Ach der Terror….

Was nur mit dem Terror machen?

Stört er doch so schöne Sachen

wie Konzerte, Feste, sich versammeln

(immerhin: Noch keinen Terror gab’s beim Rammeln!

Zerbombt wurd bis jetzt kein Bordell –

ändern kann sich’s freilich schnell….)

Doch zurück zur Terrorfrage – diese neue Landesplage

bleibt wohl für die nächsten Zeiten

und wird uns noch lang begleiten –

Was also tun? Kerzen anzünden?

Die Wut und den Hass psychologisch ergründen?

Eine Armlänge Abstand? Mit Teddybären schmeißen?

Die Bösen einfach des Landes verweisen?

Offene Grenzen am Ende noch schließen?

Ah –  nein – das tät uns selber das Leben vermiesen….

Lieber Kameras – an allen Orten!

Dem Hass entgegentreten mit klaren Worten!

Das Internet eindämmen – die Zivilrechte auch!

Und Wachleute überall sind ab heute der Brauch!

Volksfeste mit Pollern und Polizei!

Und natürlich – der Spass, der ist auch mit dabei!

Ansonsten ein bissl paranoid

(und klar – wir haben uns weiterhin lieb),

nach Koffern und Rucksäcken und Taschen wohl schauen!

Die irgendwo rumstehen – oh weh – welch ein Grauen!

Lasst die Kinder zuhaus! Einen Umzug erwägt!

Und bekämpft die rechte Brut – wo auch immer sie sich regt!

Vertraut dem Staat ganz allein, dass er alles richtig macht –

Und versichert Euch dessen jeden Abend um Acht.

Tagesschau – alles gut – wirf den Grill nochmal an…..

Und so freut und entspannt sich Mann und Frau, Frau und Mann….

Bis zum nächsten RUMMS….. und dann…..

Geht’s weiter.

Heiter.

Nach unten.

Massenwahn und Massenschicksal

Wie sagte Berthold Brecht einst so treffend? Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er nur genügend große Ausmaße angenommen hat.

Zwei Beispiele des heutigen Wahnsinns: Manche Zeitgenossen wundern sich, dass auf einmal amerikanische Kriegsschiffe vor Korea auftauchen und die Gefahr eines Atomkrieges dort steigt.

Die Medien erklären uns, dass alles nur am verrückten Diktator Kim läge. Manche überlegen, dass es auch am verrückten Präsidenten Trump liegen könne. Beide Seiten verkennen die Lage.

Wie erkennt man, was Sache ist? Man macht eine NEUTRALE Analyse der Situation! Die erste Frage hier wäre: Warum handelt Nordkorea so, wie es handelt? Einfach nur, weil da ein Irrer hockt?

Wer diesen Fragen nachginge, würde interessante Dinge zutage fördern. Zum Beispiel, dass sich die USA im letzten Koreakrieg von 1950 dort wie Schweine benahmen, alles in Grund und Boden bombten, die Landschaft verseuchten, kurz: Dort ein Trauma auslösten, so dass Nordkorea etwa wie die einstige Sowjetunion vom Thema Sicherheit besessen ist.

Oder dass die USA und Südkorea interessanterweise immer dann Manöver in Korea abhalten, wenn die Zeit der Ernte ist. Jedes Manöver kann der Kriegseröffnung dienen – daher muss Nordkorea all seine Truppen zusammenziehen, wenn die USA ihre Manöver starten – mit entsprechenden Folgen für die Ernte. DAS wäre eine echte Analyse – die allerdings in der Presse nie zu finden sein wird. Höchstens im Netz. http://www.moonofalabama.org/2017/04/from-war-on-korea-to-abu-graibh-how-us-bio-weapons-led-to-torture.html

In einer solchen Analyse würde auch die einfache Frage gestellt werden: Welches Interesse könnten die USA an einem Krieg haben? Nun – Kriege werden IMMER aus wirtschaftlichen Erwägungen geführt – immer! Die Alten wussten das, wir haben es vergessen.

Ein Blick auf die wirtschaftliche Situation der USA genügt, um zu erkennen: Hier hat jemand ein Problem! Und zwar ein gewaltiges. http://grandfather-economic-report.com/debt-nat.htm

In einer solchen Verschuldung kann ein Staat nur drei Dinge tun: Die Währung abwerten (zerstört die Ersparnisse der Bevölkerung – unpopulär). Die Währung ersetzen (zerstört die Ersparnisse der Bevölkerung – unpopulär). Oder einen Krieg führen. Sofern dieser nicht auf eigenem Grund und Boden geführt wird, kann dies durchaus anfangs populär sein.

Wer sich jetzt noch die Kriege ansieht, die die USA die letzten Jahre geführt haben und daraus seine Schlüsse zieht – Bingo!

Wir in Deutschland sind natürlich ebenfalls vom Wahnsinn umgeben. Bei uns wird man nicht müde, uns über die Segnungen der Zuwanderung aufzuklären. Flüchtlinge hier und Flüchtlinge da – und alles Hoffnungsträger.

Dass mit den Flüchtlingen ein rapider Anstieg der Kriminalität angeht – das wird negiert. Dass mit den Flüchtlingen die Anzahl der Terroristen im eigenen Lande stark ansteigt – das ist allenfalls nebenbei Thematik. Dass die Flüchtlinge in ihrer Mehrzahl für den deutschen Arbeitsmarkt nicht geeignet sind – das wird mittlerweile mal erwähnt. https://www.welt.de/wirtschaft/article164054213/Zahl-der-Hartz-IV-Empfaenger-aus-Nicht-EU-Staaten-steigt-stark.html

Wie sollten sie auch für den deutschen Arbeitsmarkt geeignet sein? Zu unterschiedlich sind Bildungs- und Ausbildungssysteme. Wer hätte je von syrischen, irakischen oder afghanischen Spitzenuniversitäten gehört? Von bahnbrechenden Erfindungen aus diesen Ländern? Es kommen die Armen dieser Welt zu uns – weswegen es bei uns zunehmend ärmer, brutaler und ängstlicher werden wird.

In Norwegen entdeckte eine Studie unlängst, dass die Migranten zunächst versuchen, am Arbeitsmarkt zu partizipieren, so dass deren Beschäftigungsquote ansteigt – um nach einigen Jahren wieder zu sinken! Logisch – in den sozialen Systemen lässt es sich besser aushalten als in Helferjobs, die schlecht bezahlt sind und zunehmend mehr verlangen. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2911451

Kurz: Der Massenwahn verhindert einfachste Schlussfolgerungen – weswegen der Weg vorgezeichnet ist. Nach unten. Die nächsten Jahre werden daher spannend werden. https://www.armstrongeconomics.com/armstrongeconomics101/economics/the-confidence-game-the-next-crisis/

Reisen bildet (damals und heute)

Letztlich las mit großem Vergnügen zwei empfehlenswerte Bücher. Das eine war die Reisebeschreibung eines zaristischen Beamten, Constantin Graf von der Pahlen, eines Baltendeutschen, der im Auftrag des Zaren die Gebiete von Turkestan in den Jahren 1908 bis 1909 bereiste, um dort Missstände der örtlichen Verwaltung aufzudecken.

Die Pahlens waren ein Geschlecht, welches schon lange in zaristischen Diensten gestanden hatte. https://de.wikipedia.org/wiki/Pahlen_(Adelsgeschlecht) Nebenbei: Ist es schon Rassismus, zu erwähnen, dass die baltendeutschen Adelsgeschlechter als russische Beamte so beliebt waren, da sie als unbestechlich, gewissenhaft, fleißig und zuverlässig galten? Wer weiß….. Doch zurück zum Thema:

Hinter dem Begriff „Turkestan“ verbergen sich die heutigen Staaten Kasachstan (bzw. Teile davon), Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Diese waren erst in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. vom Russischen Reich erobert und angegliedert worden – in gewisser Weise entsprachen sie den Kolonialreichen der Westeuropäer.

Russische Beamte wurden dorthin geschickt, um die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern und die Entwicklungen der modernen Welt dort zu integrieren. Dabei trafen sie auf eine Gesellschaftsform, die sich in Teilen fundamental von der russischen unterschied.

Hier setzen denn auch die Beschreibungen Constantin Graf von der Pahlens an, die er Jahre später verfasst hatte und die erst 1964 veröffentlicht wurden. (Die Lebensgeschichte von der Pahlens selbst, der 1918 vor der Russischen Revolution nach Deutschland floh, wäre auch eine Erzählung wert – aber dies eventuell ein anderes Mal).

In der Region Samarkand wendet sich von der Pahlen auch der dortigen islamischen Gesellschaft, der Erziehung und der Geschlechterfrage im Islam zu. Er notiert (Zitat):

„Welch ein geduldiges, jahrtausendelang an Knechtschaft gewohntes Volk, das nie einen eigenen Willen besessen hat, noch heute nichts von Selbstbestimmung weiss, und alles, was ihm mangelt, von der Gnade des jeweiligen Despoten erwartet.
Der Islam beruht auf der absoluten Verneinung der Individualität des Einzelnen. Ein Menschenleben gilt so gut wie nichts, ebenso wenig wie die menschliche Arbeit und Zeit. In solchen Staaten gibt es nur einen Willen, den des Despoten! Diese methodische Erziehung der Massen ist beim Islam erstaunlich wirksam geworden.
Die Söhne werden vom 2. Lebensjahr an unter Männern, meist nur vom Vater erzogen.
Den Mädchen wird vom frühesten Alter an Unterwürfigkeit unter den Mann beigebracht.
Nach der Lehre Mohammeds hat die Frau so wenig eine Seele wie die Tiere  und ihre Behandlung ist dementsprechend. Nach der Scharia darf der Mann oder Vormund die Frau schlagen, wann er will.
Sollte aber die Frau Hand gegen den Mann erheben, so galt für sie – vor dem Einmarsch der Zarenarmee – die Todesstrafe!“

Über das Zusammenleben von Eheleuten notierte er, dass Frauen und Männer auch im Haus streng voneinander abgeschieden wären und dass „in einem solchen Haushalt sich kein Zusammenleben in unserem Sinn entwickeln kann. Jahr für Jahr leben die Frauen in dieser Eintönigkeit, wobei sich alles um die Launen des Mannes dreht.

Wie mir meine Begleiterin bestätigte, stumpfen diese Frauen bald ab und verblühen schnell.“

Vom sechsten Lebensjahr an werden die Jungen in den Mechteben, den islamischen Schulen, erzogen. „In diesen Erziehungsanstalten werden in der ganzen mohammedanischen Welt der Geist und die Weltanschauung und die Ethik der Mohammedaner geformt……

Der junge Mohammedaner verlässt die Schule als ein selbstbewusstes Glied einer Gemeinschaft, in der weder Familientradition noch der Volksstamm, noch die geographische Grenze, noch alles sonst andere, was sonst für die Entwicklung junger Menschen von Bedeutung ist, irgendeinen Einfluss besitzt.

Es gelten nur die Begriffe, die der Heranwachsende unauslöschlich in seine Seele geprägt bekommen hat. So hat es einst der Prophet Mohammed angeordnet, so muss es bis in alle Ewigkeit bleiben……

Was den Jungen, Jüngling und Mann zu den übrigen Menschen zieht oder von ihnen abstößt, ist eng verbunden mit der Bindung an die Nachfolger des Propheten. Interessieren werden ihn nur Probleme, die sich auf seine Religion beziehen. Alles übrige in der Welt ist für ihn gleichgültig, er verachtet es….

…. Die gesamte europäische Zivilisation berührt ihn nicht. Sie ist sein Feind dort, wo sie seiner Weltanschauung nicht entspricht. Sie muss bekämpft werden. Er muss sich innerlich wie äußerlich von ihr fernhalten.“

Ein kurzer Zeitsprung hundert Jahre voraus. Was verkündete da unlängst ein Journalist, der 13 Moscheen in Deutschland zu den dortigen Freitagspredigten besucht hatte (übrigens – wie sinnig – auch ein Constantin)? http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/constantin-schreiber-in-deutschen-moscheen–vieles–was-er-hoerte–entsetzte-ihn-7391238.html (Zitat):

Ich war enttäuscht, teilweise entsetzt. Ich habe keine einzige Predigt gehört, die ich wenigstens okay fand. Fast alle waren sehr konservativ. Und wenig integrativ. Es ging fast immer um “wir und die”. Wir Muslime und die Anderen, die Deutschen, die Ungläubigen. Integration wurde eher als Bedrohung der reinen Lehre dargestellt…..

..Sie drücken an mehreren Stellen Ihres Buches Ihre große Sorge um die vielen Flüchtlinge aus, die Sie in den Moscheen angetroffen haben. Was genau sorgt Sie?

Viele von ihnen waren noch nie im Westen. Sie wissen wenig über Deutschland. Frauen mit kurzen Haaren zum Beispiel irritieren sie massiv. Sie wollten von mir wissen, ob die krank seien. Ich frage mich, wohin das führt, wenn man Menschen mit diesem Kenntnisstand in den Moscheen sagt, dass sie fest im Glauben sein müssen und sich nur mit rechtgläubigen Muslimen befreunden sollen. Ich sorge mich, dass solche Freitagspredigten schlichtweg antiintegrativ sind und Gräben vertiefen.

….Gab es irgendeine positive Überraschung?

Ich würde so gern ein positives Beispiel anführen, eine Predigt, die Weltoffenheit ausstrahlt, eine Brücke baut zum Leben in Deutschland. Ich habe sie bisher nicht gefunden. Aber ich suche weiter.

Zitat Ende. Doch zurück zum Thema: Über die Erziehung der Jungen notiert Pahlen auch das Folgende:

„Für das persönliche Leben des einzelnen sind in Formeln gehüllte Regeln zu lernen. So wird dem achtjährigen Jungen die sexuelle Frage ausführlich erklärt. Er wird über die Regeln des ehelichen Umganges, die möglichen Krankheiten, deren Verhütung und Heilung bis ins einzelne aufgeklärt, wie wir es in Europa nur in wissenschaftlichen Abhandlungen finden. Auch wird dem Jungen die Geringschätzung der Frau besonders eingeprägt.“

Soweit der Reisebericht von Constantin von der Pahlen. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass er auch auf positive Aspekte ausführlich eingeht: So sorge die strenge Erziehung dafür, dass im gesellschaftlichen Leben alles sehr gesittet und höflich zugehe.

Jedermann achte die Anstandsregeln, weswegen das Leben gleichförmig höflich dahinfließe. Auch sei die Gastfreundschaft ihm gegenüber groß gewesen. Doch immer sind Frauen aus dieser Gastfreundschaft ausgeschlossen (bei den Kasachen können ihm erstmals Frauen unverhüllt entgegen treten).

Und viele der von ihm geschilderten Beispiele sind nach heutiger Sicht erschreckend: Er schildert, wie ein Mädchen in seinem Beisein von Jungen geschlagen wird – das Mädchen wehrt sich nicht, da ihr dies als Mädchen verboten ist….. Muslimische Männer beschweren sich gegenüber russischen Beamten, dass ihnen auf einmal nach russischen Recht verboten sei, ihre Frauen mit Ketten zu schlagen.

Doch notiert er auch ehrlich, dass aus dem Einbruch der russischen Zivilisation in diese Gesellschaft Impulse entstanden sind, von denen man noch nicht sagen könne, was aus ihnen wird – ohne dass sie allerdings die Religion als solche berühren würden. Und auch mit der eigenen Seite spart Pahlen nicht an Kritik:

Er sieht und verurteilt die endemische Korruption (kann auch hier und da erfolgreich gegen sie vorgehen), den Dünkel der Beamten, ihre Gier, ihre Dummheit und Bildungslosigkeit etc. Ungerechte Maßnahmen gegenüber der alteingesessenen Bevölkerung rügt er:

So werden zum Beispiel russische und andere Bauern angesiedelt, die zum Teil auf Kosten der einheimischen Bevölkerung die besten Äcker bekommen. (Als die russische Revolution ausbricht, rächt sich das – ein Aufstand bricht los, ganze russische Dörfer werden dem Erdboden gleichgemacht, die Einwohner massakriert).

Manchmal gewahrt sein Bericht seltsam an heutige Zustände: Ihm wird der Fall eines deutschen Mennoniten vorgetragen, welcher, der Turksprache mächtig, die russischen Behörden vor den Plänen eines ortsansässigen hohen muslimischen Würdenträgers warnt, einen Dschihad gegen die Ungläubigen zu beginnen.

Da der Würdenträger in großem Ansehen bei den russischen Behörden steht, wird der Deutsche zu drei Jahren Haft verurteilt! Kurze Zeit später bricht der Dschihad aus….. und der Deutsche wird rehabilitiert. Merke: Warner gelten nirgendwo viel…..

Nun hat sich in diesem Teil der Welt seit damals viel getan (ich war selber einmal in Kasachstan und es hat mir dort gefallen). Die Verhältnisse von damals sind nicht die heutigen Verhältnisse. Aber sie haben ihre Spuren hinterlassen – so wie wir von tausend Jahren Christentum tief geprägt sind, so existieren in Menschen dieses Kulturkreises tiefe Prägungen….. derer man sich gewahr sein sollte.

Gehen wir 20 Jahre weiter: 1930 durchreist ein deutscher Autor namens Armin Wegner mit Flugzeug, Schlitten und Motorrad Persien (den heutigen Iran), den Irak, Palästina und Ägypten. Auch seine Reisebeschreibungen von damals sind sehr interessant und es wert, gelesen zu werden. Sein Buch trägt den schönen Titel „Am Kreuzweg der Welten“. https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_T._Wegner

Herr Wegner war übrigens nicht nur wegen dieser Reise, auf der ihn am Ende seine Frau begleitete, ein mutiger Mann: Er schrieb im April 1933 einen Brief an Adolf Hitler, in welchem er die beginnenden Verfolgungen der Juden kritisierte. Kurz darauf wurde er verhaftet und in der Haft gefoltert. Nach seiner Freilassung emigrierte er im Dezember 1933.

1930 beginnt er seine große Tour, die ihn per Flugzeug und Motorrad, wie gesagt teilweise von seiner Frau begleitet, durch den Kaukasus, den Iran, den Irak und Palästina bis nach Ägypten führt (die letzteren drei waren damals vom Britischen Weltreich besetzt und verwaltet).

Im Kaukasus trifft er auf himmelschreiende Armut (der real existierende Sozialismus Stalinscher Prägung baut riesige Kraftwerke, während die Bevölkerung darbt) und deutsche Freibauern. Diese empfangen ihn neugierig und voller Gastfreundschaft – die sich am nächsten Morgen legt, als ihm der Bauer offenbart, dass man ihn (den Bauern) wegen seines Besuchs auf die Geheimpolizei zitiert hat….. Wegner reist schnell ab (was wohl während der Stalinschen Säuberungen aus der Familie mit der blonden Tochter, die der Vater, als sie schläft, abends im Arm hält, geworden ist? In welchem Lager sind sie wohl geendet? Wir wissen es nicht).

Im Iran kommt Wegner in Lebensgefahr – er will den Basar in Teheran besuchen, doch tritt ihm gleich zum Eingang des Basars eine wütende Menge entgegen – es ist sein Fotoapparat, den die Menge als teuflischen, die Seele einfangenden Apparat ansieht.

Ein fortschrittlicher Perser kann ihn gerade noch davon abhalten, von der Menge gesteinigt zu werden. Im Nachgang erzählt Wegner die Geschichte eines amerikanischen Konsuls, der ein paar Jahr vorher den Fehler machte, den Basar fotografieren zu wollen und dafür von der Menge verprügelt und mit kochendem Wasser übergossen worden war.  Kurze Zeit später erlag er den Verletzungen.

Wie Pahlen fällt Wegner die strikte Geschlechtertrennung ins Auge. Männer sind überall anzutreffen, Frauen nicht. Die wenigen Frauen, die er sieht, sind vollverschleiert. Er wohnt einer Theateraufführung bei, bei der erstmals Männer und Frauen gemeinsam dem Stück zuschauen (allerdings getrennt – die Frauen sitzen hinter einem Vorhang).

Wegner notiert, dass beide, der Schleier und das Frauenhaus dem Zweck dienen, „das Weib als Erreger weltlicher und beunruhigender Gefühle unsichtbar zu machen…… Wie sich nun hinter dem Schleier keineswegs immer ein schönes Gesicht verbirgt, sondern wie dieses infolge von Überanstrengung in der Regel müde und früh gealterte Züge zeigt, so sieht auch das Leben der Frau, das sich hinter den hölzernen Gittern abspielt, keineswegs traumhaft aus.

Meist ist der Harem nichts als ein einfacher, fast kahler Raum, in dem von der Herrin des Hauses…. den ganzen Tag über streng gearbeitet wird…….. Was der Islam so aus den Frauen des Orients schuf, war im Grunde ein östliches Nonnentum.“ Wegner begrüßt denn auch die ersten zarten Bestrebungen, Frauen stärker am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.

Ein kurzer Sprung nach vorne: Die Sonnenallee in Berlin ist mittlerweile eine arabische Straße in Deutschland. Wer mag, kann in diesem Fotoreport der FAZ mal Männlein und Weiblein beim Flanieren auf dieser Straße zählen. Oder die unverschleierten Frauen (das geht am schnellsten). 🙂 http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sonnenallee-die-arabische-strasse-14382811.html

Doch zurück zum Thema: Wegner reist weiter in den Irak, in welchem er im Ersten Weltkrieg als Sanitäter diente – er sucht und findet die Gräber seiner gefallenen Kameraden von damals. Er spricht jüdische Händler, denen es bei Strafe verboten ist, Früchte arabischer Händler zu berühren (da die Berührung sie unrein macht) oder auf den Schatten eines Mohammedaners zu treten.

In Kerbela, der schiitischen Pilgerstadt, kann er heimlich von einem Versteck aus die Aschura Prozession verfolgen, bei der die schiitischen Gläubigen des gewaltsamen Todes ihres Imans Husseins vor 1300 Jahren gedenken. https://de.wikipedia.org/wiki/Aschura Auch hier würde ihn eine offene Betrachtung in Todesgefahr bringen, da er Ungläubiger ist und die Menge in eine Art Massenwahn verfällt.

Wegner notiert: „Dieses religiöse Schauspiel….. (wird) nirgends …… großartiger, fanatischer und grausamer auf der Bühne wiedergegeben als in Kerbela selber, dem Ort der Ermordung Husseins…….. Unter den Zuschauern erblickt man keinen einzigen Europäer. ……..“

Er sieht die Kettengeißler und Brust- und Schwertschläger – alle drei Gruppen schlagen sich selbst mit Gegenständen, bis das Blut fließt. Manche bringen sich tiefe Wunden bei. Im Theaterstück der Ermordung Husseins, welches laut Wegner nicht selten mit der realen Ermordung der Darsteller der Bösen, welche den Iman Hussein umbringen, endet, tritt auch ein ausländischer Botschafter auf.

„Der Botschafter wird stets als lächerliche Figur dargestellt, in einem langgeschwungenen, goldgestickten Frack, ein Kreuz in der Hand und mit einem unbeschreiblich dummen Gesichtsausdruck“. Ganz am Ende des Stücks geschieht folgendes: „Der europäische Gesandte warf sein Kreuz weg und fiel zu Boden, um sich zum Islam zu bekennen“.

Wegner reist weiter. In Palästina trifft er junge Juden, die voller Engagement im Kibbuz arbeiten. Araber bestaunen sein Motorrad. Im Sinai bittet ihn ein Araber, seine Frau gegen die seine zu tauschen, was Wegner ablehnt.

In Ägypten schließlich ist er zu Gast bei einem englisch sprechenden Araber. Dessen Frau darf sich ihm und seiner Frau im Hause auch nur verschleiert zeigen. In Abwesenheit Wegners und seines Gastgebers verschleiern die Ägypterin und deren Mutter aus Spaß Wegners Frau. Diese betrachtet sich voller Freude in einem Spiegel.

Wegner und sein Gastgeber werden, als sie zurück kommen, Zeuge dieses harmlosen Spaßes. Als Wegners Frau der Ägypterin anbietet, sie möge doch im Gegenzug einmal ihren Rock anprobieren, schreitet der Gastgeber ein und verbietet dies.

Kurz darauf ist die Reise zu Ende und Wegner fliegt nach Hause. Hier und da nachdenklich, aber auch dankbar für die Erlebnisse. Wegner ist der Überzeugung, dass der Fortschritt nach und nach zu einschneidenden Veränderungen in der islamischen Welt führen muss.

Und wir Heutigen? Was denken wir darüber? Denn denken können wir noch. Unsere Gedanken aussprechen – das ist etwas anderes. Eins- zwei- drei im Sauseschritt – saust die Zeit – wir sausen mit (Wilhelm Busch). Wohin? Das werden die nächsten Jahre zeigen.

So geht Lückenpresse!

Am Wochenende nahm ich nach längerer Abstinenz mal wieder eine FAZ (die Samstags-Ausgabe) in die Hand und vor die Augen. Ob dahinter ein kluger Kopf steckte, wurde mir bei der Lektüre nicht ganz klar – vielmehr ließ mich manches etwas verwirrt zurück.

Da wurde auf den ersten drei Seiten lang und breit der Kampfeinsatz der USA mittels 59 Raketen gegen einen von syrischen und russischen Truppen benutzten Flughafen beleuchtet – was auch durchaus verständlich ist, ist doch der direkte Schlag einer Atommacht gegen die Truppen einer anderen Atommacht nicht ganz unbedenklich zu nennen.

(Es regt sich allerdings anscheinend hierzulande auch niemand mehr über die Gefahr eines Atomkrieges auf. Abstumpfung? Lethargie? Der Frühling zu schön? Qui sait…..). Doch zurück zum Thema:

Auf den ersten drei Seiten wurden viele wichtige Informationen zum Syrienkonflikt geliefert, bei denen mir vor allem auffiel, was alles NICHT geliefert wurde. In einem Kommentar wurde zum Beispiel erwähnt, dass Assad dank der Russen weiterhin sein Volk massakrieren könne.

Da fragte ich mich doch, wie man dann das Verhalten der zahlreichen islamistischen Fraktionen dort nennen sollte, die Sexsklavinnen halten, Schwule von Dächern schmeißen, Minderheiten vertreiben (wenn sie sie nicht umbringen), Friedhöfe schänden etc. Der Kommentar schwieg dazu.

Dann wurden alle möglichen Informationen zur Truppenstärke der syrischen Einheiten und der sie unterstützenden Verbände aus dem Iran, aus dem Libanon und dem Irak gebracht. Informationen zu den zahlreichen islamistischen Fraktionen: Fehlanzeige.

Als gäbe es keine Informationen zum Islamischen Staat, zu Harakat-al-Sham, Nuriddin-Al-Sinki, Jabhat-Al-Nusra (die sich mittlerweile anders nennen). Was ist das für eine Berichterstattung, die solches einfach nicht erwähnt?

Dass die FAZ Untersuchungen, wer die Förderer all der Fraktionen sein könnten, wie der Teufel das Weihwasser scheut, kann man noch irgendwie politisch verstehen – aber wenn so einfache Dinge wie Angaben zur militärischen Stärke, zur Strategie, zu Todesopfern aufgrund islamistischer Gräuel etc. nicht gemacht werden – dann ist das ein trauriger Fall von Lückenpresse.

Die Lücke gleicht sogar an manchen Stellen einem schwarzen Loch, in welchem auch einfachste Gedankengänge, die jedem normalen denkenden Menschen kommen sollten, ins Nichts verschwinden.

Zum Beispiel folgender Gedankengang: Seit einigen Monaten verzeichnet die syrische Armee mit russischer Unterstützung große Erfolge. Man hat Aleppo befreit, Palmyra und Homs und diverse signifikante Geländegewinne erzielt. In diesem Moment, wo also die syrische Armee Oberwasser gewinnt, soll sich die syrische Führung zu einem Giftgasangriff entschließen, welcher die Gefahr eines US-Militäreinsatzes in sich birgt?

Die so simple wie aufklärende Frage, WEM denn ein Giftgaseinsatz und eine Verurteilung desselben am Meisten nützt-  sie wird nicht gestellt, vielleicht nicht einmal mehr gedacht…… so groß sind die Lücken mittlerweile selbst in dem, was mal als Qualitätspresse galt.

Doch immerhin: Ganz normale Zeitgenossen wie der US-amerikanische Comic-Zeichner Dilbert kommen für sich zu dem Schluss, dass hier manches nicht stimmen kann – sehr lesenswert, wie er darlegt, dass der vermeintliche Giftgasangriff wie für Präsident Trump inszeniert wirkte-  als habe da jemand genau die psychologische Struktur des Präsidenten vorab untersucht und dann den „Angriff“ und die Darstellung der Folgen darauf abgestimmt. http://blog.dilbert.com/post/159264981001/the-syrian-gas-attack-persuasion

Doch zurück zur Presse: Ginge man nun bewusst auf die Suche nach Lücken –  ach, man käme aus dem Finden gar nicht mehr heraus, fürchte ich. Lücken, wohin man nur blickt!

Beispiel Eins – eine Meldung über Warnungen chinesischer offizieller Stellen vor Gewalttaten in Deutschland in der FAZ. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/chinesen-in-deutschland-sollen-nachts-nicht-allein-raus-14869216.html Die  zwei Überfälle auf chinesische Studentinnen wurden erwähnt – aber NICHT, dass die beiden vergewaltigt worden waren. http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bochum-vergewaltiger-irakischer-fluechtling-31-wuergte-chinesische-studentinnen-mit-einem-werkzeug-und-missbrauchte-sie-a1992820.html

Oder dies: Eine AfD Veranstaltung an der Uni Magdeburg wird durch Studenten verhindert – die Gewalt dabei (von Seiten der Antifa) bleibt medial unerwähnt. http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/studenten-verhindern-afd-veranstaltung-an-uni-magdeburg-100.html

Der Turbo-Blogger Danisch schreibt dagegen an – und hat bald eine Klage gegen sich am Hals. http://www.danisch.de/blog/2017/02/19/die-ard-als-krimineller-zensur-vollstrecker/ und

Oder dies: Russland habe Informationen gegen Trump in der Hand. Oh weh. https://www.buzzfeed.com/kenbensinger/these-reports-allege-trump-has-deep-ties-to-russia?utm_term=.vaKbmdY8N#.fbZpjJZEw Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald zerstört das. Genüßlich (im selben Beitrag). https://www.buzzfeed.com/kenbensinger/these-reports-allege-trump-has-deep-ties-to-russia?utm_term=.vaKbmdY8N#.fbZpjJZEw

Oder dies: In Hamburg wird festgestellt, dass Frauen kein Freiwild seien, wenn sie feiern gehen. Es komme vor, dass Frauen betatscht, geküsst, sexuell belästigt würden. Clubbetreiber stellen neue Sicherheitskonzepte vor. Es fehlt nur eines: Die Erwähnung der Klientel, die diese Schutzmaßnahmen erforderlich macht. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article161768104/Wie-Klubs-jetzt-gegen-Grabscher-vorgehen.html

Noch ein Fall von Lückenpresse: Wie viele Firmen Migranten beschäftigen (92% der Großkonzerne, bei Unternehmen gesamt 57%). Es fehlt allerdings die Angabe, wie viele Asylbewerber mittlerweile nach dem rapiden Anstieg der Asylbewerberzahlen 2015 eingestellt wurden. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Viele-Firmen-beschaeftigen-Migranten-article19729943.html

Es geht natürlich auch so: Projekt Veritas in den USA will Aufzeichnungen von internen Gesprächen bei der CNN veröffentlichen, wo man sich u.a. auf Kampagnen gegen Trump einigt. https://www.armstrongeconomics.com/world-news/press/project-veritas-to-release-leaked-film-of-fake-news-from-inside-cnn/ Und wie man darauf reagiert. „SO ein Unsinn aber auch…..“. https://www.armstrongeconomics.com/uncategorized/project-veritas-has-200-hours-of-cnn-audio-leaks/

Oder dies: Wie man in der Schweiz Diffamierung seitens der Lückenpresse betreibt – ein schönes Beispiel. https://propagandaschau.wordpress.com/2017/02/26/attacke-auf-daniele-ganser-auch-das-srf-beherrscht-die-miesen-tricks-der-propaganda/

Erinnert sich noch jemand an die Meldungen der Presse zu den „irren Äußerungen“ Herrn Trumps zu Schweden (dass es dort Terrorismus durch Zuwanderung gebe)? Das sei vollkommen übertrieben gewesen – und wer liest schon Blogs wie den von Frau Lengsfeld. http://vera-lengsfeld.de/2017/03/05/reisender-kommst-du-nach-schweden/ Und wenn ein paar Wochen später ein LKW in ein Kaufhaus rast und fünf Menschenleben fordert – schon vergessen, zu lange her……

Da tritt der Vater des „Todespiloten“ der Germanwings-Maschine Andreas Lubnitz an die Presse und liefert viele Daten, die die offizielle Darstellung stark anzweifeln lassen. Doch die Bewertung durch die Presse fällt streng aus. https://web.de/magazine/panorama/germanwings-absturz-airbus-a320/andreas-lubitz-vater-luftfahrtexperte-kritisieren-ergebnisse-ermittlungen-germanwings-unglueck-faktencheck-32236984 Wer sich das Video anschaut, kommt zu anderen Schlüssen: https://www.youtube.com/watch?v=RaJOTaPK0sc

Anne Will lädt zum Thema Bombardierung eines syrischen Flughafens durch Trump ein und die Presse lobt einhellig das hohe Niveau der Sendung. https://www.waz.de/kultur/fernsehen/so-gut-wie-anne-will-zum-syrien-konflikt-war-tv-talk-selten-id210212045.html Wer weiß, wie einseitige Darstellung geht (nämlich einseitig) wird auch hier zu anderen Schlussfolgerungen kommen.

Kurz: Es ist ein Trauerspiel, das die nächsten Jahre noch so weitergehen dürfte. Die meisten Journalisten dürften sich dem internen Druck der Redaktion beugen – wer Abweichendes zur Parteilinie schreibt, riskiert Arbeitsplatz und Karriere. Ein Christoph Hörstel bezieht Hartz4, Frau Hermann musste Insolvenz anmelden, ein Herr Ulfkotte blieb erfolgreich, starb allerdings bald an einem Herzinfarkt.

Nein, es werden weiterhin nur wenige sein, die die Lücken mit tatsächlicher Recherche, eigenem Denken und tatsächlicher Aufklärung zu füllen versuchen werden. Immerhin: Eines Tages bricht sich die Realität Bahn. Wendungen um 180° sind dann in sehr schneller Folge an manchen Stellen zu erwarten.

Bis dahin heißt es: Ruhig Blut. Und klar denken.

Wann schlägt Trump los?

Der neue US-Präsident befindet sich in keiner beneidenswerten Lage: Er regiert ein Imperium im Abendrot, überdehnt, an vielen Orten der Welt engagiert, ist mit großen Versprechen angetreten (Making America great again), sieht sich teilweise massivem Widerstand seitens der Medien, Stars, Teilen der Öffentlichkeit ausgesetzt – und dürfte mittlerweile auch realisiert haben, wie dramatisch die finanzielle Lage der USA ist. Auf allen Ebenen ist die Verschuldung immens. http://www.grandfather-economic-report.com/debt-summary-table.htm

Die Frage, inwieweit Herr Trump nur ein Vertreter ganz anderer Interessen ist, inwieweit er Marionette an unbekannten Fäden oder doch der „Deus ex Machina“ ist, der den Augiasstall Washington ausmisten will, soll hier nicht diskutiert werden. Bei ehrlicher Betrachtung muss man feststellen, dass dies niemand mit Gewissheit sagen kann. Daher bleiben nur die Aktionen (denn an ihren Taten sollt ihr sie erkennen).

Was also bleibt Herrn Trump zu tun?

Er kann die Steuern erhöhen (und damit seine Gefolgschaft gegen sich aufbringen).

Er kann versuchen, amerikanische Unternehmen zu stärken (aber die in 30 Jahren reduzierte industrielle Basis kann er in vier Jahren nicht wieder herstellen).

Er kann den Sozialstaat beschneiden (zumindest dies wird er wohl in Teilen – s. Obamacare – versuchen).

Trotzdem bleibt festzustellen, dass Herr Trump innenpolitisch nicht viel Manövrierraum hat. Zudem manche Signale in Richtung des ohnehin viel zu großen Finanzsektors eher beunruhigend sind (Entlastung des Finanzsektors durch Wegfall diverser Beschränkungen und die Besetzung von Spitzenämtern mit Goldman Sachs Vertretern etc.).

Was bleibt Herrn Trump noch, um Geld in die Kasse zu holen?

Er kann die Verbündeten stärker zur Kasse beten (und hat dies gegenüber Frau Merkel wohl schon getan).

Er kann nicht-amerikanische Unternehmen, die in den USA Produkte verkaufen, durch Strafzölle stärker belasten (erste Ansätze in dieser Richtung gibt es schon). http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/dumping-vorwuerfe-gegen-stahlkonzerne-warum-trump-salzgitter-und-co-attackiert/19597534.html

Meine simple Prognose: Die deutschen Autobauer werden sich noch SEHR umgucken…..

Und er kann das tun, was jedes Staatsoberhaupt mit einer großen Armee und schlechter Finanzlage tun würde: Krieg führen.

Erste Anzeichen der Regierung Trump in dieser Richtung sind durchaus beunruhigend.

NATO-Truppen werden im Baltikum stationiert (nur symbolisch! Heißt es schnell…. Und was soll das Symbol ausdrücken? Das man tatsächlich einen Einmarsch der Russen fürchtet?).

Ein Tauwetter zwischen Moskau und Washington ist nicht wirklich festzustellen.

In Syrien werden im Ostteil des Landes amerikanische Militärstützpunkte errichtet. Noch, um den Islamischen Staat zu bekämpfen, heißt es. Und wenn Raqqua genommen ist? Geht es dann wieder gegen Assad? Wozu dienen US-Marines und US-Stützpunkte in Syrien langfristig (die diversen Brüche des Völkerrechts, die mit dieser Stationierung einhergehen, mal ganz außen vor gelassen)? http://www.moonofalabama.org/2017/03/syria-trump-administration-to-continue-obama-policy.html

Man sollte hellhörig werden, wenn ein US-Präsident verkündet, das Militär stärken zu wollen (als ober der US-Militärapparat zu klein wäre).

Man sollte hellhörig werden, wenn Saudi-Arabien über die neue US-Administration jubiliert. https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-15/saudi-prince-sees-trump-as-true-friend-to-muslims-full-text

Saudi-Arabien, nicht gerade als Wahrer der Menschenrechte bekannt, führt seit einiger Zeit einen grausigen und kaum beachteten Krieg im Jemen (der nach unabhängigen Schätzungen mittlerweile bis zu 100.000 Menschenleben gekostet haben könnte). http://www.moonofalabama.org/2017/03/us-to-escalate-its-two-years-war-on-starving-yemen.html

Im Jemen bildet sich außerdem das Potenzial für eine enorme Hungerkatastrophe. Und ein Beispiel am Rande für die Lückenpresse: Ein Protestmarsch von immerhin einer Million Jemeniten in der Hauptstaat Saana gegen den Krieg – wie viele westliche Medien hätten wohl darüber berichtet? Nein, diesen Aufschrei der Not hat niemand im Westen gehört…. Weil er nicht gehört werden soll. https://www.youtube.com/watch?v=kXP-nZy2r7w

Diesen Krieg könnten die Saudis OHNE US-Unterstützung nicht führen. Wenn nun Saudi-Arabien mit den USA gemeinsam über die Bedrohung des Iran sinniert, dann hört der ein oder andere vielleicht die Nachtigallen trapsen…..

Kurz gesagt: In der Lage, in der sich Präsident Trump befindet, ist ein Militärschlag irgendwo in der Welt sehr wahrscheinlich. Vielleicht wird man die Nuklearanlagen im Iran als Bedrohung der Region identifizieren und dann bombardieren oder sonst einen Vorwand finden, um dort loszuschlagen.

Und auch dies sollte man vorurteilslos betrachten: Wo sind die Ermittlungen gegen die Clintons? Wo ist das Aufdecken von Pedo-Gate? Wo sind all die Enthüllungen, auf welche die Trump-Anhänger hofften und hoffen? Bis jetzt heißt es immer nur: Geduld! Sie kommen noch…. Wann?

Man wird sehen. Für mich spricht im Moment alles dafür, dass Herr Trump irgendwo einen großen Krieg vom Zaun brechen wird. Es wäre mir lieb, wenn ich mich irrte – die Zeit wird’s zeigen.

Die Macht der Drogen

In West Virginia (ah – wem ginge da nicht das Lied durch den Kopf – West Virginia – John Denver „Country Roads…. Take me home…..)” https://www.youtube.com/watch?v=1vrEljMfXYo

Im zweitärmsten Bundesstaat der USA – https://de.wikipedia.org/wiki/West_Virginia – liegt auch die Kleinstadt Oceana. https://en.wikipedia.org/wiki/Oceana,_West_Virginia

Dieses beschauliche Fleckchen Erde, von Kohle, Armut und Arbeitslosigkeit geprägt, wurde 2013 in einem Dokumentarfilm dargestellt. Dieser Film konzentrierte sich auf einen Aspekt, der in den letzten Jahren dort bestimmend geworden war: Drogen sowie die damit zusammenhängenden Aspekte Missbrauch und Kriminalität.

Ohne irgendwelche Schuldzuweisungen oder Verurteilungen kommen im Film verschiedene Personen, deren Leben alle in irgendeiner Weise durch die grassierende Sucht nach und des Verkaufs von opiathaltigen Schmerzmitteln (Oxycodon) gekennzeichnet ist, zu Wort.

Der krebskranke Junkie und seine fettleibige Frau kommen ebenso zu Wort wie die jungen Frauen, die sich für Drogen prostituierten.

Die Frauen, denen man aufgrund des Drogenmissbrauchs die Kinder weggenommen haben, dürfen sich ebenso wie die von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängige Mutter äußern.

Der Dealer, der nicht über den gewaltsamen Tod seiner Eltern hinwegkam, darf seine Sicht der enormen Gewinne durch Drogengeschäfte genauso wie der Sozialarbeiter, der am Elend vor Ort verzweifelt, schildern.

Der Obdachlose kann die Brücke zeigen, unter die ihn Drogen gebracht haben, und die Mutter eines Drogenabhängigen die Bilder ihres Sohnes von früher betrachten.

Ganz am Ende werden alle einzeln gefilmt, wie sie still und voller Hoffnung oder voller Resignation in die Kamera blicken…..

Kurz gesagt: Ein schöner, sehr trauriger aber auch mutmachender Film, der das Ansehen sehr lohnt – daher möchte ich ihn hier empfehlen: http://topdocumentaryfilms.com/oxyana/

Da die in Oceana vorherrschende Droge „Oxycodon“ heißt, wurde die Kleinstadt von den Protagonisten lakonisch-scherzhaft zu „Oxyana“ umbenannt. Wie gesagt: Ein lohnenswerter Film darüber, wie eine Kleinstadt an Drogen zugrunde geht und einfache, ganz normale Menschen sich in den Drogen verlieren….

Eine Anmerkung zum Schluss: Das besagte Mittel wurde 1990 vom deutschen Markt genommen. Wegen seines enormen Suchtpotenzials, hieß es damals. 2003 wurde es wieder am deutschen Markt zugelassen. https://de.wikipedia.org/wiki/Oxycodon

Cui bono? Auch hier. Gerade hier!

Heldengeschichten: Ernst Wiechert und die Wahrheit

Der heute längst vergessene, in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts hierzulande meistgelesene deutsche Autor Ernst Wiechert, hatte so wie Rita Atria seine Stunde der Wahrheit. https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/10/11/heldengeschichten-rita-atria-gegen-die-mafia/

Diese kam unter dem Nazi-Regime. Wiechert, ein konservativer, christlich geprägter Ostpreuße und deutscher Patriot (heute würde man ihn als Nationalisten bezeichnen) hatte von Anfang an mit der neuen Herrschaft Probleme.

Der wie erwähnt überaus populäre und auch bei der Jugend für seine sentimentalen Romane geschätzte Autor hielt 1933 Reden an die deutsche Jugend, in denen er die neue Herrschaft als eine „Unrechtsherrschaft“ bezeichnete. Die Gestapo nahm denn auch 1934 seine Überwachung auf.

Seine Lesungen wurden künftig durch Störer, die man eingeschleust hatte, verunmöglicht (man sieht doch, dass manche Taktiken über die Herrschaftsformen hinweg bestehen bleiben).

1938 sprach er sich für den inhaftierten Pfarrer Niemöller aus und verweigerte sich der Wahl zum Anschluss Österreichs, zu der jeder wahlberechtigte Deutsche verpflichtet war. Damit war für Reichspropagandaminister Goebbels die rote Linie überschritten und er ordnete die Inhaftierung Wiecherts an.

Wiechert wurde ins Gewahrsam der Geheimen Staatspolizei München genommen, wo er fast zwei Monate inhaftiert blieb. Da er in der Haft seine Aussagen nicht revidieren wollte, wurde er anschließend in das Konzentrationslager Buchenwald überstellt, wo er zwei Monate harter körperlicher Arbeit unterzogen wurde.

Wiechert, als ehemaliger Weltkriegsteilnehmer mehrfach verwundet und mit einem Herzleiden ausgestattet, begann schnell unter der täglichen Tortur von 13 h schwerer körperlicher Arbeit zu leiden und wäre wohl schon bald verstorben, wenn ihn nicht ein Lagergenosse mit Einfluss einer weniger anstrengenden Arbeit zugeteilt hätte.

Dennoch erkrankte er im Lager schließlich schwer und wurde nach Berlin verfrachtet, wo er dem Propagandaminister Goebbels vorgeführt wurde. Dieser schärfte ihm ein, künftig jede Kritik am Regime zu unterlassen, widrigenfalls er erneut ins Konzentrationslager überstellt würde, doch diesmal auf Lebenszeit und bis zur „physischen Vernichtung“.

Der Autor fügte sich der Anordnung, kehrte zurück auf seinen Hof bei München und lebte dort zurückgezogen bis ans Kriegsende. Ein Jahr nach seiner Entlassung veröffentlichte er seinen Roman „Das einfache Leben“, welcher auch als leise Kritik an den Machthabern der Zeit verstanden werden konnte. (Ernst Jünger unternahm mit seinem Roman „Auf den Marmorklippen“ ähnliches).

Nach dem Krieg erschien sein heute bekanntestes Werk „Der Totenwald“ über seine Zeit in Gefängnis und Konzentrationslager. 1948 übersiedelte er in die Schweiz, wo er 1950 verstarb. Soweit die Geschichte Ernst Wiecherts. Wer mehr dazu lesen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wiechert

Ernst Wiechert kann uns Heutigen insofern Vorbild sein, da er das offen ausgesprochen hatte, was allen bewusst gewesen war: Dass da ein großes Unrecht mit dem neuen Regime entstanden war, welches sich hinter tönenden Parolen verbarg.

Dass es nicht zum Besten stehen konnte, wenn Macht und Gewalt sich offen über Recht und Gesetz hinwegsetzten. Damals lautete der Slogan: Recht muss Recht bleiben – auch für Deutsche! Dessen Einhaltung Wiechert im Falle Niemöllers anmahnte.

Seine geheimen Tagebucheintragungen aus der Haft erschienen 1966 erst in einem kleinen Bändchen mit dem Titel „Häftling Nummer 7188“. Aus den darin veröffentlichten Briefen, Notizen aus der Haft und Auszügen aus dem Totenwald erfährt der Leser ein schlüssiges Bild der Psychologie der Gewalt. (Alle folgenden Zitate sind denn auch, so nicht anders angegeben, aus dem genannten Buch).

Wie es auf den Menschen wirkt, wenn er sich der staatlichen Willkür ausgesetzt sieht – hilflos und allein. Und wie ihm dennoch von anderen, die Teil des Systems sein können oder Mitleidende, Hilfe zu Teil wird. Und DAS ist etwas, was auch uns Heutigen Mut machen kann!

Im Münchener Gefängnis führt er lange Gespräche mit seinem Zellengenossen, welcher, nach einem Jahr im Konzentrationslager Dachau, seiner weiteren Verurteilung entgegensieht. Sie spielen Schach und unterhalten sich. Wegen seiner Herzleiden muss Wiechert öfters ruhen, doch wird ihm verboten, auf dem Bett zu ruhen. Sein Mithäftling gibt ihm seine Decke, damit er auf dem Boden liegen kann.

Die Briefe seiner Frau und seiner Tochter geben ihm Trost. Schließlich wird sein Zellengenosse abgeholt. Wiechert notiert: „K. wird geholt. Roter Haftbefehl. Wohin? Totenblass. So schwer, ihn zu verlieren. Ohne Bildung und nicht ohne Rohheit, aber ein guter Kamerad. Gott helfe ihm und uns allen!“

Sonntags trifft der „Elendszug“ im Gefängnis ein – die Frauen und Kinder der Häftlinge nutzen die Besuchszeit. Wiechert schriebt darüber: „… nach einer halben Stunde wandert der Zug wieder zurück, schweigend, gebeugt, die meisten in Tränen. Manche Frau hat erfahren, dass ihr Weg umsonst war – nach Dachau führen keine Wege mehr – und sie lehnt ihren Kopf an den Stein des Tores und weint in hoffnungsloser Verzweiflung.“

Wiechert wird tagelang über Stunden verhört. Über den letzten Vernehmungstag schreibt er später: „….niemals würde er dem Mädchen an der Schreibmaschine vergessen, dass es ihm in unbewachten Augenblicken irgendein Wort zuflüsterte, dass er zu seinen Gunsten gebrauchen konnte“.

Da er wie erwähnt einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller seiner Zeit ist, erhält er auch von offizieller Seite hohen Besuch. Wiechert schreibt später: „Der erste (Besucher) war der Polizeipräsident, dessen Sohn im Zuchthaus saß und der Johannes (so nennt sich Wiechert selbst im Roman „Der Totenwald“) einer besonderen Aufmerksamkeit würdigte.

Aber als er auf die Frage, was er da eben lese, erfuhr, dass es die Bibel sei, drehte er sich um, als habe eine Schlange ihn berührt. So empfindlich können selbst hohe Beamte sein, dachte Johannes.

Der zweite war der Chef der Geheimen Staatspolizei dieser Stadt. Er wiederholte Johannes Namen, als genieße er die Anwesenheit dieses Gastes auf eine besondere Weise und musterte ihn von Kopf bis zu den Füßen.

Beide trugen schwarze Uniformen. Beide waren sehr wohlgenährt, und beiden war eigentümlich, dass sie die Hände in die Hüften stützten und nur von der Seite her ihre Fragen stellten, als wäre es verächtlich für sie, einem Gefangenen gegenüber zu stehen. Sie machten Johannes den Eindruck von Konkursverwaltern, die eine kümmerliche „Masse“ betrachteten“.

Die stundenlangen Vernehmungen, der Dreck, die Lautsprecherdurchsagen und seine Schlafprobleme zermürben Wiechert langsam. Nach zwei Monaten wird ihm mitgeteilt, dass er für drei Monate ins Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen wird. Seine letzte Tagebuchnotiz (im Konzentrationslager konnte er kein Tagebuch führen) lautet:

„Trübe und kühl. Körper und Seele sauber. Gepackt und alles Gott befohlen. Lebt wohl, lebt wohl! Ich weiß, dass ich Euch glücklich wiedersehen werde. Lebt alle wohl und Gott segne und behüte Euch alle!“

Im Konzentrationslager wird ihm erst die ganze Brutalität des Regimes deutlich: Zur Eingewöhnung an den Lageralltag werden den Häftlingen Auspeitschungen von Insassen, welche sich irgendwelcher Vergehen schuldig gemacht haben sollen, vorgeführt.

Stundenlange Appelle lassen die Älteren oder Kreislaufschwachen kollabieren. Wer während der harten körperlichen Arbeit zusammenbricht, wird mit Schlägen traktiert und, falls er liegenbleibt oder keine Kameraden ihm helfen können, erschossen. Während der Arbeit darf nichts getrunken werden.

Er sieht, wie die jüdischen Gefangenen noch sadistischer und härter als die anderen behandelt werden. Wiechert ist durch all dies geschockt. Später schreibt er darüber: „Johannes nahm alles wie in einem Spiegel in sich auf. Er wollte nichts übersehen und nichts vergessen.

Es war ihm, als sei er hierhergekommen, um einmal Zeugnis abzulegen vor einem Gericht, das er noch nicht kannte und vor dem jedes seiner Worte gewogen werden würde. Er sah die Gesichter an, die vorüberkamen, und er erschrak vor der ungebändigten Rohheit, die aus ihnen sprach.“

Auch seine Mithäftlinge beobachtet er aufmerksam: „Der Ärmste unter allen aber war ein junger Mensch, der noch ein Jahr zuvor bei der Polizei Dienst getan hatte, bis ein einziges Jahr des Lagerlebens ihn zerbrochen hatte. Er hatte ein schmales, verhärmtes Kindergesicht, seine Uniform hing in Fetzen an ihm herunter, er sprach nie, er lächelte nie, er weinte nie.

Er konnte eine Stunde lang dastehen, den gestorbenen Blick in die Ferne gerichtet, ohne Mütze, indes der Regen auf sein braunes Haar fiel und an seinen Wangen herunter rieselte. Er war wie ein abgestorbener junger Baum, aller Zweige und auch aller Wurzeln beraubt, und ein Vogel hätte sich zu flüchtiger Rast auf ihm niederlassen können, wenn es Vögel im Lager gegeben hätte…..

Ihn konnte Johannes lange ansehen, und er meinte manchmal, wenn Christus einmal wiederkäme und durch dieses Lager ginge, dann würde er bei diesem zuerst stehen bleiben und den Regen aus seinen Augen wischen……“.

Wiechert erhält Unterstützung durch einen einsitzenden Proletarier, den er im Totenwald „Josef“ nennt. Dank dessen Hilfe überlebt er und schreibt später voller Dankbarkeit im Totenwald: „Guter Josef, Du wusstest nichts von Goethe und Claudius, aber wenn dereinst ein Gericht sein wird, von dem die alten Bücher schreiben, dann werden sich die Richter erheben und sie werden sich vor Dir verneigen“.

Schließlich wird Wiechert wie erwähnt schwerkrank nach Berlin gefahren.  Über den Termin mit Propagandaminister Goebbels haben wir dessen Eintrag vom 30.08.1938:

„Ich lasse mir den Schriftsteller Wiechert aus dem K.Z. vorführen und halte ihm eine Philippica die sich gewaschen hat. Ich dulde auf dem von mir betreuten Gebiet keine Bekenntnisfront. Ich bin in bester Form und steche ihn geistig ab. Eine letzte Warnung! Darüber lasse ich auch keinen Zweifel. Der Delinquent ist am Schluß ganz klein und erklärt, seine Haft habe ihn zum Nachdenken und zur Erkenntnis gebracht. Das ist sehr gut so. Hinter einem neuen Vergehen steht nur die physische Vernichtung. Das wissen wir nun beide.“

Die Sprache der Gewalt hat Erfolg. Künftig schweigt Wiechert. Aber immerhin: Er hatte seine Stunde der Wahrheit! Bis zum Kriegsende werden Wiecherts Reden an die Jugend unter deutschen Studenten herumgereicht. Wer weiß, wer durch ihn zu kritischem Denken angeregt wurde……

Das nach dem Krieg veröffentlichte Buch „Der Totenwald“ kann auch uns Heutigen noch manchen wertvollen Hinweis liefern, was eine Zeit bedeutet, in der man eine bestimmte „Wahrheit“ über alle anderen und abweichende Meinungen von ihr unter Verdacht stellt.

Ob auch bei uns in einigen Jahren Menschen Berichte darüber veröffentlichen, was ihnen wiederfahren ist, wenn sie eine andere als die herrschende „Wahrheit“ verkündeten? Durchaus möglich. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Und wer sich im Besitz einer allein gültigen Wahrheit glaubt (welcher Art auch immer) mag andere Wahrheiten bekämpfen wollen.

Auch heute.