Drei Minieindrücke aus Deutschland im Juni 2016

Gespräch Eins: Mein Bruder aus München ruft an. Man unterhält sich, man lacht zusammen. Schließlich erzählt mein Bruder eine kurze Anekdote aus seiner Stadt. Ein mit ihm befreundetes Ehepaar, Gutverdiener, was man so gute Mittelschicht nennt, drei Kinder.

Für das dritte Kind wird ein Kindergartenplatz benötigt. Man sucht, man erhält die Aussicht auf einen Platz in einer bestimmten Kita. Man trifft sich zum Termin – auf einmal wird die Zusage zurückgenommen. Verdutzte Gesichter, verwunderte Nachfragen – und unter der Hand wird folgendes erzählt:

Der freie Kitaplatz müsse nun dem Kind einer Flüchtlingsfrau gegeben werden – man bedaure, aber es sei halt so. Mit großen Augen geht man nach Hause….. das Rückgrat dieser Gesellschaft. Wie lange noch? https://www.youtube.com/watch?v=y0ZZf5AOFfQ

Gespräch Zwei: Ich treffe die Bedienstete einer Universität im Rhein-Main-Gebiet. Man schnackt kurz miteinander, ich frage nach Änderungen. Es gebe nun einen Wachdienst neben ihrem Gebäude. Einen Wachdienst? Die Rede ist von einem Verwaltungsgebäude auf dem Universitätsgelände.

Ja, man habe ja ein Gebäude direkt neben dem Verwaltungsgebäude als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Nun habe es wiederholt Störungen gegeben, hässliche Szenen – da habe man einen Wachdienst engagiert. Der allerdings nicht am Wochenende dort sei – das wäre zu teuer.

Dabei (nun fast schon im Flüsterton) sei es am Wochenende besonders nötig, da dann Dinge hinterlassen würden, die sehr unschön seien. Kurzes Kopfschütteln und man ging seiner Wege…… ja, die Sicherheitsbranche wird wohl die nächsten Jahre boomen. Davon ist auszugehen.

Gespräch Drei: Ich treffe eine nette Hundebesitzerin im Stadtwald. Warum man sich nur noch selten sehe? Man habe nun weniger Zeit – mehr Klassen sind zu geben. Klassen für wen? Für Flüchtlinge! Das sei eine große Freude – die seien alle engagiert und lernwillig und wären froh, hier zu sein.

Woher sie denn kämen? Aus Syrien, aus Afghanistan, aus Eritrea-  überall sei Bürgerkrieg. Ich werfe ein, dass in Eritrea kein Bürgerkrieg sei. Egal, das Land sei auf der UN-Liste der Länder mit Menschenrechtsverletzungen. Ich weise darauf hin, dass dies viele Länder sind – wir könnten doch nicht alle aus solchen Ländern aufnehmen.

Doch, das sollten wir! Der Mensch gehe vor! Und was sei mit den eigenen Leuten? Wenn die durch diese Zuwanderung langfristig verarmen? Das sei nicht so – durch die Flüchtlinge würde ein neues goldenes Zeitalter entstehen und außerdem gäbe es für sie keine „eigenen“, sondern nur Menschen.

D.h. man solle diese Politik fortführen? Unbedingt! Auch um den Preis von Verarmung und Bürgerkrieg? Dann sei das halt so! Bzw. komme es ja nicht so – wenn Polen und andere Länder die nächsten Jahre verarmten, würde Deutschland einen unglaublichen Aufschwung hinnehmen dank der neuen Zuwanderer.

Ich sagte, dass ich das gerade andersherum sehe. Da der Lautstärkepegel und die Anspannung beiderseits leicht angestiegen waren, trennte man sich (noch) freundschaftlich voneinander. Ich würde sehen, dass in 50 Jahren Deutschland dank der jetzigen Zuwanderung super sein würde.

Ich fragte zum Abschied, ob jemand bereit sei, Meinungen zu revidieren? Natürlich, wurde mir beschieden. Dann wäre ich darauf gespannt und schlug vor, dass Gespräch nochmal in vier Jahren zu führen. Und so trennte man sich dann, die Hunde etwas verwundert schauend.

So drei kurze Gespräche. Drei  Kurz-Eindrücke von Deutschland im Juni 2016. Wie wird man das später mal schildern? In Romanen und Erzählungen – die Zeit vor dem großen Umbruch. Wovon wird man später sagen, dass es in der Luft lag? Irrsinn? Wut? Angst? Wahrscheinlich alles zusammen.

Wir geben gerade den Stoff für eine interessante Geschichte ab. Und wir sind immer noch im ersten Kapitel. Spannend.

2 Kommentare zu “Drei Minieindrücke aus Deutschland im Juni 2016

  1. Diese Minieindrücke sind leider sehr beispielhaft für Deutschland, insbesondere für den Westen. Gutmenschenargumentation spiegeln in der Gesellschaft den Sozialismus bzw. kollektivistische Ideologien wieder, der die Devolution fördert. Aus diesem Grunde beschränke ich Gespräche „auf den Austausch von Kochrezepten“ und versuche die Gespräche so kurz wie möglich zu halten. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
    Ob es tatsächlich eine interessante Geschichte ist, glaube ich nicht, da wir uns in der Tat noch am Anfang befinden. Der weitere Stoff, der noch folgt wird sehr tränenreich, denn ohne die Gewaltspirale wird es keine Lösung geben. Diesen Crash und Burn sieht leider auch Armstrong.
    Bei den österreichischen Präsidentenwahlen kam es zum Gleichgewicht der Kräfte. Nach Amanita ist Armageddon der Gleichstand der himmlischen und höllischen Kräfte, daher das Wahlergebnis 50:50. Er schreibt weiter einen Kampf gibt es nur bei einem Gleichstand der Kräfte, also 50:50. Der Gleichstand ist der kritische Moment …

    Die Transatlantiker glauben ernsthaft, dass sie die Nachfolger von Atlantis sind. Ich habe das zunächst nicht glauben wollen; habe dann aber den Link von Amanita zur Rede von Herman Van Rompuy vom 26.3.10 geöffnet, inden dieser die Transatlantik-Brücke „im Namen von Atlantis“ verteidigte.
    Ich zitiere aus der Rede:

    „In the mythical past, the famous empire of Atlantis was engulfed by the sea. Let’s take this as a metaphor for climate challenge… Saving the planet from a climate catastrophe and the resulting global insecurity is a daunting task. But, in the name of Atlantis, Europe and America should take up the challenge together! “
    http://www.consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/en/ec/113630.pdf
    (Seite 3 des PDF, mittig)

    Kurze Anmerkung zu den Astro-Seiten: Die Dame hinter den Astro-Seiten ist mir nicht unbekannt. Ich hatte einmal ein Abo.
    Amanita ist eine ganz andere Liga als Astro-Seiten oder sonstige Astrologieseiten. Das ist nicht abwertend gemeint.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s