Heldengeschichten – Friedrich Spee

In dieser dunklen Zeit, in die wir nun eintreten, ist es wichtig, den Mut und den Glauben an das Gute nicht gänzlich zu verlieren…. Was uns dabei auch helfen kann, sind Geschichten von Männern und Frauen, die das Ihre für eine bessere Welt getan haben.

Die sich gegen die Furcht und für die Wahrheit entschieden haben und die somit ihren wichtigen Beitrag für eine bessere Welt geleistet haben. Denn wie sonst kommt die bessere Welt, wenn nicht durch Menschen, die der Wahrheit zu ihrem Recht verhelfen? Die ihrem Gewissen folgen und ihrer inneren Überzeugung: Hier stehe ich – ich kann nicht anders, Gott helfe mir!

Solche Männer und Frauen gab es früher und es gibt sie auch heute…… ein paar Beispiele sollen an dieser Stelle künftig in lockerer Folge präsentiert werden. Uns Heutigen zur Anschauung, zum Ansporn, zum Mut-Machen und Mut-Fassen! Denn nicht, weil es so schwer ist, wagen wir es nicht – es ist so schwer, weil wir es nicht wagen. (Seneca).

Friedrich Spee zu Langenfeld war so einer, dessen Geschichte ich hier kurz erzählen will, der dem Drachen des Unrechts den Kampf angesagt hatte – und damit ein Zeichen in einer dunklen Zeit setzte. Früher hätte man gesagt: Ein großer Deutscher (um Gottes Willen! Nazi-Alarm! Tu das nicht! – vielleicht ein großer Mann? – Besser, aber ein bisschen zu Masku…..ähm…… ein Großer? – Diskriminiert die Kleinen! – tja…. Ein Mensch?? – Okay-  das geht). 🙂

Aber heraus aus den Niederungen politischer Korrektheit und hinauf in die Höhen und den Adlerblick – hier also die kurze Geschichte von Friedrich Spee zu Langenfeld: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Spee

Friedrich Spee zu Langenfeld wurde 1591 als Sohn des adligen Burgvogts Peter Spee zu Langenfeld geboren. Sein Vater war ein Beamter des Kölner Kurfürsten (die sieben Kurfürsten gehörten zu den mächtigsten Fürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation).

Vielleicht war es auch sein Vater, der mit seiner Erziehung die Grundlagen für Spees späteren Kampf legte, der sich ihn in die Reihen der großen Deutschen (aaaaah – Nazi Alarm, der innere Zensor schreit auf!), also gut, der Großen einreihen ließ. Matthias Claudius, auch lange vergessen, sagte mal so schön: Es ist nichts groß, was nicht gut ist.

Denn Spees Vater hatte Charakter: Bei einem Festbankett des Kurfürsten äußerte sich dieser abfällig über den Papst und forderte die Anwesenden auf, auf den Sturz des Papstes zu trinken. Peter Spee zeigte echte Zivilcourage und weigerte sich erwiesenermaßen als einziger bei Tische.

Friedrich Spee, sein Sohn, sollte später ebenfalls Zivilcourage, Mut und Wahrheitsliebe zeigen. Er ging auf eine Jesuitenschule und trat 1610 dem Jesuitenorden mit dem Traum bei, Missionar in China zu werden.

Kurzer Einschub: Die Jesuiten waren auch Missionare, die sich nicht nur der Verbreitung des Glaubens, sondern auch dem Erhalt der von ihnen missionierten Völker verschrieben hatten. In Südamerika kämpften sie (leider oft erfolglos) gegen die Ausbeutung der Indianer durch die portugiesische und spanische Krone (wovon der Film „The Mission“ ein schönes, wenn auch hier und da geschöntes, Bild abgibt). https://www.youtube.com/watch?v=dmUxkdTZY18

Wer ein wirklich realistisches Bild von der seltsam zwiespältigen Rolle der Jesuiten als Missionare haben möchte, sollte den überaus guten, wenn auch kaum bekannten Film „Black Robe“ aus Kanada anschauen. https://www.youtube.com/watch?v=qdD9YUeBDlI

Er zeigt die wahre Geschichte eines kanadischen Indianerstammes, der von den Jesuiten erfolgreich zum Christentum bekehrt worden war – mit der Folge, dass die Indianer, als gute Christen, von der Grausamkeit und dem Kämpfen abließen und von anderen, heidnisch gebliebenen Indianern, besiegt und vertrieben wurden. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzrock_(Roman)

Kennen wir das nicht aus heutiger Zeit….? Scheinbar Gutes zu tun, um Böses heraufzubeschwören….doch zurück zu Friedrich Spee.

Dieser wurde kein Missionar in China, sondern sollte wegen zweier Dinge künftig im Gedächtnis der Deutschen (Zensor? Hmmm- geht grade noch) erhalten bleiben. Er dichtete leidenschaftlich gerne und schrieb Lieder. Manche von ihnen sind auch heute noch bekannt, so das schöne „Oh Heiland reiß die Himmel auf“. Auch Sinnsprüche sollten von ihm später verfasst werden (und der Philosoph Leibniz würde eines Tages sein „Güldenes Tugendbuch“ lobend erwähnen).

Vor allem aber wurde ihm ein Platz in der Erinnerung wegen seines Eintretens gegen ein schreiendes Unrecht gesichert, welches damals in Deutschland und anderswo wütete: Es waren dies die Hexenprozesse, welche auch in Trier, wo Spee zur Schule gegangen war, besonders heftig in den Jahren 1580 bis 1595 getobt hatten.

Nicht nur Frauen, auch Männer wurden der Hexerei bezichtigt. Eines der prominentesten Opfer in Trier war der örtliche Schultheiß und Rektor der Universität Trier, Dietrich Flade (der vorher selbst über Hexen zu Gericht gesessen hatte) gewesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Flade

Der junge Spee wird von diesen und andere Vorkommnissen gewusst haben. Zunächst aber ging er den Weg eines guten Ordensbruders. Er studierte Theologie, wurde anschließend Lehrer, schrieb seine Gedichte und Lieder und wurde 1622 zum Priester geweiht, wodurch er nun auch als Seelsorger arbeiten durfte.

In Peine wurde er (der Dreißigjährige Krieg hatte 1618 begonnen) als Seelsorger eingesetzt und war außerdem für die Rekatholisierung der vorher protestantisch gewesenen Gegend zuständig. Friedrich Spee war kein Radikaler – er pflegte zum Beispiel freundschaftliche Kontakte zu evangelischen Pfarrern, was damals nicht die Regel war.

Doch war er auch gläubiger Katholik und die Bewohner von Peine, welche seit mehreren Generationen protestantisch gewesen waren, sahen sich dem Konzept des „salutis terror“, d.h. dem „heilsamen Schrecken“, ausgesetzt. Wer nicht katholisch wurde, wurde unter Druck gesetzt, d.h. entweder ausgewiesen oder mit hohen Bußgeldern belastet. Junge Männer, die dem Gottesdienst fernblieben, wurden auf Anweisung von Spee enterbt.

Einschub: Ja, der Glaube…. Er kann Berge versetzen….. oder Naturkatastrophen verursachen. Was „wahrer Glaube“ (hüstel) alles bewirken kann, dürften wir die nächsten Jahre auch bei uns erleben….. Doch zurück zum Thema:

Spee war auch noch in Würzburg und anderen Orten für die Societas Jesu aktiv. Dort erlebte er selber den Hexenwahn seiner Zeit hautnah mit, als er in seiner Funktion als Beichtvater den Hexen die Beichte abnehmen und die später verurteilten Frauen zum Scheiterhaufen begleiten und bei der Verbrennung zugegen sein musste.

Die grauenvollen Hinrichtungen der von Foltern gekennzeichneten Frauen brannten sich tief in seine Seele ein und sorgten für eine große innere Belastung Spees. Wie konnte Gott so etwas zu lassen? Dass offensichtlich unschuldige Männer und Frauen deart behandelt wurden?

Ricarda Huch hat diesem Gewissenskonflikt von Spee ein literarisches Denkmal in ihrem Magnum Opus über den großen Glaubenskrieg auf deutschem Boden gesetzt. Dieses Buch ist übrigens ein absolutes MUSS für jeden Menschen, der etwas über die Geschichte von damals und vor allem über den Charakter der Deutschen erfahren will. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gro%C3%9Fe_Krieg_in_Deutschland

Hier findet sich alles: Schäbigste Duckmäuserei neben aufopferndem Heldentum, Großmäuler und Feiglinge stehen Tapferen und Mutigen gegenüber – ein großes, wirklich großes Werk…..

Und Spee selber schrieb später über diese Zeit: Gott weiß es, wie oft ich das unter tiefen Seufzern in durchwachten Nächten überdacht habe und mir doch kein Mittel einfallen wollte, der Wucht der öffentlichen Meinung Einhalt zu gebieten.

Die Legende, er habe aufgrund dieser Erlebnisse weiße Haare bekommen, ist allerdings wohl erfunden. Spee entschloß sich, gegen das Unrecht anzuschreiben! Allerdings musste er vorsichtig sein, wollte er nicht sich selbst oder seinen Orden gefährden.

Zunächst blieb ihm auch keine Zeit dazu: Er wurde – was typisches Jesuitenschicksal ist – alle paar Jahre an einen neuen Ort versetzt. 1629 war er wieder in Peine, als er von einem Räuber überfallen und schwer verletzt wurde. Mit letzter Kraft schaffte er es in den Ort, wo er in der dortigen Kirche eine Predigt halten sollte.

Der protestantische Pfarrer verband ihn, Spee schleppte sich auf die Kanzel, wo ihn die erschrockene Gemeinde (da ihm das Blut die Kleidung herunterlief) sah und brach während seiner Predigt zusammen. Es folgte ein mehrwöchiger Aufenthalt in einem Sanatorium der Jesuiten, wo er weitgehend gesund gepflegt wurde.

In dieser Zeit konnte er sich, unbeschadet aller äußeren Einflüsse, an sein großes, besser, sein größtes Werk machen – es entstand die „Cautio Criminalis“, die fulminante Abrechnung mit den Hexenprozessen, die seinen Namen in späteren Zeiten berühmt machen sollte. https://de.wikipedia.org/wiki/Cautio_Criminalis

Wie schon erwähnt musste Spee vorsichtig vorgehen: Der Orden durfte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, weshalb das Werk nur anonym erscheinen konnte. Leugnung der Hexerei galt damals außerdem als ein Merkmal der Hexerei und so hat Spee denn auch in diesem Werk die Existenz von Hexen nicht offen angezweifelt. Der Hexenwahn war allgemein, d.h. dass Hexen existierten, war die allgemeine Überzeugung und dies zu leugnen somit gefährlich. https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

Kurzer Einschub: Wer will, mag überlegen, was man heutzutage leugnen oder besser nicht leugnen kann, ohne dabei in den Ruch bösester Gesinnung zu kommen….. doch weiter.

Hexerei war damals ein Sonderverbrechen und damit der ordentlichen Rechtsprechung entzogen (Beweisverfahren und Verteidigung des Angeklagten, welche bereits in der Jurisprudenz existierten, galten in Hexenprozessen nicht). Ein Verteidiger von Hexen wäre notgedrungen selber in den Verdacht geraten, Hexer zu sein.

Und wieder ein Einschub: Ich las irgendwo, dass, wer heute in Deutschland jemanden, der der Holocaustleugnung angeklagt ist, verteidigt, sich damit selber der Holocaustleugnung schuldig mache. Spannend, wie sich manches nicht ändert. Womit ich natürlich nicht sagen will, der Holocaust habe nicht stattgefunden – ich wollte nur dieses interessante Detail erwähnen. Doch weiter:

Spee musste dem Ungeheuer Hexenwahn anders zu Leibe rücken – und er tat es! Mit wahrem Feuereifer, die Feder wie einen Degen führend und mit den Argumenten nur so zustoßend, kämpfte er gegen das Unrecht an! Er griff die Prozesse und deren offensichtliche Mängel an und argumentierte folgendermaßen:

Er stellte nüchtern fest, dass bei den Hexenprozessen bzw. den Anklagen gegen Hexen viel Neid, Missgunst, Aberglauben und Unwissenheit eine Rolle spielten. Heftig geißelte er die Folter und scheute sich nicht, Details offenzulegen: Es wird gefoltert „mit einer breiten eisernen Presse, deren vordere, mit scharfen Zähnen versehene Platte fest auf die Schienbeine – wo sie besonders empfindlich sind – gepreßt wird, dann spritzt das Blut heraus und das Fleisch wird zu Brei zerquetscht…..“

Angesichts solcher und ähnlicher Qualen hielt es Spee für ausgeschlossen, dass sich ein Mensch etwas anderes als „schuldig“ bekennen würde – nur damit diese Qualen aufhörten…

Zitat Spee: Ich pflege mir oft zu sagen, dass wir nicht allesamt Zauberer sind, hat nur den einen Grund, dass wir nicht mit der Folter in Berührung gekommen sind. So hat sich neulich der Inquisitor eines mächtigen Fürsten beim Trunk mit vollem Recht zu rühmen gewagt, wenn der Papst selber ihm unter die Folterwerkzeuge geriete, so würde auch er am Ende gestehen, ein Hexenmeister zu sein.

Hart ging Spee auch mit den Inquisitoren ins Gericht. Da diese nach den Kopfzahlen der Hingerichteten entlohnt wurden, mussten sie ein Interesse an möglichst vielen Verurteilten haben! Spee hielt dem den eigenen, humanistischen Anspruch entgegen:

Mit Menschenblut darf man nicht Kurzweil treiben und Köpfe sind keine Spielbälle, mit denen man ohne Weiteres so zum Vergnügen herumwerfen darf!

Auch die Praxis, dass die Angeklagten in den Verhören Komplizen benennen mussten, wodurch die Prozesse in die Länge gezogen wurden (und die Inquisitoren sich ein gutes Auskommen sicherten) geißelte er in scharfen Worten.

Selbst die Fürsten, welche diese Prozesse überall duldeten und in keiner Weise einschritten, bekamen ihr Fett weg (Zitat): Gewiß würde es kein deutscher Edelmann ertragen können, dass man seinen Jagdhund so zerfleischte. Wer soll es da ertragen, dass ein Mensch vielmals so gepeinigt wird?

Und fast prophetisch klingend schrieb er: So viel die Fürsten auch noch verbrennen mögen, sie werden es doch nicht ausbrennen, so sie nicht alles verbrennen!

 

Ganz modern klingt Spee überdies uns Heutigen, wenn er die Unschuldsvermutung für Hexen forderte (die es nicht gab – umgekehrt mussten die Hexen beweisen, dass sie nicht schuldig waren) und menschlich-juristisch folgerte: Eher sind 10 Schuldige freizulassen, als sich der Gefahr auszusetzen, auch nur einen Unschuldigen zu bestrafen!

Und darauf aufbauend schrieb er: Es ist ein dem Naturrecht selbst entnommener, bei Theologen und Juristen gleichmäßig anerkannter Grundsatz, dass man jeden solange für gut zu halten hat, bis hinreichend bewiesen wird, er sei schlecht.

Einschub: Erinnert einen das hier und da an heutige Umstände? An Angeklagte, die in der öffentlichen Wahrnehmung gefälligst schuldig zu sein haben? Der Leser möge sich selbst ein Urteil bilden…..

Kur gesagt: Was Spee da zu Papier gebracht hatte, war eine Kampfschrift! Ein mutiges, auch heute noch Trost spendendes und Farbe bekennendes Werk, das den Irrsinn und die offensichtlichen Mängel der Prozesse klar beim Namen nannte. Spee war seinem dem Propheten Jesaja entnommenen Motto treu geblieben:

Er wolle, schrieb er, nicht zu den „stummen Hunden“ gehören, die nicht zu bellen vermögen. Spee bellte. Deutlich. Und seine Stimme wurde vernommen…..

Sein Werk erschien 1631 anonym (und ein Jahr später bereits in der zweiten Auflage). Es wurde sofort eifrig diskutiert (und durchaus nicht nur wohlwollend). Ein Kritiker bezeichnete es als „höchst verderblich“ und „großen Schaden anrichtend“. Was dann folgte ist so typisch für menschliches Verhalten, dass es eins zu eins auf heutige Verhältnisse übertragbar wäre:

 

Im Jesuitenorden wurde Spee bald als Verfasser vermutet. Es gab innerhalb des Ordens Befürworter wie Gegner dieser Schrift. Seine Gegner forderten Spee auf, den Orden zu verlassen, da er mit seinen Handlungen den Orden in Gefahr brächte. Spee weigerte sich. Und dann folgte das, was so menschlich typisch ist:

Seine Gegner denunzierten ihn beim Papst, dem Oberhaupt der katholischen Kirche und damit auch des Jesuitenordens. Das hätte das Ende von Spee sein können, doch zeigte sich hier spiegelverkehrt das Gute in dieser Situation: Sein Provinzial (das Oberhaupt der Jesuiten in Deutschland) stand für ihn ein und hielt seine schützende Hand über Spee.

Ob er dies aus Achtung für die Leistung Spees oder aus freundschaftlicher Zueignung getan hatte wissen wir nicht. Doch wurde Spee aus der Schusslinie genommen, indem er versetzt wurde (auch heute noch eine beliebte Praxis). Der Orden musste aus Eigeninteresse darauf achten, nicht in das Schussfeld der Fürsten zu geraten.

Spee kam als Dozent nach Paderborn und ging anschließend nach Trier, der letzten Station seines Lebens. Dort geriet er (wieder als Seelsorger) in die Gefechte zwischen französischen und spanischen Truppen und kümmerte sich um verwundete Soldaten. Wieder ist es Ricarda Huch, die eine von damals verbürgte Situation schilderte:

 

Ein schwerverwundeter Deutscher, dem Spee Wasser einzuflößen versuchte, verlangte nach einem evangelischen Geistlichen; mit den Jesuiten wolle er nichts zu tun haben. Freundlich sich über den Sterbenden beugend, sagte Spee, er wisse nicht, wo ein evangelischer Feldprediger sei, könne auch jetzt nicht suchen; sie wären alle Gottes Kinder, der Soldat möge zulassen, dass er, Spee, mit ihm betete.

Nein, stöhnte jener, den Kopf gewaltsam von der Wasserflasche wegreißend, jesuitisch gebetet sei schlimmer als geflucht. Mit der Welt sei es jetzt vorbei, so wolle er sich den Himmel nicht verscherzen. „Quäle Dein Herz nicht mit Hass“, bat Spee, „vergib Deinen Feinden, damit Gott Dir Deine Sünden vergebe!“

„Fort, Du Teufel“, röchelte der Sterbende, indem er Spee mit seiner letzten Kraft zurückstieß und dann, mit dem Kopf auf das Pflaster schlagend, verschied. Spee betete bei dem Toten, drückte ihm die Augen zu, faltete seine Hände und ging traurig weiter. (Zitat Ende).

 

In Trier schrieb Spee auch sein bekanntestes Gedichtwerk, die Trutz Nachtigall. Dieser gab er die folgende schöne Einleitung:

Ettliche Merkpücktlein für den Leser

Trutz Nachtigall wird das Büchlein genand weil es trutz allen Nachtigallen süß und lieblich singet und zwar auf recht poetisch. Also dass es sich wohl auch bey sehr guten Lateinishen und anderen Poeten dörffe hören lassen.

Dan dass man auch in der Teutschen Sprach gut peotisch dichten und singen könne; und es nicht bishero an der Sprach, sondern an Poeten , so es einmal auch im Teutschen wagen dörfften, gemangelt habe; wird der Leser gleich aus diesem Büchein erfahren.

Und ist die Meinung des Autors darauff gangen, dass auch Gott in Teutscher Sprach seine Sänger, und Poeten hette, die sein Lob, und Namen also künstlich, und poetisch als andere in anderen Sprachen singen und verkünden köndten.

 

Wie man sieht hatte Spee große Freude an der deutschen Sprache und an der Schöpfung. In der Trutz Nachtigall hat er dieser Freude Ausdruck verliehen.

1635 hielt die Pest im vom Krieg zerrütteten Trier Einzug. Auch Friedrich Spee erkrankte an ihr und verstarb bald darauf im August desselben Jahres. Sein Grab befindet sich heute noch in Trier.

Wenngleich Friedrich Spee im öffentlichen Bewusstsein von heute keine Rolle mehr spielt, bleibt seine Botschaft so aktuell wie sie es damals war: Dem Wahn entgegen zu treten! Seine Stimme, auch wenn es nur EINE Stimme in einem Chor des Massenwahns ist, dem Unrecht entgegen zu setzen!

Dem Wahnsinn die Maske vom Gesicht zu reißen, so dass sich hinter den schönen Worten (immer agieren die Prediger des Wahns mit schönen Worten) das Wahre zeigt: Die Gier, der Neid, der Hass, die Feigheit und all die anderen Gefühle, die damals halfen, Menschen aufgrund von Gerüchten zu verurteilen und die es heute auch noch tun.

Sicher: Heute droht vom Massenwahn Verurteilten kein Scheiterhaufen mehr und sie werden nicht vom Leben zum Tode befördert. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung werden sie durchaus medial verurteilt und hingerichtet – bzw. werden manche Menschen, weil sie IHRE Wahrheit sprechen, mit dem Brandzeichen des Bösen versehen.

Mit dem diskutiert man nicht mehr….. der ist böse! Der soll nicht wahrgenommen werden! Der muss ausgegrenzt werden! Soll sich nicht artikulieren dürfen! Der darf nicht publizieren in großen Zeitungen! Und im Fernsehen soll er auch nicht auftreten dürfen! Gefahr! Gefahr! Wer mag, kann auf die Suche nach Menschen gehen, denen dies wiederfahren ist. Man dürfte einige finden.

Der Hexenwahn hatte damals mit dem 30jährigen Krieg seinen Höhepunkt erreicht. Schließlich ließ der Wahn nach, wurde der Widerstand deutlicher, konnte offener formuliert werden – und endlich wurden im 18. Jhdt. die Prozesse nach und nach eingestellt. Die letzte Hinrichtung einer Hexe im Deutschen Reich fand 1756 statt.

Der Hexenwahn erlosch. Das Gute: Der ideologische Wahn von heute wird keine hundert Jahre mehr andauern. In 20 Jahren ist der Spuk vorbei. Das Schlechte: Wir haben noch nicht den Höhepunkt des Wahns erreicht. Der kommt erst die nächsten 10-15 Jahre. Danach dürften auch wir kuriert sein. Für lange Zeit.

Tun wir’s also Friedrich Spee gleich und erheben unsere Stimme gegen den Wahn da, wo es nötig ist. Wann und wo das sein wird, wird das Schicksal uns weisen. Und dann gilt es!

4 Kommentare zu “Heldengeschichten – Friedrich Spee

  1. Die Rolle der Jesuiten in Südamerika ist eine furchtbare.
    Nach der Entdeckung dieses Erdteils wurde über dreißig Jahre lang aufgerüstet und das Land ausgekundschaftet. Unter der Leitung der Jesuiten wurden dann im Krieg alles an schriftlichen Kulturgütern zerstört. Man bezichtigte diese Völker, sie wären Barbaren und würden lebenden Menschen das Herz herausreißen. Im 20.Jahrhundert entblödeten sich dann sogenannte Wissenschaftler nicht, zu behaupten, dass die Masse der Entvölkerung durch die von Europäern mitgebrachte Grippe etc stattgefunden habe.
    Die Bergindios erzählen die richtige Geschichte: Ihre Vorfahren seien in die Berge geflüchtet, weil man nur dort vor den europäischen Totschlägern sicher war.

    • Servus adept, dazu habe ich andere Informationen – dass die Jesuiten sich der Versklavung der Indios etc. entgegengesetzt hätten. Wahrscheinlich ist das Bild hier auch nicht schwarz und weiß, sondern vielfarbig. Hast Du ein paar Links, die Deine Ansicht untermauern?

  2. Ignatius von Loyola sollte man zuerst lesen, er beschreibt
    sein System zur Unterdrückung mit allen Mitteln sehr genau.
    Die Jesuiten sind nicht zu durchschauen, da sie in eine Arbeitsebene und eine Führungsebene unterteilt sind.
    Die Arbeitsebene sind die Guten, so wie bei den Freimaurern.
    Die Jesuiten sind entstanden in Südspanien bei der Rückeroberung von den Moslems. Toledo war auch die wichtigste Siedlung für Juden. Es ist völlig unklar, wer hinter den führenden Köpfen steckt – bis heute. Der gegenwärtige Papst ist Jesuit, aber nicht der höchste, das ist zur Zeit ein Spanier. Der Bayer Benedikt hat sich lange Zeit gegen den neuen Papst gestellt. Nach seiner Rede im Bundestag, in dem er die Politiker als Räuber bezeichnet hat,
    wurde er entfernt und ist defacto seither im Vatikan eingekerkert. Interessanterweise ist 2008 mit Peter Hans Kolvenbach erstmals ein Jesuitengeneral zurückgetreten.
    Der Jesuitengeneral nimmt übrigens traditionell dem Papst die Beichte ab.
    Es ist egal, ob man oberste Führungsspitzen von Parteien,
    Freimaurern, Kirchen – auch des Rabbinats, anschaut, dort werden ungeheuerliche Beschlüsse gegen die Menschheit fortwährend durchgesetzt. Egal, ob das die Zerstörung genetischer Wurzeln von Pflanzen oder Tieren oder Menschen ist. Ziel ist die totale Versklavung und Unterwerfung.
    Man sieht, dass Helden heutzutage nicht mehr denkbar sind; in Deutschland wurden schon Menschen in die Psychiatrie eingesperrt, weil der Richter feststellte:“ Wenn Sie, obwohl Sie wissen, dass Sie für diese Ihre Meinung verurteilt werden, dann müssen Sie verrückt sein, sind ein Fall für den Psychiater.“
    Wegen der Grausamkeiten der Spanier gegen die Ureinwohner der Inkas gibt es gar keine Informationen, weil man die Soldaten, die man dorthin geschickt hat, in Südamerika gelassen hat, eine Rückkehr war unmöglich.
    Was es allerdings noch gibt, sind Reste von Militäranlagen der Spanier. Ich habe vor drei Jahren bei einem Treffen in Dresden
    mit einer chilenischen Archäologin und einem deutschstämmigen brasilianischen Professor diskutiert.
    Letzterer hat spontan gesagt: ja, so muß es gewesen sein, alles andere gibt keinen Sinn.
    Im dreißigjährigen Krieg in Europa hat man auch systematisch
    Bücher und Dokumente vernichtet, viele der vorhandenen Dokument sind Fälschungen. Das macht man bis zum heutigen Tag. Nach dem Krieg sind die Amerikaner und Engländer durch alle Büchereien und Universitäten gegangen und haben systematisch alles relevante gestohlen – das war der größte Wissenstransfer aller Zeiten und gleichzeitig ein Vernichtungszug gegen unsere Geschichte.
    Entschuldigung für die Überlänge.

    • Danke adept. Sehr interessant. Kenne selber einen Jesuiten – ein intelligenter und anständiger Mann. Oben ist halt nicht gleich unten. Wenn wir eines Tages rückhaltlose Aufklärung an allen Stellen haben/hätten – dann würde wohl manches klarer.

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