Und wieder die Ukraine

Ende Januar kam es an der Demarkationslinie in der Ost-Ukraine zu Gefechten zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten. https://www.gmx.net/magazine/politik/ukraine-krise/ukraine-konflikt-russland-usa-verurteilen-aggressives-verhalten-32149284

Hierzulande war man sich schnell einig, dass die Initiative von den Aufständischen ausgegangen bzw. Moskau zu verurteilen sei. Die neue UN-Botschafterin von Präsident Trump gab denn auch altbekannte Töne von sich: Russlands Aggression sei zu verurteilen, die Zivilbevölkerung im Donbas leide und die Krim bleibe ukrainisch. Die Eskalation der Gewalt sei klar Russland anzulasten. Eine Sichtweise, die auch sonst im Westen übernommen wurde. https://www.youtube.com/watch?v=bDZwiz7VGmE

Die Frage, welches Interesse die sich in sicherer Stellung befindenden Separatisten haben sollten, von sich aus die ukrainischen Truppen anzugreifen, wurde nicht gestellt. Die Frage, inwieweit eine von einer Massenmigration der Bevölkerung, einer beispiellosen wirtschaftlichen Talfahrt und massiver Korruption geplagte Ukraine ein Interesse haben könnte, durch militärische Aktionen von der innenpolitischen Misere abzulenken, wurde auch nicht gestellt.

So bleibt dem neutralen Beobachter nur die Möglichkeit, sich russlandfreundlicher Quellen zu bedienen, um ein umfassendes Bild der Lage zu bekommen. Immerhin ist die Bezeichnung „Putinfreund“ dieser Tage nicht ganz so schlimm wie die des „Trumpunterstützers“.

http://thesaker.is/military-escalation-in-eastern-ukraine-in-last-days-of-january/

http://thesaker.is/the-ukronazis-used-a-ballistic-missile-to-strike-at-the-center-of-donetsk/

Es wird spannend sein, zu beobachten, was weiter im Donbas geschieht. Das Regime in Kiew ist angesichts der inneren Probleme fast schon auf den Konflikt angewiesen. Falls zudem eine Direktive bestünde, die Russen aus der Reserve zu locken, so könnte sie sich in weiteren Aktionen wie denen von Ende Januar niederschlagen.

Die wirklich wichtigen Themen wie das Errichten eines Willkürstaates in der Ukraine, der gegen Dissidenten wie den Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba, einen Journalisten, vorgeht (und diesen für 16 Monate einsperren ließ) oder die Tatsache, dass sich schwerbewaffnete Privatarmeen von Oligarchen dort gegenüberstehen oder dass die Organisierte Kriminalität dort floriert – all dies fällt in der hiesigen Berichterstattung unter den Tisch. http://www.counterpunch.org/2016/12/16/interview-with-ukrainian-journalist-jailed-for-speaking-out-against-the-war-in-ukraine/  Von der boomenden Prostitution in der Ukraine, der flächendeckenden Armut und Dingen wie Organhandel ganz zu schweigen.

Der imperialistische Drang, der dem russischen Präsidenten hierzulande gerne nachgesagt wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Phantom. Wenn man die Anzahl an Militärstützpunkten und Soldaten in der Welt zwischen den USA und Russland vergleicht, bliebe keine Frage, wer hier ein Imperium betreibt. Aber auch dies anzumerken, ist verpönt.

Zudem das russische Militär im Falle eines militärischen Konfliktes das ukrainische Militär in kürzester Zeit besiegen würde (wie es auch 2008 in Georgien geschah). Dass umgekehrt die Ukraine aus russischer Sicht keinesfalls der NATO angehören darf, da ansonsten in taktischer Hinsicht Russland jedem Einfall in sein Land schutzlos ausgeliefert wäre – auch dies ist hierzulande kein Thema.

Ob Präsident Trump dem Regime in Kiew seine Unterstützung versagen wird oder hier ein weiter ein Konfliktherd am Köcheln gehalten wird, bleibt abzuwarten. Ich fürchte aber, dass die Herren Putin und Trump sich nicht allzu gut verstehen dürften und dass die letzte Patrone in diesem traurigen Konflikt noch nicht verschossen wurde.

4 Kommentare zu “Und wieder die Ukraine

  1. Man müsste sich eigentlich die Frage stellen: Ist die EU das erwähnte Tier in der Bibel? Es deutet vieles darauf hin, dass die EU ihre Schreckensherrschaft demnächst antreten könnte. Die USA ist nur noch Zahlmeister der NATO, profitiert aber nicht vor ihr. Der Konflikt in der Ukraine, der von der EU weiter befeuert wird, könnte dann zum Bündnisfall werden mit unkalkulierbaren Folgen. Die EU steht meiner Meinung nach für die NWO=Kommunismus=S…..smus.
    Aus diesem Grund muss sich die EU immer weiter nach Osten ausbreiten. Die Linken in den USA ziehen an einem Strang mit der EU.
    Wenn Trump seine Versprechen tatsächlich umsetzt, dann werden die USA sich aus Europa weitestgehend raushalten und das berüchtigte Nation-Building würde abgeschafft. Den Kommunismus könnte man dann begraben, aber soweit sind wir noch lange nicht.
    Amanita hat in seiner letzten Ausgabe, glaube ich zumindest, darauf hingewiesen dass 2017 ein Entscheidungsjahr sein kann.
    In der Septemberausgabe hat Amanita „von oben“ eine Formel für ein astrologisches Kompositmodell durchgesagt bekommen (Seite 28). Sowohl das Horoskop der Illuminati als auch des IS zeigen, dass es für beide ab 2017 stark aufwärts geht bis zum Hoch 2030/31.
    Spannende Tage voraus

    Und siehe da, was man so alles findet in Netz über EU und Nato:
    „Die EU und die NATO haben heute (Freitag) beim NATO-Gipfel in Warschau eine engere Kooperation vereinbart. „Die Erklärung, die wir heute unterzeichnet haben, hat eine klare Botschaft: eine stärkere Europäische Union bedeutet eine stärkere NATO, und eine stärkere NATO bedeutet eine stärkere Europäische Union“, sagte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und EU-Ratspräsident Donald Tusk.“
    https://ec.europa.eu/germany/news/eu-und-nato-verst%C3%A4rken-ihre-kooperation_de
    Das war im Juli letzten Jahres 2016.

    Militärische Komponente

    Die NATO unterhält kaum eigene Streitkräfte, und die Armeen der Mitgliedstaaten verbleiben in Friedenszeiten unter nationalem Oberbefehl. Dagegen sind die integrierten Stäbe, die integrierte Luftverteidigung und die ständigen Einsatzverbände (z.B. die Naval Standing Forces) auch in Friedenszeiten dem ACO unterstellt. Die beiden NATO-Oberbefehlshaber werden traditionell von den USA gestellt.
    https://crp-infotec.de/nato-politische-und-militaerische-struktur/

    J

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