Nachtrag zum Vortrag

Als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben hatte, war dies ja auch als Reaktion auf einen Austausch bzw. einen Disput auf dem Blog von Hadmut Danisch geschehen. Was mir in Folge dieses Austausches auffiel, war etwas, was mir nun schon ein paar Mal untergekommen ist:

Und zwar eine ideologische Grundhaltung bei meinem Diskussionspartner. Da kamen ab einer bestimmten Stelle keine sachlichen Argumente mehr, sondern entweder Unterstellungen oder Generalisierungen (nach dem Motto „das weiss doch jeder“) – oder Schweigen. Wirklicher Austausch war es also in keinem Fall gewesen.

Was die Thematik des vermeintlichen oder tatsächlichen Rassismus angeht, der diesem Professor Kevin MacDonald vorgeworfen worden war, so kamen in Folge einer Debatte auf dem Gelben Forum, wo ich auf meinen Blogartikel hingewiesen hatte, noch ein paar interessante Anmerkungen. Hier der Faden: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352111

So brachte einer der Schreiber dort eine schöne Definition von Rassismus: „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden des Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“ (Albert Memmi)

Mit einem anderen Schreiber geriet ich in einen kurzen Disput, in dem mir derselbe weiszumachen versuchte, wer immer den Begriff Rasse in den Mund nehme, oute sich damit schon als Rassist.

Dies fand ich gleichermaßen sehr bedenklich und sehr bezeichnend; scheint es mir doch ein deutliches Symbol für ein Grundproblem unserer Zeit zu sein:

Wir meinen, wir wären so fortschrittlich – aufgeklärt – tolerant, wohingegen wir in Wahrheit immer ideologischer – verbohrter – und unwilliger zum wirklich intellektuellen Austausch werden.

Denn wie soll man diskutieren, wenn bei bestimmten Themen reflexartig dem anderen niedere Motive unterstellt werden? Wenn das Benutzen eines Wortes wie „Rasse“ Nachweis böswilliger Gesinnung ist? Wenn da keine Argumente, sondern Schlagworte und Unterstellungen kommen?

Nein – all dies sind sehr bedenkliche Entwicklungen – sie geschehen an vielen Stellen und mit vielen Themen verknüpft. Ich will darüber, über diese Ideologisierung unserer Gesellschaft, zu einem späteren Zeitpunkt nochmal was schreiben.

Für jetzt kommt es mir so vor, als würde die Weltsicht vielerorts immer enger und enger gemacht. Möglicherweise ganz bewusst. Was wie erwähnt nichts Gutes ist. Mehr dazu an anderer Stelle.

2 Kommentare zu “Nachtrag zum Vortrag

  1. Die oben zitierte „schöne Definition von Rassismus“ halte ich für gar nicht so schön, weil sie den Begriff über Gebühr erweitert und somit verwässert. Ich meine, wir sollten mit Blick auf die drei großen totalitären Ideologien folgendermaßen definieren:

    Klassismus für eine Ideologie, welche eine bestimmte gesellschaftliche Klasse verteufelt, etwa die der Reichen oder Produktionsmittelbesitzer – Beispiel: Kommunismus;

    Rassismus für eine Ideologie, welche eine bestimmte Rasse, Ethnie oder eine Volksgruppe verteufelt, etwa die Juden – Beispiel: Nationalsozialismus;

    Sexismus für eine Ideologie, welche ein bestimmtes Geschlecht oder eine sexuelle Einstellung zum Urheber alles Bösen erklärt, etwa die Männer oder die Heterosexuellen; Beispiele: Feminismus, Genderismus, Heterosexismus. –

    Einer Frau hinterherzupfeifen, ist insofern kein Ausdruck von Sexismus, sondern schlimmstenfalls, je nach Situation, von Taktlosigkeit. – Ebenso ist es nicht sexistisch, vielmehr unhöflich, gegen Schwule zu wettern. Dagegen ist es eindeutig sexistisch, den Ausdruck „homophob“ anzuwenden, weil dem so Bezeichneten eine seelische Störung unterstellt wird, die ihn nicht für behandlungs-, sondern für verfolgungswürdig erklärt. Es wird nämlich mit dem Ausdruck „homophob“ ein uralter Atavismus aufgerufen, der Kranke zu Schuldbeladenen und dämonisch Verfolgten macht.

    Nochmals: Wenn der Begriff „Rassismus“ auf jede Art von kollektiver Ausgrenzung oder Verfolgung erweitert wird, dann verliert er seine Funktion. Es kommt dann wie mit dem Ausdruck „Antisemitismus“, der paradoxerweise auch Arabern angelastet wird. Araber sind aber – sowohl sprachlich als auch physiognomisch – semitisch stärker ausgeprägt als Juden.

    Näheres siehe:

    http://sexistinnen-pranger.de/das-ist-sexismus.html
    http://mann-pass-auf.de/mpaHomosexismus.php

    Diese Artikel geben, wohlgemerkt, meine eigene Auffassungen wieder!

  2. Ausgrenzung ist eine Verhaltensweise, die nicht nur durch Rasse sondern auch durch Andersartigkeit entsteht und sei sie nur regional z.B. durch Sprache, Gewohnheiten begründet.
    Rassismus hat immer einen ideologischen Hintergrund. (z.B. Ku-Kux-Klan)
    Heute ist das Problem eher in der Ungleichbehandlung der einheimischen Bevölkerung zu suchen, die es versäumt auch auf ihre eigenen Grundsätze zu bestehen.
    Straftaten sind Straftaten egal wer sie begeht und in Wahrheit geht es doch dabei ums Geschäft der Asyllobby.
    Rassismus lenkt lediglich von der Tatsache ab, dass sich intolerante Bevölkerungsgruppen um territoriale Ansprüche streiten und ist daher praktisch überall zu verorten wo diese aufeinandertreffen. (z.B. auch Ukraine)
    Minderheiten müssen sich integrieren und Mehrheiten suchen sich die Minderheiten selbst aus, die sie integrieren. Nur wenn die ideologische Hetze hinzukommt, dann ist es Rassismus.

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