Deckt sie auf, die braunen Gesellen!

In der AfD läuft gerade ein Parteiordnungsverfahren gegen einen Abgeordneten, welcher in Berlin ein Direktmandat errungen hatte, einen Herrn Nerstheimer. http://web.de/magazine/politik/kay-nerstheimer-afd-abgeordneter-vergangenheit-31896482

Dieser war 2012 der German Defence League, einer vom Verfassungsschutz als rechtsextrem und gewaltbereit eingestuften Organisation beigetreten und im selben Jahr wieder ausgetreten. Einem Journalisten vom Stern waren auch noch andere, bedenkenswerte Züge an Herrn Nerstheimer aufgefallen (Zitat):

„Unter Nerstheimers Likes befinden sich jede Menge Postings von Panzern, Soldaten und halbnackten Frauen“, schreibt Stern-Journalist Drewello – und belegt seine Beobachtung mit zahlreichen eindeutigen Screenshots, zum Beispiel Likes auf Seiten wie „Hey Bitch You Know What Comes Between ‚F‘ ‚C‘ and ‚K‘ Just ‚U'“ oder „Dirty Girls“. (Zitat Ende).

Es wäre interessant, zu wissen, was andere Politiker so gerne anschauen – nackte Frauen vielleicht gar oder nackte Männer? Gleichviel – auch Tilo Jung, von Jung und Naiv, der immer wieder gerne (und gekonnt) die Politiker zwingt, Farbe zu bekennen (oder Unsinn zu reden) war der Sache in einer Pressekonferenz nachgegangen. https://www.youtube.com/watch?v=yWm0opvXG9Y

Interessant hierbei: Die Auskunft zu Herrn Nerstheimer seitens des mir unbekannten AfD-Vertreters erscheint mir durchaus informativ und sachlich korrekt. Auf der anderen Seite wirkt die einleitende Frage „wie viele Antisemiten sind in der AfD“ auf mich tatsächlich überzogen frech.

Ich glaube nicht, dass Herr Jung in einer Grünen-Konferenz die Frage „wieviele Päderasten gibt es denn bei den Grünen“ oder gegenüber Bundestagsabgeordneten die Frage „Wieviele Kokser gibt es aktuell noch im Bundestag“ stellen würde. Das ist einfach schlechter Stil (und vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass da jemand auf dem einen Auge blind ist und sich daher dort mehr erlaubt als bei anderen. Aber das ist Spekulation).

Was soll man nun von Herrn Nerstheimer halten? Er gehörte wie erwähnt einer vom Verfassungsschutz als rechtsextrem und gewaltbereit eingestuften Organisation an. Seinen Wahlkampf in Berlin soll er mit populistischen Parolen geführt haben (Zitat aus dem web.de Artikel):

Gewonnen hat er sein Direktmandat mit nur 26 Prozent (einen Prozentpunkt vor der Linken) – nach einem Wahlkampf mit Parolen, die die soziale Not seiner Wähler gegen andere Hilfsbedürftige ausspielt. „Solange einer unserer Mitbürger, Familien, Senioren oder Kinder Flaschen sammeln oder zur Tafel gehen müssen, um über den Monat zu kommen, haben wir nicht einen Cent für weltfremde, sozialromantische Experimente übrig! Dafür werde ich mich einsetzen!“, heißt es auf seinem AfD-Profil im Internet. Es ist eine Aussage, die nicht jeder gut heißen mag – aber es ist auch eine Aussage, die so oder ähnlich auch an den rechten Rändern anderer Parteien zu finden ist. (Zitat Ende).

Eine Aussage, die wahrscheinlich in den meisten Ländern dieser Welt auf Zustimmung stoßen würde (dass man sich zunächst um die eigenen Leute kümmern sollte)  –  im Deutschland des Jahres 2016 ist es eine dumpfe Parole. Was also tun mit Herrn Nerstheimer? Er hat keine Pflastersteine auf Polizisten geworfen, niemanden umgebracht oder sich an Parteispenden bereichert. Ob es denselben „Skandal“ gegeben hätte, hätte Herr Nerstheimer sich für die Kinderehe und die Steinigung von Ehebrecherinnen ausgesprochen? Wir wissen es nicht.

In jedem Falle dürfte Herr Nerstheimer mit seinen Positionen weiterhin als gefährlich eingestuft werden – zum Wohle der zunehmenden Radikalisierung. Der Hassaufbau schreitet voran….

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