Kurze Gedanken IV

Es scheint nicht gut um die Rede- und Gedankenfreiheit in unserem Lande zu stehen. Bzw. fällt mir in letzter Zeit immer wieder auf, dass sich als frei und selbstständig erachtende Menschen nur in einem bestimmten Rahmen denken – und nicht über diesen hinaus.

Manchmal werden Dinge angedacht, aber es wird vor der Verknüpfung eigentlich logischer Schlussfolgerungen zurückgewichen; manchmal entpuppt sich auch einfach das Denken als vorurteils- statt wissensbegründet. Ein paar Beispiele mögen das näher erläutern:

Ich war ja mal, wie ich hier https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/12/islam-und-frauen-usw-eine-podiumsdiskussion-in-frankfurt/ schrieb, auf einer Diskussion um den Islam und Frauen. Dort legte eine der Rednerinnen dar, dass es im Islam aufgrund der rigiden Trennung zw. Mann und Frau ein Problem mit dem Frauenbild vieler Männer gäbe und diese Frauen nur als Sexobjekte sähen. So weit, so gut.

Als ich dann aber darauf verwies, dass sich logischerweise beim Delikt der Vergewaltigungen in Deutschland oder West-Europa zeige, dass dort Muslime gegenüber Einheimischen massiv überrepräsentiert seien – da wollte das keiner hören. Bzw. ging niemand darauf ein.

Oder: Im Netz schreibe ich auf einer Seite, dass ein Professor einen Vortrag zur weißen Rasse gehalten hat. Mich schreibt ein Nutzer etwas unwirsch an, dass allein schon der Gebrauch des Wortes „Rasse“ zeige, dass derjenige, der das nutze, ein Rassist sei.

Ich versuchte, dem User klarzumachen, dass er da in Schablonen denke, doch war ihm das nicht begreiflich zu machen und der Vorgang endete dann mit der Sperre des sich immer aufbrausender echauffierenden Nutzers. Hier kann man den Vorgang verfolgen: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352111

Oder: Ich kenne eine wirklich sympathische, junge Frau. Mutter zweier Kinder, alleinerziehend – und sie engagiert sich für Asylanten. Es ist ihr nicht (oder durch mich nicht) begreiflich zu machen, dass dieser Zustrom von jungen Menschen aus fremden Kulturen ein großes Explosivpotenzial in sich birgt.

Oder anders: Dass klassische Einwanderungsländer wie Australien oder Kanada oder Neuseeland solche Menschen erst gar nicht zu sich hereinlassen, scheint als Argument nicht zu gelten.

Deren Beispiele gibt es natürlich noch viel mehr. Nun ist die kognitive Dissonanz ja nicht neu. Aber heute, in Zeiten von scheinbar allumfassenden Informationen (die aber ja bereits stark vorgefiltert und bearbeitet wurden), wirkt sie auf mich bei ¾ der Bevölkerung sehr dominant.

Es werden einfachste Schlussfolgerungen nicht mehr gemacht: Dass die USA Libyen als Staat schwächten und seitdem die Anzahl an Asylbewerbern sprunghaft angestiegen ist.

Dass man Syrien destabilisiert hat und von dort hunderttausende nun den Weg zu uns finden. Dass Begriffe wie Heimat, Nation, Volk etc. einfach nicht mehr im öffentlichen Diskurs auftauchen – und wenn, dann arg negativ behaftet. Und wenn man das eigene Land/Erbe/Wesen nicht achtet – warum sollten es dann andere tun?

Und es setzt gar panische Schnappatmung ein, wenn mal jemand (ob nun aus Versehen oder extra) bestimmte Trigger-Ausdrücke verwendet: Arbeiten an der Gasleitung neben einem Holocaust-Denkmal? Eine Lehrerin, die Sieg Heil ruft? Unbewusste, braune Horden?

Die leider nie in meinem Straßenbild auftauchen. Und auch nie in großer Zahl im Fernsehen. Aber die doch dauerpräsent sind – medial auf allen Kanälen. Kurz: Da läuft etwas schief. Da blicken wir an vielen Stellen schief.

Und wer schief blickt, hat irgendwann Probleme mit dem Gradeausfahren. So kommt mir unsere Gesellschaft mittlerweile vor. Schiefer Blick und steifer Nacken. Keine gute Kombination bzw. eine, die das Fahrzeug in den Graben steuern dürfte. Schön anschaulich auch dieser Bericht von Hadmut Danisch zu einer Veranstaltung der Grünen dazu: http://www.danisch.de/blog/2015/05/10/wer-will-die-uhr-zuruckdrehen/

Immerhin: Wenn die Karre mal im Graben liegt – dann kommt vielleicht das Umdenken.

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