Studenten heute

Ach ja, die Jugend….. oh Jugendzeit, oh Du mein Glück….. kämst einmal Du zu mir zurück…… oder? Ach nein – wenn ich ehrlich bin, so möchte ich nicht nochmal jung sein. Die Indoktrination ist heute, so scheint es mir zumindest, viel stärker als zu meiner Zeit an der Uni.

Es ist ein schleichender Prozess. Einmal ist der Druck auf den Studis heute größer, einen guten Abschluss zu schaffen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/brief-an-den-ex-lehrer-sie-haben-uns-voellig-falsch-vorbereitet-a-737957.html

Die Bologna-Reform hat es geschafft, die Universität schulähnlicher zu machen. Mehr Input in weniger Zeit heißt nicht nur, schneller sein, sondern auch weniger Zeit zum Denken haben. https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/17/wie-die-eu-mit-dem-bologna-prozess-die-hochschulen-okkupiert/

Ein Dutschke findet sich an der deutschen Durchschnittsuni nicht mehr. Was nicht heißt, dass Universitäten ideologiefrei wären – das nicht. Relativismus und Gender scheinen die neuen Schlagworte zu sein, denen sich Lehre und Forschung unterzuordnen haben. http://www.cuncti.net/haltbar/829-postmoderner-relativismus-an-universitaeten

Dabei sehe ich ein paar bedenkliche Entwicklungen. Einmal, dass im Namen von Fortschritt und „gegen-Rassismus-sein“ und was sonst noch da die Parolen wären, gegen Wissen mobil gemacht wird. Wenn ein Kant-Text nicht gelesen werden soll, weil Kant ein Rassist gewesen sei, sagt das viel über das Verständnis von Wissenschaft und Freiheit aus. http://www.refrat.de/article/8765.html?1392145136

Immerhin gibt es gegen solchen Unfug auch noch Gegenstimmen. http://pastebin.com/bJEF7WTu

Das hat es natürlich zu allen Zeiten gegeben, dass Studenten indoktriniert werden (pardon – Studierende! Aber was wäre bei einem Terroranschlag auf eine Uni – wären dann dort studierende Sterbende oder sterbende Studierende? Ist nicht von mir – hier, bei Min. 17.15 findet sich das Goldtsche Sprachkunststück: ) https://www.youtube.com/watch?v=aeHFaU_Orts 🙂

Nein, was mir wirklich Sorgen bereitet, ist, dass das Denken bei denen, die noch formbar sind, bewusst enger gemacht wird. Die angelsächsische Welt ist uns da ein paar Schritte voraus.

Wenn Studenten in England bestimmte Begriffe wie „Abtreibung“ auf dem Campus nicht mehr gesagt haben wollen, da dies „mentalen Stress“ auslösen könne, oder Gedanken hegen, dass man „Prä-Vergewaltiger“ identifizieren müsse, also solche, die noch niemanden vergewaltigt haben, es aber tun könnten – dann sind das Gedanken, die man für lachhaft halten, aber auch als Vorbereitung für eine ganz neue Gulag-Mentalität ansehen kann. http://www.spectator.co.uk/features/9376232/free-speech-is-so-last-century-todays-students-want-the-right-to-be-comfortable/

In dieselbe Kerbe fallen Bemühungen an einer Universität in den USA, alles, was als Begriff „beleidigend“ bzw. „diskriminierend“ sein könnte, nicht mehr zu benutzen (und eine entsprechende Erklärung zu unterschreiben). Unter den Begriffen sind solche Worte wie Ghetto, verrückt, irre, Schwuler, zurückgeblieben etc. Kein Scherz! Einfach mal auf Min 0:27 auf Stopp drücken und sich die Begriffe in Ruhe durchlesen. https://www.youtube.com/watch?v=HwF9SFaKy6U

Dass dann bestimmte Dinge wie Sexualstrafrecht an mancher Universität nicht mehr gelehrt werden können, da dabei so verletzende bzw. triggernde Begriffe wie „Vergewaltigung“ fallen, ist nur konsequent. http://www.danisch.de/blog/2014/12/17/feminismus-macht-dumm-sexualstrafrecht-nicht-mehr-lehrbar/
Man ist uns dort wie gesagt zwei, vielleicht drei Schritte voraus. Ich beneide die Studenten von heute insofern nicht um das, was sie erleben. Mehr Druck, auch viel mehr Anpassungsdruck als zu meiner Zeit. Hinzu kommt in den USA noch der Sonderfall der Verschuldung; nach dem Studium hat jeder US-Student im Schnitt 27.000,- $ Schulden aufzuweisen. http://www.rottmeyer.de/dr-habenichts-kommt-nach-hause/

Nein, ich beneide sie nicht. Eine Atmosphäre, in der weniger und weniger Zeit für wirkliches Denken, Reflektieren und sich kritisch mit Dingen auseinandersetzen, ist…. Wenn ein Buch wie 1984 von George Orwell nicht mehr gelesen werden kann, da es die Studenten überfordert, ist es dann ein Einzelfall oder Teil einer Entwicklung? http://linhdinhphotos.blogspot.de/2015/01/bethany-hayes-emails-me.html

Werden die Studenten tatsächlich immer dümmer? http://endoftheamericandream.com/archives/americas-colleges-have-become-political-correctness-indoctrination-centers

Was lernen sie in einer Atmosphäre, in der die Abweichler verfolgt bzw. an den Pranger gestellt werden dürfen? Das ist Nichts, was eine Demokratie ausmacht, sowas pflegt man in anderen Gesellschaftsformen…. Worauf bereitet solches Denken vor? http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/mitarbeiter-und-studenten-protestieren-in-dresden-gegen-werner-patzelt-a-1015400.html

Ich denke bzw. hoffe aber, dass es weiterhin auch Solche geben wird, die sich trauen, den Kopf aus der Masse herauszuheben. Dahin zu schauen, wo andere nicht hinschauen. Die lesen….. denken…… Fehler machen und aus ihnen lernen….. Und nicht nur Angst vor der Zukunft haben.

Die werden die Saat der Zukunft sein.

3 Kommentare zu “Studenten heute

  1. Wenn Menschen sich selbst in der Öffentlichkeit nicht frei ausdrücken dürfen, Gedanken diskutieren etc., so suchen sie sich ein anderes Ventil – also in vertrautem Kreise wird dann wohl umso exzessiver „gelästert“. Interessante Perspektiven.

  2. Pingback: Kurze Gedanken V | nachrichtenaushinterland

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