Die Monster sind unter uns II

In zwei Vorgängerartikeln hatte ich über den Fall Jimmy Saville und das Phänomen „Pädophilie“ im öffentlichen Bewusstsein geschrieben – hier https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/08/07/war-das-monster-allein/ und hier https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/08/21/die-monster-sind-unter-uns-i/

In diesem Artikel möchte ich heute der Frage nach gehen, ob wie in Großbritannien auch bei uns politische Kräfte in dieses Phänomen involviert sein könnten – und ob sich dazu Spuren finden lassen. Einen Fall wie Dutroux oder Saville hat es bei uns (noch) nicht gegeben.

Aber gibt es vielleicht Fälle, in die auch Politiker verwickelt waren? Und was geschah mit solchen Fällen? Lassen sich Hinweise auf Leichen (sic) im Keller entdecken? Oder wie wurde überhaupt an manchen Stellen mit Missbrauchs Fällen umgegangen – wurde aufgeklärt oder verdeckt? Vorweg – das Folgende ist keine angenehme Lektüre. Aber sie ist notwendig! Zur Aufklärung – und Warnung.

Ich habe ein paar Telefonate mit Leuten geführt, die näher an dem Thema dran sind. Eine Betroffene von Kindesmissbrauch, ein Polizist, eine Vorsitzende eines Vereins gegen Kindesmissbrauch und eine Rechtsanwältin haben mir interessante und auch erschütternde Dinge erzählt. Manche müssen anonym bleiben – ihre Erzählungen aber, und das, was ich im Netz fand, kann ich hier wiedergeben.

1993 wird in der Sendung „Einspruch: Meyer“ ein Grünen-Politiker mit der Aussage eines Strichjungen konfrontiert, dass dieser Kunde bei ihm gewesen sei. Zwei Jahre später einigen sich der Moderator und der Politiker auf eine Vergleichszahlung wegen falscher Anschuldigungen.
http://www.focus.de/magazin/archiv/ulrich-meyer-vergleich-statt-einspruch_aid_155555.html

Kurzer Nachtrag: Ein Gast der Sendung berichtete nachträglich, wie er und alle anderen Studiogäste mitbekommen hätten, wie der Grünenpolitiker in dem Moment, als die Sendung zu Ende war, in Ohnmacht gefallen sei.

Trier, Anfang der Neunziger Jahre. Bei einem Verfahren im Rotlichtmilieu, wo es um die Verstrickung von Politik und Milieu geht, sagt eine ehemalige Prostituierte aus. Laut ihren Aussagen wurden zu Gruppensexorgien mit Politikern, Unternehmern und Polizisten minderjährige Jungen und Mädchen beschafft.

Die Untersuchungen der Polizei führen allerdings zu keinem Ergebnis, heißt es. Das Verfahren wird eingestellt. Es kommt allerdings auch gegen die Zeugin zu keinem Verfahren wegen falscher Beschuldigung. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7837794.html

Übrigens soll es laut eines Zeugen um 1997 oder 1998 einen Bericht der Staatsanwaltschaft für eine eigens für diesen Fall gebildete Parlamentarische Untersuchungskommission gegeben haben, in dem die Namen von hohen Politikern enthalten waren. Dieser Bericht sei verschwunden.

Hamburg. 2001 macht ein Mann in Hamburg eine Entdeckung. Bei einem Rundgang durch die Stadt sieht er einen Politiker einer großen deutschen Partei auf einem Wahlplakat und erschrickt: Dieser Mensch hatte ihn als Jugendlichen missbraucht. Der Mann muss sich spontan übergeben.

Kurz darauf wendet er sich an den Verein Löwenmutter e.V. mit der Bitte um Unterstützung. Der Verein bzw. ein Berliner Privatdetektiv überzeugen den Mann, dass man die Sache publik machen solle, auch wenn die Vorgänge strafrechtlich schon verjährt sind.

Der Mann gibt eine eidesstattliche Erklärung bei einer Anwältin ab, in der er die Vorgänge von vor 20 Jahren präzisiert. Als weitere Maßnahme laden der Privatdetektiv und der Verein Löwenmutter einen Reporter der Hamburger Morgenpost zu einem Interview ein, um die Vorwürfe gegen den Politiker publik zu machen. Das Interview wird nie veröffentlicht. Der Mann, der die eidesstattliche Erklärung gemacht hatte, bricht nach zwei Jahren, in denen nichts weiter geschieht, den Kontakt zum Verein ab.

Ein weiteres Ereignis in Hamburg. 2003. Bei einem Prozess gegen einen Bordellbetreiber (Haralds Hotel) liegt eine Liste mit sieben Namen prominenter Hamburger Politiker vor, denen ein minderjähriger Jugendlicher zum Begatten zugeführt worden war. Die Namen der Prominenten werden in der Anklageakte geschwärzt.

Interessanterweise soll einer der Politiker der Beschuldigte von 2001 gewesen sein – so die Aussage eines im Prozess Involvierten dazu.

Die Bild-Zeitung spricht vom „Prozess, der sieben Promis zittern lässt“. Die Namen werden allerdings in den Verhandlungen nie genannt. Die vor dem Gericht vernommenen Polizeibeamten werden von der Aussagepflicht befreit.
Der Verteidiger des Anklägers (des Missbrauchsopfers), Uwe Maeffert, schimpft, richtet aber nichts aus. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28415119.html

Auf der Seite „Lübeck Kunterbunt“ findet sich auch eine Zusammenstellung weiterer Fälle aus Deutschland und Europa. http://www.luebeck-kunterbunt.de/TOP100/Gottverdammte_Paederasten.htm

Namen werden allerdings nie genannt. Auch hier nicht: Der Enthüllungsjournalist Guido Grandt sagt in diesem zweistündigen Interview, dass ihm die Namen bundesdeutscher Politiker vorliegen würden, die sich an Kindern vergangen hätten. https://guidograndt.wordpress.com/2015/03/10/staatsanwalte-kindersex-in-leipzig-kriminelles-netzwerk-gefahrdet-den-staat/

(Guido Grandt ist übrigens der Bruder von Michael Grandt, dem Herrn, der ein Buch über das Phänomen Kindesmissbrauch bei der Partei Die Grünen geschrieben hat. Hier ein interessanter Vortrag von ihm zu seinem Buch und wie sich die Partei mit diesem Thema auseinander gesetzt hat: https://www.youtube.com/watch?v=gg1MVA4IIwg )

Das Folgende kann man sich als Fiktion mit einem realen Hintergrund vorstellen – stellen wir uns eine Großstadt im Westen der Bundesrepublik vor. Im Fall des Verschwindens eines Kindes bekomme ich einen Hinweis, dass dort Politiker involviert sein sollen. Man nennt mir eine Kontaktperson bei der örtlichen Polizei.

Ich rufe dort an. Frage die Person, ob sie etwas zu dem Vorgang sagen kann. Man sagt mir kurz und knapp, dass man dazu keine Erkenntnisse habe. Ich sage, dass es schade sei, dass man dazu nichts wisse. Man korrigiert mich: Das habe man nicht gesagt. Sondern, dass man dazu keine Erkenntnisse habe.

Ich lege auf und denke einen Moment über das Gesagte nach. Dann schreibe ich es nieder.

Den Fall Manuel Schadwald hatte ich schon genannt – dieser (hübsche – die Missbrauchsopfer sind fast immer hübsche Kinder und Jugendliche – das alte Fleisch will ja auch was haben) Junge soll auf einer Segelyacht in den Niederlanden missbraucht und getötet worden sein. http://www.welt.de/vermischtes/article143841397/Neue-Spur-im-Fall-Manuel-Schadwald.html

Da in den Fall hochrangige Persönlichkeiten involviert gewesen sein sollen, sei es laut einem Zeugen nie zu wirklichen Ermittlungen gekommen. Ein holländischer Ermittler räumte ein, dass die Sonne nicht auf diesen Fall scheinen werde…. A propos Yacht: Die Vorwürfe gegen Edward Heath, den ehemaligen Premierminister Großbritanniens lauten auch dahingehend, dass er auf einer Yacht Kinder missbraucht und umgebracht hätte. http://www.dailymail.co.uk/news/article-3187665/Mother-claims-told-police-child-vanished-going-Sir-Edward-Heath-s-yacht-officers-warned-not-investigate-above.html

Aber zurück nach Deutschland. 2003 tritt der damalige Vorsitzende des Verbandes der Schwulen und Lesben in der SPD zurück. Der Vorwurf: Er habe kinderpornografische Bilder auf seinem PC gehabt. Seit damals scheint Herr Engelmann politisch nicht mehr aktiv zu sein, jedenfalls endet der Wiki-Eintrag mit 2003. http://www.spiegel.de/panorama/ermittlungen-schwuso-chef-tritt-wegen-kinderporno-verdachts-zurueck-a-269047.html

Aber warum nur Politiker? Gegen den Präsidenten des Landesozialgerichts Hamburg wurde 2007 wegen kinderpornografischer Bilder auf einem PC ermittelt. http://www.welt.de/regionales/hamburg/article1455954/Gerichtspraesident-besitzt-offenbar-Kinderpornos.html

Ebenfalls 2007 wurde der Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel wegen Kinderpornos auf seinem Privat-PC verurteilt. http://www.sz-online.de/nachrichten/kasseler-gerichtspraesident-wegen-kinderpornos-verurteilt-1606700.html

2002 wurden auch gegen einen Richter in Bremen Untersuchungen geführt, da der Verdacht bestand, dass dieser auf dem Dienst-PC kinderpornographische Bilder angeschaut hätte. http://derstandard.at/1046042/Kinderpornographie-Ermittlungsverfahren-gegen-Richter

Nun ist nicht jeder, der Kinderpornos schaut, automatisch ein Kinderschänder. Aber allein sich an solchen Bilder zu ergötzen, sollte einen schon hellhörig machen. Der Schritt vom Porno-Konsument zum praktizierenden Kinderschänder ist nicht allzu groß.

Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass Kinderpornos ein probates Mittel der Rufschädigung sein können.

Der Fall Edathy hat durchaus Facetten aufzuweisen, die einen dies vermuten lassen können. Es wird wohl so sein, dass dieser Herr sich an solchen Bildern aufgegeilt hat- ebenso ist aber möglich, dass dies bewusst gegen ihn verwendet wurde. http://netzfrauen.org/2015/03/10/paedophilie-in-unserer-gesellschaft-der-fall-edathy/ Doch weiter:

Berlin. Eine Frau aus Berlin (eine Betroffene, deren Kind missbraucht worden war) teilt mir mit, dass es in den Neunziger Jahren in Berlin einen Katalog für Kinderschänder gegeben habe, in dem Jungen und Mädchen für die Auswahl zum Missbrauch aufgeführt waren (meistens blonde Kinder). Der Kunde konnte sich dann eines der Kinder auswählen, welches zu ihm nach Hause oder zu einer speziellen Örtlichkeit geliefert wurde. Schnell, diskret, zuverlässig. Heute könne man dies im Internet tun. Unter den Kunden seien Politiker, Geschäftsleute, hochrangige Beamte.

Dieselbe Frau erzählt auch, sie habe gehört, dass im Bereich der Polizei, der sich mit Ermittlungen zu solchen Dingen beschäftigt habe, personelle Unterdeckung geherrscht habe. Die Polizistin, die ihr dies mitgeteilt habe, sei allerdings plötzlich nicht mehr erreichbar gewesen.

Summa summarum: Es gibt mit absoluter Sicherheit Kindesmissbrauch analog zum Fall Dutroux oder Saville auch bei uns an den höchsten Stellen bzw. kann von einem Netzwerk, welches Pädophile in den höchsten Kreisen mit Kindern versorgt, ausgegangen werden. Bis jetzt funktioniert allerdings die deutsche Omerta – das Schweigen von Presse und Verantwortlichen.

Über geringere Fälle wird natürlich berichtet: Dass der Ex-Büroleiter des Grünen-Politikers Tom Koenigs als Kinderschänder entlarvt und verurteilt wird, findet seinen Weg in die Presse. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sexueller-missbrauch-ex-bueroleiter-von-tom-koenigs-gruene-verurteilt-a-1003431.html

Und dass ein SPD-Lokalpolitiker ein Kind betatscht, auch. http://www.bild.de/regional/frankfurt/spd/anklage-gegen-spd-politiker-41102886.bild.html

Doch die großen Fälle – die großen Fische – die schwimmen noch unbemerkt im trüben Gewässer. Noch! Wie lange noch? Das ist die Frage.

Themenwechsel. Von der Politik in die Mitte der Gesellschaft. Wie wird mit Fällen des Kindesmissbrauchs umgegangen? Herrscht da immer Aufdeckung oder werden auch hier schützende Hände über Täter – und nicht Opfer gehalten?

Frankfurt in den achtziger Jahren. Ein Junge wird an einer Schule für lernschwache Kinder von seinem Lehrer missbraucht. Die Mutter zeigt den Lehrer an. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Lehrer bereits über 30 Jahre an vielen anderen Schulen Kinder missbraucht hatte und immer versetzt worden war, sobald es „zu heiß“ geworden war.

An der jetzigen Schule wurde er vom Direktor gedeckt, welcher auch als Pädophiler tätig war, allerdings eine Vorliebe für kleine Mädchen hatte (der Lehrer bevorzugte Jungen – am liebsten blond). Der Mann wird angeklagt, aber nicht verurteilt, dafür aber frühpensioniert. Dieser Fall schaffte es nie in die Zeitungen. Es gab ihn aber.

Worms 1995. Ein Betreuer in zwei Montessori-Kindergärten wird des fünfzigfachen Missbrauchs von Kindern angeklagt – und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Es stand Aussage (50 Kinder) gegen Aussage (Betreuer). http://www.focus.de/politik/deutschland/sexueller-missbrauch-verschuettete-wahrheit_aid_152920.html

Worms 2011. Vorm Kaiserslauterner Landgericht wird ein Betreiber des Kinderheimes „Spatzennest“ zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, d.h. Kindern verurteilt. Das Pikante daran: Derselbe Betreiber stand schon einmal 1996 in Mainz vor Gericht und war damals zusammen mit 23 anderen Angeklagten vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen worden.

Die Kinder im Kinderheim, welche von den Eltern zurückgefordert worden waren, hatten auf richterlichen Beschluss in der Einrichtung zu verbleiben. 15 Jahre später kam es zu einem neuen Verfahren und dem Schuldspruch – sowie dem Einräumen der damals Verantwortlichen, 1996 falsch geurteilt zu haben. http://papas-tagebuch.blog.volksfreund.de/tag/wormser-missbrauchsprozesse/

Saarbrücken 2001. Der Fall Pascal und die Vorgänge in der Tosa Klause machen Furore. Ein Kind verschwindet – die Frage, was mit ihm geschah, ob er missbraucht wurde oder nicht, kann nie vollkommen geklärt werden. Nur dies ist klar: Das Kind ist auf einmal weg. Gerüchte sagen, dass in der Klause Filme gedreht wurden, die zeigten, wie das Kind missbraucht und umgebracht worden war. Die Filme tauchen aber nie auf. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13621667/Der-kleine-Pascal-und-die-Hoelle-in-der-Tosa-Klause.html

Was zum letzten Punkt führt: Bei vielen dieser Fälle ist immer wieder von EINER Sache die Rede: Dass ein Filme oder Filme vom Missbrauch bestehen! Mit denen (wie in Trier) jemand erpresst werden soll. Wenn man nun den Schritt weiterdenkt und überlegt, dass die besten Politiker ja wohl erpressbare sind, können einem noch weitere Gedanken kommen.

Verschwörungstheoretisch gesprochen wären mir als Drahtzieher vom Ganzen korrupte bzw. korrumpierbare Politiker am liebsten. Und was wäre besser, als sie mit Filmchen von ihrem eigenen, abscheulichen Treiben daran zu erinnern, dass sie mal besser DAS beschließen, was ich als Drahtzieher will?

Ich bin recht angewidert von dem ganzen Thema und rufe die Vorsitzende des Vereins Löwenmutter e.V. in Hamburg noch einmal an, die mir bestätigt hatte, dass der Verein eine Strafanzeige gegen 13 Politiker gestellt hatte, der nie nachgegangen worden war.

Der Verein war von ihr 1992 gegründet worden. In den neunziger Jahren war sie als Vorsitzende zu Günther Jauch eingeladen worden und war auch einmal in der Panorama Sendung aufgetaucht. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1996/erste6672.html

Ich frage, wie es denn gekommen sei, dass all diese Politiker noch frei herumliefen, warum darüber nicht berichtet würde? Die Dame sagt mir, dass dies doch auch bei der Anzeige gegen unseren Papst Benedikt XVI. nicht anders gewesen sei – über gewisse Dinge dürfe eben nicht berichtet werden.

Ich stutze. Eine Anzeige gegen Herrn Ratzinger wegen Kindesmissbrauchs? Und tatsächlich: Es gibt eine Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Herrn Ratzinger vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, aufgesetzt von einer deutschen Kanzlei, 60 Seiten dick und hier einsehbar: http://www.kanzlei-sailer.de/papst-strafanzeige-2011.pdf

Die Anzeige macht geltend, dass Herr Ratzinger als Papst Benedikt XVI. für die Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester die Verantwortung zu übernehmen habe und verurteilt werden müsse. Man beruft sich interessanterweise auf die Praxis amerikanischer Militärgerichte:

Diese hatten den japanischen General Yamashita nach dem Zweiten Weltkrieg als Verantwortlichen für Gräueltaten der ihm untergebenen Soldaten auf den Philippinen zur Rechenschaft gezogen. Sein Einwand, dass er in seinem Hauptquartier hunderte Meilen von den Untaten entfernt gewesen sei und diese nicht gewollt habe, fruchtete vor dem amerikanischen Gericht nicht. Wie wäre es wohl bei Herrn Ratzinger in Den Haag?

Dass Herr Ratzinger indes vor den Kadi gezerrt wird, ist angesichts seines hohen Alters von 88 Jahren eher fraglich (wobei ein Holocaustverbrecher noch mit 94 Jahren verurteilt werden darf – auch wenn er niemanden ermordet hatte, aber durch seine Tätigkeit als Buchhalter half „das Verbrechen, d.h. den Holocaust, zu begehen“). https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/07/15/auge-um-auge-zahn-um-zahn/

Gerechtigkeit oder (Un-)Rechtsstaat? Doch zurück zum Thema: Im Februar 2013 trat Benedikt XVI. zurück. Reisen nach Deutschland oder überhaupt Reisen scheint er (außer nach Castel Gandolfo, der Sommerresidenz der Päpste) nicht weiter unternommen zu haben. Vielleicht auch deswegen, um nicht dem „weltlichen Arm“ ausgeliefert zu werden? http://www.bild.de/politik/ausland/benedikt-16/bereitet-sich-laut-bischof-gaenswein-auf-den-tod-vor-40551602.bild.html

Und zum Gebaren von Mutter Kirche noch dies: Auf Seite 52 der Anzeige der Kanzlei Sailer erfährt man, dass Diözesen in den USA und Irland in den achtziger Jahren, als sich Missbrauchsfälle von Kindern dort häuften, Haftpflichtversicherungen gegen drohende Entschädigungsforderungen aus Missbrauchsfällen abschlossen, den Versicherungen aber verschwiegen, dass es schon solche Fälle gegeben hatte.

Die Diözesen von Irland hätten so laut einer Meldung der Irish Times aus dem Jahre 2011 für eine Prämie von 50.000,- € Versicherungsleistungen in Höhe von 13 Mill € erhalten. Extra ecclesiam nulla salus? Oder nulla pecunia?

Doch zurück zum Gespräch mit Frau Ziehn vom Verein Löwenmutter e.V.

Ich fragte Frau Ziehn, die mir einen lebensfrohen und heiteren Eindruck machte, wie sie denn mit dem Thema umgehen gelernt habe? Da lachte sie und sagte, sie habe immer einfach gearbeitet – und habe Zorn über die Täter verspürt und habe etwas machen wollen. Ich bat sie, mir etwas über das „Machen“ zu erzählen und sie erzählte von zwei Fällen aus ihrer „Praxis“.

Sie habe einmal an einem Samstag Morgen einen Anruf von einer Mutter erhalten. Deren Tochter, erzählte die Mutter, spiele mit einer Schulkameradin, die sie grade zum Beginn des neuen Schuljahres kennengelernt hatte (die Kinder gingen in die fünfte Klasse). Dabei habe diese neue Freundin ihrer Tochter erzählt, was ihr Stiefvater mit ihr mache – dass er sie missbrauche. Was sie denn nun tun solle?

Frau Ziehn sprach darauf kurz mit dem Mädchen und dann wieder der Mutter und riet dazu, sofort zur Polizei zu gehen. Sie fragte das Mädchen, ob es bereit dazu sei, gegen seinen Stiefvater auszusagen. Die Kleine habe Ja gesagt und daraufhin wären alle (auch Frau Ziehn) zur Polizei gefahren, wo man die Anzeige aufgenommen habe. Noch am selben Abend sei der Mann verhaftet worden.

Später sei er dann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden und habe dreieinhalb Jahre abgesessen. Das Kuriose: Aus der Haft habe er sie mehrmals angerufen und mit ihr plaudern wollen, ihr davon erzählt, welchen Kuchen er gebacken habe etc. Das habe sie nie ganz verstanden (ich auch nicht, aber das Leben ist nun mal vielfältig – und auch ein Kinderschänder ist halt ein Mensch).

Ob es denn auch Fälle gegeben habe, in denen ein Vater oder jemand anders fälschlich als Täter bezeichnet worden wäre? Sie habe persönlich in ihrer langen Zeit als Vorsitzende drei solcher Fälle erlebt. So hätte es zum Beispiel einen Fall gegeben, wo die Mutter eines Kindes den Vater, der sich von ihr getrennt hatte, beschuldigt hätte, das gemeinsame Kind missbraucht zu haben. Bzw. hatte auch das Kind den Vater beschuldigt.

Der Vater habe sich verzweifelt an sie gewendet. Bei den Ermittlungen, die folgten, habe sich dann aber heraus gestellt, dass der Großvater das Kind missbraucht und diesem eingeredet hatte, dass es der Vater gewesen sei. Der Großvater hatte auch früher seine eigene Tochter missbraucht, d.h. die spätere Ehefrau des verzweifelten Mannes. (Ich muss zugeben, dass Gespräch mit Frau Ziehn war eines dieser Gespräche, wo ich öfter staunen und schlucken musste).

Abschließend wollte ich wissen, ob sie denke, dass viele der Täter Psychopathen seien? Das denke sie auf jeden Fall, sagte Frau Ziehn – es seien in der Mehrheit gefühlskalte Menschen, die sich nicht in ihre Opfer hineinversetzen könnten. Man sehe es an den Augen, meinte sie, ob ein Mensch gefühlskalt sei.

Kurz danach beendeten wir unser Gespräch. Nun ist folgende Überlegung streng logisch: Wenn ein Psychopath jemand ist, der keine Empathie für andere fühlen kann und dem es Spaß macht, andere zu manipulieren für die eigenen Zwecke zu benutzen. Der nach Macht über andere giert. Und nach Freiheit – der ultimativen Freiheit (!), zu tun „was man will“ (Aleister Crowley – hier von Sir Jimmy Saville wiedergegeben). https://audioboom.com/boos/526151-jimmy-savile-dr-anthony-clare-radio-4

Und wenn wir uns dann manche unserer führenden Köpfe in Politik und Wirtschaft genauer anschauen. https://www.youtube.com/watch?v=TB0k7wBzXPY

Klingt da nicht die Schlussfolgerung logisch, dass unter Ihnen a) Psychopathen und b) Kinderschänder sein müssen? Für mich jedenfalls macht diese Herleitung Sinn. Was zum letzten und dunkelsten Punkt in dieser sowieso düsteren Angelegenheit führt (auf die LICHT (!) geworfen werden muss).

Was ist von den Vermutungen zu halten, dass es rituellen Missbrauch gibt? Schlimm genug, dass Kinder missbraucht werden – aber für rituelle Zwecke? Als Opfer für satanischen Missbrauch? Die nicht nur vergewaltigt, gequält, gefoltert, sondern auch getötet werden?

Die Spurensuche ist schwierig. In der Presse gibt es dazu im Zusammenhang mit angesehenen Persönlichkeiten der Öffentlichkeit noch nichts. Was natürlich nicht heißt, dass das Phänomen nicht existiert. Die Briten sind diesbzgl. schon weiter. Dort gibt es bereits Meldungen über wirklichen Satanismus – bei denen Sir Jimmy Saville nicht fehlen durfte. http://www.express.co.uk/news/uk/370439/Jimmy-Savile-was-part-of-satanic-ring

Was findet sich bei uns? Da gibt es zum Beispiel den Fall einer Person namens Janett Seemann. Diese aus Ostdeutschland stammende Frau richtete 2009 einen Videoaufruf an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem sie von Kinderschändernetzwerken in Europa und Deutschland berichtete. https://www.youtube.com/watch?v=qoa-yohGKoU

Frau Seemann ist mittlerweile mit einem ehemaligen französischen Polizisten verheiratet und beide arbeiten als Anti-Kindesmissbrauch-Aktivisten in Frankreich. Hier ein mehrstündiger Videobeitrag von ihnen zum Phänomen des Kindesmissbrauchs in Frankreich mit deutschen Untertiteln (dies wird von mir noch in einem künftigen Beitrag bearbeitet werden, denn das Thema scheint auch in Frankreich virulent zu sein. Ab h 1:09 kommt die interessante Zeugenaussage einer Frau zum Fall ihrer vom Vater missbrauchten Tochter, der von den Autoritäten gedeckt worden sei, da er Freimauerer gewesen sei). https://www.youtube.com/watch?v=9-2v4a-RGfI

Was eine Nebenfrage aufwirft: Bei uns wird über das Thema Freimaurertum kaum berichtet. Gleichzeitig gibt es diese ja. Auch hier könnte es ggf. lohnen, in einem künftigen Beitrag tiefer zu graben. Doch zurück zum Thema.

Der schon erwähnte Guido Grandt hat gemeinsam mit einer anderen Person einen Roman zum rituellen Kindesmissbrauch geschrieben, da er, nach eigenen Worten, überzeugt ist, dass ritueller Kindesmissbrauch in Deutschland praktiziert wird und dies derart anprangern will. https://sodomsatanas.wordpress.com/

1996 schrieb die freie Journalistin Ulla Fröhling ein Buch über das Schicksal eines jungen Mädchens aus guter Familie, das vom eigenen Vater (und anderen) bewusst für satanische Rituale eingesetzt worden war. Das Buch erschien 2008 in einer Neuauflage. http://www.vaterunserinderhölle.de/das-buch/index.html

Natürlich finden sich auch sonst im Netz vielerlei Zeugnisse zum Phänomen des Kindesmissbrauchs in satanischen Netzwerken. https://sabrinastolzenberg.wordpress.com/2013/01/07/informationen-uber-rituellen-missbrauch-triggert/

Hier ist aber auch klar, dass man sich auf unsicherem Grund bewegt – denn es ist nicht eindeutig, von welcher Qualität alle Quellen sind. https://www.youtube.com/watch?v=KOQzmtU1SjM

Verschwörungstheoretiker wie David Icke sind jedenfalls davon überzeugt, dass es rituellen Missbrauch von Kindern an höchsten Stellen in allen Gesellschaften gibt – und dass die großen Aufdeckungen dazu erst noch kommen.

Dass das Phänomen Kindesmissbrauch sich durch die ganze Gesellschaft zieht, hatte ich ja schon das letzte Mal geschrieben (und andere haben es breiter ausgeführt). http://www.amazon.de/Dunkelziffer-geheime-Gesch%C3%A4ft-schmutzigen-Pornographie/dp/3442305624

Es wirkt auf mich jedenfalls seltsam, dass dem Sonderphänomen ritueller Missbrauch so kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auf einer großen Sonderkonferenz des Deutschen Jugendinstitutes wird über alle Formen des kommerziellen Kindesmissbrauchs referiert. Nur der rituelle Missbrauch fehlt. https://books.google.de/books?id=q3skBgAAQBAJ&pg=PA39&lpg=PA39&dq=sexueller+missbrauch+von+kindern+dokumentation+der+nationalen+nachfolgekonferenz&source=bl&ots=ZsMEIduJ8B&sig=6EpunKzl1zBnZu5sNCyMbTzj2I8&hl=de&sa=X&ved=0CC8Q6AEwA2oVChMI54Hzmcb7xwIVi-kUCh2JYAu0#v=onepage&q=sexueller%20missbrauch%20von%20kindern%20dokumentation%20der%20nationalen%20nachfolgekonferenz&f=false

Und wenn Satanisten mal in der Presse auftauchen, dann entweder mit dem Hinweis, dass es sich wohl vor allem um Fantasien von psychisch gestörten Personen handele. http://www.berliner-zeitung.de/archiv/satanisten-toeten-in-deutschland-kinder–sagen-therapeuten–sektenbeauftragte-und-journalisten–doch-kriminalisten-finden-dafuer-keine-beweise-schwarze-geschichten,10810590,10067746.html

Oder dass diese Kulte zwar existierten, aber so sehr im Geheimen, dass man im Grunde nichts über sie wisse (wenngleich man einräumt, dass es Vorkommnisse von rituellem Missbrauch gebe). http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article9207940/Wenn-Kinder-im-Namen-Satans-gepeinigt-werden.html

Oder es finden sich Meldungen aus dem kirchlichen Bereich dazu. http://kath.net/news/40674

Sollten auch bei uns Satanisten existieren (und ich gehe davon aus), so dürften diese auch Kinder missbrauchen – bzw. dürften sich gerade ganz oben Menschen finden, die dem Fürsten der Welt huldigen: Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. 7 Wenn du nun vor mir anbetest, so soll alles dir gehören! (Lukas, 4,6).

Die nächsten Jahre dürften auch hier bedrückende, aber notwendige Erkenntnisse liefern.

So oder so sollte eines klar bleiben: Sexueller Missbrauch von Kindern ist eines der schwersten Verbrechen, die ein Mensch begehen kann. Die Opfer bleiben an Leib und Seele gezeichnet zurück, oft für Jahre oder gar Jahrzehnte traumatisiert. Jede Gesellschaft bemisst außerdem ihren Wert daran, wie sie die Schwächsten zu schützen weiß.

Und das sind nun mal die Kinder. Insofern bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Jahren bei allen Problemen, die es sonst noch gibt, das Thema Kindesmissbrauch präsent bleibt. Und das Aufdecken der Täter – immer und überall (!) – mögen sie noch so hoch angesehen sein, noch so wichtig oder machtvoll sein:

Es spielt keine Rolle. Wer sich an einem Kind vergeht, der gehört tatsächlich zum Pack – egal, wie reich, mächtig oder einflussreich dieser Mann sein mag!
Was zählt, ist der Schutz der Kinder. Aller Kinder! Dafür lohnt es, sich einzusetzen.

12 Kommentare zu “Die Monster sind unter uns II

  1. Pingback: Die Monster sind unter uns II | matthias331

  2. Schoenen Dank fuer diese Fleissarbeit. Vielleicht als Ergaenzung: es gibt auch jede Menge vertuschte Gewaltdelikte an Kindern und Schutzbefohlenen, Etwa schulische Zuechtigungen, die zwar keinen „sexuellen Touch“ haben (muessen), aber ebenso konsequent vertuscht werden. So, wie im Fall des o.g. Vereins Loewenmutter sind hier auch und gerade die Ortsvereine des Kinderschutzbundes keine Hilfe; ggf. sogar eine Gefahr. Im Gegenteil, fast immer sind Kinderschutzvereine entweder Absteigehilfen fuer abgehalfterte oder Aufsteigehilfen fuer „kommende“ Politiker. In einem von mir oeffentlich gemachten Fall hat der oertliche Vorsitzende des Kinderschutzbundes erst einen Fall vertuschen geholfen, dann wurde er zum Buergermeister einer Umlandgemeinde „befoerdert“ (d.h. ohne diese Hilfen waere er natuerlich nie nominiert worden, da ein aeusserst „kleines Licht“). Mit den Vorwuerfen konfrontiert, drohte mir seine Nachfolgerin juristische Konsequenzen an, sollte ich den Fall weiter „behaupten“. Als ich ihr Abschriften der Korrespondenz sandte, schrieb sie dann entschuldigend zurueck, dass der Fall ja vor ihrer Zeit laege und sie sich nun informiert habe. Der fruehere Vorsitzende habe sehr wohl „ermittelt“, mich dann aber „vergessen zu unterrichten“. Die meisten solchen Faelle, ebenso wie die meisten Faelle des Kindesmissbrauches im schulischen und kirchlichen Umfeld, werden ueberhaupt nie thematisiert (kommen nie zur Anzeige), weil, wie mir eine dreistellige Zahl Eltern unisono ueber die Jahre versichert hat „Ach nein, besser nicht, das faellt doch nur auf die Kinder zurueck!“. Dann eben nicht. Sind ja nicht „meine“.

    • Danke CM – sehr guter Punkt. Das habe ich auch schon vernommen, dass Kinderschutzvereine anderen Zwecken als dem Kindeswohl dienen können. Es bleibt nur Aufklärung. So wie Du sie ja auch dankenswerterweise praktizierst.

  3. Nur ein paar Anmerkungen:

    Der Schritt vom Porno-Konsument zum praktizierenden Kinderschänder ist nicht allzu groß.

    Ohne belastbare Zahlen, wäre ich mit so einer Annahme sehr vorsichtig.

    Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass Kinderpornos ein probates Mittel der Rufschädigung sein können.

    Alleine der Mißbrauchsvorwurf ist ein beliebtes Erpressungs-Mittel bei Scheidungen. Der Frau wird dabei immer mehr geglaubt, als dem Mann. (Männer sind per se Täter – so die allgemeine Lesart.)

    Kath.net

    Die haben mit der offiziellen Amtskirche nichts zu tun. Das sind religiöse Radikale und Extremisten.

    Freimaurer

    Echte Freimaurerlogen machen so etwas nicht. Aber die Bezeichnung ist nicht geschützt. Echte Logen sind im Logenverzeichnis eingetragen und arbeiten sehr offen. Das beobachten ihrer Rituale ist zwar Außenstehenden nicht zugänglich, aber auch die sind inzwischen in der entsprechenden Literatur veröffentlicht. Ein Problem sind „irreguläre“ Logen (sieh P2 – die keine ordentliche Freimaurerloge war, sondern ein politisches Netzwerk, die aber unter dem Mantel der Nationalen Großloge operierte und damit auch alle anderen Logen in den Schmutz zog). Ein einziges faules Ei kann das ganze Omelette verderben …

    Trotzdem – Kindesmißbrauch von Mächtigen dürfte nicht selten sein. Das ist wohl so wie Tiere quälen. Man vergeht sich an den Schwächsten um sich in seiner eigenen Überlegenheit zu sonnen. In Deutschland – wie auch in anderen Ländern – halten die Politiker, Polizei und Presse zusammen. Da kommt wohl nur durch Zufall was heraus – wie damals beim Sachsensumpf, der immer noch nicht aufgeklärt ist.

    • Danke für den Hinweis, LGF – stimmt, an der Stelle Pornokonsument- Kinderschänder hätte ich etwas differenzierter schreiben können.
      Was die Freimaurer angeht, ist das – ebenso wie CFR, Round Table etc. – einfach ein Thema, zu dem ich zuwenig weiß. Was mir aber auffällt, ist, dass Freimaurer in Aussagen von Missbrauchsopfern vorkommen. Es bleibt künftigen Beiträgen (von anderen) vorbehalten, dort noch den Schleier zu lüften.

      • Well – Freimaurer und Satanisten werden gerne in denselben Topf geschmissen, Mißbrauch wird auch oft genannt. Das wurde u.a. durch die katholische Kirche in die Welt gesetzt. Siehe dazu den Taxil-Schwindel:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Taxil-Schwindel
        Gibt ja auch immer noch genug Leute, die behaupten, daß Juden Brunnen vergiften und kleine Christenkinder opfern.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Verschwörungstheorien

        Das sind alte Verschwörungsthorien, die es teilweise schon seit Jahrhunderten gibt und die sich fest im Vorurteils-Kanon der Bevölkerung festgesetzt haben. Es gibt keine belastbaren Beweise, aber immer wieder Vermutungen und Zuschreibungen. Klar – Einzelfälle gibt es immer wieder, aber man darf nicht von Einzelfällen auf ganze Bevölkerungsgruppen schließen. Die Medienleute sind da auch nicht hilfreich – da wird wild rumspekuliert ohne gründlich zu recherchieren. Hauptsache die guten alten Vorurteile werden bedient, das mögen die Leute, das gibt eine gewisse „Schein-Sicherheit“ und bestätigt Weltbilder.

        Diese Urban Legends und tradierten Verschwörungstheorien sind ein sehr weites Feld. Ich habe mich über 10 Jahre in den Kreisen der Verschwörungstheoretiker herumgetrieben und da viel erlebt und gelernt. Vor allem, daß uralte Vorurteile einfach nicht totzukriegen sind. Manche haben einen wahren Kern, aber viele sind einfach grundsätzlich falsch oder haben/hatten eine definierte machtpolitische Intention.

        Ich habe mich einige Jahre selbst zum Vollhorst gemacht, weil ich scheinbar plausible Verschwörungstheorien, ohne saubere Belege zu haben, geglaubt habe. Und es ist oft wirklich nicht leicht echte Verschwörungen von teils sehr plausibel klingenden Verschwörungstheorien zu trennen. Man rutscht schnell in ein in sich geschlossenes Paralleluniversum ab und merkt das meist nicht mal. Ich habe noch Dutzende von verschwörungstheoretischen Klassikern in den Regalen stehen. Geht man unbedarft, ohne Vorbildung und ohne gründliche Recherche daran, dann ertappt man sich schnell bei dem Gedanken, daß da was dran sein könnte. Die vielfältigen Quellen zitieren sich immer gegenseitig und geben sich damit einen seriösen Anstrich. Versucht man ein oder zwei Ebenen tiefer zu recherchieren, dann wird die Quellenlage schnell ganz dünn, bis sie sich in Luft auflöst.

        Gutes Grundlagenwerk über Verschwörungstheorien:
        http://www.amazon.de/dp/3596170400/

        Teils informativ, teils witzig und ein bisschen zu anglo-amerikanisch, dafür aber recht umfassend, wenn auch manchmal recht knapp gehalten. Um das Buch vollständig zu erschließen sollte man die durchgeknallten Verschwörungstheoretischen-Romane von Robert Anton Wilson gelesen haben (z.B.: Illuminatus! Trilogie), aber es macht auch so Spaß.
        http://www.amazon.de/dp/3492240240/

        Über Freimaurer gibt es tausende von Büchern, teils naiv, teils sachlich, teils spekulativ, teils reißerisch, teils völlig überzogene Lügen. Ein guter Einstieg ist das hier:
        http://www.amazon.de/dp/3851790812/

    • Addendum: Ich persönlich, Rüdiger, glaube schon, dass niemand ein „Monster“ im Wortsinne ist (auch wenn ich das aus – sagen wir – Effektgründen als Titel gewählt hatte). Es sind auch Menschen. Die Frage ist, ob sie geheilt werden können (ob sie es vor allem wollen) oder nicht. In erstem Fall kann man therapieren (oder kastrieren), in zweitem Fall bleibt – im Moment – nur wegschließen.
      Der Schutz der Kinder sollte vorrangig sein.

  4. Pingback: Beginnt die Pizza zu stinken? | nachrichtenaushinterland

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