Der Hassaufbau schreitet voran III

Was lange gärt, wird endlich Wut, sagt der schiefe Volksmund (nebenbei: ist das schon ein rassistischer Begriff? Müsste es heutzutage eigentlich der Bevölkerungsmund sein? Denn Volk – das klingt so altbacken und fast schon Nazi, Pfui bäh…. Aber lassen wir die Frage für den Moment beiseite).

Ich registriere um mich herum immer mehr Wut. Manche werden durch die Nachrichten immer wütender, was irgendwo verständlich ist: Die Dauer-Meldungen vom baldigen Sieg an der Flüchtlingsfront nerven und werden zudem immer lächerlicher.

„Flüchtlinge überqualifiziert!“. Das hatten wir schon. „Flüchtlinge intelligenter als Deutsche! Arbeitswilliger als Deutsche! Etc“. Das kommt wohl noch. Ich merke jedenfalls, dass die Erregung bei manchen darüber immer weiter ansteigt.

Bei denen, die den Jubelarien im Gegenzug noch etwas abgewinnen können, steigt der emotionale Pegel in Richtung der vermeintlichen Gegner: Man muss härter bestrafen! Mehr abschrecken! Knüppel aus dem Sack! Schrill!!!

Was denn beide oder besser alle Seiten vereint: Die Wut! Die Forderungen: Mehr Gegenmaßnahmen! Man muss etwas tun! So geht es nicht weiter! Wir müssen uns wehren! Etc.

Es geht mir an dieser Stelle nicht darum, den Zorn und die Wut pauschal zu verurteilen. Beide haben ihren Platz und der Zorn über offensichtliche Ungerechtigkeiten ist angebracht – mehr noch, gibt er Kraft für Aktionen. Aber:

Hier wird wie in einem Kochtopf immer weiter die Temperatur erhöht – in ganz Deutschland brodeln die Menschen in dieser Suppe vor sich hin – alle. Und die Wut, die meist verdeckt und wenig offen gezeigt wird, bricht sich immer öfter an Stellen Bahn, wo man es nicht vermuten würde.

Jemand tickt im Straßenverkehr aus (habe ich schon gesehen). Oder kriegt auf offener Straße einen Schreianfall (auch schon bemerkt). Eine Frau läuft hysterisch heulend durch den Supermarkt. Passanten laufen in Panik vor einem vermeintlichen Terroranschlag weg. Eine Prügelei aus dem Nichts. Etc.

Der Firnis der brav-freundlichen Zivilisationsmaske wird dünner. Das Entscheidende: Die immer stärker werdenden Emotionen von Wut, Angst, Zorn etc. sind auch kollektive Emotionen. Wir alle stecken in diesem Kochtopf gemeinsam drin. Wir alle unterliegen diesen Emotionen.

Und daher ist es so wichtig, mit ihnen zu arbeiten. Denn jeder von uns hat seine eigenen Muster. Und der Furor, mit dem von allen Seiten zunehmend im Internet gegen den Anders-Denkenden gehetzt wird, ist auch ein Zeichen der Wut, die viele immer mehr und immer stärker in sich tragen.

Da mal hinzuschauen, täte not. Es gibt die offensichtlichen Ungerechtigkeiten und sie werden immer mehr. Aber sie verfangen auch bei vielen von uns so stark, da viele sich nicht trauen, ihr eigenes Leben zu leben, latent enttäuscht sind vom echten Leben im falschen (das es nach Adorno ja auch nicht gibt).

Daher brauchen sie das Ventil so sehr! Daher das Bedürfnis, endlich mal die Sau rauszulassen! (Und sei es nur an der Tastatur). Ihr Schweine! Ihr was-weiß-ich! Usw.

Dabei wäre es sehr wichtig, auch mal zu sehen, WEM es denn letztendlich nützt, wenn die Bereitschaft, sich die Köpfe um der vermeintlich guten Sache Willen einzuschlagen, beständig ansteigt. WEM ist an einer Bevölkerung in Angst, Wut und Zorn gelegen?

Nochmal: Es geht mir nicht darum, den Zorn per se zu verurteilen – ich bin über manche Entwicklungen hier sehr zornig! Aber zu schauen: Den Kerl, der mich in der Strassenbahn anrempelt, anzubrüllen – ist das die Lösung? Nach dem nächsten Terroranschlag gegen irgendwelche Gruppen im Netz vom Leder ziehen? Nein! Sicher nicht!

Wir SOLLEN immer wütender werden! DAS ist das Ziel und wir steuern permanent darauf zu. Auf dass wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen und die wirklich Verantwortlichen nie im Fokus haben. UND vor allem nie bei uns selber nachschauen – IN UNS nach der Lösung gucken. Oder wie die alten Griechen sagten: Gnothi seauton! Erkenne Dich selbst.

In einer immer ärmer und zerrissener werdenden Gesellschaft fällt dies immer schwerer. Und auch das dürfte ein bewusstes Ziel sein.

Frau Durer hat es letztens kongenial in Worte gefasst und ich zitiere aus ihrem kostenpflichtigen Brief:

Was die Strippenzieher letztlich wollen ist eine Ursprungs- und
Identitätslosigkeit die Schicksal und Bestimmung verhindert,
damit sich für all die Menschen, die durch diese Maßnahmen
und dem daraus resultierenden Leid in Form von Bürgerkrieg,
Hinrichtungen, Tod, Elend, Zerstörung, Gewalt und Übergriffe
erneut extreme karmische Verstrickungen ergeben, so dass sie
wieder und wieder in die materielle Ebene inkarnieren müssen,
dorthin wo die Eliten – die ganz sicher keineMenschen sind, auch
wenn sie so aussehen – unerbittlich und mit größtmöglicher
Grausamkeit herrschen, um das, was ihnen energetische Nahrung
ist, immer weiter fest zu zurren, damit es für die Menschheit niemals
mehr eine Weiterentwicklung oder ein Entrinnen geben kann aus
Gewalt und Tränen, und die Herrschaft des Bösen für ewig bleibt.

Zitat Ende.

Es liegt also an uns. Machen wir was draus – aber nicht so, wie es uns der Zorn, die Angst und die Wut einreden wollen.

Ein Kommentar zu “Der Hassaufbau schreitet voran III

  1. Wir kommen dem Crash und Burn näher. Die Eliten haben weder eine Vision noch einen Plan. Das Einzige was die haben ist eine Bunkermentalität.
    Sodom und Gomorrha lassen grüssen.
    Niemand kann es verhindern.
    Und wenn der Regen aufhört kommt hoffentlich der Sonnenschein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s