Ein Rassist beim Bäcker

Neulich auf dem Weg zum Bäcker
dachte ich so: Brötchen – lecker!
Und dazu auch noch was Süßes…..hm, was will ich? Bloß nichts flüssiges!
Tja – was nehme ich? Ich weiß – was schwarz-negerküssiges!
So ganz in Vorfreude trat ich dort ein –
Der Bäcker ging freundlich auch gleich auf mich ein:
Zwei Brötchen für Sie? Kaiser, Schrippe oder Mohn?
Darf’s sonst noch was sein? Kaffee mit Zucker – oder Natron?
Doch als ich unschuldig fragte: Ham Sie auch Negerküsse?
Da runzelte der Bäcker die Stirn – und fragte: Ob ich denn nicht wisse,
die Negerküsse seien lang schon perdu –
Da diskriminierend und rassistisch dazu –
Er führe in seinem Laden jedenfalls nur noch Schaumküsse –
Und wer nach Negerküssen frage
der sei, wenn nicht Landplage,
oder grobschlächtig
dann sicherlich höchsten Grades Pegida-verdächtig!
Ob ich das denn nun eindeutig wisse?!
So raunzte der Bäcker und wandte sich stirnrunzelnd mir zu.
Ich fragte unschuldig, ob er nicht wisse: Das U
im perdu sei eigentlich phonetisch ein Ü
und werde so gesprochen – ob spät oder früh.
Der Bäcker sah mich an, als ob er mir grolle:
Ob ich denn jetzt noch einen Schaumkuss von ihm wolle?
Ich nahm mir ein Herz und fragte ganz höflich:
Ob er denn hier Mohrenköpfe führe? Womöchlich?
Dem Bäcker entgleisten nun ganz die Gesichtszüge:
Ob ich denn nicht wisse – mit Toleranz vertrüge
sich keinesfalls solch ein bös-garstiges Wort!
Ich sei wohl ein Rassist – und er wünschte mich fort!
Ich sei ja ein Nazi und ein Rechtsradikaler dazu!
Ich müsse hier verschwinden und das gleich im Nu!
Ich wandte ein, dass Nazi und Rechtsradikaler Synonyme wohl seien –
Doch ich kam kaum zu Wort – der Bäcker fing an zu speien –
Und Schaum begann auf einmal aus dem Mund ihm zu quollen –
Ich solle hier verschwinden, abhauen, mich trollen!!
Ich rief aus: Also gut! Ich nehme bitte drei Küsse??
Mit Schaum! Bevor ihm erneut der Geduldsfaden risse…..
Der Bäcker wischte schnaubend den Mund sich dann ab.
Nahm drei Schaumküsse dazu, die er mir anschließend gab.
Wir rechneten ab, ich zahlte und ging zur Tür –
Und konnte dem Impuls nicht wiederstehen – es war so, bitte glaubt es mir:
Ich drehte mich um und sagte: Zigeunerschnitzel führen sie wohl nicht?
Verschiedene Küsse flogen mir entgegen – einer traf mich ins Gesicht –
Doch bevor weiteres geschah, entschwand ich schnell aus der Tür.
Im Gesicht noch die Grüße
des Bäckers – und die Süße –
seiner Küsse nahm ich mit nach Hause zu mir.

2 Kommentare zu “Ein Rassist beim Bäcker

  1. Vor ein paar Jahren war ich mit einem guten Freund und meiner Frau einkaufen. Meine Frau kaufte sich im Laden „Schaumküsse“. Als wir zuhause unsere Einkäufe aufteilten fragte sie, „und wo sind meine Negerküsse“? Die hatte grade mein Kumpel in der Hand. Die Pointe – er ist schwarz 😀

    Wir lachen seit fast 10 Jahren über die Geschichte und sie ist immer noch lustig. Und wir lachen über die Social Justice Warriors die gleich was von Rassismus und Diskriminierung brüllen.

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