Was kommt nach Frankreich?

Die Anschläge von Paris haben (ähnlich wie die von Charlie Hebdo) viele Menschen im Westen erschüttert. Die Reaktionen darauf könnten einem Drehbuch entnommen sein: Man kondoliert, man trauert, man ist erschüttert – Angst und Wut und Ungewissheit wachsen.

Fragen, die über die vermutlichen Täter hinausführen könnten, werden massenmedial nicht gestellt (wobei ich selber glaube, dass im vorliegenden Falle tatsächlich der Islamische Staat dahinter steckt – allerdings sollte man bei Terroranschlägen grundsätzlich nicht nur die Frage „Cui Bono“ stellen, sondern auch, ob da nicht Geheimdienste dahinter stecken könnten.

Wenn man nämlich in die Vergangenheit schaut, so sieht man, dass, ob nun Rote Brigaden, RAF, Neonazis oder andere, die Drahtzieher oftmals ganz woanders saßen). Hier eine nachdenklich stimmende Auflistung früherer „Terroranschläge“: http://www.zerohedge.com/news/2015-04-06/biggest-secret-history-false-flag-terror

Und auch Fragen, welche Staaten und Institutionen den IS finanzieren bzw. mit ihm Handel treiben (und auch, welche westlichen Firmen oder gar Staaten dazu gehören), scheinen sich zu verbieten. http://www.zerohedge.com/news/2015-11-19/most-important-question-about-isis-nobody-asking

Was sonst im Moment stattfindet, ist wie gesagt wie aus einem Drehbuch: Man versichert uns, dass all dies nichts mit dem Islam zu tun habe (und lässt es gleichzeitig geschehen, dass Parallelgesellschaften gefördert werden, die unser westliches Modell ablehnen), man präsentiert uns anrührende Geschichten, auch Heldengeschichten, meist aber traurige Geschichten etc.

Patha rhei: Und in ein paar Tagen/Wochen werden wieder die normalen Geschichten erzählt werden, die in den Hintergrund gerückt waren (Kim Kardashian lässt sich den Busen/Po/Dickdarm vergrößern etc.).

Momentan macht man auch Vorschläge, wie der IS zu besiegen sei (militärisch) und ignoriert weitgehend die Stimmen derer, die davor warnen, da rein militärische Maßnahmen den Hass gegen den Westen weiter schüren helfen werden. http://www.merkur.de/politik/juergen-todenhoefer-interview-isis-islamischer-staat-is-will-uns-in-die-falle-locken-5874145.html

Man beschwört vermeintlich westliche Werte (Konsum und Freiheit), die wir gegen die Islamisten verteidigen müssten und vermeidet es tunlichst, anzusprechen, dass Menschen, die bereit sind, für ihren (Irr)Glauben in den Tod zu gehen, uns etwas wesentliches voraus haben.

Denn die flammenden Aufrufe „Wir sterben für Multikulti!“ oder „Ich schwöre, unser buntes Deutschland mit meinem Blut zu verteidigen!“ existieren nicht (sie klängen auch eher komisch). Deutschland verteidigen? So denkt nur noch eine Minderheit. https://www.reddit.com/r/europe/comments/39dqfw/would_you_be_willing_to_fight_for_your_country/

Außenstehende mögen sich darüber wundern, dass wir uns selbst zu hassen scheinen. http://linhdinhphotos.blogspot.de/2015/10/germany-against-itself.html

Dass der IS uns hier an Willen und Kampfbereitschaft weit überlegen ist, wird allenfalls in Nebensätzen angedeutet. Man wird also weiter predigen, dass man die Lage unter Kontrolle hat. Flüchtlinge spielen bei dem Thema keine Rolle, was man auch weiterhin sagen dürfte, auch wenn beim nächsten Anschlag in Deutschland Flüchtlinge involviert sein dürften.

Denn der IS wäre ja dumm, würde er offene Grenzen in einem Zielgebiet nicht nutzen. Dass die Mehrheit der Asylbewerber nichts mit dem IS zu tun hat, ist so richtig wie die Feststellung, dass Deutschland nicht durch Neonazis repräsentiert wird (auch wenn man medial hin und wieder zu anderen Schlüssen zu kommen scheint).

Doch liegt es an der bundesdeutschen Asylpolitik, dass wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch bei uns mit Anschlägen rechnen dürfen, welche dann auch Flüchtlinge als Täter vorweisen sollten (ich schätze mal, dass es irgendwann in diesem Winter erstmals passiert).

Man wird es hilflos hinzunehmen haben, dass ein Teil der Flüchtlinge sich gegen uns und unseren Staat radikalisieren wird, da eben nichts von den Erwartungen dieser Klientel erfüllt werden kann – keine Häuser, keine Arbeit, keine Perspektive. Analog zu Schweden werden also Ghettos wachsen, der Unfrieden größer werden.

Aus diesen Ghettos werden die Anhänger eines radikalen Islam rekrutiert werden können. Man wird staatlicherseits Scheinlösungen präsentieren: Lager außerhalb der EU (die irgendwann als Druckmittel benutzt und ggf. auch wieder geöffnet werden können – und die nächste Welle schwappt heran). Der IS wird weiterhin Videos drehen, von denen sich manche der jungen, muslimischen Männer angezogen fühlen dürften – und manche werden bereit sein, in den Tod zu gehen und so viel Ungläubige (arabisch Kuffar) wie möglich mitzunehmen. Vielleicht auch, weil der IS der Familie des Märtyrers gutes Geld zahlt? Wer weiß. Der Überschuss an jungen Männern und die fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven werden jedenfalls für genügend Nachschub sorgen. (Vorsicht: Grausige Bilder). http://www.liveleak.com/view?i=323_1429066834

Da wir uns selber nicht mehr schützen wollen oder können (ein liberales Waffenrecht? Pfui!), wird das Heil in mehr Überwachung liegen – also her mit den schärferen Gesetzen! Man hat es so in Australien gemacht, in den USA, in Kanada, in Japan, jetzt verschärft man die jüngst erst verschärften Gesetze in Frankreich – http://www.zerohedge.com/news/2015-11-17/france-war-hollande-unleashes-2nd-day-isis-strikes-mobilizes-115000-moves-change-con – und man wird dies auch bei uns tun.

 

Der bereits existierende Graben zwischen alteingesessener Bevölkerung und einem Teil der Neubürger wird wachsen, auch Umbenennungen von Weihnachtsmärkten, getrennte Badezeiten in Schwimmbädern, das Verbot von Schweinefleisch in der Schulspeisung und noch soviele Teddybären als Willkommensgeschenke etc. werden daran nichts ändern – eher wird der Graben mit der Zeit größer werden.

Der Gedanke, dass es ein höheres Ideal zur Stärkung des Zusammenhalts braucht, wird dabei niemals thematisiert werden (Stolz darauf, Deutscher zu sein als Integrationshilfe? Gehör‘ dazu und sei stolz auf unser Land? Pfui! Wen wundert’s, dass der Stolz aus alternativen Ansätzen attraktiver wirkt? Konsum ist schön, aber als sinnstiftende Maßnahme zu schwach).

Angst und Hass und gegenseitiges Misstrauen werden so weiter (un)bewusst geschürt. Aus dieser Haltung heraus wird ein weiterer Abbau der Bürgerrechte akzeptiert werden (wenn’s der Sicherheit dient…). Kurz: Es läuft auf einen Polizeistaat hinaus, in dem es Gegenden geben wird, die man meiden sollte.

Immer wieder wird ein Terroranschlag passieren, worauf Bürgerrechte weiter eingeschränkt werden: Die Demonstrationsfreiheit, die Reisefreiheit, die Redefreiheit, die Benutzung von Bargeld, der Waffenbesitz bei Jägern etc. – alles muss irgendwann eingeschränkt werden, um die Freiheit und uns zu schützen. 😉

Wahrscheinlich wird auch die EU ihre Kompetenzen ausweiten lassen – und irgendwann kommt weitgehend unbemerkt die Ankündigung, dass man TTIP beschlossen habe (denn Terror und Angst können auch ein gutes Ablenkungsmittel sein).

Schlussendlich mögen unsere Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse von Paris und das stereotype Flagge zeigen für Frankreich und die Solidaritätsbekundungen späteren Geschlechtern möglicherweise als Zeichen einer infantil-hysterisch gewordenen Gesellschaft erscheinen:

Einer Gesellschaft, die an fehlendem inneren Zusammenhalt krankte und deren „Solidarität“ sich im Hochhalten von Feuerzeugen und dem Anzünden von Kerzen erschöpfte, aber selten oder nie soweit ging, einen Obdachlosen zum Essen einzuladen oder gar nach Hause in die eigene Wohnung.

Immerhin: Der Silberstreif am Horizont besteht darin, dass wir eben DIESE Verhaltensweisen die nächsten Jahre wieder erlernen können. Echte Solidarität. Echten Zusammenhalt. Und echte Hilfsbereitschaft. Die Verhältnisse werden sie uns aufzwingen (denn die nächste Finanzkrise und die nächsten Terroranschläge werden bald kommen).

Davor sollte man keine Angst haben. Man sollte sich nur innerlich darauf einstellen.

6 Kommentare zu “Was kommt nach Frankreich?

  1. Es wird keine „neue Solidarität“ mehr geben – denn wo soll die denn herkommen?
    Dieses krampfhafte „sich um Obdachlose kümmern“, machen Biodeutsche ja auch erst seit Neuestem. Vor einem Jahr noch war es jedem Biodeutschen egal, dass andere Deutsche aufgrund von Wohnungs- und Arbeitsmangel oder anderem Mangel unter der Brücke pennen mussten.
    In Zeiten großer Not kümmert sich jeder nur noch um sich selbst – so, wie es jetzt schon lange ist. Es wird nicht besser, sondern schlechter.
    Und Ausländer können schon gar keine Deutschen werden, es sei denn, es sind „Passdeutsche“ gemeint.

    Apropos Ausländer: Ja, sie haben uns viel voraus. Sie haben noch das, was man inneren Zusammenhalt nennt. Und die Gläubigen setzen sich für etwas ein, sie sind opferbereit. All das hat man den Biodeutschen nach wk erfolgreich ausgetrieben. Der übrig gebliebene Biodeutsche (so viele sind es ja nicht mehr) setzt sich nur noch für eine gefüllte Geldbörse ein.

    • Vielleicht hast Du recht, vielleicht auch nicht – die nächsten Jahre werden es zeigen. „Wo Gefahr ist, da wächst das Rettende auch“. (Hölderlin).

  2. Die EU-Kommission will europaweit die Waffengesetze verschärfen. Vor allem sollen halbautomatische Sportgewehre verboten werden, die so aussehen, wie vollautomatische Kriegswaffen.

    Diesen „Anscheinspraragraphen“ haben wir in Deutschland erst vor wenigen Jahren abgeschafft, weil er blanker Unsinn war und solche Gewehre in der Verbrechensstatistik eine Deliktrelevanz von exakt Null hatten.

    Was die EU-Kommission völlig ignoriert ist, daß die Terroristen Waffen hatten, die man in ganz Europa nicht legal kaufen kann. Für vollautomatische Kriegswaffen kriegt man keine Genehmigung und man bekommt sie schon gar nicht im Waffengeschäft. Die Kommission argumentiert, daß dieses Verbot (und andere, ähnlich dämliche Vorschläge), Terroristen vom terrorisieren abhalten würden. Wie hirnlos muß man eigentlich sein, um einen Posten in der EU-Kommission zu bekommen? Eine Kommission, die anscheinend ein Endlager für unfähige, dumme und toxische Politiker ist, die man im eigenen Land dringend loswerden wollte.

    http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-6110_en.htm

    Wenn dieser Unsinn durchkommt, werden gesetzestreue Bürger grundlos enteignet; zum Zwecke der Terrorbekämpfung. Auf die Idee kann wirklich nur ein hirnamputierter Schimpanse kommen.

    Nur der Chef von Interpol hatte vor einiger Zeit mal eine gute, vernünftige Idee: http://10news.dk/?p=760
    Die wird aber an den Leuten scheitern, die vor lauter Emotionen den Kontakt zum rationalen Denken völlig verloren haben.

    • Danke für den interessanten Kommentar, LGF – hast Du u. U. einen Artikel, der über einen längeren Zeitraum die Entwicklung des Waffenrechts in Deutschland und/Europa zeigt? Ich fände es spannend, zu sehen, ob es dort eine Tendenz zu immer größerer Verschärfung geben sollte.

      • Eine Artikel dazu habe ich nicht. Aber bei Wikipedia findet sich ein recht ausführlicher Artikel samt Zitaten und den Blüten, die sich die Regierungsbeamten geleistet haben.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Waffengesetz_(Deutschland)

        Die unnötigen Verschärfungen fingen 1972 im Zuge der RAF-Hysterie an. Bis dahin ab 18 Jahren frei erhältliche Waffen (großkalibrige Repetiergewehre, Schrotflinten, halbautomatische Kleinkalibergewehre, etc.) wurden genehmigungspflichtig, obwohl die überhaupt nicht deliktrelevant waren. (Kurzwaffen und großkalibrige halbautomatische Gewehre waren schon vorher genehmigungspflichtig).

        Das Verbot hatte als Aufhänger ein halbautomatisches KK-Gewehr vom Typ Landmann-Preez Mod. 65 mit dem die RAF Andreas Baader befreite:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Baader-Befreiung

        Dieser einzige Fall reichte aus, um rund 20 Millionen Waffen registrierpflichtig zu machen, obwohl sich die RAF vor allem durch Überfälle auf Bundeswehrdepots mit Waffen versorgte. Auf die Sicherheit hat sich das Waffengesetz nicht nachweisbar ausgewirkt. Mit legal besessenen Waffen ist schon immer wenig passiert.

        Das einzige, was ein bisschen was gebracht hat, war die Tresorpflicht, die erst 2001/2002 eingeführt wurde. Das hat die Waffendiebstähle gesenkt (die aber vorher auch nicht gerade gravierend waren). Die meisten anderen Regelungen sind zweifelhaft.

        Waffenregistrierung ist der erste Schritt zur Enteignung. Was daraus folgen kann, findet man in der Geschichte.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaffnung_der_deutschen_Juden

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