Blinde Flecken

Blinde Flecken. Irgendwie kommt es mir so vor, als entwickele unsere Gesellschaft immer mehr blinde Flecken, so dass ganz wesentliche Dinge nicht mehr gesehen werden (sollen). Gleichzeitig wird der Fokus einseitig auf bestimmte Aspekte gelenkt, die eigentlich nicht wesentlich sein sollten. Ein paar Beispiele:

Da hebt ein Fußballspieler einen Geißbock (das Maskottchen des 1. FC Köln) im Torjubel an den Hörnern hoch und man stellt im Netz die Frage, ob es sich dabei um Tierquälerei handele. http://web.de/magazine/sport/fussball/anthony-ujahs-torjubel-hennes-tierquaelerei-30497672

Gleichzeitig werden auch in Deutschland Tiere gemäß islamischer Tradition geschlachtet, d.h. indem ihnen die Kehle durchgeschnitten wird und sie danach ausbluten. (Der Link ist aus England, doch würde ich vermuten, dass es bei uns nicht viel anders zugeht). http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/outcry-after-undercover-film-exposes-brutality-of-halal-industry-10019467.html

Das Eine wird an den Pranger gestellt – das andere geduldet (ist halt eine andere Religion/Tradition und die zu verurteilen, wäre Rassismus. Der vielleicht schwerer wiegt als Tierquälerei).

Oder da läuft eine Frau durch New York und kriegt von Männern Kommentare wie „Hey Baby“ oder ein Pfeifen nachgeworfen. Diese sind dann Beweise für Sexismus. Und das soll verurteilt werden. https://www.youtube.com/watch?v=b1XGPvbWn0A

Auf der anderen Seite geschehen in Deutschland und anderen Ländern prozentual viel mehr Fälle von Vergewaltigungen durch Ausländer als durch Deutsche, wie ich gestern versuchte, darzustellen. Ich kann mich aber nicht entsinnen, dass dies ähnlich vehement in der Presse verurteilt wird. https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/03/10/nachtrag-zu-fragida-die-kriminalitatsstatistik/

Lustig wird es natürlich, wenn Ismen aufeinander treffen. Feministische Professorin weist indischen Studenten wegen der Vergewaltigungen in Indien ab und wird daraufhin des Rassismus bezichtigt. 🙂 http://www.danisch.de/blog/2015/03/09/feminismus-uni-leipzig-sperrt-indische-manner-aus/

Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass der Fall am Ende auch anders gewesen sein kann, sprich, dass zum Beispiel der Student die Professorin reizte, bis sie das schrieb. Man müsste auch hier Einblick in den ganzen Vorgang haben, so wie man Einblick in alle Kriminalitätsstatistiken haben sollte. Was nicht der Fall ist. Man zeigt uns an zu vielen Stellen nur einen Ausschnitt des Geschehens.

Vielleicht täusche ich mich ja auch und es gibt gar keine blinden Flecken. Mir kommt es aber so vor, als würden wir (bewusst?) sensibel für die einen Fälle gemacht (Rassismus/Frauenfeindlichkeit/Intoleranz etc.) und blind für die anderen (Rassismus von Ausländern, Gewalt gegen Deutsche etc.).

Bezeichnend für mich auch, dass man schnell Begriffe für das Eine parat hat, aber nicht für das Andere. Familialismus. Ableismus. Rassismus. Braune Esoteriker. Maskus. Hater. Nazis. Etc.

Wo sind die Begriffe für inländerfeindliche Ausländer? Also für Rassisten auf deren Seite? Für Frauenfeinde auf deren Seite? Etc. Die Begriffsschöpfung scheint mir nur in die eine Richtung kreativ zu sein und in die andere nicht-existent.

Aber vielleicht habe ich hier ja meinen eigenen blinden Fleck…… wer weiß. 🙂

6 Kommentare zu “Blinde Flecken

  1. Jeremy Clarkson wurde heute von der BBC „ausgeblindet“. Angeblich hat er jemanden geschlagen. Wahrscheinlich ist er (polit-korrekt) provoziert worden. Ich habe erstmal ein Buch von ihm gekauft.

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