Kriegstrommeln in der Ukraine

Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk hat Reparationen von Russland gefordert – für die Zerstörungen im Donbassgebiet. D.h. die Zerstörungen im von der ukrainischen Armee zerbombten Donezk sollen die Russen zahlen?? Naja, man kann es ja mal probieren. http://de.sputniknews.com/politik/20150216/301126580.html

Wenn Griechen auch für 70 Jahre zurückliegende Ereignisse Reparationen fordern dürfen (dort werden wir aber anders als im Falle Israels wohl nichts zahlen), können Ukrainer auch frech sein. Arme Länder sind sie beide: Wirtschaftlich absteigend und von korrupten Eliten regiert bzw. gesteuert.

Die Ukraine hat darüber hinaus das traurige Schicksal, in einen Konflikt mit Russland gesteuert zu werden. Einen Konflikt, den der Westen anheizen hilft und in dem, sollten die Russen wirklich und nicht nur angeblich einmarschieren, längst das Ende des Krieges da wäre (denn die russische Armee ist der ukrainischen haushoch überlegen). http://fortruss.blogspot.de/2015/01/xyz-what-would-happen-if-russian-army.html

Leider wird uns in unserer Presse kaum noch etwas über geopolitische Hintergründe berichtet, sonst würden die meisten Leute verstehen, dass Moskau nicht anders handeln kann, als es handelt (d.h. mit Waffenlieferungen an die Rebellen, Annexion der Krim etc.).

Man stelle sich einfach mal den umgekehrten Fall vor: In Mexiko kommt eine kommunistische, amerikafeindliche Regierung ans Ruder. Diese erklärt, dass sich Mexiko künftig an Russland und China anschliessen wolle, kündigt alle laufenden Verträge mit Washington und kündet an, einem gegen die USA gerichteten Militärbündnis mit Russland und China beizutreten. Ausserdem lädt man russische Truppen zur Stationierung in Mexiko ein.

Wer glaubt, dass die USA dies mit einem Schulterzucken und einem „na lasst die Mexikaner mal machen – ist ja ne freie Welt“ hinnehmen würden, hat ernste Probleme in der Wahrnehmung und sollte erwägen, sich wegen Wahnvorstellungen behandeln zu lassen.

Die USA würden natürlich intervenieren und dies zu unterbinden versuchen! Entweder durch einen Regierungssturz oder die Finanzierung einer Gegenpartei, die einen Bürgerkrieg gegen die neue Regierung beginnt oder durch sonst eine Maßnahme. Diese direkte Bedrohung ihres Glacis könnten die USA ohne Gefährdung ihrer inneren Sicherheit nicht hinnehmen.

Umgekehrt geht es den Russen nicht anders. Es ist vollkommen naiv, zu glauben, dass die Russen es akzeptieren würden, dass in ihrem Vorhof eine (und sei es nur potenziell) gegen sie gerichtete Militärmacht sich breitmachen dürfte. Wer sagt denn, dass es bei amerikanischen Militärbeobachtern bliebe?
Und unter den gegebenen Umständen kann man die russische Reaktion bis jetzt als ausgewogen betrachten. Ein anderer Präsident als Putin hätte u. U. schon mit einer wirklichen Invasion (und keiner eingebildeten) reagiert. http://redpilltimes.com/many-times-russia-invaded-ukraine-last-year-lets-add/

Kurz: Präsident Poroschenko kann mit noch so vielen Metallteilen russischer Panzer herum wedeln. http://www.geolitico.de/2015/01/24/poroschenkos-kriegsgeheul/ Oder noch so viele Ausweise angeblich russischer Soldaten in die Kamera halten. http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_72814996/ukraine-konflikt-poroschenko-zeigt-ausweise-russischer-soldaten.html

Er hat keinen Beweis für eine Invasion der Russen. Und es ändert nichts an der Tatsache, dass der Ukraine der Donbass und die Krim verloren gingen. Je eher man dies in Kiew einsieht, desto besser für das Land. Bzw.: Wenn die Kriegstrommeln in Kiew weiter dröhnen, darf sich der Beobachter schon fragen, auf wessen Initiative hin dies geschieht. Zeugnis von Realitätssinn ist es jedenfalls nicht.

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