Bleierne Schwere liegt über dem Land

Deutschland 2016. Ein Land im Gefühls- und Merkelstau. Ablenkungen wie die EM fallen angesichts von Terrorgefahr und Flutkatastrophen schwerer, doch ist’s immer noch schön, wenn sich was dreht. Volksfeste können hier und da wegen neuer Tanzweisen nicht mehr ganz so freimütig genossen werden, doch noch gibt’s Brot und Spiele, viel viel Spiele sogar…..

Die uns da steuern – und das sind nicht die uns Regierenden – die haben ihren Freud und Reich und Bernays und Le Bon gelesen. Die wissen, wie man steuert, anfeuert und gegensteuert. Die Werte von gestern heute perdu – offene Gesellschaft, offene Grenzen und ein geschlossener Raum des Diskurses, in dem nicht anzuecken nur den Stromlinienförmigen und Schlauen gelingt.

Fähnchen nach dem Wind und die Flucht ins Private – die alte Lösung der Deutschen – zu allen Zeiten schätzte man die Gemütlichkeit. Grillen und Freunde treffen, Fußball und Bier – dort war es die Datscha, hier ist es der Breitbandfernseher. Immer mehr sehen und immer weniger begreifen…..

Aber es gibt viele bunte Smarties……  Smart-Homes, TVs, Bands, Phones, Cars, Dust, Meters, Cities…… Country? Continent? World? Wird auch noch verdrahtet bzw. versmartet werden. Ja  – Welt am Draht hieß mal ein Film. Menschen, die in einer Kunstwelt leben. Die gar nicht wirklich dort leben – eine virtuelle Welt.

Die Virtual Reality wird immer feiner. Schon kann man andere Länder besuchen, Planeten, das Sonnensystem – warum nicht? Verlier den Kontakt mit der Realität und tröste Dich mit einer schöneren. Grau sind die Tage, aber bunt ist die Technik. Lustig, lustig, trallallala – bald ist auch noch die Verchippung da……

Das Damoklesschwert über unseren Häuptern wird dank Genickstarre und Handyblick nicht wahrgenommen. Zuviel bunte Bildchen zu sehen, zu viel Körperöffnungen, die sich dem Beobachter entgegenstrecken.

Ich frage mich: Bemerkten Adam und Eva den Fall aus dem Paradies vielleicht gar nicht? Wenn die Schlange Ihnen das Wissen um Gut und Böse gab und die Scham – da bemerkten sie zwar, dass sie nackt sind. Aber bemerkten sie, was sie verloren hatten? Wie weiß man noch um die Unschuld, wenn man sie mal verloren hat?

Wir haben die Unschuld verloren. Lange hat die Unschuld im Verborgenen geweint. Ihre Schwester, die Urschuld, ist derweil immer größer und mächtiger geworden, immer stärker und breiter. Eines Tages hat die Urschuld ihrer weinenden Schwester auf die Schulter geklopft und gesagt:

Beruhige Dich Schwester – die Stunde ist nahe. Meine Zeit ist fast gekommen und ich werde eintreiben, was man Dir geraubt hat. Jede Handlung aus Gier und Feigheit, jedes Schweigen aus Furcht und Duckmäuserei, jedes Unterlassen vom Aussprechen der Wahrheit, jedes Machtstreben und jede Geltungssucht, jede Geldgier und jede böse Handlung liegen auf meiner Waage – die Waage ist nun ganz voll und ganz schwer.

Bald wird sie sich zur anderen Seite neigen. So dass die Schuld wieder ausgeglichen werden kann. Die Menschen werden dies nicht von selbst tun. Daher werde ich die Verhältnisse schaffen, die es ermöglichen, dass sie sich ihrer Urschuld erinnern. Jeder und jede von Ihnen! Dann wird die Schuld eingetrieben und beglichen – bis zum letzten Pfennig!

Die Unschuld wartet auf diesen Tag und weiß, dass er nicht mehr fern ist….. solange aber liegt noch bleierne Schwere über dem Land. Unterbrochen nur von häufigeren Blitzen und Einschlägen – doch das große Erwachen ist noch nicht da. Aber es kommt und wenn es kommt, wird das bequeme, vorstellungsgeleitete Leben enden.

Dann wird die Schuld beglichen. Dann werden neue Seiten im großen Buch der Weltgeschichte aufgeschlagen. Mit – oder ohne uns.

5 Kommentare zu “Bleierne Schwere liegt über dem Land

  1. Das Smartphone nennt man auch Dumbphone. Digitale Demenz ist all around und nicht Love. Die Rückversicherer haben Mobilfunk in die höchste Risikostufe eingefügt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und menschlichen Gesundheitsbeschwerden und wenn ja, würde dies Tür und Tor für neue Schadenersatzansprüche öffnen, so die SwissRe. Und das war 2013. Die Krebswellen kommen und der Akku des Dumbphone wird fast jeden Tag geladen. Ein guter Indikator für digitale Demenz. Nur so nebenbei, Steve Jobbs ist nach 66 Jahren an Krebs gestorben und seinen Kindern hat er den Umgang mit den Dumbphones strikt untersagt. Und der Mann wusste, von was er spricht.

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