Zwei plus Zwei ist Fünf

Die Ergebnisse der neuen Pizzastudie, ach was, PISA-Studie sind da – kein Pizzagate in Germany, not yet anyway…… Nun haben die deutschen Schüler schlechter als beim letzten Mal abgeschnitten, aber ein Drama sei das nicht, verkündet man uns. https://web.de/magazine/geld-karriere/pisa-2015-test-ergebnisse-studie-oecd-veroeffentlicht-32047686

Wir erinnern uns: 2012 war Deutschland in Mathematik auf Platz 11 gelandet und in den Naturwissenschaften auf Platz Acht. Und heuer? 2015 landeten deutsche Schüler in Mathematik wieder auf Platz Elf und bei den Naturwissenschaften auf Platz Zehn. Klingt also tatsächlich nicht dramatisch. http://www.pisa.tum.de/fileadmin/w00bgi/www/Berichtband_und_Zusammenfassung_2012/Graphiken_PISA_2015.pdf

Der Teufel liegt auch hier im Detail. So hat sich die Gesamtpunktzahl in den Bewertungen verringert – deutsche Schüler erreichten noch 2012 in Mathematik 514 Punkte, diesmal waren es noch 506 Punkte. In den Naturwissenschaften hatten sie 2012 noch 524 Punkte erzielt, diesmal waren es 509 gewesen.

Experten mahnen an, dass zuviel Geld nach dem Gießkannenprinzip sinnlos in der Bildung vertan würde. Die Bildungsausgaben seien überdies zu niedrig, Fach- und Paukwissen verliere dank Guggel und Co an Bedeutung. Die soziale Kluft verhindere überdies bei vielen einen Aufstieg.

Als erfolgreiche Gegenbeispiele werden Singapur und Vietnam genannt, wo es die Schulsysteme auch ärmsten Schülern erlaubten, Erfolge zu erzielen. Mit dem Gesagten gehe ich weitgehend d’accord.

Wenn allerdings der schon zitierte Experte zum Thema der Migranten folgendes äußert: „Der schwierige soziale Hintergrund vieler Migranten wird zum Teil aufgewogen durch erhöhten Bildungsehrgeiz dieser Kinder und Eltern. Da ist enorm viel Potenzial“. – So werde ich stutzig (Zitat kam vom folgendem Link).

https://web.de/magazine/geld-karriere/pisa-andreas-schleicher-ergebnis-zweite-raketenstufe-gezuendet-32047924

2015 hatte ich mir mal die Mühe gemacht und die Statistiken zu Schulabgängern unter dem Aspekt Migrationshintergrund gewälzt. In brevis: Der Anteil an Schulabgängern OHNE Schulabschluss lag bei den Migranten in bis in die neunziger Jahre zurückreichenden Zeitreihen immer HÖHER, als es ihrem Bevölkerungsanteil entsprach. https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/24/statistiken-zu-geburten-und-schulabgangern-oder-unser-land-schafft-was-aber-an-welchen-stellen/

Anders ausgedrückt: Durch das deutsche Schulsystem fallen mehr Migranten (anteilsmäßig gesprochen) als Deutsche. Gleichzeitig verhindert das Fehlen der Erfassung von Statistiken zu Deutschen mit Migrationshintergrund eine valide Darstellung – es wird nur zwischen Deutschen und Ausländern unterschieden (und gleichzeitig fleißig eingebürgert).

Kurz gesagt: Den „erhöhten Bildungsehrgeiz“ der Migranten kann ich so aus den Statistiken nicht herauslesen. Immerhin ging der Experte auch auf die Tatsache ein, dass man in Deutschland der Bildungsmisere durch ein Absenken der Leistungsstandards begegnet (was in anderen Ländern sicherlich auch so Usus ist).

Die ulkigen Blüten, die das treibt, wären durchaus manche Satiresendung wert. http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/48/harald-martenstein-mathe-schule-neigungslehrer

Da stellte man zum Beispiel in Berlin fest, dass viele Schüler nach Abschluss der Schule nicht rechnen können. Weiterhin stellte man fest, dass viele Grundschullehrer, die ja wohl die Grundlagen in Mathematik legen sollten, ebenfalls nicht rechnen konnten.

Die nachträglich für die Grundschullehramtsstudenten angeordneten Mathesemester schlossen mit einem Test ab, den beim ersten Durchgang 36% der Teilnehmer nicht bestanden. Den zweiten, vereinfachten Test bestanden 42% der Teilnehmer nicht. Nun hat man mündliche Prüfungen angeordnet.

Vielleicht auch, da die Teilnehmer der Prüfungen sich über die Schwere der Aufgaben beschwert hatten. http://www.tagesspiegel.de/berlin/mathematik-im-berliner-grundschulstudium-macht-die-uni-es-kuenftigen-lehrern-zu-schwer/14727262.html

Ein Kommentator zum o.e. Artikel schrieb, im Jahre 2000 habe es in Berlin 12.000 Abiturienten und etwa 10 – 15 Mal die Traumnote 1,0 gegeben. 2015 wäre bei derselben Abiturientenzahl die Note 1,0 immerhin schon 120mal vergeben worden. Deutschland Deine Senkrechtstarter?

Immerhin ist man um neue Ansätze nicht verlegen: Wie wäre es mit einem „gendersensiblen Studiengang Naturwissenschaften“? Kein Scherz. http://www.galilea.tu-berlin.de/fileadmin/user_upload/galilea/Dokumente/NidI2013/FlyerNeu2015.pdf

Ob Deutschland mit solchen Maßnahmen (immer mehr Abiturienten, immer mehr Studenten, immer mehr Migranten, Leistungsanforderungen immer weiter senken) somit langfristig bessere PISA-Ergebnisse erzielen wird? Wohl eher nicht. Es sei denn….. man dächte in Pisa über eine Absenkung der PISA-Prüfungsstandards nach. 🙂

Lustige Zeiten oder auch: Irgendwann dürfte Orwells Vision der Zukunft wahr werden und zwei plus zwei fünf ergeben. Allerdings wird es dazu – vorausgesetzt die Bildung entwickelt sich bei uns weiterhin in die angenommene Richtung – keiner Folter bedürfen. Es wird dann genügen, die Smartphones abzuschalten, so dass niemand bei Gurgel nachschlagen kann. https://www.youtube.com/watch?v=rJz77y4d_JA

Es wird dann genügen, die Smartphones abzuschalten, so dass niemand bei Gurgel nachschlagen kann.

Moderne Erziehung? Moderne Erziehung. 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=3JOjIUr1JSU

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