Die bunte Beliebigkeit

Bei uns wird gerne immer wieder auf die „bunte Republik“ Deutschland verwiesen (die indes weniger bunt, vielmehr immer grauer wird – bzw. ist das Bunte zunehmend schrill und unpassend).

Ein Ausdruck dieses Zwangs zur Vielfalt, der langfristig böse enden muss, sind auch die zunehmend zu beobachtenden Festivitäten fremder Kulturen.

Da gibt es ein Drachenboot-Rennen auf dem Main oder ein indisches Farbenfest, Festivals der Kulturen noch und nöcher und alle möglichen sonstigen Feste – das Fastenbrechen der Muslime etc. pp.

Was alle diese Feste NICHT sind: Sie sind nicht verwurzelt in unserer Kultur. Und daher mögen sie bunt und lustig und schrill erscheinen – ein Spektakel, ulkig anzuschauen, so wie der Christopher Street Day.

Aber sie haben keine Basis IN uns. Und etwas ohne Wurzeln hat eine geringe Halbwertzeit. Der normale Ablauf ist der: Eine Gemeinschaft definiert ihre Festivitäten. Früher hat die Kirche das vorgegeben – heute ist es der Markt.

Halloween ist vor allem eine Geldmachmasche – Verkauf! Darum geht’s. Der Christopher Street Day hat sich längst von seinem Ansatz gelöst, der da hieß: Protest gegen die Gewalt gegen Schwule!

Was ein richtiger Ansatz war. Aber das: Ich bin anders und stolz darauf – das ist zunehmend schrill und abstoßend. Und auch all die bunten anderweitigen Feste all dieser Kulturen sind wie Kartoffelchips.

Schnell konsumiert – und von geringem Nährwert. Es gab es in Ausnahmefällen früher, dass eine Stadt oder ein Dorf eine Prozession oder ein Fest ins Leben rief aus Dankbarkeit, etwas überstanden zu haben.

Eine Belagerung, eine Zeit des Hungers, Krieg. Die sich darauf beziehenden Umzüge und Feste waren lebendig und echt. Bis sie ihre Halbwertzeit überschritten hatten. Heute sind sie leere Hüllen.

Doch diese neuen Feste oder auch etwas wie der Tag der Deutschen Einheit sind von vornherein leer – und nichtssagend. Denn sie sagen uns – nichts! Zu unserem Leben, unserer Kultur, unserem Erbe.

Leere Hüllen, die mit nichts gefüllt werden sollen. Denn ein Tag der Deutschen Einheit bräuchte, um zu wirken, Patriotismus – aber der ist hier nicht gern gesehen (sofern es ein deutscher ist). Deutsches Volk? Was ist das? Eine dumpfrechte Phrase, sonst nichts.

Und die fremden Feste sind wie fremde Restaurants – Bereicherungen in einem gewissen Rahmen. Aber keine Halt- oder Impulsgeber für uns als Gemeinschaft. Nichts, was unser Herz oder unser Sein erfüllt.

Was früher das Feiern der Jahreszeiten anging – die Sonnwendfeiern, das Erscheinen des Frühlings, das Erntedankfest – die haben ebenfalls ihren Sinn verloren – aber auch, weil wir es zugelassen haben.

Denn die Jahreszeiten kommen und gehen ja weiterhin. Hunger, Krieg und Zerstörung hatten wir seit 70 Jahren nicht mehr – die Feste von damals haben keinen Widerhall mehr in uns.

Aber die Natur und ihr Werden und Vergehen finden immer noch statt. Überdeckt und unbesehen außerhalb der I-Pads und Smartphones und unberührt von Fitnessmessern und anderweitigen Sklavereioptimierern.

Da alles in Spiralen verläuft, wird auch das hier sich am Ende auflösen. Wir werden wieder Feste feiern, die ihren Ursprung und ihren Widerhall in uns haben. Die Dankbarkeit dazu wird uns gegeben werden.

Leider auf die harte Tour. Aber anders geht es wohl nicht.

2 Kommentare zu “Die bunte Beliebigkeit

  1. Meine Freunde und ich haben dieses Jahr (wie jedes Jahr) Sonnwend gefeiert. Einige von uns haben da keinen spirituellen Hintergrund, einige dagegen kommen aus der (neo-)heidnischen Ecke (Asatru, Celtoi, Animisten, etc. – übrigens völlig ohne völkische Untertöne).

    Wir machen das seit vielen Jahren mit selbstentworfenen, variierenden Ritualen. Etwas, das zu uns, zu unserem Land (Ersatzweise ‚zur Natur‘), zu unserer Geschichte und zu unserem Selbstverständnis passt.

    Nix gegen Feste und Bräuche aus anderen Ländern, wir gehen auch zum indischen Lichterfest das hier jedes Jahr abgehalten wird und vertragen uns im Allgemeinen gut mit Menschen anderen Glaubens (so sie keine fanatischen Missionare sind). Wie Du schon schreibst, das sind durchaus interessante Bereicherungen, aber eben nicht hier verwurzelt. Auch das Christentum – obwohl schon lange etabliert – ist nur aufgepfropft. Man muß sich nur ansehen, wie viele heidnische Bräuche von der christlichen Kirche assimiliert wurden, weil die Leute nicht von ihren alten germanischen oder keltischen Traditionen lassen konnten. Der Autor Nigel Pennick hat mit „Heidnisches Europa“ (teilweise schlecht übersetzt, besser im Original lesen) eine interessante Spurensuche vorgelegt.

    Lustig auch, daß alte und neue volkstümliche und heidnische Traditionen einen enormen Zulauf verzeichnen. Sicher, es ist sehr viel Mummenschanz und weichgespülte Esoterik dabei, aber der Trend zeichnet sich deutlich ab. Viele Leute suchen nach ihren ureigensten Wurzeln – mit mehr oder weniger befriedigendem Erfolg.

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