Arbeitslosenstatistik I – Trau, schau, wem

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung der beiden bisherigen Artikel zur Fragestellung „Lässt sich statistisch nachweisen, dass uns die Einwanderung in die Bundesrepublik Probleme verursacht“ (welche klar mit einem JA beantwortet werden muss).
Sowohl die Kriminalitätsstatistik (s. hier – https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/10/nachtrag-zu-fragida-die-kriminalitatsstatistik/ und hier https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/17/kriminalitatsstatistik-ii/ )
als auch Statistiken zu Schulabgängern und Geburten in Deutschland (s. hier – https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/24/statistiken-zu-geburten-und-schulabgangern-oder-unser-land-schafft-was-aber-an-welchen-stellen/ ) zeigen klar, dass die bisher praktizierte Art der Einwanderung große Probleme aufwirft, die sich in den nächsten Jahren noch verschärfen dürften.
Der heutige Artikel soll sich nun mit der Arbeitslosenstatistik befassen.
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Doch bevor wir uns der Thematik im Hinblick auf das Thema Migration zuwenden, erscheint es sinnvoll, die Arbeitslosenstatistik an sich auf ihren Wert bzw. ihre Validität zu untersuchen. Wie die Beispiele der oben erwähnten Statistiken gezeigt haben und wie sich Sprüchen kluger Menschen entnehmen lässt (Churchill. Twain) sollte man Statistiken generell misstrauisch gegenübertreten.
Wie sieht es nun bei der Arbeitslosigkeit aus, deren Senkung gebetsmühlenartig von deutschen Bundeskanzlern gepredigt wurde und wird? Helmut Schmidt beschwor die Wiederherstellung der Vollbeschäftigung, Helmut Kohl die Halbierung der Arbeitslosigkeit und Gerhard Schröder versprach die drastische Senkung der Arbeitslosenzahlen…
(Nebenbei: Was die Vollbeschäftigung angeht, scheint dieses Wahnbild vor allem auf Seiten der SPD vertreten zu sein: Sigmar Gabriel war meines Wissen der letzte, der davon delirierte. http://www.forum-grundeinkommen.de/zitat/sigmar-gabriel/halten-forderung-vollbeschaeftigung-fest ). Doch weiter:
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Die drastische Senkung der Arbeitslosenzahlen ist unter der Regierung Merkel auch tatsächlich gelungen – allein etwas anders, als in der Presse berichtet wird, wie sich im Folgenden zeigen wird. Dabei sind alle Daten, sofern nicht anders angegeben, dem Monatsbericht der Arbeitsagentur vom März 2015 entnommen. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201503.pdf
Nach offizieller Statistik gab es im Monat März 2,9 Mill Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 6,8% gegenüber den zivilen Erwerbspersonen entsprach (s. S. 56 des Berichts). Das klingt beeindruckend, vor allem wenn man sich noch an die Zahlen von 2005 erinnert, als die Arbeitslosenquote signifikant höher war. http://www.n-tv.de/politik/So-wenige-Arbeitslose-wie-zuletzt-1991-article14813131.html
Allerdings beginnt hier das, was man einen kreativen Umgang mit Zahlen und Begriffen nennen könnte: So sind die zivilen Erwerbspersonen von der Arbeitsagentur wie folgt definiert:
Dies sind alle zivil Beschäftigten (sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte) sowie Selbstständige und mithelfende Familienangehörige und Arbeitslose als potenziell Erwerbsfähige. Diese Berechnungsart hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Ausland übernommen.

Nun gibt es immerhin laut Zahlen der Agentur für Arbeit (Bericht S. 10) 4,4 Mill Selbstständige (inkl. mithelfenden Familienangehörigen). Ausschließlich geringfügig Beschäftigte gibt es 4,8 Mill Menschen. Beide Gruppen zahlen keine oder kaum Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.
Voll sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind demgegenüber 30,3 Mill Menschen. Hier entsteht der erste Einwand: Wenn man wissen wollte, wie sich das Verhältnis von Einzahlern ins System (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) zu Leistungsbeziehern verhielte (Arbeitslose im ALG I und II Bezug), so könnte man dies darstellen – tut es aber nicht.
Was die Statistik immerhin auf Seite 56 des Berichts tut, ist, die Quote der Arbeitslosen gegenüber abhängigen zivilen Erwerbspersonen, worunter in engerem Sinne sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte sowie Beamte zu verstehen sind (ohne Selbstständige und Soldaten), alternativ zu berechnen, worauf sich die Quote auf 7,6 % erhöht. Dies ist übrigens eine spezifisch deutsche Methode.
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Nun stellt sich aber die berechtigte Frage, ob denn bei den Arbeitslosen alle Personen im Leistungsbezug erhoben wurden. Der Bericht selber beantwortet diese Frage ebenfalls auf Seite 65 mit einem Nein, indem er den 2,9 Mill Arbeitslosen eine zweite Zahl gegenüberstellt, nämlich 3,8 Mill Unterbeschäftigte.
Diese Unterbeschäftigten sind die 2,9 Mill erwähnten Arbeitslosen plus Arbeitslosen in beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, in Fort- und Weiterbildungen, in Sonderregelungen für Ältere, kranken Arbeitslosen etc. All diese Arbeitslosen werden nämlich aus der „normalen“ und in der Presse veröffentlichten Arbeitslosenstatistik heraus gerechnet.
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Warum ein Arbeitsloser im Leistungsbezug innerhalb einer Trainingsmaßnahme allerdings nicht arbeitslos ist oder ein kranker Arbeitsloser nicht als solcher erfasst wird, erschließt sich mir nicht so direkt. Man kann natürlich wie die Arbeitsagentur argumentieren, dass diese Personen nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – doch mit derselben Argumentation müsste man (so denke ich) bei der Berechnung der Arbeitslosenquote bei den zivilen Erwerbspersonen sämtliche kranken Erwerbstätigen heraus rechnen (sie arbeiten ja nicht, sind ergo nicht erwerbstätig – dass das indes so gemacht wird, ist nicht anzunehmen).
Das Bild wird allerdings noch schiefer, wenn man über die Unterbeschäftigung hinausgeht und sich die Gesamtzahl aller Leistungsbezieher von ALG I und ALG II anschaut. Deren Zahl beläuft sich auf 5,2 Mill Menschen. Wie ist nun die Differenz zur offiziellen Zahl von 2,9 Mill Arbeitslosen erklärbar?
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Einmal werden wie erwähnt alle Arbeitslosen in Trainingsmaßnahmen, Praktika, Sonderregelungen für Ältere etc. statistisch nicht als Arbeitslose, sondern als Unterbeschäftigte erfasst (s. S. 65). Darüber kann man wohl streiten.
Aber überdies werden bei den ALG II Beziehern, die mit 4,3 Mill Menschen (Stand Nov 2014) die Mehrzahl der Leistungsempfänger stellen, weitere Gruppen als nicht arbeitslos heraus gerechnet.
So sind alle „Aufstocker“ nicht arbeitslos, d.h. Personen, die zu wenig verdienen, um davon leben zu können und daher ALG II zur Bestreitung des Lebensunterhalts erhalten (immerhin 680.000 Menschen). Dazu zählen alle, die kleine Kinder oder Angehörige betreuen und daher nicht arbeiten können (280.000), solche, die zur Schule gehen oder studieren (310.000) etc.
Man kann durchaus zu Recht argumentieren, dass arbeitende Personen (die sog. Aufstocker) nicht arbeitslos sind. Wenn sie allerdings nicht von ihrer Hände Arbeit leben können – was dann? Es ist eine Definitionsfrage (die freilich nicht die Bundesagentur für Arbeit beantworten kann).
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Die Struktur dieser Gruppen kann man, wenn man will, auf Seite 24 des Berichts einsehen.
Hier sind nun meine beiden wesentlichen Kritikpunkte an der aktuellen Statistik: Da die Statistik eine eng definierte Gruppe von Arbeitslosen, zu denen nicht
– Langzeitkranke
– Menschen in Trainingsmaßnahmen oder Weiterbildung
– Ältere mit Sonderregelungen
– Studenten und Schüler
– andere Leute Pflegende oder Kinder Betreuende
– Menschen in Erwerbstätigkeit, von der allein sie nicht leben können
– Ein-Euro-Jobber
– Altersteilzeitler
– Menschen in einer Förderung der Selbstständigkeit
– Kurzarbeiter etc.

(im Detail s. hier – Seite 39 – http://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201312/ama/heft-arbeitsmarkt/arbeitsmarkt-d-0-201312-pdf.pdf )
gehören (s. auch wieder Seite 65 zum Vergleich), einer weit gefassten Gruppe von Erwerbstätigen gegenüberstellt, zu denen alles zählt, was über eine h in der Woche arbeitet oder anders ausgedrückt, was noch eine Schaufel oder einen PC in Händen halten kann (s. Definition oben), gäbe es m. E. nur zwei Lösungsmöglichkeiten:
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Entweder man stellt den Leistungsbeziehern die Einzahler gegenüber. Also alle Menschen im ALG I und ALG II Bezug gegenüber allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
D.h. 5,2 Mill Leistungsbezieher gegenüber 30,3 Mill sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Frage, ob Leute, die von einem Job nicht leben können und daher ALG II beziehen, wirklich arbeitslos sind, sei mal außen vor.
So kämen wir jedenfalls auf eine (ehrlichere) Arbeitslosen- oder Arbeitslosengeldbezieherquote von 17%.
Dies wäre die eine Möglichkeit.
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Oder man stellt den 42 Mill Erwerbstätigen sämtliche im weiteren Sinne arbeitslosen Menschen gegenüber. D.h. nicht nur die Leistungsbezieher, sondern auch Obdachlose, Kurzarbeiter und die sog. „Stille Reserve“.
Zur Zahl der Obdachlosen gibt es in Deutschland leider nur Schätzungen; zwar existieren nach statistischen Erhebungen knapp 100.000 obdachlose Bezieher von Sozialhilfe (s. hier – https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Soziales/Sozialleistungen/Sozialhilfe/BesondereLeistungen/Tabellen/Tabellen_BL_Hilfearten.html ),
doch ist die Anzahl von Obdachlosen wohl höher, da längst nicht alle Obdachlosen Sozialhilfe beziehen. Schätzungen von Verbänden gehen von (2012) 280.000 Obdachlosen in Deutschland aus. http://www.bagw.de/de/themen/zahl_der_wohnungslosen/ Von diesen seien ca. 30.000 Kinder, bleiben 250.000 von denen geschätzt 200.000 als grundsätzlich erwerbsfähig eingestuft werden könnten.
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Noch schwieriger ist es mit der „Stillen Reserve“: Hierunter sind Menschen zu verstehen, die nicht im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld stehen und die aufgegeben haben, nach einem Job zu suchen. Schätzungen (nicht von der BA, diese erhebt hier keine Zahlen) reichen von 600.000 (IAB – http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV34.pdf ) bis zu 2 Mill (hier – http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/stille-reserve-zwei-millionen-schatten-arbeitslose-1.1901012 ).
Schlussendlich gibt es noch die kleine Zahl von Kurzarbeitergeldbeziehern (deren Zahl in Folge der Lehman-Pleite in 2009 auf damals immerhin 1,4 Mill Menschen gestiegen war) und die man in Bezieher von konjunkturellem Kurzarbeitergeld (die quasi außerhalb der Firma für einen Zeitraum X geparkt werden) und Transferkurzarbeitergeld (KuG) unterteilen müsste. (S. s. 11 des Arbeitsmarktberichtes).
Die Bezieher von Transferkurzarbeitergeld haben ihre Arbeitsplätze unwiederbringlich verlassen und befinden sich in sogenannten Auffang- oder Transfergesellschaften. Diese müsste man also anders als die konjunkturellen KuG-Bezieher in jedem Fall zu den Arbeitslosen dazurechnen, allerdings waren sie im März 2015 mit 12.000 Leitungsbeziehern eine zu vernachlässigende Größe.
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In Summe könnte man jedenfalls den 42 Mill Erwerbstätigen ein Minimum von 6 Mill Erwerbslosen (Leistungsbezieher ALG I und II plus Obdachlose und „Stille Reserve“) gegenüberstellen; denn wenn mithelfende Ehefrauen oder eine h in der Woche arbeitende Personen erwerbstätig sind, so sind auch Obdachlose oder Menschen, die mal arbeiteten, aber aufgegeben haben, nach Arbeit zu suchen, arbeitslos.
Nach dieser Definition wäre die Arbeitslosenquote somit bei ehrlicheren 14 %. (Was einer Mindestquote entspricht, da wie gesagt die Anzahl der „Stillen Reserve“ auch höher geschätzt werden könnte).
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Eine böse Zwischenfrage: Von der Gängelung von ALG II Beziehern durch die Arbeitsagentur hört man immer wieder; 2014 wurden gegenüber den „Hartzies“ insgesamt 1 Mill Sanktionen durch die Arbeitsagentur ausgesprochen, 75% davon aufgrund von Meldeversäumnissen (die Zahlen befinden sich in einer Excel-Tabelle, die man hier findet: http://statistik.arbeitsagentur.de/nn_31998/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Form.html?view=processForm&resourceId=210368&input_=&pageLocale=de&topicId=17712&year_month=aktuell&year_month.GROUP=1&search=Suchen )
Nach dieser Tabelle lag die Zahl der Sanktionen 2007 noch bei 750.000, ist also seitdem um über 30% gestiegen.Umso bemerkenswerter, da 2007 im Schnitt 5,3 Mill Menschen als sogenannte „erwerbsfähige Leistungsberechtigte“ ALG II bezogen (erwerbsfähige Leistungsberechtigte sind die ALG II Bezieher, die arbeitsfähig sind. Deren Kinder u. a. Angehörige, die auch Leistungen nach dem SGB II beziehen, wozu ALG II gehört, fallen nicht darunter).
Es gab also 2007 eine Mill mehr ALG II Empfänger und 250.000 weniger Sanktionen. Zeitreihen zu den ALG II Empfängern findet man hier: http://statistik.arbeitsagentur.de/nn_31994/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Form.html?view=processForm&resourceId=210368&input_=&pageLocale=de&topicId=17582&year_month=aktuell&year_month.GROUP=1&search=Suchen
Könnte es sein, dass solches bzw. kritische Meldungen zum Umgang mit Arbeitslosen „auf dem Amt“ manche Menschen davon abhalten, sich mit der Arbeitsagentur abzugeben? Aber das ist Vermutung – beweisbar ist es nicht.

Warum allerdings solche simplen Überlegungen wie die Darstellung der statistischen Probleme in diesem Blogbeitrag, wie sie jeder intelligente Mensch mit Hilfe des Arbeitsmarktberichtes und des Internets anstellen könnte, nicht von gelernten und seriösen Journalisten umgesetzt werden können – diese Frage möge der Leser für sich selber beantworten.
Jedenfalls ist die Herangehensweise bei der statistischen Erhebung von Arbeitslosen von Definitionen geprägt, die man an der einen oder anderen Stelle kritisieren könnte (Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen sind nicht arbeitslos, Aufstocker etc.).

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Das strahlende Bild der Presse stimmt somit so nicht ganz. In einem Folgeartikel wird der Anteil von Ausländern/Menschen mit Migrationshintergrund an den Arbeitslosen thematisiert werden.
Ein weiterer Folgeartikel soll sich der Gesamtzahl an Leistungsbeziehern (Sozialhilfe und –geld, Renten, Arbeitslosengeld etc.) gegenüber den sozialversicherungspflichtig Beschäftigen widmen.

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Nachtrag: Ich hatte heute Morgen mit einem freundlichen und kompetenten Herrn von der Arbeitsagentur in Nürnberg telefoniert. Dieser verteidigte bzw. begründete ausführlich die Berechnungsmethoden der Arbeitsagentur. Seiner Argumentation konnte ich mich zwar nicht in allen Teilen anschließen (s. die Berechnungsgrundlagen für die Quote), aber ich muss nach dem Gespräch doch feststellen, dass bei der Bundesagentur für Arbeit eine lobenswerte Transparenz und Auskunftsfähigkeit zu herrschen scheinen (was auch mein Eindruck vom Statistischen Bundesamt war).
Man kann alle Zahlen einsehen und nachprüfen und das sollte ja auch so sein. Dass dies von der Presse nicht hinreichend getan wird, ist nicht der Bundesagentur anzulasten, sondern der Presse.
Der Herr konnte mir jedenfalls gut begründen, dass die Arbeitsagenturen alle erfassen, die bei ihnen gemeldet sind, ob nun im Leistungsbezug oder nicht. Dass die Arbeitslosenzahlen gesunken sind, sei auch, aber nicht nur, Änderungen bei Definitionen zu schulden; wer sehen will, was seit 1990 alles bei der Erfassung geändert wurde, wird hier ab Seite 38 fündig – http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Arbeitsmarktstatistik/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Arbeitslosigkeit-Unterbeschaeftigung.pdf

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Dort sieht man, wie verfügt wurde, Arbeitslose in Trainings- oder Fortbildungsmaßnahmen nicht mehr als arbeitslos zu erfassen (gilt seit 2004) etc. Spannend sind die Änderungen von 2005 (damals als Folge der Einführung von Hartz4 bzw. der Bestimmungen des SGB II im Jahre 2002).
Das SGB II hatte ja verfügt, dass künftig die ehemaligen Sozialhilfe Bezieher auch als Arbeitslose gelten. Deren Familienangehörige gelten auch als Erwerbstätige, aber oft nicht als Arbeitslose, da mit Kinderbetreuung beschäftigt, unter 16 Jahre, oder es liegt eine Erwerbstätigkeit von mind. 15 Wochenstunden vor etc.

Interessant: Man erweitert die Bezugsmöglichkeit von ALG II und bezeichnet gleichzeitig die Mehrheit der Bezieher von ALG II eben nicht als arbeitslos (s. nochmal Seite 24 des Monatsberichtes). Ebenso interessant ist die Tatsache, dass erst seit dem Jahre 2000 die Anzahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten von der Arbeitsagentur als Bezugsgröße zur Berechnung der Arbeitslosigkeit erhoben wird, was ebenfalls die Arbeitslosenquote zu senken half (s. Seite 40 hier – http://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201312/ama/heft-arbeitsmarkt/arbeitsmarkt-d-0-201312-pdf.pdf )

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Jedenfalls glaube ich dem Herrn der Arbeitsagentur, dass die Senkung der Arbeitslosenzahlen auch dem immer noch gut laufenden Arbeitsmarkt geschuldet ist; die Lohnzurückhaltung in Deutschland wird das ihre dazu beigetragen haben. http://www.jjahnke.net/rundbr111.html#3264
Gleichzeitig sind es eben Fragen der Definition von Arbeitslosigkeit. Je enger ich diese fasse bzw. je mehr Gruppen ich als Nicht-Arbeitslose ausweise, desto besser sieht natürlich die Quote aus (was der Herr der Arbeitsagentur als logisch sinnvoll begründete, was ich nicht an jeder Stelle so einsah).
Was als Lob verbleibt: Wer will, kann sich noch frei und ungehindert über die Sachlage informieren – und das ist ja auch was wert.

7 Kommentare zu “Arbeitslosenstatistik I – Trau, schau, wem

  1. Der langen Rede kurzer Sinn. Wir werden nach Strich und Faden von unseren Landsleuten verarscht. Und das ist das wirklich Schlimme daran. Denn sie wollen alle leben und sie machen daher alle mit anstatt sich dagegen zu wehren und als ihre eigenen Totengräber zu agieren.

    Wie stoppt man die Titanic?

    • http://www.pi-news.net/2015/03/scharia-bank-erhaelt-lizenz-in-deutschland/
      Aber es wird schon fleißig an ihm gearbeitet. Ob das Disagio anstatt Zinsen dort nun billiger ist oder nicht? Vielleicht. Viel interessanter ist doch, dass nur Muslime dort erwünscht sind und sie trotzdem bei uns eine Lizenz bekommt. Das ist halt Gleichberechtigung auf türkisch. Jedoch vom finanzpolitischen Ansatz absolut korrekt (nicht alles dort ist inakzeptabel)
      Wer ist also jetzt der Klügere? Und wer bricht hier laufend die Gesetze? Denn umgekehrt würde das als Diskriminierung gelten.
      Diskriminierung gibt es nur bei Nichtdeutschen bzw. mit Migrationshintergrund.

  2. Pingback: Arbeitslosenstatistik I – Trau, schau, wem « fresh-seed

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