboren. Ihr Vater ist Mitglied der örtlichen Mafia und dort im Rang direkt unter der herrschenden Familie angesiedelt. Sein Wort hat Gewicht. Die Menschen kommen zu Don Vito, um ihn in diversen Angelegenheiten um Rat zu fragen.

Vito Atria genießt das. Mit seiner Frau und den drei Kindern (Rita das jüngste) lebt er ein normales, sizilianisches Leben, wozu die Mafia dazu gehört. Als dreijähriges Mädchen hält Rita eines Tages beim Spielen die Waffe ihres Vaters in Händen: Wirf das weg! schreien sie die Männer an! Rita wird sich noch lange an den Schreck erinnern.

Der Vater ist zuhause ein Tyrann, betrügt außerdem seine Frau, spielt auch gerne seine Macht gegenüber den rangniedrigeren Mafiosi aus. Doch ist er auch liebevoll zu seinen Kindern, spielt abends mit Rita, erzählt Witze und kleine Geschichten, dass ihr vor Lachen die Tränen kommen, wirft sie in die Luft und küsst und herzt sie.

In den späten siebziger Jahren beginnt sich die bis dahin ruhige Welt der Mafia von Partanna zu verändern. Bisher hatte die Mafia vor allem in Immobiliengeschäften und Schutzgelderpressung reüssiert – nun schwemmt die große Welle des Heroins auch über Sizilien.

Nebenbei: Wer mehr darüber wissen will, wie sehr das Rauschgift die Mafia und auch die italienische Gesellschaft verändert und zersetzt hat, dem sei das Buch „Gomorrha“ von Roberto Saviano empfohlen. https://de.wikipedia.org/wiki/Gomorrha_(Buch)

Die beiden „regierenden“ Familien von Partanna wittern das große Geschäft – Vito Atria soll es vorantreiben. Doch der sture Schäfer weigert sich. Es kommt zum Eklat: Don Vito brüllt seine Oberen an: Was ist dieses Rauschgift? Ich verstehe es nicht und ich will es nicht verstehen!

Damit ist sein Todesurteil beschlossen. Atria wird fallengelassen, isoliert, nicht mehr in wichtige Aktivitäten miteinbezogen – und eines Tages im Jahre 1985 erschossen. Sein blutuberströmter Körper wird in seine Wohnung getragen. Rita Atria sieht den Leichnam ihres Vaters auf dem Tisch liegen. Leblos, alles voller Blut. Ein weiterer Eindruck, den sie nicht vergessen wird.

Ihr Bruder, zehn Jahre älter und damals 21 Jahre, schwört im Familienkreis Rache. Doch erstmal tobt in Partanna der Familienkrieg. Das Heroin verspricht derartige Gewinne, dass jeder sich den Jackpot sichern will. In diesem Krieg, der mit Unterbrechungen von 1979 bis 1987 andauert, ist Vito Atria nur ein weiteres Opfer.

1987 wird ein Waffenstillstand geschlossen. Nicola Atria, ihr Bruder, hat den Gedanken an die „Vendetta“, die Rache, nicht aufgegeben, doch er weiß, dass er vorsichtig sein muss. Er tritt selber in die Mafia ein, betreibt eine Pizzeria, heiratet, bekommt eine Tochter. Er sammelt Informationen, versucht, Verbündete zu finden, doch es nützt alles nichts:

1991 wird auch Nicola Atria in seiner Pizzeria von einem Mord-Kommando erschossen. Wieder eine Leiche im Hause der Atrias, wieder schreiende und klagende Frauen, nur Rita Atria bleibt ganz ruhig, vergießt keine Träne, stattdessen strickt sie, doch die Muster wollen ihr in diesem Moment nicht gelingen, die Hände zittern zu sehr.

Ihre Schwägerin Piera, die Ehefrau des toten Nicola, geht zur Polizei – sie packt aus, sagt, was sie weiß (und das ist nicht wenig), kommt ins Zeugenschutzprogramm der Justizbehörden und wird mit ihrem Kind aus Partanna fortgeschafft – nach Rom, in eine neue Identität.

Zuhause ist sie ab nun die Schande des Ortes – denn mehr noch als die Mörder hasst man die Verräter, hasst diejenigen leidenschaftlich, die den Mut aufbringen, gegen das Morden aufzubegehren. Denn die Mörder könnten alle sein – die eigenen Söhne inbegriffen. „Sind doch unsere Jungs“, heißt es. Und: Puttana! (Hure). Und anderes.

In diesem Sommer 1991 ist Rita Atria sehr nachdenklich geworden. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung. Der Vater und der Bruder sind tot. Die ältere Schwester hat sich nach Mailand abgesetzt und den Kontakt mit der Familie minimiert. Der Verlobte von Rita sagt sich von ihr los: Er will nicht die Schwägerin einer „pentita“ zur Frau.

Rita Atria denkt nach. Sie sieht ihre Zukunft in Partanna klar vor Augen. Sie macht eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, doch auch die beste Ausbildung wird ihr in Partanna keinen Mann bringen. Sie ist nun durch das Verhalten ihrer Schwägerin auf immer gebrandmarkt.

Sie sieht all dies ganz klar und sie packt die Wut. Ihren Vater hat sie verloren und nun auch ihren Bruder: Den lebenslustigen Nicola, der sie so oft zum Lachen gebracht hatte, der wie der Vater den Schalk im Nacken sitzen hatte, aus dem die Lebenslust und das Lachen nur so herausgeströmt waren.

Rita Atria denkt nach. Und kommt zu einem Entschluss. Sie ruft die Polizei in Sciacca an (in Partanna gibt es keine Polizeistation) und bittet, vernommen zu werden. Man nimmt sie nicht ernst. Doch Rita Atria ist stur. Sie ruft wieder und wieder an, bis man schließlich einwilligt, sie zu vernehmen.

An einem Tag im November 1991 fährt Rita Atria wie immer im Bus ins 35 km entfernte Sciacca, wo sie zur Berufsschule geht. Doch an diesem Morgen geht sie nicht zur Schule, sondern zur Polizei. Eine Staatsanwältin vernimmt sie. Erst unwillig, dann erstaunt, dann immer gespannter, notiert sie, was Rita Atria erzählt.

Nun zahlt sich das gute Gedächtnis aus, was sie hat. Sie nennt Namen und Ereignisse, über die zuhause gesprochen worden war. Dass der von allen anerkannte Bürgermeister den Mord seines Konkurrenten in Auftrag gegeben hatte. Wer alles das Heroin verkauft. Wo die Verantwortlichen sitzen und wer ihnen alles unterstellt ist.

Es ist soviel, dass Rita Atria für die nächsten Wochen Dauergast bei der Staatsanwaltschaft wird. Klar, präzise, detailliert, schildert sie, als wäre sie bei einer Schulprüfung, was sie weiß. Auf alle wirkt sie ruhig und besonnen. Nur ihr Herz klopft stark und manchmal ist ihr bei dem Gedanken, was sie da tut, schwindelig. Aber sie kommt Woche für Woche und die Aktenordner füllen sich mit Namen von Orten, Ereignissen und Menschen.

Schließlich hat die Staatsanwaltschaft mehr als genug, um loszulegen. Man nimmt Verhaftungen vor: Greift die Großen wie die Kleinen. Allgemeines Geschrei in Partanna, denn es sind die eigenen Söhne, die da verhaftet werden und angesehene Bürger aus ehrbaren Familien.

Damit ist aber auch allen klar: Es muss einen Verräter geben! Noch hat niemand Rita Atria im Visier, niemand hat sie in Sciacca gesehen. Doch die Gerüchteküche brodelt und bald beschäftigt sie sich auch mit der Tochter von Vito Atria.

Eines Nachts Ende November, Rita und ihre Mutter sind bereits schlafen gegangen, klopft es an der Wohnungstür. Wer da, rufen beide erschrocken? Ein alter Freund, Stefano – man möge ihn doch bitte hereinlassen. Nein, es ist zu spät, er soll morgen wiederkommen. Nach einigem Hin und Her geht Stefano (oder wer immer es war).

Den Rest der Nacht macht Rita Atria kein Auge mehr zu. Am nächsten Tag wird bei der Staatsanwaltschaft entschieden, sie ins Zeugenschutzprogramm aufzunehmen. Rita Atria wollte das nicht, hatte gehofft, unerkannt zu bleiben. Doch das Risiko ist zu groß.

Überdies kommt ein weiteres Problem hinzu: Die Mutter weiß von allem nichts. Wiederholt hat Signora Atria ihrer Tochter eingeschärft, dass eine Verräterin die größte Schande dieser Welt sei und dass sie ihre Tochter verstoßen würde, sollte sie erfahren, dass sie zur Polizei gegangen ist.

So wird alles vor der Mutter geheimgehalten. Rita Atria wird kurz darauf in einer Nacht- und Nebelaktion aus Partanna weggeholt. Die Mutter wird von den Behörden informiert, dass ihre Tochter in Gefahr sei – mehr möchte man ihr nicht sagen. Giovanna Atria gibt sich damit zufrieden – ob sie geahnt hat, was wirklich geschah, weiß man auch heute noch nicht.

Rita aber kommt das erste Mal aus Partanna heraus: Sie wird nach Rom zu ihrer Schwägerin gebracht. Dort trifft sie Ende November ein. Die Wiedersehensfreude ist groß. Tränen und Erleichterung! Man jauchzt und jubelt und heult vor Erleichterung. Kurz darauf beginnt die schönste Phase dieses Teils ihres Lebens:

Piera und Rita erkundigen gemeinsam Rom. Immer vorsichtig, es gibt klare Anweisungen für die Personen im Zeugenschutzprogramm und alle paar Wochen wird die Wohnung gewechselt. Aber der Staat ist auch großzügig, Piera erhält monatlich eine ordentliche Unterstützung und die beiden jungen Frauen genießen es, das Geld auszugeben.

Sie kaufen Süßigkeiten, gehen ins Museum und ins Kino (obwohl sie Menschenansammlungen meiden sollen), gehen ins Cafe und ins Restaurant etc. Rita ist fasziniert und wirkt glücklich, doch die Einsamkeit nagt bald an ihr.

Die Mutter dringt in sie, wenn sie anruft: Was machst Du? Wo bist Du? Bist Du eine Pentita? – Ich bin weit weg, Mama. Ich darf Dir nicht sagen, wo, aber es geht mir gut. Nein, ich bin keine Pentita. Diese Gespräche zehren an ihr. Über Weihnachten möchte sie ihre Schwester in Mailand besuchen.

Als sie sie am 24.12. anruft (gemäß der Hinweise von Teilnehmern des Zeugenschutzprogramms sollen Aktivitäten möglichst spontan erfolgen) und ihr Kommen ankündigt, weist die Schwester sie ab: Der Mann sei nicht da, sie könne sie nicht am Bahnhof abholen, sie möge bitte nicht kommen.

Das ist der erste Moment, in dem Piera sieht, wie Rita schwankt – ins Schwanken und in Verzweiflung gerät. Piera hat ihre Tochter, aber wen hat Rita? Bald jedoch kommt ein neuer Lichtblick in ihr Leben: Rita verliebt sich in einen Matrosen der italienischen Marine, Gabriele, der in Albanien stationiert ist.

Erste Romantik, Küsse, sehnsuchtsvolle Briefe-  das ganz normale Leben zweier Teenager, mit dem Unterschied, dass Rita nicht sagen kann, was sie tatsächlich in Rom tut. Auch dies lastet auf ihr. Gabriele muss wieder nach Albanien, so bleibt nur das Briefeschreiben. In dieser Zeit gewinnt sie Vertrauen zur letzten Vaterfigur in ihrem Leben:

Es ist dies der Untersuchungsrichter Paolo Borsellino, über den einen weiteren Artikel zu schreiben sich lohnen dürfte. https://de.wikipedia.org/wiki/Paolo_Borsellino

Paolo Borsellino ist nicht nur für ihren Fall verantwortlich, er kümmert sich um sie, wie er sich um alle Frauen im Zeugenschutzprogramm kümmert. Allen gibt er seine private Telefonnummer, sie dürfen ihn mit ihren Sorgen und Nöten anrufen, wann sie wollen. Sie tun es und Paolo Borsellino hat für alle ein offenes Ohr. Oft schelten ihn seine Frau und seine Kinder deswegen, doch er bittet um Nachsicht: Er fühlt sich für diese Frauen verantwortlich.

Rita Atria mit ihrem sensiblen und schüchternen Wesen erinnert ihn an eine seiner Töchter. Rita und Piera dürfen ihn besuchen, man trifft sich auch zum Cafe (gibt es so etwas auch in Deutschland)? Einmal noch findet Rita Geborgenheit bei Richter Borsellino.

Dieser umarmt sie, tröstet sie, richtet sie auf, wenn die Sorgen zu drückend sind, nimmt ihr Gesicht in seine Hände und sagt: Meine Schöne, sei ganz beruhigt – es wird alles gut. Und Rita Atria braucht diesen Zuspruch – sie ist doch noch ein halbes Kind, von der Familie und den Freunden verstoßen.

Doch auch die warmen Worten können das Schreckliche nicht verhindern: Am 19.07.1992 gerät die gepanzerte Limousine des Untersuchungsrichters Borsellino in eine Sprengfalle. Borsellino und sein Fahrer sowie seine Leibwächter sind sofort tot. Wieder hat die Mafia zugeschlagen.

Rita und Piera verfolgen die Berichte über das Attentat am Fernseher. Piera wird hysterisch, sie hat einen Nervenzusammenbruch. Rita wird wiederum ganz ruhig. In ihrem Tagebuch notiert sie: Borsellino ist tot. Niemand kann begreifen, welche Leere er in meinem Leben hinterlässt.

Das Zeugenschutzprogramm läuft weiter. Kurz darauf erhält Rita Atria endlich ihre eigene Wohnung am Stadtrand von Rom. Piera will ihr helfen, sie einzuräumen. Sie macht sich Sorgen: Rita ist so still geworden und so ernst. Doch das Leben muss ja weitergehen.

Piera will nach Sizilien für einen kurzen Besuch unter strengen Sicherheitsauflagen. Rita soll mitkommen, doch diese entscheidet sich dagegen. Piera will sie unbedingt mitnehmen, doch Rita bleibt stur, und wenn sie stur ist, kann man sie nicht umstimmen.

Was soll auch passieren, fragt sich Piera? Sie ist zwei Tage allein in ihrer Wohnung, dann sehe ich sie wieder. Am letzten gemeinsamen Abend, dem ersten in der neuen Wohnung, reden die beiden Freundinnen miteinander, wie es nur junge Leute tun können.

Sie reden die ganze Nacht bis zum frühen Morgen, derweil Pieras Tochter schläft, und erzählen sich Dinge, die sie sich noch nie erzählt hatten. Rita erzählt ihrer Schwägerin seltsame Sachen: Wenn ich eines Tages sterbe, Piera, dann sollst Du bitte nicht traurig sein – sei glücklich, so wie ich es dann sein werde, denn dann werde ich meinen Vater und meinen Bruder wiedersehen.

Was junge Leute so reden….. will Rita wirklich nicht nach Sizilien mitkommen? Nein, sie will nicht. So verabschiedet sich Piera von ihrer Schwägerin und fährt mit der Tochter ab. Was dann passiert ist, wurde von der Polizei im Rahmen der Spurensicherung rekonstruiert:

In ihrer Wohnung im siebten Stock verbringt Rita Atria den folgenden Tag (ein Samstag), ohne ihre Habseligkeiten auszupacken. Auch am Sonntag bleibt sie nur in der Wohnung, telefoniert mit niemandem. Am Sonntag Nachmittag klettert sie auf die Brüstung des Balkons und stürzt sich in die Tiefe.

Eine Nachbarin findet sie auf dem Trottoir liegend, die Gliedmaßen verdreht. Rita stöhnt vor Schmerzen, die Nachbarin weiß nicht, was sie tun soll. Kurz darauf ist sie tot. Die Wohnung wird von der Polizei untersucht. Ein Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden. Rita Atria hat Selbstmord begangen.

Sie wird in Partanna begraben.

Soweit die Geschichte der Rita Atria aus Partanna. Ist es die Geschichte eines Scheiterns? Nein! Unbedingt Nein! Rita Atria war ein Mädchen mit einem Löwenmut, die sich gegen Tradition, Feigheit und Anpassung und für die Wahrheit entschieden hatte.

Dass sie unter dem Druck des Alleinseins und durch den Verlust der letzten Vaterfigur in ihrem Leben zerbrach, schmälert ihre Leistung nicht. Rita Atria hat uns vielmehr gezeigt, dass jeder Mensch zu jeder Zeit „sein Licht leuchten lassen kann“.

Sicher mag man (und man hat dies auch getan) darüber diskutieren können, wie man sie hätte retten können, warum man ihr keine psychologische Hilfe zur Seite stellte etc. – aber diese Fragen stellen sich mir an dieser Stelle nicht.

Vielmehr ist das für mich Entscheidende dies, dass da ein Mensch, ein junges Mädchen noch, aufgestanden ist und dem Unrecht die Stirn geboten hat: Mutig, konsequent und offen. Und das ist ein Beispiel, welches unbeschadet vom traurigen Ende für uns alle Inspiration sein kann.

Unsere Wahrheit zu sprechen! Dann, wenn es notwendig ist! Denn die Mafia, wenn wir sie als Bild für Gewalt, für Feigheit und Duckmäuserei, für Drohungen und Einschüchterung, verstehen wollen, ist überall. „Die Mafia sind wir und unser  falsches Verhalten“ hat Rita Atria eines Tages in ihr Tagebuch geschrieben.

Damit liegt es an uns  – an jedem einzelnen  – seine eigene Mafia zu überwinden. Rita Atria hat das getan. Wir können dies auch tun.

(Inspiration und Zitate aus dem schönen Buch „Ein Mädchen gegen die Mafia“ von Sandra Rizza).

Trau, Schau, Wem II

In einem Vorgänger-Artikel hatte ich mich bereits einmal kritisch mit Herrn Manfred Zimmel bzw. seiner Darstellung zu Schauungen oder Prophezeiungen auseinandergesetzt. Hier: https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/06/22/trau-schau-wem/

Dabei hatte ich Herrn Zimmels umfassenden Artikel zum besagten Thema von BBouvier, dem ausgewiesenen Experten für Schauungen aus dem WWF kommentieren lassen, welcher so freundlich gewesen war, dies zu tun. Die Kommentare waren dabei eher kritisch gewesen.

Herrn Zimmel hatte ich über den Artikel informiert und er tat die Kritik als nicht stichhaltig ab. Meine Bitte, er möge sich doch auf einen argumentativen Austausch mit BBouvier einlassen, beschied er abschlägig und unterstellte diesem, er sei nicht mehr hinreichend kompetent.

Nun hielt ich dies angesichts der über 30jährigen Beschäftigung BBouviers mit Schauungen für etwas frech – aber bitte. Da ich selber zu dem Thema nicht allzuviel beitragen kann, wollte ich im aktuellen Falle wiederum auf BBouvier zugreifen, welcher so freundlich war, ein paar kritische Anmerkungen zum neuen Amanita-Artikel zu Schauungen zu machen. Dieser Artikel findet sich hier: http://www.amanita.at/docs/open/newsletter-d.pdf

Außerdem werde ich im Folgenden Herrn Zimmel Prognosen bzgl. ihrer Validität überprüfen. Ein Prognostiker hat kein leichtes Leben (Prognosen sind schwierig   – vor allem wenn sie die Zukunft betreffen) und ich möchte es nicht zusätzlich erschweren: Aber man sollte einen Prognostiker an der Güte seiner Vorhersagen messen und das will ich in einem gewissen Rahmen tun.

Doch zunächst zu den Kritikpunkten bzgl. des neuen Amanita-Artikels, welcher sich vor allem mit den Vorhersagen des Nostradamus beschäftigt. BBouvier, welchem von Seiten Herrn Zimmels die Kompetenz abgesprochen worden war (da er seinen Zenit überschritten hätte), sprach wiederum Herrn Zimmel die Kompetenz in Sachen Schauungen im Allgemeinen und Nostradamus im Besonderen ab.

Dieser (also Herr Zimmel) lasse sich „breit schwadronierend“ über ein Thema aus, das er nicht beherrsche und phantasiere sich Sachen zusammen. So gibt Herr Zimmel zum Beispiel auf Seite 16 an, dass die Höhe des Großglockners von 3797 Metern und eine entsprechende Jahreszahl bei Nostradamus zusammenhingen.

3797 sei die Jahreszahl, um die sich alle Codes bei Nostradamus aufbauten. Und der Großglockner sei mit 3797 Metern der höchste Berg der Ostalpen. Ergo sei dies ein versteckter Hinweis auf das Bergland Österreich.

Dies hielt BBouvier für unsinnig, da zur Zeit von Nostradamus die Höhe eines Berges nicht in Metern, sondern in Ellen oder Fuss gemessen wurde. Wie sollte also der Seher Nostradamus eine Angabe machen, welche mit einer Maßeinheit zusammenhängen sollte, die er noch nicht kannte?

Numerologie wird ihre Existenzgrundlage haben: Aber ob Herr Zimmel hier nun richtig liegt, oder sich etwas zusammenspinnt, ist schwer zu beurteilen. Mich erinnert er hier an die Protagonisten im schönen Roman „Das Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco. https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Foucaultsche_Pendel

Dort stricken sich drei Gelehrte aus Spass aus den bekanntesten mystischen Prophezeiungen und Verschwörungstheorien eine eigene Theorie zusammen, die von anderen dann für ernst genommen wird. Vielleicht ist auch das ein Kritikpunkt an all den Bibelauslegern:

Wenn genügend Leute mit Einfluss glauben, dass bestimmte Ereignisse dann und dann und auf die und die Art geschehen müssen, dann tragen sie dazu bei, dass diese Ereignisse auch tatsächlich geschehen werden. Dass zum Beispiel an entscheidenden Stellen der Macht Leute hocken, welche messianische Endzeitvorstellungen hegen (und danach trachten, diese wahr werden zu lassen), ist für mich sehr gut vorstellbar (man hörte auch mal von George Bush und seinen Entrückungs-Vorstellungen). https://en.wikipedia.org/wiki/Rapture Doch zurück zum Thema:

Ein weiterer, gewichtiger Kritikpunkt betraf die Verschlüsselung. Es ist allgemein bekannt, dass Nostradamus seine Verse verschlüsselte. Nun wurden nach Herrn Zimmel in den letzten Jahren von diversen Experten verschiedene Entschlüsselungen vorgenommen bzw. Schlüssel entdeckt. (Ab Seite 14 lässt sich Herr Zimmel darüber aus).

Die Suche nach einem durchgängig anwendbaren Schlüssel hielt BBouvier demgegenüber für unsinnig, da ein solcher nicht existiere. Zitat:

Nostradamus hat sein Werk, d.h. die Verse verschüttelt (durch Deckwörter, etc.) bzw. derartig „WIRR“ „verschlüsselt“, daß davon auszugehen ist, dass ein durchgängiger Schlüssel zum entschlüsseln überhaupt nicht existiert. Das Wort „verschlüsselt“ ist insofern irrig. Besser wäre wohl, man würde sein Vorgehen als „unlösbar verwürfelt&verschleiert“ bezeichnen.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die zeitliche Zuordnung: Herr Zimmel bezog diverse Zeilen Nostradamus auf unsere Zeit, welches nach BBouvier ebenfalls unsinnig sei, da man aufgrund der erwähnten Verschlüsselungs- oder Verschleierungsproblematik schlicht nicht wissen könne, welche Epochen Nostradamus meine.

Niemand wisse, welche Verse sich auf den Zeitraum bis 2050 bezögen, welche Herr Zimmel als für treffend angenommen hatte. Nichtsdestotrotz hielt BBouvier Nostradamus grundsätzlich für glaubwürdig – nur könne man dessen Verse erst NACH dem tatsächlichen Geschehen den Ereignissen zuordnen.

Zum Problem der Verschlüsselung existieren hier noch ein paar weiterführende Links vom Schauungs-Forum: http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=27482

Zu den von Herrn ZImmel als glaubwürdig eingestuften Schauungen/Sehern (die Bibel, Nostradamus, Baba Wanga, Pyramiden-Codes und die Feldpostbriefe von Andreas Rill) merkte BBouvier an, dass Nostradamus tatsächlich glaubwürdig sei und die Rillschen Feldpostbriefe teilweise.

Bei diesen sei es allerdings unsicher, inwieweit dort französische Prophezeiungen aus dem 19. Jhdt. eingeflossen seien, die großteils Unsinn seien. Hier findet man mehr dazu: http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=30616

Die Bibel als Grundlage für Schauungen hatte BBouvier bereits im letzten Artikel verrissen (und ich würde diese Einschätzung teilen, da es nicht Gottes, sondern Menschenwort und zudem noch bewusst zusammengestöpseltes Menschenwort ist, was sich dort findet). http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=33945

Zu Baba Wangas (eine bulgarische Seherin) Qualität merkte BBouvier an, dass auch diese mit Vorsicht zu genießen sei, da manche der ihr zugeschriebenen Aussagen unsinnig seien. (2014 sollte zum Beispiel nach Baba Wanga der Großteil der Menschen unter Hautkrebs etc. leiden, 2016 Europa entvölkert sein etc.). Mehr hier: http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=13216

An anderer Stelle merkt der Betreiber des WWF Taurec allerdings ergänzend an, dass Baba Wanga Sachen untergeschoben worden seien und das, was wirklich von ihr stamme, gut sei. http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=1497

So hatte sie zum Beispiel 1980 verkündet, dass die Welt dramatische Veränderungen und schwere Zeiten durchmachen müsste. Damals befragt, ob diese Zeit bald anbrechen würde, habe sie erwiesenermaßen gesagt: Nein ,nicht bald. Noch ist Syrien nicht gefallen.

Baba Wanga wird denn auch im Schauungsforum als „echt, aber mit Schwächen in der Dokumentation“ bewertet. http://www.schauungen.de/wiki/index.php?title=Liste_der_Prophezeiungen

Zu den Pyramiden-Codes, auf die Herr Zimmel ausführlich Bezug nahm, äußerte sich BBouvier wie folgt (Zitat): Einen Pyramidencode gibt es gar nicht.

Das heißt – allerdings hat sich gegen 1830 ein schottischer Pfarrer einen Pyramidenzoll/Code ausgedacht und mit dem dann (auf Basis von Abbildungen) dort rumgerechnet und gemessen, er hat Noah und die Sintflut gefunden, Moses Beschneidung, Jesu Geburt, Cromwell, Königin Eilisabeth I., Napoleon vor Moskau und ähnliches.

Das haben seitdem Nachahmer fortgesetzt und vor einigen Jahren den Ersten Weltkrieg gefunden, den Tod Lady Dianas, die Wahl Obamas zum Präsidenten usw.

Noch einmal auf Nostradamus eingehend, bescheinigte er abschließend, dass dieser tatsächlich diverse Male auf Kriege zwischem dem Islam und dem Christentum eingehe. Allerdings lasse sich dies zeitlich nicht einer (d.h. unserer) Epoche zuordnen, so wie es Herr Zimmel tue.

Neben Rill und Nostradamus gebe es außerdem eine Fülle an modernen Schauungen, welche das Studium lohnten (eine Aufstellung findet sich hier im schon mal gebrachten link). http://www.schauungen.de/wiki/index.php?title=Liste_der_Prophezeiungen

Kurz gesagt: Herr Zimmel verrühre Sachen, die nicht zusammenpassten und bastele sich daraus seine eigene Sicht der Dinge zusammen.

Nun kann ich als Außenstehender nicht aufgrund der Schauungen beurteilen, wer von beiden recht hat. Was ich aber machen kann, ist logische Schlüsse zu ziehen. Wenn sich jemand wie BBouvier seit 30 Jahren mit Schauungen beschäftigt und jemand anders wie Herr Zimmel seit 5 oder meinetwegen 10 Jahren – so hat meines Erachtens nach der mit 30 Jahren Erfahrung zunächst mal mehr aufzuweisen.

Auch die Tatsache, dass Herr Zimmel einem Austausch mit BBouvier ausweicht und seine Einschätzung der Bibel als Vorhersage für unsere Zeit sind für mich Argumente gegen ihn. Denn wer gute Argumente hat, versteckt sich für gewöhnlich nicht, und die Bibel, welche ein Konvolut vieler Schreiber ist, ist zwar sicher ein Buch, welches voller Symbolik steckt.

Aber eben einer Symbolik, wie sie damals, vor 2000 Jahren, üblich war. Daraus Rückschlüsse auf die heutige Zeit zu ziehen, erscheint mir unsinnig. Dann könnte man das auch mit der Bhagavad Ghita oder anderen Schriften tun. BBouvier scheint mir also hier die besseren Argumente zu haben.

Zudem auch manche anderen Aussagen Herrn Zimmels wenig Substanz zu haben scheinen. So geht er davon aus, dass der Islamische Staat zwischen 2017 und 2019 Südeuropa überrennt und einnimmt. Wie soll das praktisch geschehen? Selbst wenn wir annehmen, dass bis dahin der finanzielle Meltdown kam und alle Staaten im Chaos versinken – so bliebe trotzdem die Frage der Praktikabilität.

Selbst wenn in Spanien, Italien, Kroatien (?, Rumänien (?) etc. tausende von IS-Kämpfern eingesickert wären – woher sollte der Nachschub für diese kommen, wie sollten sie sich gegen die Millionen der autochthonen Bevölkerung durchsetzen, wie als einzige koordinationsfähige Armee handeln können etc.?

Da passt etwas nicht – dass es zu massiven Terroranschlägen kommen wird glaube ich schon – auch, dass es irgendwann zu bürgerkriegsartigen Unruhen kommen wird – aber dass der IS in deren Folge ganz Südeuropa erobert (und vor allem Deutschland und Österreich mit Millionen Flüchtlingen laut Herrn Zimmel ungeschoren davonkommen sollen) – das erscheint mir schlicht abstrus.

Herr ZImmel kommt mir hier und an anderer Stelle persönlich wie jemand vor, der unbedingt möchte, dass etwas Bestimmtes wahr sein muss – und der sich daher die Sachen, die in sein Weltbild passen, dort einbaut. So wie jemand, der alle Ausländer für gefährlich hält oder alle Deutschen für Nazis und dann überall dafür Bestätigungen findet.

Der Glaube mag wohl Berge versetzen, aber auch Naturkatastrophen heraufbeschwören – und vor allem kann er wirr im Kopf machen, scheint mir. Aber gut – wenden wir uns dem zweiten Kritikpunkt zu: Ein Prognostiker wird an der Güte seiner Prognosen gemessen.

In einem Interview vom Februar diesen Jahres war Herr Zimmel von einem US-Amerikanischen Informationsdienst interviewt worden. Das Interview befindet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=erMZAz2gT1E

Darin wird Herr Zimmel zu seinen Gedanken zur Wirtschaft, Börse etc. und zur Entwicklung diverser Werte (Gold, Öl, Aktien, Anleihen etc.) befragt. Acht Monate später macht es Sinn, zu schauen, was eingetroffen ist und was nicht. Film ab.

Das Interview beginnt mit einem Verweis Herrn Zimmels auf das Economist Cover von 2015 (?). Dieses habe das Datum des Paris Attentates im Bataclan beinhaltet. Anschließend spricht er darüber, dass das Erdbeben in China eine Atombombenexplosion gewesen sei.

Die Spannungen in derWelt würden weiter zunehmen und 2022 ihren Höhepunkt erreichen. Der Islam und das Christentum befänden sich im Krieg gegeneinander. Sein Service von Amanita berechne außerdem sogenannte „Schwarze-Schwäne-Tage“, um welche herum es zu unerwarteten Ereignissen komme.

Befragt, ob er mit Deflation oder Inflation rechne, sagte Herr Zimmel, er erwarte Inflation. Diese würde bis 2024 weiter wachsen. Die diesbezüglichen Statistiken seien gefälscht, eigentlich müsse die Inflation viel höher sein. Bei Amanita Forecasting berechne man die Inflation auch unter Berücksichtigung zukünftiger Belastungen wie Elektrosmog oder Atommüll.

Auf diese Art berechnet läge die Inflation zwischen 30-40% und evt. noch höher. Die Mittelklasse werde langsam vernichtet. Mit Bail-Ins rechne er für Kanada und die USA im Jahre 2016 nicht. (Faktencheck: Soweit korrekt).

Gold und Silber würden manipuliert (in beide Richtungen). Gold solle 2016 weiter steigen, aber nicht mehr allzuviel. Silber würde Gold 2016 und 2017 im Anstieg überholen. (Faktencheck: Gold stand Mitte Februar um 1230,- $ und steht nun bei 1265,- $. Silber stand Mitte Februar bei 15,30 $ und steht heute bei 17,70 $.Beide Werte waren im Sommer noch höher gestiegen, wobei Silber das Gold im Anstieg überholt hatte. Also auch soweit korrekt).

Öl würde ebenfalls manipuliert (nach unten, um Russland zu strafen), könne aber bei Scheitern der Manipulation innerhalb einer Sekunde explodieren. Es sei möglich, dass der Ölpreis im Sommer auf 500,- $ steige. Oder es gebe eine kleine Explosion oder gar nichts. (Faktencheck: Öl stand im Februar bei ca. 35,- $ und steht nun bei ca. 50,- $. Keine Explosion, aber immerhin ein Anstieg).

Die Zinssätze müssten irgendwann ansteigen. Anleihen seien in einer Blase. Es werde wohl erst 2017 geschehen, dass die Zinssätze ansteigen. (Faktencheck: Soweit korrekt).

Die Immobilienblase müsse ebenfalls die nächsten Jahre platzen.

Aktien seien in den USA in einem Bärenmarkt. Der S&P und der DOW sollten im Sommer niedriger stehen, worauf es im Herbst einen Rebound gebe und dann den Fall nach unten. (Faktencheck: Der Dow stand im Februar bei ca. 15.500 Punkten und steht aktuell bei 18.280 Punkten. Der S&P 500 stand Mitte Februar bei ca. 1.880 Punkten und steht nun bei ca. 2.160 Punkten. Hier war die Vorhersage also nicht korrekt).

Der Dollar sollte 2016 ein Top erreichen und danach schwach sein. (Faktencheck: Der Dollar stand in Euro im Februat bei ca. 1,190 € und da steht er auch heute noch, nachdem er zwischenzeitlich auch mal höher und niedriger stand. Auch hier war die Vorhersage nicht korrekt).

Der kanadische Dollar würde nach unten gedrückt, müsste aber gegen den US Dollar 2016 um 10-15% ansteigen. (Faktencheck: Der kanadische Dollar stand Mitte Februar bei ca. 0,72 $ und aktuell bei knapp 0,76 $. Auch hier war die Vorhersage also nicht korrekt).

Zu empfehlende Währungen seien der Yuan, der Yen und der Rubel, wobei bei keinem von diesem starke Anstiege zu erwarten seien. (Da die Frage auf den US-Amerikanischen Dollar bezogen gewesen sein dürfte, wird hier der Dollar als Referenzwert herangezogen.

Faktencheck: Der Yuan stand im Februar bei ca. 0,153 $. Aktuell steht er bei 0,149 $.

Der Yen stand im Februar bei 0,00883 $ und aktuell bei 0,00965 $.

Der Rubel schließlich stand im Februar bei 0,01332 $ und aktuell bei 0,01604 $.

Die Vorhersage zum Yuan war also falsch, insofern, dass dieser gegen den Dollar gefallen ist. Der Yen hat sich stärker gegen den Dollar entwickelt und der Rubel ebenfalls. D.h. hier waren die Vorhersagen insofern korrekt, als dass beide Anstiege von ca. 12% bis jetzt verzeichneten, was man als nicht stark bezeichnen könnte).

Am Schluss des Interviews äußerte sich Herr Zimmel noch zu den Wahlen in den USA – diese würden die Märkte nicht groß beeinflussen – alle Präsidenten seien Puppen und Wahlen könnten gefälscht werden. Soweit das Interview mit Herrn Zimmel.

Summa summarum: Von den neun Prognosen Herrn Zimmels trafen vier ein (keine Bail-Ins, Zinssätze, Entwicklung Gold und Silberpreise, Entwicklung Rubel und Yen) und vier nicht (Yuan Entwicklung, Kanadischer Dollar, US-Dollar, US-Aktienmärkte). Öl war weder richtig noch falsch, da Herr Zimmel hier geäußert hatte, es könne zu einer Preisexplosion kommen  – oder auch nicht. Da es nicht zur besagten Explosion kam, kann dies als neutral gewertet werden.

Fazit: Die Lektüre von Herrn Zimmels Angeboten ist jedem Menschen mit offenen Geist unbedingt zu empfehlen. In mühevoller Kleinarbeit stellt er dutzende und aberdutzende von Hinweisen und weiterführenden Informationen zusammen, was zu loben und überdies für den Leser wertvoll ist.

All dies entbindet den Leser aber nicht von der Pflicht des kritischen Lesens. Vieles von dem, was Herr Zimmel von sich gibt, halte ich für gut (ob nun zum Schlawiner Rubenstein, zur Frage der Endzeit, zur „Verträglichkeit“ von Wahrheit etc.), manches allerdings für fragwürdig (Edgar Cayce wiedergeboren in David Wilcock, Nostradamus neue Inkarnation im Amanita-Netzwerk, der IS erobert Südeuropa etc.). Teilweise erscheint es mir auch schräg – womit ich nun nicht die teilweise gewagten Prognosen allein meine – nein.

Es ist eher die Wahrnehmung, dass da jemand nicht allein aus Wahrheitsliebe heraus Informationen weitergibt. Oder dass die „Weltsicht“ etwas skurril ist-  das ist schwer in Worte zu fassen. Wenn ich zum Beispiel David Icke lese oder höre oder meinetwegen Clif High, so schwingt in der Aufnahme von deren Informationen (so grausig sie auch sein mögen) etwas „Gutes“ mit.

Diesen Eindruck habe ich bei Herrn Zimmel nicht; eher schwingt da eben etwas „Schräges“ mit. Freilich habe ich auch nicht den Eindruck, dass hier ein U-Boot am Werk ist-  bewahre! Ich halte Herrn Zimmels Ausführungen für sehr wichtig, da er echte Missstände deutlich und teilweise sogar witzig anzuprangern weiß. Nur wie gesagt:

Man sollte achtsam bei dem sein, was man von wem aufnimmt. Und wer Informationen weitergibt, sollte seine Haltung hier und da überprüfen. Es ist ein Unterschied, ob jemand die Wahrheit weitergeben will oder das, was er dafür hält. Die Grenzen sind freilich fließend. 🙂

Also auch hier: Kritisches Lesen. Ehrliches Empfinden. Und weitermachen.