Große Bäuche brauchen…..

„Ich sehe Menschen, denen es an allem fehlt, ausser dass sie Eins zuviel haben – Menschen, welche nichts weiter sind als ein großes Auge oder ein großes Maul oder ein großer Bauch oder irgendetwas Großes – umgekehrte Krüppel heiße ich solche“. Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Der Philosoph mit dem Hammer, wie Nietzsche auch genannt wurde, konnte tatsächlich dreinhauen… Wer kennt solche Menschen nicht? Zudem wir heute tausende Möglichkeiten haben, als Geister immer kleiner und als Bedürfnis immer größer zu werden…..
200 – 300 – 400 SMS am Tag – diese und jene App – dieses Foto von diesem Waschbrettbauch „ich nächsten Sommer“ – kein Fegefeuer der Eitelkeiten mehr, sondern eine Wüste der ausgetrockneten Bedürfnisse. Immer auf der Suche, immer die Fata Morgana in Sichtweite vor Augen….
Das endlich-befriedigt-sein. Aber es kommt nie. Oder wenn es da ist, dann nur für eine Stunde, einen Tag – dann kommt das nächste Bedürfnis, kommt der nächste Drang. Gib mir – gib mir – gib mir! Ich – ich –ich! Mehr – mehr – mehr!
Wenn man eine Gesellschaft hat, in der das Mehr zum Prinzip erhoben wird und wie beim Fast Food dieses Bedürfnis nach Mehr mit Tonnen an Schrott „befriedigt“ werden kann – wo bleibt der mündiger Bürger? Er verschwindet auch in diesem Riesenmaul, in diesem „Fressen-wollen“.
Vielleicht ist da ein Zusammenhang zwischen einer immer werteloser und oberflächlicher und gleichzeitig mit Schrott zugeschmissener Gesellschaft – sprich, der Müll nagt an den Seelen, der Müll umgibt uns Tag und Nacht und somit werden wir mülliger, schrulliger, unmenschlicher…..
Die Einsamkeit wird unter tausend Farb- und Tonexplosionen begraben und wenn sie sich dann durchs Hintertürchen wieder in das Bewusstsein schleicht, gibt es Drogen, Pillen, Therapien und viele andere Ablenkungen.
Wir werden bestärkt in unseren Bedürfnissen und der Macht, die sie über uns haben. Geistige Prozesse sind nebensächlich – Hauptsache Spass! Impulse! Stark müssen sie sein! Fressen – Fressen! Gib mir! https://www.youtube.com/watch?v=Z7BuQFUhsRM
Eines Tages leidet man dann entweder an Diarrhö. Oder Magenkrebs. Wenn man sich zulange mit dem falschen Zeug vollgestopft hat. Vielleicht kommt dann die Einsicht. Vielleicht auch nicht.
Wichtig sind die Erfahrungen. Die Lehren, die man aus ihnen ziehen kann. „Das Leben ist der Güter höchstes nicht“ (Schiller). Auch für diese Erfahrung kommt wieder die Zeit. Dann wird das Auge wieder klar, der Bauch spürt Mut und das Herz – das Herz bestimmt die Richtung.

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