Ein Besuch bei Amma

Gestern war ich in München zu Besuch bei Amma gewesen. Amma ist eine indische Frau, aus Kerala stammend, die als Heilige und Avatar gilt (d.h. als Verkörperung der reinen göttlichen Liebe. Hier mehr zu ihr: http://www.amma.de/amma ). Amma umarmt auf ihren Veranstaltungen hunderte oder gar tausende von Menschen. Ihre Veranstaltungen dauern stundenlang, manchmal bis zu 24 h.

Sie hat außerdem eine Hilfsorganisation namens „Embracing the World“ geschaffen, welche über einen Millionenumsatz verfügt und Hilfsprojekte für die Armen in der ganzen Welt initiiert (Schulbau, Umweltschutz, Armenspeisung, Katastrophenhilfe etc.). Beeindruckend. http://de.embracingtheworld.org/

Nun bin ich selbst in spirituellen Dingen ein offener, doch auch (hoffentlich gesund) misstrauischer Mensch. Ich habe schon einige Scharlatane in diesem Bereich erleben dürfen, allerdings auch Menschen, die mich durch ihre Präsenz beeindruckt hatten. Und dass es mehr Ding‘ zwischen Himmel und Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt, ist mir auch klar.

Ich war also neugierig und fuhr dort ohne große Erwartungen hin. Nach einer Übernachtung bei meinem Bruder kam ich am nächsten Morgen am Veranstaltungsort an – anderthalb h vor Beginn, da die Beschreibung verkündet hatte, man solle beim ersten Mal recht früh da sein. http://www.amma.de/amma-umarmt-muenchen

Es war ein regnerischer Morgen, Berufstätige strebten ihren Büros zu und ich eilte auf die Veranstaltungshalle zu. Das Gelände dort war dreckig und unscheinbar – ein großes Plakat kündete an, dass Amma dort zu finden sei. Ich betrat die Halle und fand mich direkt in einer Schlange von Menschen stehend.

Nach einer Weile des Wartens wurden wir tiefer in die Halle hineingelassen. Dort sah ich ein Podium, was man für Ammas Auftritt errichtet hatte und außerdem viele Stände, an denen noch gewerkelt wurde. Ich sah Stände für Essen, für Infomaterial, Bücher und CDs von Amma etc.

Meine Stimmung war leicht angespannt – das geht mir in fremder Umgebung immer so. Auch die anderen Menschen um mich herum wirkten eher angespannt – von einer liebevollen Atmosphäre konnte ich jedenfalls gar nichts entdecken. Vielmehr herrschte ein emsiges Treiben um uns herum und erinnerte mich an eine Automesse oder ähnliches.

Da mir langweilig war, suchte ich mit der Frau vor mir das Gespräch – wir unterhielten uns kurz, das Gespräch war zunächst auch hier eher angespannt, dann wurde es lockerer. Ich fragte, warum sie hier sei und sie sagte, weil es sich gut anfühle. Weiter fragte ich, ob sie sich als spiritueller Menschen verstehen würde und sie sagte ja – und ergänzte, nach einem Blick auf mich, dass ich das wohl nicht sei.

Darauf musste ich lachen und sagte, ich sei wohl spirituell, aber wir hätten vielleicht verschiedene Definitionen davon. In dem Moment wurde unser Gespräch unterbrochen, denn es begann die Vergabe der Tickets für das Betreten der Bühne (um zu vermeiden, dass alle gleichzeitige auf die Bühne eilen, vergab man Tickets und füllte die Stuhlreihen mit den Ticketträgern in alphabetischer Reihenfolge).

Ich wünschte der Frau viel Spaß und ging mir mein Ticket holen und begab mich damit in die erste Reihe. Dort nahm ich neben zwei anderen Frauen meinen Platz ein, legte meine Jacke ab und machte anschließend eine Runde durch die Halle, da bis zum Beginn ja noch viel Zeit war.

Ich trottete also durch die Halle, sah den vielen Helfern beim Aufbau der Stände und allem weiteren zu, schaute mir an, was es später zu Essen geben sollte (Crepes auch! Wie ich erfreut feststellte). Schließlich wurde es langsam Zeit, sich auf seinen Sitzplatz zu begeben.

In der Zwischenzeit zeigte man ein Video von Amma und den diversen Hilfsprojekten, für die sie sich eingesetzt hatte. Die Stimme vom Video dröhnte durch die Halle und ich bekam davon Kopfweh. Die Atmosphäre gefiel mir nicht und ein weiterer Gesprächsversuch mit meiner neuen Nachbarin ging komplett schief.

Ich hatte gefragt, was sie zu Amma führem täte  und die Antwort bekommen, man wolle eben mal Amma kennenlernen – worauf ich nach meinen Gründen gefragt wurde und lachend sagte, ich wolle eben mal Amma kennenlernen. Was allerdings als Scherz, als der es gemeint war, gar nicht gut ankam – meine Gesprächspartnerin zog sich zurück und ich konnte regerecht ihren Unwillen spüren, sich noch weiter mit mir zu unterhalten.

So saß ich also schweigend da und wartete auf den Beginn der Veranstaltung. Und dann wurde es wirklich interessant:

Auf einmal kam Amma, ganz in Weiß gekleidet, über einen höher gelegten offenen Gang auf die Bühne. In dem Moment konnte ich fühlen, wie sich die Atmosphäre in der Halle verwandelte. Es wurde auf einmal leichter, heller und irgendwie liebevoller. Es war sehr angenehm.

Amma betrat mit ihren Helfern die Bühne, begrüßte uns, fächelte sich Luft zu und begann direkt mit einer geführten Meditation. Diese führte mich zwar nicht so tief wie schon andere Meditationen, aber ich wurde ruhig und meine Kopfschmerzen verschwanden.

Dann war die Meditation beendet und der Darshan begann. Darshan ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „Sicht des Heiligen“, worunter im Regelfalle ein Zusammentreffen von Meister und Schülern zu verstehen ist. Im Falle Ammas besteht der Darshan darin, dass sie jeden kurz umarmt, der zu ihr auf die Bühne geht.

Meine Sitznachbarinnen eilten an mir vorbei und auf die Bühne zu – andere taten dasselbe. Ich begab mich zu einer Ordnerin und fragte, ob unsere Reihe jetzt dran sei (denn es waren zwei erste Stuhlreihen mit den Ziffern A und B vorhanden). Sie sagte nach einem Blick auf mein Ticket, dass ich noch einen Moment warten solle.

Die Bühne hatte sich mittlerweile mit den ersten Menschen gefüllt. Offenbar waren manche nur zum Schauen da oben – für diejenigen, die von Amma umarmt werden sollten, wurden zwei Stuhlreihen aufgestellt und man rückte so Stuhl um Stuhl nach vorne, bis man sich Amma gegenüber fand.

Schließlich sagte die Ordnerin, ich möge nun gehen. So ging ich denn auf die Bühne, reichte dort oben mein Ticket ein und rückte immer näher auf Amma zu. Meine Hände wurden kalt – ich fühlte leichte Aufregung (es sahen uns hunderte von Leuten zu – die Halle hatte sich mittlerweile gefüllt).

Amma war von ihren Helfern umgeben, so dass man nicht sehen konnte, was genau sich dort abspielte. Man sah nur die Menschen von ihr gehen, wenige lächelnd, die meisten innerlich berührt wirkend, einige weinend. Schließlich war ich an der Reihe –  ich hatte vor der Umarmung der sitzenden Amma meine Brille abzugeben und wurde in eine vor ihr kniende Position dirigiert.

Ich beugte mich nach vorne und Amma umarmte mich. Dabei unterhielt sie sich mit jemandem neben ihr, was mich etwas erstaunte, aber dann dachte ich nicht weiter darüber nach. Ich musste, während sie mich umarmte, lächeln – das geschah aber nicht aus Spott oder Unsicherheit, sondern weil ich mich irgendwie in der Umarmung sehr wohl fühlte.

Sie hielt mich einen Moment, rief mir dann irgendwelche Worte auf Sanskrit ins Ohr, löste die Umarmung, gab mir noch ein Blütenblatt und ein Bonbon – und schon zogen mich die Helfer von ihr fort und der nächste kam dran. Ein effizientes System, dachte ich.

Man reichte mir meine Brille und ich verließ die Bühne. Ich musste grinsen und war in bester Stimmung. Was genau dort geschehen war, wusste ich nicht, aber ich fühlte mich richtig gut. Voller Freude und Kraft! Ich zog meine Jacke an, traf die Frau vom Beginn der Veranstaltung und lachte sie an, was sie zu freuen schien. Sie sagte, sie könne sehen, dass das etwas mit mir gemacht habe, was ich lachend bejahte. Dann verabschiedete ich mich von ihr.

Ich hatte Lust, noch etwas Unsinn zu machen und trollte durch die Halle, grinste fremde Leute an, kaufte an einem Stand einen Crêpe, nachdem ich dort die Frau hinter mir vorgelassen hatte und schäkerte mit der durch Piercings im Gesicht gezeichneten Crêpe-Verkäuferin herum. In bester Laune verließ ich dann die Halle, rief noch eine Bekannte an, um mich bei ihr für ein paar vielleicht beleidigende Worte zu entschuldigen, die ich ihr mal gesagt hatte, und machte mich auf die Heimfahrt nach Frankfurt.

Mein Resümee: Wer immer Amma ist, ob nun Avatar oder Heilige oder was immer – sie ist tatsächlich tief in einer Liebe, die das Menschliche übersteigt. Ich konnte deutlich ihre liebevolle und echte Präsenz spüren – das war sehr schön. Und da Liebe die stärkste Heilkraft ist, kann ich mir auch vorstellen, dass sie tatsächlich viele Menschen heilt. Mich jedenfalls ließ sie voller Freude und Dankbarkeit zurück – und das nur durch eine Umarmung. Enorm.

Wer immer sich einen offenen Geist bewahrt hat und mal etwas Faszinierendes (und Schönes) erleben will, sollte an einem der jährlich in Deutschland stattfindenden Darshans teilnehmen. Ich kann es nur empfehlen.

Herr Zimmel vom Amanita-Newsletter hatte Amma einmal auch kurz angesprochen und sie als Avatar bezeichnet, der Menschen helfe, ihr Karma abzubauen. Hier zu finden ca. in der Mitte des Artikels unter dem Titel: Ethik und Karma des Elektrosmog. http://www.amanita.at/component/content/article/18-all/de-de/interessantes/mysterium-2012/1477-devolution-digitale-demenz

Hier noch ein paar Videos zu ihr:

Amma in Aktion. https://www.youtube.com/watch?v=ZaBJJCHr7Fw

Ein Film über ihr Wirken. https://www.youtube.com/watch?v=N85ymWS9mRE

Und über ihre Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=dMNSLxER11I

Hier trifft sie den Papst. https://www.youtube.com/watch?v=w_UsDWEfzx8

Und hier spricht sie über die Macht von Mitgefühl an der Stanford Universität. https://www.youtube.com/watch?v=JJtn6v8ZEu8

4 Kommentare zu “Ein Besuch bei Amma

  1. Danke für den Hinweis auf Avatar Amma. Wenn Amma diese Gnade hat schweres oder tödliches Karma in ein erträgliches Karma umzuwandeln dann lohnt der Besuch auf jeden Fall.
    So bekommt jeder, der sie besucht sein Päckchen.

    Die organisierten Anti-Trump-Proteste und Demonstrationen haben jetzt Trumps Büro erreicht.
    https://www.armstrongeconomics.com/international-news/north_america/2016-u-s-presidential-election/anti-american-protesters-storm-trumps-office/
    Diese organisierten Proteste, das „Dreamteam“ Soros und Clinton stehen meiner Meinung nach dahinter, sind bedenklich wenn sie sich ausweiten sollten und in Gewalt ausbrechen.
    Diese Leute sind zutiefst antidemokratisch und können die USA in eine Diktatur verwandeln.. Gegen Clinton und ich glaube auch gegen die Clinton Foundation wird ermittelt. Es besteht für Clinton durchaus die Gefahr, dass sie ins Gefängnis muss. Ich glaube, dass dies der Grund ist warum sie mit aller Macht Präsidentin werden wollte (und vielleicht auch noch nicht aufgegeben hat – siehe Manipulation der Protestbewegung der Wahlmänner am 19.Dezember). Auch die Aussage von Soros, dass er Trump den Krieg erklärt hat, ist beunruhigend. Vom scheidenden Präsdienten Obama sollte man nichts erwarten, da er mehr oder weniger ein Mitglied des Dreamteams ist.
    Meiner Meinung kann man nur hoffen, dass Trump sein Amt antritt, egal wie man zu ihm steht. Einen Bürgerkrieg oder eine Revolution in den USA braucht niemand. Alleine der Demokrat Bernie Sanders hat den Anstand in den Angelegenheiten wo mit Trump Übereinstiummung herrscht, seine Zusammenarbeit anzubieten.
    Wie sagte Goethe zurecht: Pass auf, dass Du nicht vom rechten Wege abkommst.

    • Danke Udo. Zu Amma: Liege hier gerade mit starkem Fieber im Bett – begann direkt nach dem Besuch – spannend. Da scheint im Wortsinne etwas „verbrannt“ zu werden.
      Re Politik: Mittlerweile ist mir klar geworden, Udo, dass wir selbst als Kollektive für unsere Verhältnisse verantwortlich sind. Wir haben die Politiker, die wir verdienen. Solange die Menschen eher bereit sind, auf ihren kleinen Vorteil als auf das große Ganze zu schauen, solange sie Gewinnstreben über Mitgefühl stellen, solange sie ihre unausgegorenen Wut-, Angst- und Hassszenarien für gerechtfertigt halten und in dem Zusammenhang die Lüge der Wahrheit vorziehen – solange geht es weiter bergab. Trump kann das Ende allenfalls verzögern, nicht verhindern. Bleibt zu hoffen, dass „die neue Erde“ dann von bewussteren Menschen beherbergt werden wird.

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