Hand drauf!

Handschlag ist nicht gleich Handschlag. Diese so simple wie kohärente Aussage wurde letztens bei den Olympischen Spielen bekräftigt. Ein ägyptischer Sportler verweigerte seinem israelischen Kontrahenten nach verlorenem Kampf den Handschlag. http://www.gmx.net/magazine/sport/olympia/olympia-2016-aegyptischer-judoka-islam-el-shehaby-hause-geschickt-31808428

Die Medien- bzw. öffentliche Reaktion war recht einhellig: Das gehört sich nicht! Was dem zugrundelag (innenpolitische, außenpolitische, religiöse, persönliche Gründe etc.) wurde nicht weiter nachgefragt. Wegen „unsportlichen Verhaltens“ wurde der Athlet in den Flieger gesteckt und nach Hause geschickt.

Nun mag man darüber denken wie man will – jedenfalls wurde das Verhalten geahndet und deutlich gezeigt: Das wollen wir nicht! Bzw. wurde klargemacht, dass man nach den Regeln der Olympischen Spiele, deren Gäste beide waren, man sich die Hand zu geben hat. So weit, so gut.

Szenenwechsel: Eine Schule in Deutschland. Ein muslimischer Mann ist zur Lehrerin seines Sohnes bestellt. Er verweigert dieser den Handschlag, worauf ihn die Lehrerin rausschmeißt und wegen Frauenverachtung anzeigt. Der Mann wiederum zeigt die Lehrerin wegen Verletzung seiner Religion an (die ihm verbietet, Frauen die Hand zu geben). http://www.tagesspiegel.de/berlin/privatschule-in-berlin-pankow-handschlag-verweigert-imam-zeigt-lehrerin-an/13778826.html

Auch hier ließ die Konsequenz nicht lange auf sich warten: Die Schule zeigte dem Mann was Sache ist und….. .entschuldigte sich bei ihm. http://www.spiegel.de/schulspiegel/handschlag-eklat-in-berlin-schule-entschuldigt-sich-bei-imam-a-1102960.html

Laut der Initiave „Schule ohne Rassismus“ handelte es sich (s. den ersten Link) um ein „Standortproblem“. Wie sehr die Initiave unwissend damit recht gehabt hatte, dürfte ihnen nicht klar sein…..

Kurz: Im ersten Falle (Olympia) gelten die Regeln des Gastgebers, im zweiten Falle die Regeln des Gastes. Oder im ersten Fall das Althergebrachte, im zweiten Fall das Neue. Es ist nur ein winziges Anekdötchen, aber ein gutes Symbol für die fehlerhafte Entwicklung hierzulande.

Auf diese Art wird der Hass- und Angstaufbau gepflegt. Die eine Seite wird immer weiter fordern, die andere Seite immer weiter nachgeben. Der Riss in der Bevölkerung wird immer größer werden wie das Misstrauen auch. Die eine Seite darf medial über Diskriminierung schimpfen, die andere ärgert sich im stillen Kämmerlein oder kotzt sich in Foren aus.

Aus Wut wird Zorn, aus Zorn Gewaltbereitschaft. Und irgendwann Gewalt. Die dann als Begründung für schärfere Gesetzgebung herangezogen werden darf, die die Spirale der Gewalt sich weiter drehen lässt. Traurig. Und dumm. Aber gewollt.

Es bleibt nur dies: Wenn man schon Unwillen und Wut entwickelt, sollte man sie gegen diejenigen richten, die für all das verantwortlich sind (nicht als Gewalt, sondern als Protest). Und man könnte auch mal schauen, inwiefern man selbst dazu beiträgt, das System am Leben zu erhalten. Und am Besten schaut man zunächst in den Spiegel. Gnothi seauton, sagten schon die alten Griechen. Erkenne Dich selbst.

Kommt das, weicht nämlich der ungerechte Zorn. Der gerechte bleibt. 🙂

4 Kommentare zu “Hand drauf!

  1. Armstrong Economics: Warum republikanische Neokonservative Hillary wirklich unterstützen
    http://inselpresse.blogspot.de/2016/08/armstrong-economics-warum.html

    Auszug daraus:
    „In meiner Zeit, als ich hinter den Kulissen mit vielen Leuten weltweit zusammenarbeitete, konnte ich viel mehr erfahren als ich je wollte. Die Neokonservativen sind vor allem deswegen gegen Trump, weil sie die Welt dominieren und das Nation-Building betreiben wollen. Es ist ein Haufen kranker Leute, die uns unter Hillary wahrscheinlicher in den dritten Weltkrieg führen werden als nicht. Das ist ihr Ziel und man darf sich keinesfalls darin täuschen. Sie versehen nicht, dass der Krieg in seiner altmodischen Variante tot ist. Weder Russland noch China wollen die USA mit Truppen besetzen. Die Leute würden unausweichlich dagegen rebellieren. Der Moderne Krieg findet im wirtschaftlichen Bereich statt. Lediglich primitive Regionen versuchen nach wie vor Krieg zu führen und zu besetzen, oder gar alte Rechnungen begleichen und Kulturen wie Europa zerstören, um der Welt ihre eigene aufzuzwingen. Das ist weder das Ziel von Russland, noch das von China. Es ist die wachsende Gefahr des IS, welche für die Zivilisation als solche die größte Bedrohung darstellt. Es war dieses neokonservative Nation-Building, mit dem die Diktatoren beseitigt wurden, die früher die Extremisten in Schach hielten. Wir stürzen planlos Regierungen und destabilisieren alles, was wir anfassen.“

    Europa wird in einer Randnotiz erwähnt. Sieht so unsere Zukunft hier in Europa aus?

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