Heldengeschichten – Rita Atria gegen die Mafia

Die Mafia und ihre Machenschaften sind oft und breit thematisch erfasst worden: in Filmen wie „Der Pate“ oder „Die Firma“, Sachbüchern, Zeitungsreportagen, Dokumentationen etc. Auch die mutigen Kämpfer gegen diese Form der Kriminalität, Menschen wie die Untersuchungsrichter Falcone oder Borsellino, haben oft und lange im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gestanden.

Die kleinen Leute indes, die ebenfalls dem Monster den Kampf angesagt haben… die als „pentite“ (Kronzeugen bzw. Reuige) vom Recht der Aussage Gebrauch machten und der Gerechtigkeit hier und da zum Sieg verhalfen…. Sie stehen eher selten im Blickpunkt. Gleich den Soldaten eines Krieges hören wir nicht oft von ihnen.

Hören nicht von ihrem Mut und ihrer Tapferkeit, von ihren Sorgen und ihrer Verzweiflung. Ein siebzehnjähriges Mädchen aus einer sizilianischen Kleinstadt soll mit den folgenden Zeilen und stellvertretend für all die mutigen Menschen, welche es gewagt haben, gegen die Mafia vorzugehen, vorgestellt werden.

Es handelt sich um Rita Atria aus dem gerade mal 10.000 Einwohner zählenden Ort Partanna in West-Sizilien. https://de.wikipedia.org/wiki/Partanna

Rita Atria hat das Undenkbare gewagt – sie hat mit der Omerta, der Tradition des Schweigens, gebrochen und hat gesprochen. Hat geschildert, was sie wusste. https://de.wikipedia.org/wiki/Rita_Atria

Sie hat dafür einen hohen Preis gezahlt…. den höchsten sogar! Aber ihr Kampf ist nicht vergebens gewesen. Denn wo immer der Wahrheit zu ihrem Recht verholfen wird, ist es ein Sieg für die Menschheit. Rita Atria hatte einen harten, schweren Kampf zu bestehen.

Und auch, wenn er nur kurz war: Auf sie trifft das alte Bibelwort zu: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben gehalten. (Timotheus 4,7) Erzählen wir also hier ihre Geschichte:

Rita Atria wird 1974 als zweite Tochter des Schäfers Vito Atria geboren. Ihr Vater ist Mitglied der örtlichen Mafia und dort im Rang direkt unter der herrschenden Familie angesiedelt. Sein Wort hat Gewicht. Die Menschen kommen zu Don Vito, um ihn in diversen Angelegenheiten um Rat zu fragen.

Vito Atria genießt das. Mit seiner Frau und den drei Kindern (Rita das jüngste) lebt er ein normales, sizilianisches Leben, wozu die Mafia dazu gehört. Als dreijähriges Mädchen hält Rita eines Tages beim Spielen die Waffe ihres Vaters in Händen: Wirf das weg! schreien sie die Männer an! Rita wird sich noch lange an den Schreck erinnern.

Der Vater ist zuhause ein Tyrann, betrügt außerdem seine Frau, spielt auch gerne seine Macht gegenüber den rangniedrigeren Mafiosi aus. Doch ist er auch liebevoll zu seinen Kindern, spielt abends mit Rita, erzählt Witze und kleine Geschichten, dass ihr vor Lachen die Tränen kommen, wirft sie in die Luft und küsst und herzt sie.

In den späten siebziger Jahren beginnt sich die bis dahin ruhige Welt der Mafia von Partanna zu verändern. Bisher hatte die Mafia vor allem in Immobiliengeschäften und Schutzgelderpressung reüssiert – nun schwemmt die große Welle des Heroins auch über Sizilien.

Nebenbei: Wer mehr darüber wissen will, wie sehr das Rauschgift die Mafia und auch die italienische Gesellschaft verändert und zersetzt hat, dem sei das Buch „Gomorrha“ von Roberto Saviano empfohlen. https://de.wikipedia.org/wiki/Gomorrha_(Buch)

Die beiden „regierenden“ Familien von Partanna wittern das große Geschäft – Vito Atria soll es vorantreiben. Doch der sture Schäfer weigert sich. Es kommt zum Eklat: Don Vito brüllt seine Oberen an: Was ist dieses Rauschgift? Ich verstehe es nicht und ich will es nicht verstehen!

Damit ist sein Todesurteil beschlossen. Atria wird fallengelassen, isoliert, nicht mehr in wichtige Aktivitäten miteinbezogen – und eines Tages im Jahre 1985 erschossen. Sein blutuberströmter Körper wird in seine Wohnung getragen. Rita Atria sieht den Leichnam ihres Vaters auf dem Tisch liegen. Leblos, alles voller Blut. Ein weiterer Eindruck, den sie nicht vergessen wird.

Ihr Bruder, zehn Jahre älter und damals 21 Jahre, schwört im Familienkreis Rache. Doch erstmal tobt in Partanna der Familienkrieg. Das Heroin verspricht derartige Gewinne, dass jeder sich den Jackpot sichern will. In diesem Krieg, der mit Unterbrechungen von 1979 bis 1987 andauert, ist Vito Atria nur ein weiteres Opfer.

1987 wird ein Waffenstillstand geschlossen. Nicola Atria, ihr Bruder, hat den Gedanken an die „Vendetta“, die Rache, nicht aufgegeben, doch er weiß, dass er vorsichtig sein muss. Er tritt selber in die Mafia ein, betreibt eine Pizzeria, heiratet, bekommt eine Tochter. Er sammelt Informationen, versucht, Verbündete zu finden, doch es nützt alles nichts:

1991 wird auch Nicola Atria in seiner Pizzeria von einem Mord-Kommando erschossen. Wieder eine Leiche im Hause der Atrias, wieder schreiende und klagende Frauen, nur Rita Atria bleibt ganz ruhig, vergießt keine Träne, stattdessen strickt sie, doch die Muster wollen ihr in diesem Moment nicht gelingen, die Hände zittern zu sehr.

Ihre Schwägerin Piera, die Ehefrau des toten Nicola, geht zur Polizei – sie packt aus, sagt, was sie weiß (und das ist nicht wenig), kommt ins Zeugenschutzprogramm der Justizbehörden und wird mit ihrem Kind aus Partanna fortgeschafft – nach Rom, in eine neue Identität.

Zuhause ist sie ab nun die Schande des Ortes – denn mehr noch als die Mörder hasst man die Verräter, hasst diejenigen leidenschaftlich, die den Mut aufbringen, gegen das Morden aufzubegehren. Denn die Mörder könnten alle sein – die eigenen Söhne inbegriffen. „Sind doch unsere Jungs“, heißt es. Und: Puttana! (Hure). Und anderes.

In diesem Sommer 1991 ist Rita Atria sehr nachdenklich geworden. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung. Der Vater und der Bruder sind tot. Die ältere Schwester hat sich nach Mailand abgesetzt und den Kontakt mit der Familie minimiert. Der Verlobte von Rita sagt sich von ihr los: Er will nicht die Schwägerin einer „pentita“ zur Frau.

Rita Atria denkt nach. Sie sieht ihre Zukunft in Partanna klar vor Augen. Sie macht eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, doch auch die beste Ausbildung wird ihr in Partanna keinen Mann bringen. Sie ist nun durch das Verhalten ihrer Schwägerin auf immer gebrandmarkt.

Sie sieht all dies ganz klar und sie packt die Wut. Ihren Vater hat sie verloren und nun auch ihren Bruder: Den lebenslustigen Nicola, der sie so oft zum Lachen gebracht hatte, der wie der Vater den Schalk im Nacken sitzen hatte, aus dem die Lebenslust und das Lachen nur so herausgeströmt waren.

Rita Atria denkt nach. Und kommt zu einem Entschluss. Sie ruft die Polizei in Sciacca an (in Partanna gibt es keine Polizeistation) und bittet, vernommen zu werden. Man nimmt sie nicht ernst. Doch Rita Atria ist stur. Sie ruft wieder und wieder an, bis man schließlich einwilligt, sie zu vernehmen.

An einem Tag im November 1991 fährt Rita Atria wie immer im Bus ins 35 km entfernte Sciacca, wo sie zur Berufsschule geht. Doch an diesem Morgen geht sie nicht zur Schule, sondern zur Polizei. Eine Staatsanwältin vernimmt sie. Erst unwillig, dann erstaunt, dann immer gespannter, notiert sie, was Rita Atria erzählt.

Nun zahlt sich das gute Gedächtnis aus, was sie hat. Sie nennt Namen und Ereignisse, über die zuhause gesprochen worden war. Dass der von allen anerkannte Bürgermeister den Mord seines Konkurrenten in Auftrag gegeben hatte. Wer alles das Heroin verkauft. Wo die Verantwortlichen sitzen und wer ihnen alles unterstellt ist.

Es ist soviel, dass Rita Atria für die nächsten Wochen Dauergast bei der Staatsanwaltschaft wird. Klar, präzise, detailliert, schildert sie, als wäre sie bei einer Schulprüfung, was sie weiß. Auf alle wirkt sie ruhig und besonnen. Nur ihr Herz klopft stark und manchmal ist ihr bei dem Gedanken, was sie da tut, schwindelig. Aber sie kommt Woche für Woche und die Aktenordner füllen sich mit Namen von Orten, Ereignissen und Menschen.

Schließlich hat die Staatsanwaltschaft mehr als genug, um loszulegen. Man nimmt Verhaftungen vor: Greift die Großen wie die Kleinen. Allgemeines Geschrei in Partanna, denn es sind die eigenen Söhne, die da verhaftet werden und angesehene Bürger aus ehrbaren Familien.

Damit ist aber auch allen klar: Es muss einen Verräter geben! Noch hat niemand Rita Atria im Visier, niemand hat sie in Sciacca gesehen. Doch die Gerüchteküche brodelt und bald beschäftigt sie sich auch mit der Tochter von Vito Atria.

Eines Nachts Ende November, Rita und ihre Mutter sind bereits schlafen gegangen, klopft es an der Wohnungstür. Wer da, rufen beide erschrocken? Ein alter Freund, Stefano – man möge ihn doch bitte hereinlassen. Nein, es ist zu spät, er soll morgen wiederkommen. Nach einigem Hin und Her geht Stefano (oder wer immer es war).

Den Rest der Nacht macht Rita Atria kein Auge mehr zu. Am nächsten Tag wird bei der Staatsanwaltschaft entschieden, sie ins Zeugenschutzprogramm aufzunehmen. Rita Atria wollte das nicht, hatte gehofft, unerkannt zu bleiben. Doch das Risiko ist zu groß.

Überdies kommt ein weiteres Problem hinzu: Die Mutter weiß von allem nichts. Wiederholt hat Signora Atria ihrer Tochter eingeschärft, dass eine Verräterin die größte Schande dieser Welt sei und dass sie ihre Tochter verstoßen würde, sollte sie erfahren, dass sie zur Polizei gegangen ist.

So wird alles vor der Mutter geheimgehalten. Rita Atria wird kurz darauf in einer Nacht- und Nebelaktion aus Partanna weggeholt. Die Mutter wird von den Behörden informiert, dass ihre Tochter in Gefahr sei – mehr möchte man ihr nicht sagen. Giovanna Atria gibt sich damit zufrieden – ob sie geahnt hat, was wirklich geschah, weiß man auch heute noch nicht.

Rita aber kommt das erste Mal aus Partanna heraus: Sie wird nach Rom zu ihrer Schwägerin gebracht. Dort trifft sie Ende November ein. Die Wiedersehensfreude ist groß. Tränen und Erleichterung! Man jauchzt und jubelt und heult vor Erleichterung. Kurz darauf beginnt die schönste Phase dieses Teils ihres Lebens:

Piera und Rita erkundigen gemeinsam Rom. Immer vorsichtig, es gibt klare Anweisungen für die Personen im Zeugenschutzprogramm und alle paar Wochen wird die Wohnung gewechselt. Aber der Staat ist auch großzügig, Piera erhält monatlich eine ordentliche Unterstützung und die beiden jungen Frauen genießen es, das Geld auszugeben.

Sie kaufen Süßigkeiten, gehen ins Museum und ins Kino (obwohl sie Menschenansammlungen meiden sollen), gehen ins Cafe und ins Restaurant etc. Rita ist fasziniert und wirkt glücklich, doch die Einsamkeit nagt bald an ihr.

Die Mutter dringt in sie, wenn sie anruft: Was machst Du? Wo bist Du? Bist Du eine Pentita? – Ich bin weit weg, Mama. Ich darf Dir nicht sagen, wo, aber es geht mir gut. Nein, ich bin keine Pentita. Diese Gespräche zehren an ihr. Über Weihnachten möchte sie ihre Schwester in Mailand besuchen.

Als sie sie am 24.12. anruft (gemäß der Hinweise von Teilnehmern des Zeugenschutzprogramms sollen Aktivitäten möglichst spontan erfolgen) und ihr Kommen ankündigt, weist die Schwester sie ab: Der Mann sei nicht da, sie könne sie nicht am Bahnhof abholen, sie möge bitte nicht kommen.

Das ist der erste Moment, in dem Piera sieht, wie Rita schwankt – ins Schwanken und in Verzweiflung gerät. Piera hat ihre Tochter, aber wen hat Rita? Bald jedoch kommt ein neuer Lichtblick in ihr Leben: Rita verliebt sich in einen Matrosen der italienischen Marine, Gabriele, der in Albanien stationiert ist.

Erste Romantik, Küsse, sehnsuchtsvolle Briefe-  das ganz normale Leben zweier Teenager, mit dem Unterschied, dass Rita nicht sagen kann, was sie tatsächlich in Rom tut. Auch dies lastet auf ihr. Gabriele muss wieder nach Albanien, so bleibt nur das Briefeschreiben. In dieser Zeit gewinnt sie Vertrauen zur letzten Vaterfigur in ihrem Leben:

Es ist dies der Untersuchungsrichter Paolo Borsellino, über den einen weiteren Artikel zu schreiben sich lohnen dürfte. https://de.wikipedia.org/wiki/Paolo_Borsellino

Paolo Borsellino ist nicht nur für ihren Fall verantwortlich, er kümmert sich um sie, wie er sich um alle Frauen im Zeugenschutzprogramm kümmert. Allen gibt er seine private Telefonnummer, sie dürfen ihn mit ihren Sorgen und Nöten anrufen, wann sie wollen. Sie tun es und Paolo Borsellino hat für alle ein offenes Ohr. Oft schelten ihn seine Frau und seine Kinder deswegen, doch er bittet um Nachsicht: Er fühlt sich für diese Frauen verantwortlich.

Rita Atria mit ihrem sensiblen und schüchternen Wesen erinnert ihn an eine seiner Töchter. Rita und Piera dürfen ihn besuchen, man trifft sich auch zum Cafe (gibt es so etwas auch in Deutschland)? Einmal noch findet Rita Geborgenheit bei Richter Borsellino.

Dieser umarmt sie, tröstet sie, richtet sie auf, wenn die Sorgen zu drückend sind, nimmt ihr Gesicht in seine Hände und sagt: Meine Schöne, sei ganz beruhigt – es wird alles gut. Und Rita Atria braucht diesen Zuspruch – sie ist doch noch ein halbes Kind, von der Familie und den Freunden verstoßen.

Doch auch die warmen Worten können das Schreckliche nicht verhindern: Am 19.07.1992 gerät die gepanzerte Limousine des Untersuchungsrichters Borsellino in eine Sprengfalle. Borsellino und sein Fahrer sowie seine Leibwächter sind sofort tot. Wieder hat die Mafia zugeschlagen.

Rita und Piera verfolgen die Berichte über das Attentat am Fernseher. Piera wird hysterisch, sie hat einen Nervenzusammenbruch. Rita wird wiederum ganz ruhig. In ihrem Tagebuch notiert sie: Borsellino ist tot. Niemand kann begreifen, welche Leere er in meinem Leben hinterlässt.

Das Zeugenschutzprogramm läuft weiter. Kurz darauf erhält Rita Atria endlich ihre eigene Wohnung am Stadtrand von Rom. Piera will ihr helfen, sie einzuräumen. Sie macht sich Sorgen: Rita ist so still geworden und so ernst. Doch das Leben muss ja weitergehen.

Piera will nach Sizilien für einen kurzen Besuch unter strengen Sicherheitsauflagen. Rita soll mitkommen, doch diese entscheidet sich dagegen. Piera will sie unbedingt mitnehmen, doch Rita bleibt stur, und wenn sie stur ist, kann man sie nicht umstimmen.

Was soll auch passieren, fragt sich Piera? Sie ist zwei Tage allein in ihrer Wohnung, dann sehe ich sie wieder. Am letzten gemeinsamen Abend, dem ersten in der neuen Wohnung, reden die beiden Freundinnen miteinander, wie es nur junge Leute tun können.

Sie reden die ganze Nacht bis zum frühen Morgen, derweil Pieras Tochter schläft, und erzählen sich Dinge, die sie sich noch nie erzählt hatten. Rita erzählt ihrer Schwägerin seltsame Sachen: Wenn ich eines Tages sterbe, Piera, dann sollst Du bitte nicht traurig sein – sei glücklich, so wie ich es dann sein werde, denn dann werde ich meinen Vater und meinen Bruder wiedersehen.

Was junge Leute so reden….. will Rita wirklich nicht nach Sizilien mitkommen? Nein, sie will nicht. So verabschiedet sich Piera von ihrer Schwägerin und fährt mit der Tochter ab. Was dann passiert ist, wurde von der Polizei im Rahmen der Spurensicherung rekonstruiert:

In ihrer Wohnung im siebten Stock verbringt Rita Atria den folgenden Tag (ein Samstag), ohne ihre Habseligkeiten auszupacken. Auch am Sonntag bleibt sie nur in der Wohnung, telefoniert mit niemandem. Am Sonntag Nachmittag klettert sie auf die Brüstung des Balkons und stürzt sich in die Tiefe.

Eine Nachbarin findet sie auf dem Trottoir liegend, die Gliedmaßen verdreht. Rita stöhnt vor Schmerzen, die Nachbarin weiß nicht, was sie tun soll. Kurz darauf ist sie tot. Die Wohnung wird von der Polizei untersucht. Ein Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden. Rita Atria hat Selbstmord begangen.

Sie wird in Partanna begraben.

Soweit die Geschichte der Rita Atria aus Partanna. Ist es die Geschichte eines Scheiterns? Nein! Unbedingt Nein! Rita Atria war ein Mädchen mit einem Löwenmut, die sich gegen Tradition, Feigheit und Anpassung und für die Wahrheit entschieden hatte.

Dass sie unter dem Druck des Alleinseins und durch den Verlust der letzten Vaterfigur in ihrem Leben zerbrach, schmälert ihre Leistung nicht. Rita Atria hat uns vielmehr gezeigt, dass jeder Mensch zu jeder Zeit „sein Licht leuchten lassen kann“.

Sicher mag man (und man hat dies auch getan) darüber diskutieren können, wie man sie hätte retten können, warum man ihr keine psychologische Hilfe zur Seite stellte etc. – aber diese Fragen stellen sich mir an dieser Stelle nicht.

Vielmehr ist das für mich Entscheidende dies, dass da ein Mensch, ein junges Mädchen noch, aufgestanden ist und dem Unrecht die Stirn geboten hat: Mutig, konsequent und offen. Und das ist ein Beispiel, welches unbeschadet vom traurigen Ende für uns alle Inspiration sein kann.

Unsere Wahrheit zu sprechen! Dann, wenn es notwendig ist! Denn die Mafia, wenn wir sie als Bild für Gewalt, für Feigheit und Duckmäuserei, für Drohungen und Einschüchterung, verstehen wollen, ist überall. „Die Mafia sind wir und unser  falsches Verhalten“ hat Rita Atria eines Tages in ihr Tagebuch geschrieben.

Damit liegt es an uns  – an jedem einzelnen  – seine eigene Mafia zu überwinden. Rita Atria hat das getan. Wir können dies auch tun.

(Inspiration und Zitate aus dem schönen Buch „Ein Mädchen gegen die Mafia“ von Sandra Rizza).

6 Kommentare zu “Heldengeschichten – Rita Atria gegen die Mafia

  1. Danke für den ausführlichen Bericht, spannende Frühstückslektüre.
    Die Mafia in uns zu überwinden ist nicht so einfach wie Du es schreibst. Nehmen wir doch mal die Pharmaindustrie. Prof. Gotsche aus Dänemark bezeichnet die Phrmaindustrie schlimmer als die Mafia. In seinem Buch „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ gibt er nichts als die Realität wieder.
    Medikamente sind dritthäufigste Todesursache In der westlichen Welt. In Deutschland kommen jährlich rund 50.000 Menschen an Medikamenten um, laut offiziellen Zahlen.
    Wie soll sich der einzelne dagegen wehren. Die Leit(d)linien im Gesundheitswesen (insbesondere Krankenhäuser) werden von der Pharmaindustrie und der Schulmedizin wesentlich beeinflusst.
    Die Ärzte sind hier Opfer und Täter zugleich. Ähnliches gilt für Apotheker.
    Wie immer gibt es, das gilt für alle Bereiche, Ausnahmen.
    Diese Ausnahmen, werden von der PharmIndustrie bekämpft wenn sie das Geschäftsmodell Krankheit „heilen wollen“. 2 Beispiele dazu:
    Dr. Rifle hat in den 30iger Jahren herausgefunden dass jede Krankheit, insbesondere Krebs, mit einer bestimmten Frequenz geheilt werden kann, sozusagen Energiemedizin.
    Dr. Rifle und seine Mitarbeiter sind ums Leben gekommen, sein Labor wurde vollständig zerstört einschl aller Unterlagen.
    Link dazu reiche ich nach.
    Die germanische Heilkunde nach Prof. Hamer heilt dem Krebs. Prof. Hammer wurde gemobbt, diskreditiert und musste schließlich Deutschland verlassen. Interessanterweise ist Chemotherapie in Israel verboten und man heilt dort den Krebs nach der germanischen Heilkunde.
    Link dazu reiche ich auch nach.
    Zurück zu den Medikamenten. Zu den Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Die wenigsten machen es oder erhalten meistens die Antwort „es gibt leider nichts anderes“. Und das war es dann auch.
    Es geht aber auch anders. Man könnte einen Arzt aufsuchen, der schulmedizinisch ausgebildet ist, Erfahrung in Naturheilkunde und Homöopathie mitbringt. Der Medikamentenplan, der in der Regel von Schulmedizin und Pharmaindustrie vorgegeben ist, und von den Ärtzen sprich Schulmediziniern aufgrund der Leitlinien entsprechend umgesetzt wird, könnte ggf. abgeändert werden, sofern dies medizinisch vertretbar ist.
    Der Pharmaindustrie sind die Nahrungsergaänzungsmittel sowie die Homöopathfie ein Dorn im Auge und sie hatten schon in den 90iger Jahren versucht diese abzuschaffen, indem sie das Monopol
    für sich beanspruchten. Dank Dr. Rath konnte dieser Anschlag verhindert werden. ich befürchte, dass wenn die Handelsabkommen wie CETA, TTIP usw. starten, ein neuer Versuch iniziert wird bzw. Erschwernisse für die Zulassung dieser Prärparate einzufordern.
    Dies sind keine schöne Aussichten betreffend unserer Gesundheit.
    Man könnte noch viel mehr schreiben, aber es ist schon ein Armutszeugniss dass das Modell der Pharmaindustrie auf Krankheit beruht. Deren Manager erhalten Boni dafür dass die Verkaufszahlen für Medikamente Jahr für Jahr steigen. Als „vernunftbegabter“ Mensch“ fragt man sich was das mit Gesundheit zu tun hat. Man denke nur mal über die Definition von Gesundheit nach.

    • Danke Udo für den guten Kommentar. „Ein Gesunder ist ein Kranker, der noch nicht hinreichend untersucht wurde“ – so der alte Witz. Oh ja, bitte reiche die Links zu Rifle und Hamer nach – das wäre auch für andere interessant.

  2. Der andere Artikel findet man auf der Seite Nick-knatterton-blogspot.de
    Der Artikel heißt: In Israel bei Krebs zu 99 Prozent erfolgreich, hier verteufelt und verfolgt: Die „Germanische Heilkunde“
    und ist vom 14. Juli 2016

  3. Pingback: Helden des Alltags: Ernst Wiechert und die Wahrheit | nachrichtenaushinterland

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