Täuschungsmanöver allerorten

Das Täuschen und Sich-Täuschen lassen ist heute leider der Standard. Ein schönes Beispiel dafür ist der US-Wahlkampf. Da ist laut unseren Medien auf der einen Seite ein nur von hinterwäldlerischen und fremdenfeindlichen Irren bevorzugter Mann namens Donald Trump, der gegen Ausländer, Frauen, Schwule, Fremde etc. hetzt und zudem von nichts Ahnung hat. Das Böse in Person quasi.

Auf der anderen Seite die erfahrene Demokratin Hillary Clinton, die nach langer Politiker-Karriere nun den Sprung ins Weiße Haus schaffen will, die für Frauenrechte, Diversität, Fortschritt etc. steht.

Auch hier kann man sich täuschen lassen – oder genauer hinschauen. Es ist ein Unterschied, ob man eine ganze Rede von Trump oder Clinton anschaut, oder ob man die Schnipsel dazu in der Tagespresse aufnimmt. Und es ist ein Unterschied, ob man das Parteiprogramm von beiden liest, oder die Ausschnitte davon in den Medien verfolgt.

Dann erführe man zum Beispiel auch, dass Herr Trump sich vorgenommen hat, das politische System in Washington grundlegend zu verändern (ob er das später so einhält, ist eine andere Frage).

Es geht mir an dieser Stelle nicht darum, einen der beiden zu empfehlen – Trump und Clinton sind nur ein gutes Beispiel, wie unsere Wahrnehmung gelenkt und manipuliert wird. Es gibt genügend Gründe, Herrn Trump misstrauisch zu beäugen. Und ebenso gibt es genügend Gründe, Frau Clinton misstrauisch zu beäugen.

Im besten Falle sollte man beide Gründe gegenüber stellen und dann neutral bewerten. Was wiegt schwerer: Dass jemand frauenverachtende Witze machte und Frauen für Sex gekauft hat – oder dass jemand Bomben auf Zivilisten befürwortet hat? Man sollte genauer hinschauen!

Das ist es, was wir leider zu wenig tun. Täten wir das, könnten wir zum Beispiel wahrnehmen, dass die US-Amerikaner auch deswegen so schlecht auf das Establishment zu sprechen sind (wozu Frau Clinton gehört), da es der Mehrheit  von ihnen schlechter geht als vor 30 Jahren – insbesondere die Arbeiterklasse und das Kleinbürgertum erodiert. http://www.gegenfrage.com/90-aller-us-amerikaner-sind-heute-aermer-als-1987/ Während die Verschuldung explodiert. http://market-ticker.denninger.net/uploads/Z12009-09/AbsoluteDebt80-Present.png

Dann könnte man auch wahrnehmen, dass Frau Clinton für furchtbare politische Entscheidungen verantwortlich war (und auch künftig sein dürfte): Für Studentenkredite, welche in den USA mehr und mehr Studenten in Verzweiflung und Selbstmord treiben. Für Bomben auf Libyen. Für ein Ausmaß an Korruption, was viele Amerikaner erschüttert. Und vor allem für eine künftige, harte Linie der Konfrontation mit Russland – was einen Atomkrieg bedeuten könnte (der dann freilich in Europa ausgetragen würde – also bei uns – und nicht in den USA und Russland). http://www.informationclearinghouse.info/article45765.htm

All dies KÖNNTE man sehen, wenn man sich entscheidet, hinzusehen. Leider ist die Täuschung immer angenehmer, fühlt sich im Regelfalle besser an. Endlich eine Frau im weißen Haus! Dieser Trump – wie der schon aussieht – ein Irrer! Etc. SO funktioniert Täuschung. Und dazu gehören wie gesagt zwei – der Täuscher und der sich-täuschen-Lassende.

Aus der Täuschung heraus führen Bildung und Erfahrungen. Da aber viele Menschen sich weigern, aus ihren Erlebnissen die für sie wesentlichen Schlüsse zu ziehen, müssen die Erfahrungen immer deutlicher  – immer drastischer – werden. Dies betrifft eben auch den politischen Bereich.

Möglich, dass Herr Trump gewinnt. Möglich auch, dass etwas ganz unvorhergesehenes passiert und Präsident Obama seinen Vize-Präsidenten zu seinem Nachfolger erklärt. Es kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden, was wirklich geschehen wird.

Zwei Dinge wissen wir leider so gut wie nie, welche aber für das Verständnis politischer Vorgänge entscheidend sind:

  • Welche Gelder sind von wem wohin geflossen?
  • Wer hat welche Absprachen mit wem getroffen?

Wüssten wir dies, könnten wir verstehen, warum manches so und anderes so dargestellt wird. Da wir es nicht wissen, ist es eben wichtig, selber die Augen (und Ohren) aufzumachen.

Denn schöne Worte sollen oftmals nur Unschönes bemänteln. Uns täuschen. Mehr nicht.

3 Kommentare zu “Täuschungsmanöver allerorten

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