Der Ausverkauf der Idole

Das bestehende System korrumpiert die Menschen, die in ihm leben. Man muss sich anpassen…… den Marsch durch die Institutionen antreten…… doch irgendwann verändern einen die Institutionen auch. Man wird etwas müder – etwas träger – möchte das Erreichte sichern. Und irgendwann möchte man keine Veränderung mehr.

Das ist menschlich und geschieht immer so. Traurig ist es aber, wenn die alten Helden sich dem Zeitgeist so sehr anpassen, dass man nichts Eigenes mehr bei Ihnen feststellt. Wir leben zwar schon in einer bigotten und nur noch scheinbar offenen Zeit, in der es schwer und immer schwerer ist, gegen den Strom zu schwimmen.

Aber dennoch – wenn gerade die, die früher gegen den Strom schwammen nun mit ihm schwimmen, so macht mich das traurig. Den Verkauf der Idole der Jugend zu sehen…..

Wenn ein Clint Eastwood einen amerikanischen Scharfschützen so darstellt, dass er ein die Heimat verteidigender Held zu sein scheint (es den Zuschauern zu vermitteln, dass die Heimat im Irak zu verteidigen ist, ist ein Kunststück, welches Eastwood gelingt) – dann ist das in gewisser Weise billige, schäbige Propaganda. http://www.informationclearinghouse.info/article40890.htm

Käme da wie im Falle der Einnahme der japanischen Insel Iwo Jima ein zweiter Film, der den Verteidigungskampf der Iraker gegen die amerikanischen Invasoren zeigt, so würde ich mein Urteil überdenken. Doch ich fürchte, da kommt nichts – und so bleibt es bei der US-amerikanischen Perspektive eines gerechten Krieges (wir kämpfen gegen Terroristen). Ach ja, Terroristen……

Ein Bob Dylan, der eine Autowerbung für den Superbowl mitmacht. Der Mann, der einst gegen den Vietnam Krieg ansang oder die soziale Ungerechtigkeit des kapitalistischen Amerika in seinen Liedern anprangerte, wirbt nun für Chrysler Autos. https://www.youtube.com/watch?v=KlSn8Isv-3M

Ein Bruce Springsteen, „The Boss” genannt, der so schön die Sehnsüchte des normalen Amerikaners besang, ähnlich wie ein Stephen King diese Sehnsüchte innerhalb seiner grausigen Stories aufscheinen ließ, macht dem Kriegspräsidenten Obama seine Aufwartung. Warum? Die Träume sind ausgeträumt, merkt er es nicht? https://www.youtube.com/watch?v=JygWoIeW224

Ein Herbert Grönemeyer singt gegen eine Bewegung von Bürgern an, die sich trauen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Ist das, was Herr Grönemeyer macht, sich-etwas-trauen? http://www.sueddeutsche.de/politik/groenemeyer-und-liefers-machen-gegen-pegida-mobil-1.2321149

Es ist, wie ich schon mal schrieb, so leicht, gegen die zu sein, gegen die alle sind. Es ist sehr viel schwerer, etwas auszusprechen, was man als wahr erachtet und was der Mehrheitsmeinung wiederspricht. Doch sind dies die Mutigen. Ein Xavier Naidoo traut sich das, ein Dieter Nuhr….. Und alt sein, heißt nicht immer, sich anzupassen. Der z. B. tat das nie: https://www.youtube.com/watch?v=p7O0HiNSUn8 Und der hier auch nicht: https://www.youtube.com/watch?v=umq3uhcB-QQ

Und es gibt noch andere. Es lohnt sich also SEHR, denen zuzuhören, gegen die angeschrieben wird, dass sie irre geworden sind oder komisch. Dies kann den Blick weiten. Man muss gar nicht mal mit ihnen übereinstimmen, sondern sollte sich anschauen: Was ist es GENAU, was diese Leute sagen, was sie auf einmal gefährlich macht? Oder irre? Zu Nazis oder zu Hassenden?

Leider ist es zu allen Zeiten so, dass es leichter ist, mit der Masse zu schreien. Mehr dazu in Bälde.

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