Die Londoner Unruhen von 2011 – eine kriminologische Betrachtung

In einer Festschrift mit dem schönen Titel „Über allem: Menschlichkeit“ für einen (mir zugegebenermaßen unbekannten) Kriminologen namens Dieter Rössner – https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_R%C3%B6ssner – findet sich ein schöner Artikel des in Wiesbaden beheimateten Kriminologen Werner Sohn, betitelt: „Kein Modell ist zu schön, um wahr zu sein. Die Londoner „riots“ 2011 im Spiegel der kriminologischen Debatte“.

Diesen Artikel, den mir Herr Sohn freundlicherweise als Kopie überlassen hat, fand ich derart interessant (auch gerade im Hinblick auf gewisse Entwicklungen bei uns in Deutschland), dass ich ihn hier zusammenfassen möchte, auf dass der Leser sich selber ein Urteil über ihn bilden möge. Ad astrae! Oder besser: Ad rem:

Herr Sohn schildert zunächst kurz die lokale Ausgangslage im August 2011, wobei er erwähnt, dass London quasi die multikulturelle Metropole Europas sei.

Ein Einschub von mir: Wikipedia schildert, dass 2011 noch 48% der Einwohner Londons Christen waren – zu den einzelnen Bevölkerungsgruppen der 8-Millionen-Stadt macht Wiki allerdings keine Angaben. https://de.wikipedia.org/wiki/London#Bev.C3.B6lkerung

Herr Sohn konstatiert, dass sich am Vorabend der Unruhen in London das Land daran gewöhnt hatte, eine recht große Gruppe von 16-24jährigen NEETs zu verwalten („Not in Employment, Education or Training“ – zu deutsch also „in keiner Arbeit, Schule oder Ausbildung“ – nett, dieser NEET – ein solcher Begriff wäre vielleicht auch bei uns angebracht? „Nicht an Schule, Dienstleistungen oder Ausbildung Partizipierend“ – mal sehen – NSDAP – ne, das geht gar nicht…..). Doch Scherz beiseite und zurück zum Thema:

Manche dieser NEETs hätten sicherlich an den 180 Straßenbanden Londons mitgewirkt oder hätten sonst wie bereits vor den Riots an Delikten partizipiert (Herr Sohn führt auf, dass schon 2007 die Häufigkeitsziffern von Gewaltkriminalität und Vergewaltigungen in London das Dreifache der Werte von New York betragen habe).

Somit wäre der Ausbruch der Gewalt im August nicht gänzlich überraschend gekommen. Er entzündete sich daran, dass ein junger Mann, ein Schwarzer, bei einer Verfolgungsjagd durch eine Spezialeinheit der Polizei namens TRIDENT erschossen worden war. https://de.wikipedia.org/wiki/Unruhen_in_England_2011

Dieser Mann namens Marc Duggan war offensichtlich ein stadtbekannter Gangster gewesen. Jedenfalls entstand das Gerücht, er sei vorsätzlich von der Polizei hingerichtet worden, woraufhin sich 200 Personen (aus der schwarzen Community) zwei Tage später vor der Polizeistation von Tottenham versammelten und Erklärungen verlangten.

Die von der Polizei gegebenen Erklärungen befriedigten allerdings die Protestierer nicht und am selben Abend begannen die Unruhen. Sohn vermutet (die Polizeiberichte geben nach ihm offenbar kein klares Bild dazu ab), dass sich gewaltbereite Kräfte unter die Protestierer gemischt hätten, welche die Ausschreitungen begannen.

Diese breiteten sich geradezu explosionsartig aus und der Mob wütete die ganze Nacht hindurch. Polizeikräfte wurden mit allen Arten von Wurfgeschossen, darunter auch Molotow Cocktails, beworfen. Geschäfte wurden geplündert und die Ausschreitungen breiteten sich weiter aus und griffen die nächsten Tage auch auf weitere Städte in England über.

In London waren am dritten Abend der Unruhen 22 der 32 Londoner Bezirke von Gewalttaten und Plünderungen betroffen. Ein Hinweis von mir: Wem an Grusel gelegen ist, der findet auf youtube hunderte von Handyaufnahmen der Unruhen mit teilweise beängstigenden Szenen von Gewalt und Plünderungen.

Zunehmend traten Brandstiftungen in den Vordergrund und es beteiligten sich auch mehr und mehr junge Weiße an den Plünderungen (allerdings sollte deren Anteil bei den später Festgenommenen nie mehr als 47% betragen – und dies auch nur einem der Londoner Bezirke).

In einer später vom Justizministerium erstellten – aber nie veröffentlichten (!) – Tabelle, welche Herr Sohn 2014 einsehen konnte, wurde aufgelistet, dass 75% der im Nachhinein 3.100 identifizierten Gewalttäter schwarz, asiatisch oder gemischt gewesen seien. 25% hätten sich als weiß eingestuft.

Am vierten Tag konnten die Unruhen durch ein massives Polizeiaufgebot (16.000 Beamte allein in London im Einsatz) eingedämmt und kurz danach beendet werden. Als Bilanz gab es fünf Tote, eine unbekannte Zahl von Verletzten und Sachschäden in Höhe von 500 Mill. Pfund.

Etwa 15.000 Personen waren kriminell aufgefallen, davon 12.000 in London. Immerhin jeder fünfte Täter konnte wie bereits erwähnt m Nachhinein identifiziert und vor Gericht gestellt werden.

Die Interpretation

Kurz nach den Ereignissen machte sich ein Heer von Soziologen, Psychologen, Ökonomen, Sozialarbeitern, Politologen etc. daran, Erklärungen für den plötzlichen Gewaltausbruch zu finden. Nach Herrn Sohn kristallisierten sich drei große Interpretationen heraus:

a) Die London Riots seien eine Rebellion der Unterprivilegierten gegen soziale Missstände gewesen, mithin also ein politischer Protest. (Der freilich nie Forderungen aufstellte, Anmerkung von mir).
b) Die London Riots seien eine logische Folge des Konsumterrors gewesen – d.h. die Plünderungen seien Ausdruck des Strebens nach Konsum (in dem Zusammenhang seien auch so schöne Worte wie „Consumtariat“ oder „Shopokalypse“ gebildet worden).
c) Die Unruhen seien „bloße Kriminalität“ und Zeichen einer „neuen, barbarischen Unterschicht“, wie David Cameron sich ausdrückte.

Soweit die populärsten Erklärungsversuche. Ein afrokaribischer Abgeordneter, David Lammy, ließ auch die resignative Bemerkung fallen, die Unruhen wären Ausdruck einer Gesellschaft, in der zu viele Jugendliche ohne Grenzen, Selbstdisziplin und einen Sinn für Richtig und Falsch aufwüchsen.

Was den Punkt C vor allen anderen besonders stütze, sei nach Herrn Sohn die Tatsache, dass vier Fünftel der gefassten Plünderer bereits vorher der Polizei bekannt gewesen waren. Also tatsächlich ein reines Kriminalitätsproblem? Nicht ganz, meint Herr Sohn und präsentiert seinen aufmerksamen Lesern einen vierten Ansatz:

Die Unruhen seien Ausdruck einer fehlerhaften Einwanderungspolitik bzw. logische Folge eines Multikulturalismus, der sich in einem Nebeneinander von Menschen und einem schwächer Werden des Zusammengehörigkeitkeitsgefühl erschöpfe. Die grundlegenden Spannungen dieses Nebeneinander hätten sich nach ihm in diesem „summer of discontent“ entladen.

Interessanterweise steht Herr Sohn mit dieser Erklärung allein auf weiter Flur. Zwar wurden bisherige Unruhen durchaus als „Rassenunruhen“ bezeichnet (so die Krawalle von Brixton, 1981, Tottenham, 1981, Birmingham 2005), doch gilt dies offenbar nicht für die Londoner Ausschreitungen (obwohl die niemals veröffentlichen Daten der verhafteten Plünderer zeigten, dass drei Viertel von ihnen nicht-weiß waren – bzw. in ihrer Mehrheit Angehörige der black community).

Nebenbei: Ein schönes Merkmal für die Umformung der Sprache macht Herr Sohn im Bericht des von der Regierung eingesetzten „Riots Communities and Victims Panel“ aus, welches es nicht ausschließen wollte, dass man die Vorkommnisse als „race riots“ bezeichne, aber davon abrieten, da dies zu Spannungen in lokalen Gemeinschaften führen könne. Stattdessen benutzte man Begriffe wie „everyday racialised tension“, „racialised other in urban protest“, „racialised discourses” etc.

Falls jemand sehen möchte, wie Unruhen und deren Folgen aussehen, wird er hier ein paar Bilder finden: https://www.youtube.com/watch?v=Ed0QJJL9sYQ

Herr Sohn stellt nun die These auf, dass multikulturelle Gesellschaften, in denen Gruppen mit großen Unterschieden in der Lebensweise zu finden seien (Moslems, afrokaribische Einwanderer, Sikhs, Weiße etc.) unter einer Auszehrung des sozialen Zusammenhalt litten.

Multikulturalisten machten gerne den weißen Rassismus für Probleme des Zusammenlebens verantwortlich, wohingegen Herr Sohn die Probleme aus den Spannungen zwischen den einzelnen Gruppierungen aufgrund verschiedener Lebensweisen, Traditionen, Prägungen etc. resultieren sah.

Den Glauben der Multikulturalisten, dass es nur mehr Kontakte zwischen den Gruppen brauche, damit Misstrauen und Stereotype überwunden würden, hält er für „Küchenpsychologie“. Anmerkung von mir: Irgendwie lässt sich dieser Irrglauben auch gut auf unsere hiesigen Verhältnisse übertragen.

Unterstützung findet Herr Sohn in den Arbeiten des US-amerikanischen Soziologen Putnam, welcher in Untersuchungen feststellte, dass Diversität und Solidarität negativ miteinander korreliert seien. Seine eigenen Studien von 41 unterschiedlichen Gemeinden in den USA hätten gezeigt:

Je unterschiedlicher die Menschen sind, mit denen wir zusammenleben (ethnisch gesprochen), desto weniger vertrauen wir ihnen. Diversität führe somit zu mehr sozialer Isolation. Faktoren der Ökonomie oder Kriminalität hätten auf den Zusammenhang >Multikulti = >Misstrauen keinen Einfluss.

Anmerkung: Was für mich völlig logisch klingt. Der Mensch hält sich an das, was er kennt. Wer die Arbeiten von Thilo Sarrazin gelesen hat, wird sich bestätigt fühlen. Abgesehen davon sehe ich es in meinem täglichen Einerlei in Frankfurt. Es leben zwar viele Gruppierungen nebeneinander – aber nicht wirklich miteinander.

Man lebt isoliert nebeneinander. Die Gruppen bleiben für sich – Vermischung in Form von Heiraten, Partnerschaften, gemeinschaftlichen Festen oder Ritualen etc. findet wenig statt. Der Mensch möchte halt in einer Gruppe sein, die er kennt. Das ist menschlich normal.

Herr Sohn macht für England ähnliche Tendenzen wie bei uns aus: Da ein Anzweifeln oder eine Gegenrede gegen den Faktor Multikulti nicht erwünscht ist, wird mit den Füßen bzw. mit dem Möbelwagen abgestimmt – so schildert Herr Sohn die Tendenz weißer Briten, aus Gegenden wegzuziehen, die ethnisch einheitlich werden.

Anmerkung: Genau dasselbe Phänomen gibt es hier auch. Ebenso wie Eltern in Berlin oder anderswo, die offiziell für Multikulti etc. sind – aber die eigenen Kinder von Schulen abmelden, wo der Migrantenanteil zu hoch wird. Dinge, die auszusprechen aber nicht opportun ist – in Britannien so wenig wie bei uns.

Hier wie dort gilt die Förderung von Einwanderung zur Schaffung einer multiethnischen Gesellschaft als erstrebenswert. Die Labour Regierung Blair hatte auch diesbzgl. Fakten geschaffen und eine massive Einwanderung nach Großbritannien gefördert – im Nachhinein gaben Labour-Politiker zu, dass sie hierzu einem „Geheimplan“ gefolgt seien. http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/6418456/Labour-wanted-mass-immigration-to-make-UK-more-multicultural-says-former-adviser.html

Denn man hatte offenbar (in der Labour-Regierung) den Entschluss gefasst, Britannien bewusst „multikulturell“ zu machen – ohne es freilich so offen zu benennen. (Anmerkung: Auch dies klingt im Lichte gewisser Ereignisse bei uns seltsam vertraut….). Doch zurück zum Thema:

Jedenfalls habe sich in der Soziologenzunft Widerstand gegen Putnams Thesen geregt und man habe vor den Anschlägen eine große Untersuchung durchgeführt, um Putnam zu wiederlegen. Als allerdings die Untersuchung mit genau konträren Ergebnissen zu denen Putnams abgeschlossen war, kamen als deus ex machina die Unruhen in London.

An dieser Stelle kommt der Romancier in Herrn Sohn zum Vorschein, indem er eine fiktive Szene wohl real existierender Soziologen schildert, welche sich zu den Ergebnissen ihrer Studie am Vorabend der London Riots austauschen. Ist sie auch durchaus gut zu lesen (Herr Sohn scheint gerne zu formulieren- von ihm stammt auch das hübsche Büchlein „Epictetus: Ein erzkonservativer Bildungsroman mit liberalen Eselsohren“, welcher u. U. die Lektüre lohnt – ich habe es nicht gelesen, doch wer mag, kann hier Einblick nehmen): https://books.google.de/books?id=c4-FPRn_xBAC&pg=PA66&lpg=PA66&dq=epiktet+werner+sohn&source=bl&ots=uYNtn-PTl9&sig=M3aRERbJvs5edCWXtB26gJikZn4&hl=de&sa=X&ved=0CCoQ6AEwAWoVChMI6OG4uZKAyAIVh7gUCh1rkAEV#v=onepage&q=epiktet%20werner%20sohn&f=false

So wollen wir uns diesen Austausch bei allem Respekt vor Herrn Sohn indes schenken – ich bin weder Soziologe noch Kriminologe, insofern kann ich den Details dieses Dialogs einfach zu wenig abgewinnen.

Die Untersuchung war jedenfalls zu dem Schluss gekommen, dass es genau andersherum sei, als Putnam dargestellt hatte: Je jünger und je multikultureller, desto größer seien Vertrauen und Zusammenhalt zu einander. Anmerkung: Der Zyniker könnte nun fragen: So wie hier? – Ein schwarzer und ein weißer junger Mann rauben gemeinsam einen zusammengeschlagenen Jugendlichen aus (eine berühmt gewordene Szene von den London Riots). https://www.youtube.com/watch?v=MerJU1YylZo
Doch das wäre natürlich Zynismus, also nehmen wir von solchen Fragen Abstand.

Die Untersuchung sollte als Artikel eigentlich im September 2011 erscheinen – im August kamen wie erwähnt die Unruhen. Tatsächlich erschien der Artikel zur Untersuchung dann 15 Monate später – im November 2012. Die Unruhen hatten nichts an der Botschaft der Untersuchung geändert.

Herr Sohn indes bleibt bei seiner Vermutung, dass die Unruhen ein Merkmal für die Auflösung sozialer Strukturen in der multikulturellen Gesellschaft gewesen seien – oder besser für den geringeren sozialen Zusammenhalt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, was in homogenen Gemeinschaften eben stark sei, sei in multikulturellen Gemeinschaften nur noch schwach.

Anmerkung: Wie üblich, kann man, wer dies mag, diese Aussagen auch auf hiesige Verhältnisse übertragen. Zurück zum Thema:

Interessant sei nach Herrn Sohn auch, dass die Unruhen sich ja eben am Protest einer bestimmten ethnischen Gruppe (der schwarzen Gemeinschaft) entzündet hätten, welche der Polizei grundsätzlich alle Schandtaten zutraue und kein Vertrauen zu den staatlichen Organen habe. So hätten zwar alle gewußt, dass Marc Duggan ein Gangster war, dennoch schien es für die Community festzustehen, dass die Polizei die Schuld an seinem Tod trug.

Anmerkung: Man könnte….. ach, ich will es gut sein lassen – wer mag, soll künftig selber Parallelen sehen.

Zum Schluss bringt Herr Sohn noch einige interessante Punkte, wie zum Beispiel, dass die Unruhen zu einem Waffenstillstand der untereinander verfeindeten Banden in London geführt hätten, welche dann gemeinsam gegen die Polizei und zur Plünderung losgezogen seien.

Die Tatsachen, dass die Unruhen zunächst nur in gewissen „multiethnischen“ Vierteln loslegten und wie erwähnt drei Viertel der gefassten Tatverdächtigen nicht-weiß gewesen waren, fanden in den offiziellen Abschlussberichten keine Erwähnung, wo man eher um ein „multikulturelles Tuning“ bemüht gewesen sei.

So hätten die Strafverfolgungsbehörden in den Tagen nach den Unruhen gleichviele Fahndungsbilder von weißen wie von schwarzen Tatverdächtigen veröffentlicht. Der abschließende Polizeibericht der Unruhen habe zur Auswertung von über 250.000 CCTV- Stunden einen Weißen gezeigt, der mit einem Fahrradschloss die Scheiben eines Polizeifahrzeugs eingeschlagen habe.

Im selben Bericht sei freilich im Kapitel über das Selbstaufräumen nach den Unruhen lediglich ein Bild besenschwingender Londoner Bürger eingefügt worden, bei dem nur Weiße zu sehen gewesen seien.

Anmerkung: Schon gut – ich lasse es.

Die Frage, ob sich diese Unruhen wiederholen könnten, wird offenbar von den meisten Experten (und stillschweigend wohl auch von Herrn Sohn) bejaht. Die Schäden sind beseitigt worden, eine neue Polizeitruppe ist extra gebildet und die Überwachung von London durch Kameras ausgeweitet worden, „smarte Software“ zur Personenerkennung liegt auch vor. Überdies ging man wohl deutlich gegen die Bandenkriminalität vor, die sich nun ins Umland verlagert haben soll.

Doch gilt hier für mich auch der einleuchtend-einfache Satz aus der Systemtheorie: Wenn ich ein Problem nicht bei seinen Wurzeln angehe, bekämpfe ich nur Symptome – und das Problem wird eines Tages umso stärker wiederkommen.

Die letzten Sätze dieses intelligent geschriebenen und nachdenklich stimmenden Aufsatzes möchte ich Herrn Sohn überlassen, sind sie doch nicht nur für Britannien von prophetischer Qualität:

„Die englische Einwanderungsgesellschaft verordnet sich notgedrungen immer mehr Überwachung. Denn an den häufig beklagten „underlying causes“ wie am Multikulturalismus, den wir dazu zählen, wird sich nur für den sparsamen, eigensinnigen Schotten mit gut erhaltener „Britishness“ etwas ändern können. Falls die am 14.09.2014 in Gang gesetzte Trennung vom Vereinigten Königreich gelingt.
In Schottland gab es keine Riots“.

Nun ist Schottland die Unabhängigkeit nicht „gelungen“. Und auch wir scheinen nicht wirklich unabhängig zu sein, wenn man ein klein wenig foschepothisiert. Warten wir ab, was wir die nächsten Jahre bei uns erleben werden. Denn eines ist klar: Unsere Gesellschaft wird weiterhin „bunter“ werden – mit allen Konsequenzen. Daten und Fakten lassen sich zwar bis zu einem gewissen Grad verstecken oder verändern, doch die Wirklichkeit nicht.

Eine kurze Ergänzung: Herr Sohn wird den Beitrag zur Festschrift in zwei Folge-Artikeln weiterführen, welche nächstes Jahr in der Zeitschrift POLIZEI erscheinen werden und die folgendermaßen betitelt sein werden:

a) Riots, émeutes, kravallerna … Zur Kriminologie des Krawalls (Teil I)
b) Die Londoner „riots“ – ein Muster mit Zukunft? Zur Kriminologie des Krawalls (Teil II)
Ob Herr Sohn auch jene Artikel dem Verfasser dieses Beitrages überlassen wird oder ob es letztgenanntem gelingt, ihnen anderweitig habhaft zu werden, wird sich weisen. An Mustern wird jedenfalls kein Mangel herrschen. An Menschen, die auf diese Muster hinweisen, wohl leider schon.

4 Kommentare zu “Die Londoner Unruhen von 2011 – eine kriminologische Betrachtung

  1. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl, was in homogenen Gemeinschaften eben stark sei, sei in multikulturellen Gemeinschaften nur noch schwach.“
    Genau darum geht es, das möchte man m.E. auch in Deutschland erreichen, eine ohnmächtige, orientierungslose, leicht manipulierbare Masse.

  2. Man erinnere sich an die Unruhen in Paris 2005, als es zu ähnlichen Ausschreitungen in den multikulturellen Außenbezirken (Banlieu) kam. Der damalige Innenminister Sarkozy bezeichnete die verbrecherischen Aktionen bekanntlich als „Krebsgeschwür“, das es auszumerzen gilt. Ich glaube nicht, dass sich die Situation in Paris zwischenzeitlich verbessert hätte, aber wer weiß.

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