Gebet eines deutschen Spießbürgers im Biedermeier (oder Biedermerkel?) 2015

Wochenende, Gottseidank….

Herr B setzt sich auf eine Kirchenbank.

Das Herz voller Sorgen, die Seele voller Weh,

entringt sich ihm plötzlich das folgende Gebet:

Oh Herr, schütz meine Familie vorm IS!
Auf der Arbeit bitte nicht immer so viel Stress!
Den Asylanten-Soli, den zahle ich gerne,
ich möcht auch wieder reisen – ja, in die Ferne,
meinem Nachbarn mach ich den Prozess!
(Kurzes Innehalten, Räuspern – und anderes Versmaß).
Oh Herr, von den Vorteilen der Zuwanderung bin ich ein Verkünder!
(Nur bitte nicht gar so viel Migranten auf der Schule meiner Kinder).
Und meinen Nachbarn mit Deutschlandfahne – den hab ich angezeigt!
Als hasserfüllten Nazi auf Facebook – ja, da hab ich ihm die Meinung gegeigt!
Und schenk bitte meinem Chef die Entlassung – das ist ach so ein Schinder.
(Erneutes Räuspern, Innehalten – und wieder ein Wechsel im Versmaß).
Oh Herr, lass mir Fernsehen und Bier!
Smartphone und Arbeit künftig nur bis Vier.
Und ist Politik auch nur noch Lug und Betrug,
Probleme? Die hab ich ja selber genug!
Hauptsache, die Rente ist mir…..
sicher?
(Von woanders her kommt ein Gekicher).
……………
Von oben? Von unten!
Man freut sich der Deutschen da drunten…..

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