Wanderungen durch Gießen-Rödgen

In Gießen-Rödgen befindet sich ein Erstaufnahmelager für Asylbewerber, die für gewöhnlich nach einigen Wochen Aufenthalt an andere hessische Aufnahmeeinrichtungen weitergereicht werden.

Da im Netz auf der einen Seite zunehmend Meldungen darüber zu finden sind, wie es dort zu Problemen mit den Asylanten kommt, auf der anderen Seite noch immer von offizieller Seite eine „Begrüßungskultur“ beschworen wird, wollte ich mir mal selber ein Bild machen und dort hin fahren. http://www.derfflinger.de/politik/st%C3%A4ndige-probleme-mit-asylbewerbern-in-gie%C3%9Fen-r%C3%B6dgen.html

Wahrscheinlich (genaue Zahlen fand ich nicht) befinden sich im Aufnahmelager an der Rödgener Straße ca. 4.000 Asylbewerber (in einer ehemaligen US-Kaserne) in einem Stadtteil mit 1.800 Einwohnern. (Just an diesem Wochenende, als ich da war, wurde übrigens in Gießen Raum für 450 neue Asylbewerber geschaffen). http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Weitere-Zelte-fuer-Fluechtlinge-Entlastung-fuers-Wochenende-_arid,582069_regid,1_puid,1_pageid,113.html

Ich fuhr also am Samstag Morgen nach Gießen. Um 11.00 Uhr in Rödgen angekommen, musste ich als einer der letzten der NVA (Navi-Verweigerungs-Abteilung) erstmal nach dem Weg fragen. Ein Mann mit Hund (der Aussprache nach schien er Russe zu sein), wies mir dann den Weg.

Das Aufnahmelager ist von der Autobahn selber dabei einfach zu erreichen. Die Ausfahrt Gießen-Ursulum biegt man ab und nach ein paar hundert Metern geht es dann links auf die Rödgener Straße und an der von Stacheldraht umzäunten Einrichtung entlang.

Ich fuhr an derselben also entlang und es bot sich mir ein kurioses Bild: Einzeln, in Gruppen zu zweit, fünft, oder auch mehr, gingen da die Asylbewerber an der Straße entlang. Es waren keine Deutschen zu sehen – die saßen in den Autos, manchmal kam auch ein Radfahrer vorbei.

Die Straße am Lager entlangfahrend suchte ich nun erstmal nach dem Eingang. Am Ende des Komplexes konnte ich ihn schließlich finden. Vor dem Eingang standen Wachleute. Ich parkte meinen Wagen und ging auf das massive Metall-Tor zu und erkundigte mich bei einem der Wachleute, ob man als Normalbürger in die Einrichtung hineindürfe.

Man dürfe nicht, bekam ich Auskunft erteilt. Das war mir ehrlich gesagt nicht bekannt gewesen, dass es diesbzgl. Vorschriften gab und so fragte ich, ob das denn nur hier am Standort gelte oder ob das bundesweit Geltung habe. Das sei bundesweit so, dass Normalbürger nicht in eine Asylunterkunft hineindürften.

Nun wusste ich nicht, ob das so stimmt und fragte, ob es eine weitere Stelle hier gäbe, die mir dazu Auskunft erteilen könne und dazu, wie viele Menschen so im Lager seien etc. Ich bekam die Antwort, dass sie (die beiden Wachleute) mir dazu nichts sagen könnten, ich möge ihren Arbeitgeber konsultieren (Pond Security).

Man gab mir außerdem die Adresse vom Betreiber des Lagers (allerdings ohne Telefonnummer), an den möge ich mich wenden. Ich versuchte noch ein-zweimal zu erfahren, was denn sie, die Wachleute, über die Einrichtung dächten oder ob es hier viele Polizeieinsätze gäbe etc. doch wurde ich jedes Mal abgeblockt mit dem Hinweis, sie dürften mir nichts sagen.

Das fand ich recht interessant: Beiden Wachleuten war es sichtlich unangenehm, mit mir zu reden – sie wirkten leicht angespannt. Ich zog also wieder ab, stieg in mein Auto ein und fuhr die Straße am Lager zurück und schaute nach weiteren Eingängen. Es gab mehrere Zugänge, durch die die Asylbewerber ein- und ausgehen konnten.

Da mir der Zugang also versperrt war, beschloss ich, ein paar Menschen anzusprechen. Ein älterer Herr kam mit seinem Fahrrad vorbei und da er Deutscher zu sein schien (und es auch war) fragte ich ihn, wie er denn dieses bunte Treiben (denn die Gruppen von Asylanten waren mehr geworden – hier und da saßen auch welche am Strassenrand oder lagen unter Bäumen) hier einschätze.

Da hatte ich offenbar den richtigen Knopf gedrückt. Er stehe dem Ganzen sehr kritisch gegenüber: Er sei 77 Jahre alt, fahre hier jeden Tag vorbei und sehe fast nur junge Männer (ein Eindruck, den auch ich hatte – die überwältigende Mehrheit waren junge Männer).

Was das noch für Probleme mit sich bringen würde – kulturell, religiös und anderweitig. Er selbst sei auch Vertriebener, sei mit sechs Jahren aus dem Sudetenland vertrieben worden und könne das Leid von Flüchtlingen gut nachvollziehen.

Aber die Mehrheit hier komme vom Balkan und sei ja wohl nicht verfolgt. Er erging sich dann noch eine Weile in düsteren Zukunftsprognosen bzw. sagte, dass hier jeden Tag die Polizei unterwegs sei (ich hatte auch schon einen Polizeiwagen gesehen, der offenbar zw. verschiedenen Punkten außerhalb des Lagers pendelte).

Schließlich ging ich weiter meiner Wege. Ich versuchte noch an ein-zwei anderen Eingängen mein Glück, d.h. dahingehend, mit den Wachleuten zu reden, hatte aber nicht allzuviel Erfolg. An einem der Eingänge war ein deutscher Wachmann, der auch recht angespannt wirkte, als er mit mir sprach.

Da er schon älter war, fragte ich ihn, warum er diese Arbeit hier tue und er sagte, dies sei sein Zweitjob, da sonst das Geld nicht reiche. Ich verabschiedete mich von ihm – am anderen Eingang standen drei Ausländer, zwei Griechen und ein Türke, wie sich herausstellte.

Mit ihnen scherzte ich etwas herum – sie waren alle erst seit wenigen Tagen hier im Einsatz, sagten sie. Ich hätte gern mehr von ihnen erfahren, doch da kam wohl ihr Vorgesetzter und unterbrach unser Gespräch.

Zurück auf der Straße zogen in Trauben die Asylanten an mir vorbei. An der Bushaltestelle vor dem Lager stand eine große Gruppe. Ein Teil von Ihnen saß auf dem Bürgersteig. Auch an anderen Stellen an der Straße sah ich Gruppen, die sich unter Bäume gesetzt hatten.

Ich schaute mir die Menschen etwas genauer an. Da waren Araber, Schwarze, auch viele Gesichter, die nach Osteuropa oder Südosteuropa aussahen. Die große Mehrheit wirkte sehr jung, in ihren Zwanzigern oder Anfang Dreißig. Als ich einen Mann erblickte, der etwas älter als der Durchschnitt aussah, sprach ich ihn an und fragte ihn, woher er komme.

Er sagte (wir sprachen auf Englisch miteinander), er sei aus Äthiopien. Da ich dort schon mal gewesen war, hatten wir einen guten Einstieg in das Gespräch und er erzählte mir, dass er seit fünf Tagen hier sei und hier bleiben wolle. Ich fragte ihn, ob er direkt aus Äthiopien komme und er sagte nein, er komme aus Italien.

Dort habe er neun Jahre gelebt – doch sei er Diabetiker und brauche Behandlung und daher sei er nach Deutschland gekommen (das waren seine eigenen Worte). Er sagte, er sei in Äthiopien politisch verfolgt worden, daher sei er geflohen. Seine Frau sei noch in Äthiopien. Interessant war seine Reaktion, als ich ihm sagte, dass es mit einer großen Zahl von Asylbewerbern auch Probleme gebe.

Es folgte eine kurze Litanei über die Menschen vom Balkan, aus Rumänien etc. Sie seien keine echten Asylanten, keine Flüchtlinge. Ich stimmte ihm hier zu, doch ergänzte, dass auch, wenn nur Flüchtlinge aus Syrien oder Äthiopien kämen, irgendwann hier gesagt werden müsste, dass es zu viele sind.

Dem stimmte er zu – Deutschland könne nicht ganz Afrika aufnehmen. Wir verabschiedeten uns höflich voneinander und tauschten unsere Telefonnummern aus. Da ich noch etwas über die Umgebung wissen wollte, fuhr ich die Straße am Lager wieder zurück und dann in Richtung Gießen.

Beim ersten Wohnviertel dort fragte ich eine junge Frau, eine Studentin, ob es hier eine Straße mit Einkaufsläden gebe. Die gebe es leider nicht, aber ein Aldi sei in der Nähe. Sie studierte Ökotrophologie (was es alles gibt) und machte einen sympathischen Eindruck (eine Schwäbin).

Wir plauderten kurz über ihr Studium, dann wollte ich den Aldi aufsuchen. Beim Abschied fragte ich sie, da sie im Wohngebiet in direkter Nähe des Lagers lebte, ob sie denn hier öfters Polizeieinsätze hätten. Ja, sagte sie, die Polizei sei praktisch jede Nacht im Einsatz.

Dann trennten wir uns und ich fuhr zum Aldi. Dort angekommen sah ich weitere Gruppen von Asylanten auch auf diesen zukommen. Es war etwas seltsam, so viele von diesen fremden Völkerscharen zu sehen (die sich auch nicht zu durchmischen schienen – ich sah die Schwarzen mit den Schwarzen, die Araber mit den Arabern etc.).

Im Aldi bestand die Kundschaft zu geschätzt 90% aus Ausländern. Ich suchte nach einer Person vom Laden, die mir  Auskunft zur Lage im Aldi hatte geben können, fand aber niemand. An einem Stand blickten zwei Ausländer etwas ratlos auf Unterwäsche (so schien es mir), da sprach ich sie an.

Sie lächelten, verstanden mich aber nicht, sprachen auch kein Englisch oder Französisch. Zwei junge Kerle, der eine hatte eine Tätowierung auf der einen Hand. Ich fragte: Syria? Sie lächelten und sagten: Irak. Beiden gab ich die Hand, doch da eine Verständigung nicht weiter möglich schien, ging ich dann zur Kasse.

Dort fragte ich eine leicht gestresst wirkende Kassiererin, ob es denn hier einen Sicherheitsdienst gäbe? Ja, den gäbe es, aber erst ab 15.00 Uhr. Seit wann es den denn gäbe? Sie sei seit einem Jahr hier und vor einem Jahr hätte es ihn schon gegeben. Ob oft die Polizei gerufen würde? Täglich, sagte sie mit einem gequälten Lächeln.

Ob das denn an den Asylbewerbern läge, fragte ich, und bekam zur Antwort ein (ob nun wegen der nachdrängelnden Kundschaft oder wegen was auch immer) knappes Ja. Ich verließ den Aldi und sah direkt vor ihm einen Schwarzen mit seinem kleinen Sohn auf dem Boden sitzen.

In einer spontanen Anwandlung fragte ich ihn, ob er Deutsch verstünde, was er bejahte, worauf das angenehmste Gespräch des Tages folgte. Es handelte sich bei M, wie wir ihn nennen wollen, um einen Mann aus dem Kongo, der in einer Fabrik zur Herstellung von Röhren arbeitete (also kein Asylant).

Seit 20 Jahren in Deutschland, stimmte mir M nach kurzem Gespräch zu, dass es ein Problem sei, wenn so viele Asylbewerber wie jetzt nach Deutschland kämen. Auf der einen Seite seien die Deutschen ein zurückhaltendes Volk, was manche Asylbewerber als Zurückweisung oder Arroganz empfinden würden.

Auf der anderen Seite seien viele derjenigen, die hierher kämen, nicht gut gebildet und bräuchten klare Regeln und deutliche Signale, wo Grenzen wären. Dies würden die Deutschen aber nicht tun und das sei schlecht. Und hier habe er auch Kritik an diesen Ausländern zu üben, denn sie müssten sich darum bemühen, die Regeln und Gebräuche des Gastlandes zu beachten und manche täten das nicht.

Er habe gerade selber gesehen, wie ein junger Mann aus dem Aldi gekommen sei, eine Dose getrunken und sie danach achtlos auf den Boden geworfen habe. Die Deutschen müssten sich trauen, den Asylanten gegenüber deutlich aufzutreten. Ich schaute ihn etwas verdutzt an, da ich mit solchen Ansichten nicht gerechnet hatte.

Wir palaverten dann noch ein Weilchen über Gott und die Welt (in der Zwischenzeit war seine Frau dazu gekommen) und er sagte noch manches Intelligente und Nachdenkenswerte. So seien die Asylanten in gewisser Weise auch Opfer – und Schachfiguren, die von anderen bewegt würden.

Er selbst sei aus dem Kongo geflohen, da dort Chaos und Unterdrückung herrschten. Und das würde sich auch nicht ändern, denn es gäbe verborgene Eliten, die das nicht wollten. Sobald ein afrikanischer Führer wie Thomas Sankara in Burkina Faso erscheine, dem tatsächlich das Wohl des eigenen Landes am Herzen liege, würde er beseitigt.

Der Kongo sei ein enorm reiches Land – und genau deswegen würde er von den anderen schwach gehalten. Nachbarländer wie auch andere Mächte hätten daran ein Interesse. Und daher sei er gegangen – und es sei doch kurios, dass die USA in Afrika hinter so vielem stecken würden, die Asylanten aber nach Europa kämen.

Ich hätte mich gerne noch weiter mit M unterhalten, da er ein witziger und geistreicher Gesprächspartner war, doch mussten wir schließlich beide unserer Wege gehen. Ich fuhr noch einmal am Lager entlang und beschaute ein letztes Mal diese hunderte von Menschen, die ich in Gruppen herumlaufen sah.

Es hatte irgendwie etwas trauriges – da waren sie nun hier, hatten untereinander keinen Kontakt (so schien es) und auch mit den Deutschen keinen. Mein spontaner Impuls war einen Moment, diesen Menschen irgendwie zu helfen, durch Kontakt oder Zuwendung.

So fuhr ich nachdenklich gestimmt nach Hause. Auf dem Weg nach Hause fielen mir dann noch ein paar Sachen auf bzw. fügten sich in ein Raster:

Ich sah selber keine Asylbewerber, die in Vorgärten urinierten oder betrunken vor dem Aldi Rabatz machten. Aber an der Reaktion der Wachleute vorm Lager bzw. der Aldi-Kassiererin wurde mir doch bewusst, dass es hier Probleme nur etwas außerhalb meiner Sichtweite gibt.

Was ja auch logisch ist: Tausende von Menschen ohne Beschäftigung auf engem Raum. UND – und das scheint mir ebenfalls ein Grund – eine laissez-faire Haltung, die die Gewalt eher fördert.

Diese Menschen brauchen Kontakt – und Führung! Klare Ansprache. Sie kommen aus Regionen und Kulturen, die sehr viel gewalttätiger als die unsrige sind oder sagen wir direkter in ihren Formen der Gewalt (auch gerade der staatlichen Gewalt). Hier bei uns erhalten Sie Unterstützung durch alle möglichen Verbände und viele Hinweise, was zu beachten ist.

(Am Tor zum Lager sah ich beim Wenden meines Wagens auch ein großes Schild der Polizei, welches auf Englisch davor warnte, die Bahngeleise zu überqueren – in drastischer Sprache).

Aber sie erhalten keine klare Ansprache, die ihnen streng und unmissverständlich sagt: Stop! Und das bräuchten sie meiner Meinung nach. Das plus einer sofortigen Abschiebung aller Pseudoasylanten (Balkan) sowie der straffällig Gewordenen.

Diese Menschen haben ja mit den ihren (also in der Heimat) Kontakt. Warum strömen denn soviele hierher? Weil bei uns die Freiheit so sehr leuchtet? Auch – aber auch, weil es hier Geld und Sicherheit gibt – und Versorgung (ärztlich) und die Behörden einem keinen Ärger machen, man im Gegenteil auf Verständnis und Entgegenkommen hoffen darf.

Was dann von Manchen ausgenutzt wird. D.h. diese Dinge wie derbe Anmachen von Frauen, der Umgang mit Müll oder das Urinieren an Plätzen, wo sich das überhaupt nicht gehört, das Lärmen in der Nacht und die Kleinkriminalität etc. werden solange weitergehen, wie diesen Menschen eben nicht Beschäftigung gegeben wird bzw. mit klarer und strenger Art und Weise begegnet wird.

Es sind Menschen so wie wir und die Würde des Menschen ist unantastbar bzw. gilt auch für diese Menschen. Aber es gilt auch zu berücksichtigen, dass sie andere Verhaltensweisen gewöhnt sind, ein anderes Verhältnis zu Staat und Wahrheit haben – und das Nicht-Ansprechen all dieser Dinge wird erst wirklichen Rassismus fördern.

Ein simples Beispiel noch aus Gießen: Eine Schlägerei in einem dortigen Schwimmbad. Es lohnt sich, die Leserkommentare zu lesen. http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Sicherheitsdienst-im-Freibad-Am-Samstag-Schlaegerei-_arid,581537_regid,1_puid,1_pageid,113.html

Oder hier – Asylanten als Täter: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-20-Monate-Knast-fuer-Pruegel-in-Stadtbuslinie-1-_arid,581754_regid,1_puid,1_pageid,113.html

Was die Deutschen tun müssten: Auf die Asylbewerber zugehen! Und ihnen klare Grenzen setzen: Wenn Du DAS und DAS tust – bist Du hier raus! Sofort!

Was die Asylanten tun müssten: Sich integrieren.

Dazu müsste man aber miteinander reden, nicht übereinander – da eben dies aber nicht stattfindet, werden die Schachfiguren weiter gegeneinander ausgespielt werden. Aber immerhin: Ich selber rechnete damit, vielleicht üble Szenen zu sehen, angemacht zu werden oder sonstiges.

Aber nichts davon sah ich. Im Gegenteil fand ich nur Menschen auf allen Seiten. Und das hat mich irgendwie gefreut, denn ich fühlte mich an die „Wanderungen in der Mark Brandenburg“ von Fontane erinnert, der so treffend geschrieben hatte:

Das Schönste aber, was Dir dort begegnet – das werden die Menschen sein.

Nachtrag: Heute morgen telefonierte ich aus Neugierde mit dem Betreiber der Einrichtung in Gießen. Dies ist die European Homecare GmbH. Man verband mich mit deren Pressesprecher. Der freundliche Herr erklärte mir, dass er die meisten meiner Fragen (ich fragte nach Polizeieinsätzen, der Anzahl der Wachleute bzw. deren Aufstockung, der Anzahl der Bewohner etc.) nicht beantworten könne, da seine Firma zwar der Betreiber der Einrichtung sei, der rechtliche Rahmen indes bzw. die rechtliche Verwantwortung beim Staat und seinen Institutionen läge – an diese möge ich mich dann auch wenden.

Zur Frage des Hausrechts sagte mir der Pressesprecher, dass ein Einlass fremder Personen nicht erwünscht sei, um die Sicherheit der Bewohner nicht zu gefährden. Der Stacheldraht sei denn auch da, um Gewalttäter von Außen aufzuhalten. Er erwähnte die Pegida. Das erstaunte mich und ich sagte, dass ich noch nicht wahrgenommen hätte, dass die Pegida Gewalt gegen Asylbewerber angewandt hätte bzw. fragte, ob es denn schon zu Gewalt gekommen sei und er sagte, nicht in Gießen, aber in Freital in Sachsen habe er das erlebt.

Und dort gäbe es ja auch Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Ich brachte an dieser Stelle den Einwand, dass sich ja auch bei manchen Fällen die Brandursache in anderen Dingen und nicht einem rechtsextremen Hintergrund gezeigt habe.

Dann fragte ich ihn, ob es denn aus seiner Sicht einen Moment geben könne, wo „das Boot voll sei“ und er sagte, diesen Moment sehe er aus demographischen Gründen nicht. Ich widersprach dem, indem ich sagte, dass andere Länder wie Australien oder Neuseeland oder Kanada ja eine ganz andere Einwanderungspolitik verfolgten, obgleich sie ja langfristig vor ähnlichen demographischen Problemen stehen würden und deswegen ja nicht von uns faschistisch genannt werden würden – was aber bei uns geschehe, wenn jemand mit solchen Forderungen hervortrete.

Der freundliche Herr blieb bei seiner Ansicht, dass wir die Einwanderung aus demographischen Gründen bräuchten, dem ich nochmal wiedersprach. Allerdings trennten wir uns durchaus höflich und es war mir eine Freude, mich mit einem offensichtlich eloquenten und intelligenten Menschen auszutauschen, auch wenn unsere Ansichten wohl grundverschieden sind.

Anschließend rief ich bei der Polizei in Gießen an, um zu erfragen, wie es mit Polizeieinsätzen im Lager aussehe. Anwohner hatten ja wie erwähnt gesagt, dass sie täglich Polizeieinsätze wahrnehmen würden.Der Pressesprecher der Polizei bestätigte, dass es öfters zu Polizeieinsätzen käme, dass man allerdings zwischen subjektivem Empfinden der Bürger und tatsächlicher Anzahl der Delikte trennen müsse.

Dem stimmte ich zu und fragte, ob man denn quantitativ im Falle der Einrichtung in der Rödgener Straße darstellen könne, dass die in diesem Zusammenhang auftretenden Delikte um den Faktor X angestiegen seien. Das könne man leider nicht, teilte man mir mit, da die Erfassung nicht so geschehe.

Ich fragte dann noch ein paar Dinge bzgl. der weiteren Strategie der Polizei, falls die Anzahl der Bewohner weiter ansteige (dann werde man sich darauf einstellen) bzw. ob denn Einsätze im Lager schwierig seien (aus vielerlei Gründen ja) etc.

Schlussendlich gelang es mir leider nicht, die genaue Anzahl der Menschen in dieser Einrichtung zu erfragen.

Aber nochmal: Ich fand dort kein Szenario von Hieronymus Bosch oder Oswald Spengler vor und auch keine brennenden Mülltonnen. Wohl aber Dinge, die gefährlich werden können (zuviele Menschen auf zu engem Raum) und die angesprochen werden sollten. Ebenso wie Hinweise für die aus meiner Sicht desaströs anmutende Einwanderungspolitik, welche sich – so würde ich vermuten – in starken sozialen Konflikten entladen wird. Umso mehr, wie die Finanzkrise auch bei uns wieder Fuss fasst.

23 Kommentare zu “Wanderungen durch Gießen-Rödgen

  1. Es muss eindlich klar gesagt werden, dass die BRD eine gezielte und organisierte Siedlingspolitik zum Zwecke des allgeminen Bevölkerungsaustausches vollzieht.

    PRO MINUTE wird netto ein Deutscher gegen 1,5 Migranten ausgetauscht. (Quelle detatis.de 2013)
    Pro Jahr sterben 900.000 Menschen in der BRD, 1,5 Mio wandern über Grenze und Kreissaal ein, wovon netto 800.000 als Landnehmer verbleiben.

    Völkermord
    Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“.
    https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord

    Der Multikult erfüllt die UNO-Kriterien des Völkermords.

      • Sind Sie eigentlich schon mal in einer Großstadt gewesen?
        Sagen Ihnen die Namen „Duisburg“ und „Dortmund“ etwas?
        Nehmen Sie hin und wieder den Polizeibericht zur Kenntnis?

        Eben. Weshalb es keinen Sinn macht, Ihnen etwas zu verlinken.

      • was brauchst Du noch für Quellen?
        Ich habe doch destatis.de genannt.
        Für 2013 werden vom satirischen Bundesamt, welches mit seinen Zahlenwerken alle Mühe darauf verwendet, die realen Verhältnisse zu verschleiern, 1,25 Mio Zudringlinge genannt, welche zum Zwecke der Landnahme und des bevölkerungsaustausches über die Grenzen zu uns eindringen. Dazu gesellen sich inzwischen ein Drittel der insgesamt 680.000 Neugeburten als Migrantenkinder. Summa summarum also 1,5 Mio Landnehmer im Jahr 2013.
        Davon verblieben im Land rund 800.000 während zugleich 900.000 Menschen sterben und (offizieell!) 100.000 Deutsche auswandern.
        Real sind es weit mehr auswandernde echte deutsche Fachkräfte Das sind lediglich die offiziellen Zahlen.
        Das Jahr hat 525.000 Minuten.
        NETTO VERSCHWINDET ALSO 1 Deutscher PRO MINUTE, während in derselben MInute NETTO 1,5 Migranten als Landnehmer und Zuchthengste zu uns eindringen:
        Zahlen destatis 2013, BEVOR die grosse Schwemme lsogetreten wurde, welche uns als Flüchtlingswelle verkauft wird.
        Echte Flüchtlinge sind Alte, Frauen und Kinder, weil die Männer grundsätzlich im Land bleiben, um zu kämpfen. Man sehen sich mal Bilder der Flüchtlingstrecks nach dem WK2 oder eben aus Afrika und anderen Kriesengebieten an.
        Zu uns kommen zu 90% testosterongeladene junge kampffähige Männer mit deutlichen Absichten.

        Hooton-Doktrin:
        „Während der Besatzung Deutschlands muß die Einwanderung und Ansiedelung von Ausländern, insbesonders ausländischen Männern der Dritten Welt, in die deutschen Staaten gefördert werden.“
        …damit deutsche Frauen keine deutschen Kinder mehr zur welt bringen dun das deutsche Volk während der Besatzungszeit endgültig vernichtet werden kann: die ENDLÖSUNG für das deutsche Volk per Multikult.

        Noch einmal mit allem Nachdruck:

        Völkermord
        Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“.
        https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord

    • Der Handel hier in Stuttgart beklagt grosse Schäden durch Diebstaehle sog. Asylbwerber und Osteuropäer. Ich war selbst Zeuge wie so ein Diebstahl bei Lidl ablaeuft – die Mitarbeiter verzweifeln. Von einer Edeka- Ladeninhaberin habe ich erfahren, dass sie mehrmals taeglich die Polizei ruft. Polizei kommt frustriert, nimmt den Sachverhalt auf, die Diebe legen den ganzen Schriftkram vor…Asylbewerber, keine Arbeitserlaubnis, Osteuropäer ohne Wohnsitz in D. (Den Schriftkram legen sie auch bei Schwarzfahrten vor) Polizei schyut sich das an und geht wieder. D.H. Dieser Personenkreis bewegt sich tatsaechlich im rechtsfreien Raum. Schaut man in die Aushaenge der Amtsgerichte – massenhaft oeffentliche Zustellungen und Aufenthaltsermittlungsersuchen – d.h. es wird praktisch nicht abgeschoben- die tauchen alle ab und leben von kriminellen Machenschaften. Groesstes Problem sind die Wirtschaftsfluechtlinge aus ExJugoslawien – die Politik verbläst hier Milliarden Steuergelder – keine Ahnung warum.

      • Danke ED – ich fürchte, das Problem gibt es an vielen Orten. Ich werde mir mal die Kriminalstatistik dazu anschauen. Das eine ist das subjektive Empfinden (mehr Gefährdung), das andere die tatsächlichen Delikte. Hätten wir eine konsequente, d.h. sofortige Abschiebungspolitik an der Stelle, dürfte da mehr Ruhe herrschen. Doch leider haben wir das nicht.

      • „keine Ahnung warum?“
        Das meinst Du wohl nicht ernst.
        Weil es OBERSTE AGENDA der Bolschewisten im Brüsseler Sowjet ist, Europa ethnisch umzuformen, um es so zu einigen und mit einer nicht denkfähigen, leicht lenkbaren Bevölkerung auszustatten.
        Helmut Birne Kohl: „Wir müssen den Krieg von den Schlachtfeldern in die Wohnzimmer tragen“

        Ganz nach dem Vorbild Moskaus, welches 70 Jahre lang exakt dieselbe Politik verfolgte.
        Es wurde ja auch nach exakt demselben MUster von den exakt selben ungewählten, nicht rechenschaftspflichtigen Politkommissaren regiert.

        Der Austausch des deutschen Volkes ist oberste Agenda der BRD.
        Du kannst gerne einmal veruschen, meine These mit harten Argumenten zu widerlegen.
        Keine Partei, welche sich dem Zuwanderungskartell im Reichstag widersetzt, wird Zugang ins Parlament der BRD finden.
        Auch die sogenannte „Alternative für Deutschland“ hat sich der Umvolkungsdoktrin unterwworfen. LUcke liess keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass wir mehr Bevölkerungsaustausch benötigen. Die demojraten nennen das immer Zuwanderugn.
        Aberr für ein Land mit Geburtenrate unter Selbsterhalt (2,1 Kinder/Frau) bedeutetet jede Zuwanderung mathematisch den Austausch der Bevölkerung.
        Es ist so einfach zu verstehen:

        Geburtendefizit OHNE Zuwanderung = Bevölkerungsrückgang

        Geburtendefizit PLUS Zuwanderung = BevölkerungsAUSTAUSCH

        Das ist die moderne Formel des Völkermords, welcher heute vor aller Augen vollzogen wird.
        Die Vernichtung der eutopäischen Kulturvölker durch Geburtenreduzierung be gleichzeitiger Massenzuwanderung.

        In 100 Jahren wird noch immer Japaner, Nigerianer und Eskimos geben.
        Aber es wird keine Deutschen, Italiener oder Engländer mehr geben.

  2. Nun, ziemlich naiv, durch die Außenvisite eines Aufnahmelagers Erkenntnisse zu erhoffen außer vielleicht dieser, daß wir als Zahlemann und Söhne offensichtlich durch Wächter daran gehindert werden sollen, uns ein Bild zu machen, wie Buntland ein Vollversorgungs-Paradies für globalisierte Nassauer schafft. Wer jedenfalls bedeutsameres an Erkenntnis über unsere kulturbereichernden und jungen Fachkräfte gewinnen will, wird sich eher dahin begeben:

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/42180/Nass-und-Gewalt

  3. Pingback: Erlebnisbericht eines Deutschen der versuchte Asylantenlager zu besuchen | Analyse + Aktion

  4. Selten so einen Gutmenschmüll gelesen.
    90% der Asylanten sind reine Wirtschaftsflüchtlinge.

    Massenabschiebungen dieser Terroristen sind alternativlos.

    • Du weisst genau, dass es keine Abschiebungen gibt oder geben wird. Denn die eigentlichen Terroristen sitzen als Demokraten getarnt in unseren Parlamenten und regieren gegen die Interessen des Volkes.
      Demokratie ist eine Staatsform, in welcher das Grosskapital durch Lobbygruppen regiert und das Wahlvieh alle vier Jahree zu einer Urne schickt, inder es dann seine Stimme versenkt.
      Noch nie war die Demokratie der Moderen etwas anderes.
      Mal Professor HH Hoppe lesen: Demokratie, der Gott der keiner ist.

  5. Kannst Du die Nummer vom Presseprecher der European Homecare GmbH angeben? Ich würde dort auch gerne mal anrufen.

  6. Offiziell beherbergt das deutsche Restvolk von 62 Millionen inzwischen 20 Millionen Nichtdeutsche im ehemaligen Heimatland der Deutschen. PRO JAHR wird derzeit ein Prozent der Restdeutschen gegen Migranten ausgetauscht, während sämtliche Parteien des Zuwanderungskartells im Reichstag eine erhöhung der Zuwanderung, also eine faktische Beschleunigung des Bevölkerungsaustausches fordern.
    25% Migranten derzeit bei einem Nettoaustausch 1 % der Deutschen pro Jahr ist ihnen einfach nicht schnell genug, um das deutsche Volk zum Verschwinden zu bringen.
    Die Vernichtung des deutschen Volkes durch die BRD-demokraten soll JETZT und mit aller Geschwindgikeit zum Point of no Return getieben werden, damit dieses ehemalige Land der Deutschen NIE WIEDER Deutschland werden kann.

    Daniel Cohn-Bendit: „Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, diese Republik zu verändern.“

    J Trittin: „Deutschland verschwindet jeden Tag ein bisschen mehr, und das macht micht froh“

  7. Pingback: Nachrichten zu Gießen-Rödgen | nachrichtenaushinterland

  8. Pingback: Enthüllungen: Deutscher Held erkundet geheime Details aus dem Asylgeschäft | Analyse + Aktion

  9. Pingback: Wanderungen durch Gießen Rödgen II | nachrichtenaushinterland

  10. Ich bin auch geflüchtet vor vier Wochen, und zwar von Deutschland nach …leider auch in EU-Europa. aber habe nicht das Geld für die große Flucht vor diesem elenden Desaster.

    Immerhin bin ich weg aus D, dem künftigen Ex-Deutschland. Ist ja auch schon was wert …
    Ich fürchte, dass ich auf meine Rente in 5 Jahren verzichten werden muss, weil es die einfach nicht mehr geben wird. Was für ein Drecksland, was für ein Dummvolk…

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