Und wieder die Ukraine

Ende Januar kam es an der Demarkationslinie in der Ost-Ukraine zu Gefechten zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten. https://www.gmx.net/magazine/politik/ukraine-krise/ukraine-konflikt-russland-usa-verurteilen-aggressives-verhalten-32149284

Hierzulande war man sich schnell einig, dass die Initiative von den Aufständischen ausgegangen bzw. Moskau zu verurteilen sei. Die neue UN-Botschafterin von Präsident Trump gab denn auch altbekannte Töne von sich: Russlands Aggression sei zu verurteilen, die Zivilbevölkerung im Donbas leide und die Krim bleibe ukrainisch. Die Eskalation der Gewalt sei klar Russland anzulasten. Eine Sichtweise, die auch sonst im Westen übernommen wurde. https://www.youtube.com/watch?v=bDZwiz7VGmE

Die Frage, welches Interesse die sich in sicherer Stellung befindenden Separatisten haben sollten, von sich aus die ukrainischen Truppen anzugreifen, wurde nicht gestellt. Die Frage, inwieweit eine von einer Massenmigration der Bevölkerung, einer beispiellosen wirtschaftlichen Talfahrt und massiver Korruption geplagte Ukraine ein Interesse haben könnte, durch militärische Aktionen von der innenpolitischen Misere abzulenken, wurde auch nicht gestellt.

So bleibt dem neutralen Beobachter nur die Möglichkeit, sich russlandfreundlicher Quellen zu bedienen, um ein umfassendes Bild der Lage zu bekommen. Immerhin ist die Bezeichnung „Putinfreund“ dieser Tage nicht ganz so schlimm wie die des „Trumpunterstützers“.

http://thesaker.is/military-escalation-in-eastern-ukraine-in-last-days-of-january/

http://thesaker.is/the-ukronazis-used-a-ballistic-missile-to-strike-at-the-center-of-donetsk/

Es wird spannend sein, zu beobachten, was weiter im Donbas geschieht. Das Regime in Kiew ist angesichts der inneren Probleme fast schon auf den Konflikt angewiesen. Falls zudem eine Direktive bestünde, die Russen aus der Reserve zu locken, so könnte sie sich in weiteren Aktionen wie denen von Ende Januar niederschlagen.

Die wirklich wichtigen Themen wie das Errichten eines Willkürstaates in der Ukraine, der gegen Dissidenten wie den Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba, einen Journalisten, vorgeht (und diesen für 16 Monate einsperren ließ) oder die Tatsache, dass sich schwerbewaffnete Privatarmeen von Oligarchen dort gegenüberstehen oder dass die Organisierte Kriminalität dort floriert – all dies fällt in der hiesigen Berichterstattung unter den Tisch. http://www.counterpunch.org/2016/12/16/interview-with-ukrainian-journalist-jailed-for-speaking-out-against-the-war-in-ukraine/  Von der boomenden Prostitution in der Ukraine, der flächendeckenden Armut und Dingen wie Organhandel ganz zu schweigen.

Der imperialistische Drang, der dem russischen Präsidenten hierzulande gerne nachgesagt wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Phantom. Wenn man die Anzahl an Militärstützpunkten und Soldaten in der Welt zwischen den USA und Russland vergleicht, bliebe keine Frage, wer hier ein Imperium betreibt. Aber auch dies anzumerken, ist verpönt.

Zudem das russische Militär im Falle eines militärischen Konfliktes das ukrainische Militär in kürzester Zeit besiegen würde (wie es auch 2008 in Georgien geschah). Dass umgekehrt die Ukraine aus russischer Sicht keinesfalls der NATO angehören darf, da ansonsten in taktischer Hinsicht Russland jedem Einfall in sein Land schutzlos ausgeliefert wäre – auch dies ist hierzulande kein Thema.

Ob Präsident Trump dem Regime in Kiew seine Unterstützung versagen wird oder hier ein weiter ein Konfliktherd am Köcheln gehalten wird, bleibt abzuwarten. Ich fürchte aber, dass die Herren Putin und Trump sich nicht allzu gut verstehen dürften und dass die letzte Patrone in diesem traurigen Konflikt noch nicht verschossen wurde.

Motorola – Held oder Unhold?

Der Bürgerkrieg in der Ukraine ruht (weitgehend) seit dem Sommer letzten Jahres. Zwar beschießt die ukrainische Artillerie weiterhin sporadisch diverse Wohngebiete im Donbass, doch herrscht ansonsten Ruhe an der Front.

Diese Ruhe wird allerdings immer wieder durch Attentate bzw. Attentatsversuche auf wichtige Persönlichkeiten der Rebellen unterbrochen. Der Präsident der DNR, der Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, war bereits Ziel eines (fehlgeschlagenen) Attentats gewesen.

Ebenso einer der durch diverse Fernsehreportagen und Internetfilme bekannt gewordenen Batallionskommandeure der Rebellen, der den Kunstnamen „Givi“ trägt. Auch auf ihn wurden bereits zwei Attentate verübt, ohne dass er zu Schaden kam. Ein wirkliches Opfer forderte das jüngste Attentat vor einer Woche.

Ihm fiel der aus Russland stammende Batallionskommandeur „Motorola“, der im richtigen Leben Arsen Pavlov hieß, zum Opfer. Der Fahrstuhl des Hauses, in dem er wohnte, war mit einer Bombe präpariert worden. Sie explodierte, als Pavlov den Fahrstuhl betrat. Er war sofort tot.

Pavlov hatte sich als Freiwilliger den Streitkräften der Separatisten im April 2014 angeschlossen. Da er als russischer Marine-Infanterist ausgebildet worden war und zwei Einsätze in Tschetschenien aufzuweisen hatte, stieg er mit seiner Erfahrung schnell zum Kommandeur auf.

Mit seinem aus der Ukraine stammenden Kollegen Givi wurde er ein von Fernsehteams aus Russland gern interviewter Offizier. Ja, er und sein Kollege wurden fast so etwas wie Stars, da sie es verstanden, witzig und authentisch herüber zu kommen (man stelle sich das für Deutschland vor – geistreiche Offiziere…. und dann noch im Fernsehen? Undenkbar).

Hier ein paar Beispiele für Interviews, in denen beide Protagonisten sich im Krieg die Bälle zuspielen – für mich recht beeindruckend:

https://www.youtube.com/watch?v=iIxpqrWFAtQ

https://www.youtube.com/watch?v=8l4mvWzO1dE

https://www.youtube.com/watch?v=7tRuoMJm9-M

Beide Offiziere verstehen sich auf Wortspiele, kommen irgendwie ehrlich herüber – und waren zudem noch offenbar gute Soldaten, die ihre Truppen zu führen wussten und daher bei ihnen beliebt waren. Der Tod von Motorola ist daher auch der Tod einer Symbolfigur für den Widerstand gegen die Ukraine.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: In der Ukraine äußerte man Freude darüber, dass ein Kriegsverbrecher zu Tode gekommen war (man warf Motorola von Seiten der Ukraine vor, dass er gefangene ukrainische Soldaten erschossen habe, was dieser bestritten hatte).

Der Präsident der DNR schwor blutige Rache an denen, welche für diesen Mord verantwortlich seien. Die Schuldigen verortete er in der Ukraine. https://www.youtube.com/watch?v=jc2nbNWUGIM Ähnlich äußerte sich auch Batallionskommandeur Givi. https://www.youtube.com/watch?v=nlEEnZ7oyDA

Der für gewöhnlich sehr gut informierte Blog The Saker spekulierte, dass der Mord kaum vom ukrainischen Geheimdienst allein ausgeübt worden sein könne, da dieser durch notorische Unfähigkeit auffalle. http://thesaker.is/the-murder-of-motorola-questions-which-must-be-answered/

Allerdings machte er gravierende Sicherheitsmängel in Motorolas Umfeld aus und fragte sich (und seine Leser) wie es sein könne, dass ein so bekannter und gefährdeter Kommandeur wie Pavlov (auf den bereits zwei Attentate verübt worden waren) keine bessere Bewachung bekommen habe.

Wie könne es sein, dass jemand in sein Haus eindringen und dort eine Bombe plazieren konnte? Diese und andere Fragen führten den Saker zur Feststellung, dass die DNR-Führung offenbar unfähig sei, die Sicherheit ihrer Offiziere zu gewährleisten – und dass es für Russland an der Zeit sei, stärkere Verantwortung zu übernehmen.

Außerdem spekulierte der Saker, dass der Mord auch auf internen Streitigkeiten innerhalb der Rebellen beruhen könnte. Tatsächlich sind bereits andere hohe Offiziere der Aufständischen durch Attentate ums Leben gekommen, bei denen die Hintermänner innerhalb der Reihen der Rebellen vermutet werden.

Freilich gibt es auch andere Stimmen: Ein in den Reihen der Donbass-Streitkräfte kämpfender US-Amerikaner, der nicht weit von Motorola wohnt, vermutet aufgrund der schlechten Besicherung des Offiziers, dass es eben doch der ukrainische Geheimdienst gewesen war. http://www.fort-russ.com/2016/10/texas-who-killed-motorola-and-why-ill.html

Wie es wirklich gewesen ist im Falle Motorola wissen wir schlichtweg noch nicht. Vielleicht werden wir es nie erfahren. Ob es der ukrainische Geheimdienst war oder der israelische, ein Verrat vorlag oder jemand ganz anderes aktiv war, können wohl erst die Historiker eines Tages herausfinden.

Eine gute Darstellung des Mordes an Motorola und der Fragestellungen, die sich daraus ergeben, hat auch ein offenbar in Russland sehr bekannter Blogger vorgenommen – wer also mehr dazu wissen will, wird hier fündig. https://www.youtube.com/watch?v=l3ahWVKPQTE

Wer zudem weiteres über die durchaus interessante Person Arsen Pavlov erfahren will, wird hier fündig. https://slavyangrad.org/2016/10/17/knight-of-the-cheerful-countenance/ Motorola hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Schlusswort: Ich vermute, der Konflikt im Donbass wird eines Tages wieder heiß werden: Das Regime in Kiew braucht angesichts der horrenden wirtschaftlichen Daten (begleitet von einer Massenmigration der Ukrainer – es wird angenommen, dass zw. 5 und 8 Millionen Ukrainer in den letzten Jahren, d.h. auch schon bereits vor den Maidan-Ereignissen und dem Bürgerkrieg, das Land verlassen haben) einen äußeren Feind, auf den der Volkszorn umgelenkt werden kann.

Der äußere Betrachter mag die Ukraine auch als Spielball geopolitischer Interessen ansehen und aus der Reflektion über dortige Ereignisse neue Erkenntnisse zu Massenpropaganda, Manipulation und Mind Control gewinnen.

In jedem Falle sind es Menschen, die dort leiden, manipuliert und ins Unglück gestürzt werden. Noch können wir uns freuen, dass dies weit weg erscheint. „Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei – wenn hinten, weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen…“. (Goethe, Faust).

Das Kriegsgeschrei ist allerdings bereits näher an uns herangerückt. Eines Tages dürfte es auch bei uns ertönen.

Alter/neuer Brandherd Ukraine?

Die Ukraine ist längst aus dem Fokus der deutschen wie internationalen Presse verschwunden….. weder MH17 noch Putins unsichtbare Panzer noch all die vielen Interventionen seitens der Russen (allesamt nur behauptet und keine bewiesen) haben dazu geführt, dass die NATO in einen Konflikt mit Russland geriet. Gottseidank!

Während also die Medienmeute nach Syrien weitergezogen ist, sterben im Donbass weiterhin Menschen, schmiert die Wirtschaft weiter ab und verlassen mehr und mehr Ukrainer ihr Land. Dinge, die vor Ort berichtenswert wären, tauchen nicht mehr in den Nachrichten auf.

Da gab es zum Beispiel einen wochenlangen Protestmarsch zehntausender Ukrainer aus drei Teilen des Landes, der sich am Ende in Kiew vereinte. Ein stiller und eindrucksvoller Nachweis des Friedenswillens der Bevölkerung. Medienecho? Fehlanzeige. (Erinnert sich jemand an die Medienberichte über die Proteste in Kiew vor zwei Jahren? Tja – was nicht passt, wird nicht berichtet).

Oder: Da ereignet sich Anfang August ein Feuergefecht an der Grenze zwischen Krim (jetzt russisches Staatsgebiet) und Ukraine. Russische Grenztruppen nehmen verschiedene Ukrainer mit Kampfausrüstung fest. Diese räumen nach Vernehmung ein, von den ukrainischen Behörden auf die Krim geschickt worden zu sein, um dort Terroranschläge zu verüben. http://thesaker.is/the-ukrainian-defense-ministrys-main-intelligence-directorate-terror-plot-foiled-in-crimea-august-2016-sitrep-by-scott/

Nun sollte man bei Berichten dieser Art IMMER misstrauisch sein – auch auf russischer Seite gibt es das Interesse, Dinge so darzustellen, dass sie den eigenen Zielen dienen. Aber eines sollte man tun: Darüber berichten! Leider hat sich die Lückenpresse hier wieder ihres Namens verdient gemacht.

Kleiner Exkurs: Auch wenn der Name Lückenpresse wegen der vielen Lücken, die die Presse heute aufweist, angebracht ist, wären Alternativen vielleicht noch besser. Tückenpresse, da tückisch? Oder Mückenpresse wegen der abnehmenden Bedeutung? Dies bleibt für ein anderes Mal zu überlegen.

Nun wäre es von ukrainischer Seite aus vollkommen logisch, zu versuchen, auf der Krim Chaos zu erzeugen und es dann den Russen in die Schuhe zu schieben: Die ukrainische Wirtschaft implodiert. Die Menschen sind mehr und mehr mit der herrschenden Situation unzufrieden.

Oligarchen haben das Land unter sich aufgeteilt, die Bevölkerung ist kriegsmüde und den Herrschenden schwimmen die Felle davon. Noch funktioniert aber der in 25 Jahren Umerziehung eingepflanzte Impuls, Russland als den Feind anzusehen. Und noch sitzt mit Petro Poroschenko ein Mann von Washingtons Gnaden auf dem Präsidentensessel in Kiew. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/17/wikileaks-poroschenko-ist-seit-jahren-informant-fuer-die-usa/

Ein furchtbarer Terroranschlag, eine schmutzige Atombombe oder irgendetwas, was hunderte oder gar tausende Menschenleben kostet (und den Russen eben in die Schuhe geschoben werden kann) wäre da die optimale Lösung. Wer nicht glaubt, dass die Herrschenden dazu in der Lage wären, möge sich den Fall MH 17 vor Augen führen.

Alles, was wir heute wissen, deutet darauf hin, dass dieses Flugzeug bewusst von der Ukraine abgeschossen worden war, um die Russen an den Pranger zu stellen (und zumindest medial hat man das ausgiebig bei uns getan. „Stoppt Putin!“ war da noch milde).

Frau Durer hat bei einer ihrer „Reisen“ (d.h. bei ihrer hellsichtigen Tätigkeit) auch einmal eine schreckliche Situation in der Ukraine in der Zukunft wahrgenommen und vermutete, dass es sich dabei um den Einsatz einer schmutzigen Atombombe im Süden der Ukraine handelte.

Hoffen wir, dass es nicht so kommt. Ich wäre aber nicht überrascht, wenn die nächsten Wochen etwas Schlimmes in der Ukraine passiert, was dann als Begründung herangezogen wird, die Kooperation in Syrien zwischen Russland und den USA zu beenden oder russischen Staatsbürgern künftig die Einreise in die EU zu verweigern etc. Auch möglich, dass der eingeschlafene Konflikt in Form von Gefechten wieder aufflammt.

Wir werden sehen. Der Konflikt zwischen Westen und Russland muss am Köcheln gehalten werden. Frau Clinton dürfte uns diesbezüglich künftig einige Überraschungen bereiten.

Wann kommt der Krieg?

Ein paar interessante Interviews findet man bei KenFM (bei dem es sich um einen zum – man ahnt es schon – Nazi mutierten Ex-Radiomoderator handelt – macht aber selten gute Interviews für einen Nazi): So z. B. eines zum Brexit und den militärischen Konsequenzen für Europa (wo Willy Wimmer, der Interviewpartner feststellt, dass die Gefahr eines Krieges gewachsen ist, da die Briten außerhalb der EU nun das tun dürften, was sie immer taten: Eine kontinentale Macht- und militärische Einmischungspolitik betreiben. https://www.youtube.com/watch?v=pa_RWfK3mMo

Ich stimme Herrn Wimmer nicht in allem zu, doch anhörenswert ist sein Beitrag schon. Ebenso wie das sehr interessante Interview mit Dirk Pohlmann, wo dieser sich zunehmend wütend über die Lügenpresse (oder im vorliegenden Falle besser das Schweigende-Presse-Kartell) ereifert. https://www.youtube.com/watch?v=ft67RuEZI58

Dies tat er angesichts der jüngsten U-Boot-Affäre vor Schweden. Deutsche Zeitungen hatten wie andere auch 2015 groß darüber berichtet, dass russische U-Boote im schwedischen Hoheitsgebiet gesichtet worden seien. Dass der schwedische Verteidigungsminister vor ein paar Tagen verkündete, es habe sich nicht um russische, sondern um ein deutsches und ein schwedisches U-Boot gehandelt, war KEINER einzigen deutschen Zeitung eine Zeile wert! Keiner!

Die Manipulationen der schwedischen Öffentlichkeit, um diese angesichts einer angeblichen Bedrohung seitens Russland in die Arme der NATO zu treiben, sind also nicht berichtenswert…. Arm das Land, das solch eine Presse hat (um mal Brecht etwas verfälscht zu zitieren).

Russland ist auch bei uns seit Jahren der große Buhmann. Putin ist böse, wie Hitler, nicht vertrauenswürdig. Die Russen rüsten auf, sind korrupt, machtgierig, wollen ihr Imperium zurück, haben die Krim annektiert, sind in der Ukraine einmarschiert, betreiben hier eine Fünfte Kolonne und Horden an Putin – Trollen etc.

Wer auch nur ein Minimum an Recherche darin investiert, WELCHE Nation in den letzten 20 oder 30 Jahren die meisten Kriege führte, WER die höchsten Militärausgaben der Welt, WER die meisten Militärbasen auf der Welt sein Eigen nennt (und WO vor allem), der kommt zu etwas anderen Erkenntnissen.

Die Ausbreitung der NATO, das Stationieren von NATO-Truppen im Baltikum, der Raketenabwehrschirm in Polen (ist nur gegen den Iran gerichtet! – Ach was? Dann sollten wir auch einen in der Türkei aufstellen – gegen China! Oder Nordkorea! Warum hat daran noch niemand gedacht!!?).

NATO-Manöver im Baltikum, der Abschuss eines russischen Jets durch die Türkei, der Stellvertreterkrieg in Syrien sowieso, das beständige Säbelrasseln, wie es Außenminister Steinmeier letztens nannte – die reale Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung steigt immer weiter an, wird aber hier nur nebenbei zur Kenntnis genommen – oder schlicht ignoriert.

Derweil handeln die Russen und verstärken ihre Truppen im Westen des Landes tatsächlich (man frage sich mal, was die Amerikaner tun würden, wenn Mexiko sich entscheiden sollte, russische Soldaten an der US-amerikanischen Grenze zu stationieren….. die Farbenrevolution in Mexico City wäre schnell und blutig).

Kurz gesagt: Was Verschwörungstheoretiker wie David Icke schon vor 20 Jahren sagten, dass man auf einen Krieg mit Russland zusteuert, scheint sich zu bewahrheiten. Es bleibt nur die Frage, wann er tatsächlich kommt. Wenn man sich die russischen Grenzen im Verlauf der Geschichte anschaut, sieht dies sehr interessant aus: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=310600

Russlands Grenzen gehen wie Wellen nach Westen und dann wieder nach Osten….. im Moment befinden sie sich noch im Osten – und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Jahren wieder nach Westen verschoben werden. Oder man dies zumindest versucht.

Es ist ja nicht so, dass die Russen Unschuldslämmer sind. Sie werden eine Schwäche bei uns zu nutzen wissen. Wenngleich die Provokationen, die Schuldzuweisungen , aggressive Rhetorik und False Flag Aktionen (s. MH 17) meiner Meinung nach von uns ausgehen. Und ich schätze, dass die russische Seite irgendwann darauf reagieren wird.

Doch dürfte dies, wie die Schauungen lang und breit darlegen, erst eintreten, wenn bei uns im Westen das Chaos herrscht (durch Wirtschaftskrise und innere Unruhen). Ist ein Vakuum da, muss es gefüllt werden. Im Moment allerdings gehen die Vorbereitungen zu einem Krieg auf beiden Seiten unvermindert weiter (wobei der Impuls vom Westen ausging!).

Wann er kommt, ist die große Frage….. ich weiß es leider auch nicht, doch würde ich für irgendwann zwischen 2020 und 2030 davon ausgehen, dass es bei uns kippt. Und anschließend der Krieg kommt. Ein großer Krieg und nicht nur ein Geplänkel. Ich hoffe, dass ich unrecht habe, aber alles in der Entwicklung deutet nach meinem Verständnis darauf hin, dass man den Krieg will.

So wie man auch in Vergangenheit den Krieg wollte und so wie auch in der Vergangenheit die wirklich Verantwortlichen immer im Schatten blieben. Ob es diesmal anders sein wird? Dubito. Dubito, ergo sum.

Die Ukraine zerstört sich selbst

Die Ukraine ist eines dieser traurigen Beispiele eines Landes, in dem korrupte Potentaten und eine ängstliche oder willfährige Bevölkerung bei gleichzeitiger Ablenkung durch äußere Umstände dafür sorgen, dass das Land immer tiefer in den Abgrund sinkt.

Argentinien ist ein anderes Beispiel. Wieder ein anderes Griechenland (wobei natürlich auch immer äußere Kräfte mitwirken – in Argentinien waren es Hedge Fonds, in Griechenland die Vorgaben der EU und in der Ukraine spielen Russen und Amerikaner ein übles Spiel, wobei der schwarze Peter beim Westen liegt).

Denn es war der Westen, der den Maidan fleißig gefördert hatte, der die Ukrainer darin unterstützte, sich von den bösen Russen zu lösen. Das Ergebnis: Ein ruiniertes Land im freien Fall. Und möglicherweise noch zu wenig Einsicht zu den wahren Verantwortlichen:

Ich habe in den letzten Jahren einige Ukrainer (hier in Frankfurt) gesprochen. Alle sahen die Schuld allein oder vornehmlich bei Russland. Keiner wollte eingestehen, dass sich die Ukrainer gerne von den Versprechungen auf den goldenen Westen täuschen ließen. Dass sie einfach nur ein Bauernopfer in einem großen Spiel waren und sind.

Ein Bauernopfer, das längst aus dem Fokus verschwunden ist. Maidan? Odessa? MH 17? Der Krieg im Donbass? Alles längst aus den Blättern verschwunden. Dass die Wirtschaft beispiellos implodiert ist, sind bei uns nur Randnotizen. Die absolut wahnsinnigen, ja selbstmörderischen Aktionen der Regierung Poroschenko findet man bei uns meist nur im Internet.

Der Handel mit dem größten Handelspartner (Russland) ausgesetzt. Der Luftraum für russische Flugzeuge – gesperrt (und was haben die Russen darauf getan? Genau dasselbe). Internierungslager für Oppositionelle, die Einschränkung des Gebrauchs der russischen Sprache, die Kürzung von Renten und Wohngeldern, das vollkommen rechtswidrige Nicht-Bezahlen eines russischen Kredites, das ständige Säbelrasseln gegenüber dem militärisch überlegenen Gegner (die Krim ist unser – auch bei klarer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für Russland), den Donbass holen wir zurück (auch wenn die Donbass-Einwohner das kaum begrüßen dürften).

Die Griwna (die Landeswährung) im freien Fall, das Bruttosozialprodukt mit massivem Rückgang. Millionen haben das Land bereits verlassen (Schätzungen reichen von 3 – 5 Millionen), weitere Millionen stehen auf Abruf bereit. Hunderttausende ukrainischer Frauen bieten sich dem des Singles-Dasein müden Westler als Partner an. Usw. usf.

Kurz gesagt: Ein Desaster. Das auch durch skurrile Meldungen wie die jüngsten Verlautbarungen aus Kiew, dass der Generalstaatsanwalt der Ukraine künftig kein Jura studiert haben muss (so kann man Kumpels in Positionen hieven), nicht lustiger wird. https://de.sott.net/article/23947-Pfiffig-Poroschenko-erlasst-Gesetz-In-der-Ukraine-kann-man-auch-ohne-Jura-Studium-Generalstaatsanwalt-werden

Der Saker hatte jüngst mal wieder eine seiner präzisen Analysen veröffentlicht. http://thesaker.is/the-ukraine-between-fascism-ochlocracy-and-breakup/

Darin geht er davon aus, dass die ukrainische Armee eine neue Sommeroffensive versuchen könnte (die wie alle bisherigen scheitern dürfte – aber vielleicht wird man wie schon bei MH 17, wo sich die Anzeichen verdichten, dass es die Ukrainer selbst waren, ein schmutziges As aus dem Ärmel zaubern).

Ein Giftgasanschlag wie der, den man Assad in Syrien in die Schuhe schieben wollte? Noch ein Passagierflugzeug vom Himmel holen? Oder etwas vollkommen grausiges – eine schmutzige Atombombe? Es ist skrupellosen Menschen, die ohne Zögern Passagierflugzeuge für ihre politischen Ziele vom Himmel holen, zu zutrauen, dass sie auch zu äußerst blutigen Mitteln greifen.

Außerdem geht der Saker von einem möglichen Auseinanderbrechen der Ukraine aus. Auch das ist denkbar und wäre ein interessanter Vorbote auf künftige Zeiten in West-Europa: Die Zentralmacht existiert noch, wird aber immer schwächer. Regionen betreiben zunehmend ihre eigene Politik. Chaos bricht aus, in dem Kriegsherren und Mafiosi sich die Beute teilen.

Ergebnis: Breite Verarmung und eine weitere massive Fluchtwelle gen Westen. Mit der ich für dieses oder nächstes Jahr rechnen würde. Ukrainer statt Syrer also….. arme Menschen. Schachfiguren hier wie da.

Die eine Verantwortlichkeit bleibt aber bei den Ukrainern: Als ehemals reichste Sowjet-Republik ist es in 25 Jahren Unabhängigkeit gelungen, das Land zu ruinieren. Man schaue sich die Entwicklung des Handelsbilanzdefizits seit 2006 an – entsetzlich. http://www.tradingeconomics.com/ukraine/government-budget-value

Man schaue hier ab Seite 22 auf die Wirtschaftsdaten zur Inflation, zur Industrieproduktion, zu den Währungsreserven etc. Es ist grausig. http://www.laender-analysen.de/ukraine/pdf/UkraineAnalysen168.pdf

Immerhin: Was die Staatsverschuldung angeht, befindet sich die Ukraine in guter Gesellschaft: Die Staatsverschuldung entspricht nämlich in der Höhe ziemlich genau der deutschen Staatsverschuldung. (Wobei beide Zahlen insofern Muster ohne Wert sind, da dort nicht die Pensionsversprechungen auf die Zukunft, für die es keine Rücklagen gibt, enthalten sind).

Kurz gesagt: In der Ukraine können wir verfolgen, was eine selbstmörderische Politik bedeutet und wie ein Land bewusst vor die Wand gefahren wird. In Zeitlupe freilich, aber nichtsdestotrotz. Solange man aber einen Sündenbock vorzeigen kann, ist nicht anzunehmen, dass sich an der schlimmen Entwicklung etwas ändert.

Und auch wir haben keinen Grund zum Jubeln: Die Ukraine ist uns vielleicht drei Schritte voraus. Auch wir betreiben eine suizidäre Politik. Ebenfalls im Schneckentempo, doch die Schleimspuren werden an manchen Stellen deutlicher. Und das Ächzen im Mauerwerk ebenfalls.

Harmloses Herantanzen dürfte bald zu den geringeren Übeln zählen. Massenhafte Verarmung mit entsprechenden Verteilungskämpfen und Verzweiflungsszenarien wird unangenehmer sein. Was bleibt? Aufwachen! Und auch den Ukrainern wünsche ich das sehr.

Menschen guten Willens dürfte es hier wie dort geben.

Stoppt Poroschenko!

Im Sommer 2014 war’s, im Himmel über der Ukraine….. da stürzte ein malaysisches Flugzeug, aus Holland kommend, über dem Kriegsgebiet im Donbass ab…. Es gab keine Überlebenden und 298 Personen, darunter 80 Kinder, starben…. https://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia-Airlines-Flug_17

Es ertönte sehr schnell ein einhelliges Mediengeheul im Westen: Die Aufständischen waren es! Die Rebellen mussten es gewesen sein! Diese Untiere! Ein Akt gegen die Menschlichkeit! Man muss etwas tun! Der Spiegel schoß mit dem unsäglichen STOPPT PUTIN – Cover den Vogel dieser Kampagne ab.

In Folge wurden Sanktionen gegen Russland verhängt, kritische Stimmen, welche sagten, man solle doch die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, wurden niedergebrüllt, oder, wenn sie sich wie in diesem schönen Beispiel erhoben, als aggressiv und wenig zielführend abgestempelt. https://www.youtube.com/watch?v=zk_Dsf_5tm4

Besagter kurzer Beitrag, in dem der CNN Korrespondent Marc Cuomo den RT Reporter Peter Lavelle zum Absturz interviewt und beide in ein Streitgespräch geraten, ist ein wunderbares Beispiel für die Art, wie Propaganda funktioniert:

Auf die guten Fragen von Peter Lavelle, der wiederholt insistiert, man möge doch Beweise in Form von Satellitenbildern oder den Funksprüchen zwischen Tower Kiew und der Maschine vorlegen, entgegnet Cuomo mit Ablenkungen wie zum Beispiel der, dass der Premierminister der selbsternannten Donbass-Republik, in der der Absturz vorkam, auf die Frage von Cuomo, was er dazu sage, dass Russland ihn unterstütze, nichts gesagt habe.

Als Lavelle weiter insistiert und nach Beweisen (oder intelligenten Fragen an ihn) verlangt, wirft Cuomo ihm vor, dass er „davon besessen sei, die Schuld von Russland abzuwälzen“. Ein Musterbeispiel, wie traurigerweise heute Journalismus geschieht: Schuldzuweisungen bzw. Anschuldigungen statt Aufklärung.

Die Funksprüche vom Tower Kiew wurden übrigens bis heute nicht veröffentlicht. Die Mitglieder der Untersuchungskommission aus der Ukraine, aus den USA und den Niederlanden verpflichteten sich gegenseitig, niemals etwas zum Absturz ohne Absprache mit den anderen zu veröffentlichen.

Nach fast zwei Jahren ist der Fall immer noch ungelöst. Die Sanktionen gegen Russland bestehen weiterhin. Doch siehe da: Im Mai 2016 wird eine BBC Dokumentation erscheinen, in der auch die These vorgetragen wird, dass MH 17 von ukrainischen Kampfjets abgeschossen worden sein könnte.

Was von Anfang an der Vorwurf Russlands gegen die Ukraine gewesen war. http://www.stern.de/politik/ausland/mh17–bbc-doku-untersucht-mehrere-theorien-6812778.html

Wer weiß? Eines Tages mag auch hier noch die Wahrheit ans Licht kommen. So wie auch beim Vorfall vom Golf von Tongkin, bei der Brutkastenlüge, bei den Massenvernichtungswaffen Saddams, beim Giftgasanschlag Assads etc. pp.

Ich hoffe es. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Ein Stoppt Poroschenko oder Stoppt Obama oder Merkel werden wir gleichwohl nie hören oder lesen.

Ukraine oder ein weiteres Bauernopfer im großen Spiel

Die Ukraine ist fast gänzlich aus dem Fokus der Medien verschwunden – zu Unrecht, möchte man sagen, denn was dort passiert, ist beides: Warnung vor den Auswirkungen politischer Naivität wie Ankündigung künftiger Vorkommnisse bei uns. Wer will, kann auch eine Art göttliche Ironie darin sehen – aber nur, wer meint, dass die Götter oder Gott menschliche Verhaltensweisen wie zum Beispiel Rachsucht hegen.

Doch zum Thema: Die Ukraine hat sich, oder besser, ihre Führung hat sich seit Anfang 2014 dazu entschlossen, sich näher dem Westen anzuschließen (eine brillante strategische Entscheidung –man stelle sich vor, Mexiko würde sich Russland oder China näher anschließen und diesen Ländern Truppenstützpunkte gewähren wollen – die Antwort der USA würde nicht lange auf sich warten lassen).

Die Frage, wie sehr und in welchem Umfang Moskau hinter den Aktionen der Aufständischen im Donbass steht, kann hier nicht geklärt werden. Sie könnte sowieso nur umfassend geklärt werden, wenn man gleichzeitig vorurteilslos offenlegen würde, auf welche Art und Weise Washington als Strippenzieher in Kiew agiert, wie viele amerikanische Militärberater dort hocken und welche Unterstützung die NATO im Detail der Ukraine zukommen lässt (auch Söldner von Blackwater und Co sind eine Unterstützung).

Eine solche Darstellung wird es aber im Westen nie geben. Daher muss man sich an unabhängige Stimmen wie u.a. die von Mark Batalamai halten, der mehrere Monate als Korrespondent im Donbass verbracht hat und am besten dessen Berichte mit den westlichen vergleichen. Dann dürfte man der Wahrheit näher kommen. Der Film „Ukrainian Agony“ von Batalamai ist jedenfalls sehenswert. https://www.youtube.com/watch?v=sy759dlJWYE

Es sind teilweise auch ganz kleine Szenen, aus denen die Verlogenheit und Einseitigkeit unserer Berichterstattung offensichtlich wird: Bei h 1.23.00 sieht man ein totes ukrainisches Kind, den vierjährigen Sascha, gestorben durch einen Granatsplitter im Rücken durch Beschuss der Stadt Donezk durch die ukrainische Armee – ein anrührendes Bild, das symbolisch für die Opfer der Zivilbevölkerung im Donbass stehen könnte – doch hat es ein solches Bild jemals in deutsche Medien geschafft? Natürlich nicht. Kinder von „Separatisten“ zählen nicht.

Während im Donbass weiter ein von Artilleriebeschuss gekennzeichneter „Friede“ herrscht, geht das Land dabei vor die Hunde. Kriege kosten Geld – und dieses Geld zu beschaffen, fällt schwerer, wenn gleichzeitig die Wirtschaft abschmiert, da man die weise Entscheidung traf, mit dem bisher größten Handelspartner und „Aggressor“ Russland nichts mehr zu tun haben zu wollen. Die Folgen für die ukrainische Wirtschaft sind desaströs:

Das ukrainische Bruttoinlandsprodukt dürfte 2015 um elf (!) Prozent gefallen sein. Der Durchschnittslohn hat sich seit 2013 um ca. 30% verringert und beträgt jetzt etwa 156,- € im Monat. Gleichzeitig sind die Lebensmittelpreise im Schnitt um 34% gestiegen. Die Zivilbevölkerung leidet und ein Zyniker würde den Ukrainern wohl raten, Asyl in Deutschland zu beantragen.

(Indes wer weiß: Sollte eines Tages größere politische Unstimmigkeit zw. Polen und Deutschland herrschen, könnten die Polen auch entscheiden, ihre Ostgrenze nicht mehr zu schützen – was sie im Moment noch in offensichtlicher Verkennung der politischen Weisheiten aus Berlin, „Grenzen kann man nicht mehr schützen“, tun – und eine Million Ukrainer in Richtung Berlin schicken.

Persönlich rechne ich damit, dass genau dies auch eines Tages kommt – sprich, dass wir auch noch einige hunderttausend Ukrainer oder mehr aufnehmen sollen). Doch zurück zum Thema:

Die Menschen in der Ukraine leiden also, die Korruption ist weiterhin endemisch und die Regierung genießt in Umfragen mittlerweile weniger Vertrauen als die Vorgängerregierung Janukowitsch zur Zeit ihres Umsturzes. Ein Umsturz ist allerdings momentan nicht zu erwarten. Die einzigen Institutionen, denen noch etwas mehr Vertrauen entgegen gebracht wird, sind die Kirche und die Freiwilligenbataillone wie Azov, welche sich aus Leuten rekrutieren, die man bei uns mangels Vergleichbarkeit wegen ihrer Ansichten wohl „Ultra-Nazis“ oder „Super-Nazis“ nennen müsste.

Kurz: Die Ukraine ist ein Musterbeispiel für einen Staat, der aufgrund vollkommen falscher strategischer Entscheidungen in einen Abwärtsstrudel gerät und seine Bürger dabei mitreißt. Das Ende ist noch lange nicht in Sicht und so dürfte der Abwärtsstrudel noch eine Weile anhalten – und aufmerksamen Beobachtern auch als Beispiel dafür dienen, wie man eine Bevölkerung manipuliert und ein Land ausbeutet. Wer den Katalog der Grausamkeiten im Detail lesen möchte, wird hier fündig: http://german-foreign-policy.com/de/fulltext/59274

Doch die Ukraine ist noch mehr als: Sie ist auch ein „schönes“ Beispiel über das Rechtsverständnis internationaler Institutionen. Der IWF hat bekanntermaßen der Ukraine Kredite gewährt (und dazu verlangt, dass weitere Kürzungen im Budget erfolgen müssen, wozu für 2016 offenbar noch Beratungen laufen, nach denen – tada – bei den Renten und der Gesundheit gekürzt werden soll).

Angeblich gibt es auch Stimmen, die fordern, manche Pensionen komplett zu streichen (ach, die weisen Politiker! Was täten wir ohne sie. Bleibt zu hoffen, dass genügend deutsche Politiker nach Kiew blicken, um sich für künftige Zeiten inspirieren zu lassen). http://thesaker.is/ukraine-sitrep-december-13th-2015-by-scott/

Aber die böse Ironie beiseite: Die Ukraine hatte offenbar vor Jahren gemäß der Statuten des IWF auch einen Kredit von Russland erhalten, den sie eigentlich hätten zurückzahlen müssen. Das Geld dafür ist aber leider nicht vorhanden. Nun hat der IWF in einer Meisterleistung von internationaler Gerechtigkeit verfügt, dass der russische Kredit nicht zurück gezahlt werden muss, wozu man die Statuten, nach denen er gültig gewesen war, geändert hat – nachträglich. http://www.counterpunch.org/2015/12/18/the-imf-changes-its-rules-to-isolate-china-and-russia/

Was das langfristig für Kreditrückzahlungen von anderen Ländern bedeutet, kann sich jeder selber ausmalen. Jedenfalls wird hier ein kreatives Wirken fortgesetzt, welches wir in der EU schon bei der No-Bail-Out-Rule oder bei der Schuldengrenze von 30% und nationalstaatlich beim Asylrecht und vielen anderen Dingen bewundern durften.

Nebenbei: Selbst wenn alles rechtens ist, heißt das nicht, dass es Recht ist, was man tut. Erinnert sich jemand an die vier hessischen Steuerfahnder, welchen per Gutachten bescheinigt worden war, sie seien „paranoid“ geworden, nachdem sie über Jahre die Betrügereien von Banken aufgedeckt hatten? Am Ende ging es auch um Schwarzgeld von Parteien.

Die Guten (bzw. Schlechten) waren damals zwangspensioniert worden (wobei der jüngste von Ihnen Mitte 30 gewesen war). Heute wurde Ihnen jüngst bescheinigt: War ja alles gar nicht so. Ihr seid rehabilitiert, Ihr Braven! Und etwas Schadensersatz gibt es auch. http://www.morgenpost.de/vermischtes/article206817657/Fuer-paranoid-erklaerte-Steuerfahnder-werden-rehabilitiert.html

Doch zurück zum Thema: Macht schafft Recht. Und Macht geht vor Recht. Immer.

Leider ist es nur den Mächtigen gegeben, Regeln aufzustellen um sie nach Belieben brechen und ändern zu können – wir normalen Sterblichen dürfen das nicht (ich könnte es ja mal bei meiner Steuerklärung versuchen: Ich lehne es ab, Einkommenssteuer zu entrichten, da ich…..hm….. schon genügend indirekte Steuern zahle! Und ehrenamtlich tätig bin – das ist es! Ich werde meinen Steuerberater auffordern, die Einkommenssteuer abzuschaffen und dafür eine Ehrensteuer einzurichten in Höhe von zehn Prozent meines Einkommens. Das zahle ich dann auch gerne. Falls meine Leser also nächstes Jahr irgendwann nichts mehr von mir hören, werde ich vielleicht gerade psychiatrisch therapiert. On verra).

Summa summarum: Wenn man aus dem Fall der Ukraine Lehren ziehen möchte, so vielleicht diese: Zum einen sind wie in Griechenland die Bürger insoweit in der Verantwortung, als dass sie sich von Gaunern, Betrügern und Schwindlern (in der politischen Arena) über das Ohr hauen lassen. So geschehen in Griechenland, so geschehen in der Ukraine.

(Wir haben aber keinen Grund deswegen auf sie herabzusehen, denn wir sind nicht besser. Auch wir glauben lieber die Lüge als die Wahrheit und werden genauso eingeseift und werden zu gegebener Zeit noch gerupft und verhackstückt werden. Das dauert noch ein paar Jahre, kommt aber auch zu uns).

Zum anderen ist die Ukraine ein Lehrbeispiel dafür, wie ein Land im geopolitischen Schachspiel benutzt (oder besser: Missbraucht!) wird. Denn in all der wohlklingenden Berichterstattung vom Maidan („Auf dem Maidan geht es um die Freiheit! Bürger stehen für die Freiheit auf! Etc.“) ging es NIE wirklich um die Freiheit!

Sondern nur darum, das Ganze so schön darzustellen, dass während der medialen Verzückung im Westen gleichzeitig das gewünschte geopolitische Ziel erreicht werden konnte, welches da lautete: Ukraine weg von Russland, NATO-Truppen an Russlands Grenze. Und irgendwann der große Krieg. Das erste hat geklappt, das zweite nicht – das dritte mag noch kommen.

Die Ukraine wird benutzt, verkauft, ausgeplündert und mit wohlfeilen Begriffen von Solidarität und Europa getröstet. Solange sich die Bürger in der Ukraine dadurch verarschen lassen, wird das Unheil bestehen bleiben und die radikalen Kräfte gestärkt werden (die dann alles nur noch schlimmer machen können). Es ist sehr traurig, denn die Menschen dort sind auch nur Leute, denen es nicht vergönnt ist, einfach ein gutes Leben leben zu können.

Und doch bleibt diese eine Verantwortung (und Hoffnung), dass eines Tages genügend Menschen dort sagen: Schluss! Schluss mit den Lügen und der Manipulation! Wir wollen unser eigenes Leben leben – in Freiheit und OHNE Einfluss von Außen!

Vielleicht sehen wir dies eines Tages. Das wäre schön.