Kleinigkeiten

Kleinigkeiten oder was vom Tage übrigbleibt….. ist es zum Lachen? Ist es zum Weinen? Ich hatte vor ein paar Wochen über ein Interview des Chefs der Deutschen Bädergesellschaft geschrieben – hier: https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/03/31/die-kalte-dusche/

Im Interview hatte der Vorsitzende festgestellt, dass es durch die Flüchtlingskrise nicht zu einem Zuwachs an sexuellen Belästigungen in den öffentlich zugänglichen Bädern gekommen sei. Da mir dies komisch vorkam, hatte ich bei der Deutschen Bädergesellschaft angerufen und man hatte mich mit deren Pressesprecher verbunden.

Auch dieser hatte mir versichert, dass weder in Köln (wo man eine entsprechende Untersuchung gemacht hatte) noch bundesweit es zu einer Zunahme an sexuellen Belästigungen gekommen sei bzw. der Anteil von Ausländern dabei minimal sei. Allerdings konnte er mir auf Nachfrage keine Statistiken dazu präsentieren bzw. wusste nichts darauf zu sagen, dass es gemäß der für Köln extra erhobenen Statistik ja durchaus einen höheren Anteil an ausländischen Tatverdächtigen bei diesem Delikt gebe.

Ich erinnere mich noch des Gesprächs: Ich war recht ruhig und hakte bei diesem und jenem nach und konnte merken, wie mein Gesprächspartner immer einsilbiger und vorsichtiger wurde bzw. ein regelrechter Widerstand auf der anderen Seite entstand. Das war interessant.

Nun konnte ich den armen Mann verstehen: Er muss als Pressesprecher die Position der Bädergesellschaft vertreten. Würde er etwas davon abweichendes sagen, wäre er seinen Job los. So sind leider heute die Zeiten…..

Jedenfalls gab es heute einen Artikel im Fokus, in welchem die Polizei in Düsseldorf davon berichtete, dass die Zahl der sexuellen Übergriffe durch die Flüchtlinge angestiegen sei. Wen wundert das? Wenn Menschen aus vollkommen verschiedenen Kulturkreisen und mit vollkommen anderen Vorstellungen zu Frauen und Sexualität zu uns kommen – WEN wundert das? http://www.focus.de/politik/deutschland/interne-dokumente-der-polizei-duesseldorf-bericht-sexuelle-uebergriffe-in-badeanstalten-nehmen-zu_id_5693570.html

Wenn Menschen aus Ländern kommen, in denen uns, wenn wir da als Touristen hinreisen, eingeschärft wird: Kleiderordnung einhalten! Keine kurzen Hosen! Als Frau kein Minirock! Kein Oben-Ohne am Strand! Blickkontakt als Frau vermeiden! Etc. Sind die Reiseführer, die dazu raten, alle von Rassisten geschrieben worden?

Es ist doch vollkommen logisch, dass dies hierzulande zu massiven Problemen führen muss. Es ist auch nichts Neues. Ähnliches trug sich in Frankreich schon 1962 zu. Damals war der Spiegel noch ein Nachrichten- und kein Propaganda-Magazin: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174775.html

Verwunderlich sollte das Schweigen sein, das darüber herrscht. Noch bleibt es einem Syrer überlassen, das Unaussprechliche zu erwähnen – dass hier erfolgreich die Saat für Schlimmeres gelegt worden ist. Unter dem am Ende alle leiden werden – Deutsche, Ausländer, Flüchtlinge. http://www.welt.de/debatte/article156781355/Heute-sieht-Goettingen-aus-wie-ein-Fluechtlingslager.html

Immerhin: Hier und da leuchtet ein Hoffnungsschimmer auf. Ebenfalls vor ein paar Monaten hatte ich von dem SPD-Mann Guido Reil berichtet, der aus der SPD ausgetreten war, nachdem er festgestellt hatte, dass nicht nur die Flüchtlingspolitik in ein Desaster münden müsse, sondern dass auch seine Partei keinerlei Interesse daran hatte, dies zu ändern. https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/05/18/ein-spd-mann-laesst-worten-taten-folgen/

Nun ist er in die AfD eingetreten. Respekt! Wir werden vielleicht noch von dem Mann hören (wenngleich ich mir zur AfD auch noch nicht sicher bin, inwieweit diese Partei nicht einfach ein weiteres Aushängeschild der Reichen ist und eine neoliberale Politik verfolgt, die das Elend, was uns droht, auch nicht aufhalten wird).

Ich muss mich bei Gelegenheit auch mal mit der AfD beschäftigen. Die freie Presse war jedenfalls schnell darin, Herrn Reils Entscheidung zur Tragödie hoch zu sterilisieren, um mal jemand anders zu bemühen. http://www.derwesten.de/staedte/essen/guido-reil-geht-zur-afd-eine-tragoedie-nimmt-ihren-lauf-id11967718.html

Dort (bei dem Menschen, der vom „hoch sterilisieren“ sprach), war es nur Unwissenheit – hier aber ist es der Kotau vor der politischen Korrektheit. Der daraus resultierende Selbsthass wird auf das Objekt des Anstoßes übertragen. Ach, was hätte Freud an unseren wackeren Demokraten seine Freude gehabt! Und Nietzsche erst!

Für jetzt aber wünsche ich Herrn Reil, dessen klare und von Hetze freie Sprache (die man ihm aber natürlich schnell anzudichten wissen wird – bei der Verleumdung ist Deutschland immer noch das Land der Dichter und Denker) mir gefallen hat, alles Gute.

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