Ein SPD Mann lässt Worten Taten folgen

Im Januar hatte ich (zugegebenermaßen darüber recht erfreut) einige Aussagen eines SPD-Ratsherrn aus Essen-Nord in der Ruhrpott-Postille „Der Westen“ zur Kenntnis genommen. http://www.derwesten.de/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html

SPD Ratsherr Guido Reil hatte sich dort kritisch über die bisherige Einwanderungs- und jetzige Asylpolitik ausgelassen. Kurz, klar und präzise beschrieb er, warum die Asylpolitik für ihn, einen Mann aus der Arbeiterklasse, ein Wahnwitz sei:

Es sei bisher in Essen nicht gelungen, die vornehmlich aus dem Libanon stammenden Zuwanderer in den letzten Jahren zu integrieren. Vielmehr hätten sich Parallelgesellschaften gebildet. Der Kontakt zu den Zuwanderern sei geringer geworden, die Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft deutlicher.

Nun sehe er, dass wieder Menschen aus diesem Kulturkreise als Flüchtlinge kämen. Sie brächten eine hohe Anspruchshaltung mit, es gäbe genügend Klagen über Lärmbelästigung, Verschmutzung etc. Im Essener Norden, wo es viele der Flüchtlinge hinziehe, liege der MIgrantenanteil jetzt schon bei 40%.

Die bisher als Zuwanderer gekommenen und den Essener Norden dominierenden Libanesen seien wie erwähnt mangelhaft integriert (sie bezögen zu 90% Hartz4) und die jetzt in den Norden strömenden Syrer würden auch vornehmlich in Hartz4 landen, fürchtete Reil. Kurz gesagt: Essen-Nord sei in Gefahr, zu kippen.

Wozu es kippen würde (zum von Clans beherrschten Ghetto wie Duisburg-Marxloh – http://www.denken-macht-frei.info/duisburg-nord-jetzt-hoheitsgebiet-dreier-grossfamilien-einst-fluechtlinge/ ) sagte Herr Reil nicht, aber wer Eins und Eins zusammenzählen kann, wird  unweigerlich zu dieser Schlussfolgerung gelangen.

Seine ehrlichen und nachdenklich stimmenden Ausführungen schloss Herr Reil mit dem Hinweis, dass er deutlich sehe, dass die bisher Zugewanderten ganz andere Vorstellungen zu Frauenrechten, Freiheit und Gewalt hätten. Dass nun wieder massenhaft Menschen kämen mit ähnlichen Vorstellungen, erfülle ihn mit tiefer Sorge.

Was soll ich sagen? Herr Reil hat schlichtweg logisch gedacht. Menschen legen Ihre Vorstellungen und Prägungen nicht an Grenzen ab. Wenn man jetzt die herrschende Arbeitslosigkeit im Pott, die weiter voranschreitende Automatisierung, welche in den nächsten Jahren Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen wird, den Schuldenstand des Bundes und die Haftungsversprechen gegenüber der EU ins Kalkül zieht – dann müssen einem bestimmte politische Aktionen als im Wortsinne selbstmörderisch erscheinen.

Ghettos sind da noch das harmloseste Ergebnis einer „Wir schaffen das“ – Vorgabe von oben….

Doch zurück zu Herrn Reil: Dieser hatte in seinen Ausführungen vom Januar die schlichte Frage gestellt, wie man denn davon ausgehen könne, dass auf einmal die Integration von Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis gelingen solle, wo sie doch vorher nicht gelungen sei? Und nun solle sie gelingen, obgleich sich die Rahmenbedingungen (Arbeits – und Wohnungsmarkt etc.) weiter verschlechterten? Diese schlichte Frage habe ihm bisher niemand beantworten können.

Herr Reil ist ein gutes Beispiel eines Mannes, den die Parteikarriere offenbar weder Hirn noch Rückgrat gekostet hat. Selten genug im politischen Betrieb. Freilich unterliegt ein SPD-Ratsherr wohl auch anderen Zwängen als ein OB. Wobei selbst diesen Herr Reil nun nicht mehr unterliegt, denn vor ein paar Tagen erklärte er seinen Austritt aus der SPD.

Er begründete diesen konsequenten und bewunderungswürdigen Schritt damit, dass er keine Änderungsbereitschaft in der SPD erkennen könne. Die Partei sei nicht bereit, sich zu wandeln und habe sich vom Prinzip der sozialen Gerechtigkeit verabschiedet. http://www.welt.de/politik/deutschland/article155277090/Sein-Facebook-Post-entlarvt-das-ganze-Problem-der-SPD.html

Nebenbei: Von der Popularität hat sich die SPD auch verabschiedet, wenn man jüngste Wahlergebnisse oder Prognosen betrachtet….. http://www.danisch.de/blog/2016/04/18/pathologie-einer-sterbenden-partei/

Wie gesagt: Eine mutige und konsequente Tat nach 26 Jahren Parteizugehörigkeit. Seinen eigenen Tatendrang gab der Essener SPD-Bürgermeister Thomas Kufen ebenfalls vor ein paar Tagen zum Besten: Er sprach mit jugendlichen Libanesen in Essen, die keine Arbeit finden. Und die sich hier nicht anerkannt oder sogar diskriminiert fühlen. http://www.derwesten.de/staedte/essen/essens-ob-kufen-macht-vielen-jungen-libanesen-hoffnung-id11821292.html

So lobenswert diese Aktion im zunehmend von gewalttätigen Auseinandersetzungen libanesischer Clans geprägten Essen sein mag – so hilflos ist sie doch auch. Ob Herr Kufen, selber homosexuell, die jungen Menschen zu ihren Vorstellungen zu Homosexualität oder Frauenrechten befragt hat, ging aus dem Artikel nicht hervor.

Kurz gesagt: Herrn Reil gebührt großes Lob – es ist nicht leicht, mit eigenen Vorstellungen zu brechen. Aber Herr Reil hat sich freies Denken offensichtlich bewahrt und es hat ihn zu dem Schluss geführt, dass hier (in der SPD) etwas einfach nicht mehr stimmt. Vielleicht sogar schon stinkt.

Und das ist der Punkt: Was in unserem Lande und nicht nur von der SPD betrieben wird, wird langfristig desaströse Folgen nach sich ziehen. Hässlich und unschön. Es hätte nicht sein müssen, ist aber jetzt auch nicht mehr vermeidbar. Es bleibt, den Kontakt weiter zu allen Seiten zu pflegen und sich freies Denken zu bewahren.

Was auch zu dem Schluss führen könnte, dass diejenigen, die diese Verhältnisse herbeiführen, dies ganz bewusst getan haben und tun. Kein schöner Land in dieser Zeit? Leider nicht mehr. Man kann nur noch versuchen, sich vom Hassaufbau nicht infizieren zu lassen. Und bestimmte Situationen zu meiden. UND vor allem verdammt nochmal zu sagen, was man denkt! Und den Worten Taten folgen lassen!

Guido Reil hat das getan. Hut ab dafür.

3 Kommentare zu “Ein SPD Mann lässt Worten Taten folgen

  1. Diese sogenannte Einwanderungspolitik ist nicht beherrschbar, weder kulturell noch finanziell. Jeder Biotop in Deutschland bzw, Europa wird irgendwann fallen. Alles nur eine Frage der Zeit.

    Politiker sind alle gleich. In den USA ist das Buch erschienen The Confessions of Congressman X. Ich zitiere Armstrong dazu:

    „A new book confirms what I have been reporting on behind the curtain. This is a devastating inside look at the dark side of Congress that shows why career politicians need to come to an end. This is written by one of its own, anonymously entitled “The Confession of Congressman X.” His admissions are dark and stunning, yet you can bet the mainstream media will ignore it for they are part of the game. This is what he has to say:

    “Most of my colleagues are dishonest career politicians who revel in the power and special-interest money that’s lavished upon them.”
    “My main job is to keep my job, to get reelected. It takes precedence over everything.”
    “Fundraising is so time consuming I seldom read any bills I vote on. Like many of my colleagues, I don’t know how the legislation will be implemented, or what it’ll cost.”

    As for the voters, he also explains:

    “The average man on the street actually thinks he influences how I vote. Unless it’s a hot-button issue, his thoughts are generally meaningless. I’ll politely listen, but I follow the money.”
    “Voters are incredibly ignorant and know little about our form of government and how it works.”
    “It’s far easier than you think to manipulate a nation of naive, self-absorbed sheep who crave instant gratification.”

    Welcome to the decline and fall of Western civilization. The end of our Republican form of government lurks between the words. As Margaret Thatcher said to me, “It’s just time.”“

    Das Gesagte gilt nicht nur in den USA, sondern global. Aussteiger wie der SPD-Mann Guido Reil kann das vielleicht mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren, aber während seiner aktiven Zeit muss er sich schon vorhalten lassen, dass er nicht viel anders war wie der Congressman X es beschrieben hat.
    Leider ändert das nichts in der Politik. Der nächste Politiker wartet schon …… .

    Armstrong bringt unser Dilemma mit der Politik in seinem letzten Absatz im Artikel genau auf den Punkt. Man muss es nur lesen und verstehen.
    https://www.armstrongeconomics.com/international-news/north_america/americas-current-economy/the-confessions-of-congressman-x/

  2. Pingback: Kleinigkeiten | nachrichtenaushinterland

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