Warnung!

Wenn in einer seriösen Zeitung wie der FAZ den Lesern der Hinweis gegeben wird, dass es u. U. eine gute Strategie wäre, Aktien auf Pump zu kaufen, um damit einen Hauskauf zu finanzieren zu helfen, dann sollten die Alarmglocken läuten. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/neue-anlagestrategien-fuers-eigenheim-durch-niedrige-zinsen-13415928.html

Dass angesichts der Niedrigzinsen viele Leute sich den Traum vom eigenen Haus verwirklichen wollen, ist verständlich, aber jeder Beobachter von wirtschaftlichen Entwicklungen sollte sich drei Fragen stellen:

a) Bleiben die Zinsen IMMER so niedrig bzw. haben Banken, d.h. die Kreditgeber angesichts sich grundlegend verändernder Verhältnisse auch die Möglichkeit, Konditionen zu ändern? Antwort – zur ersten Frage nein, zur zweiten – ja, sie haben.

b) Kann ich aus der Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre vom Aktienmarkt auf die Entwicklung der nächsten 15 Jahre schliessen? Antwort – nein, kann ich nicht.

c) Ist es klug, eine Immobilie zu erwerben, wenn der Preis in den meisten Lagen sich an Höchstständen orientiert? Antwort – hängt vom Einzelfall ab – u. U. aber nicht.

Zinssätze können nicht für ewig auf Niedrigniveau verharren, das ist das Eine. Aktienmärkte können wie 2008 und 2009 auch scharfe Rückgänge verzeichnen (wer auf Spannung steht, soll ruhig mal für 200.000 Euro Aktien kaufen und dann deren Wert um 30% verringert sehen – da freut sich der Arzt, kann er doch Pillen verschreiben).

Und Immobilienpreise können, wenn sie lange gestiegen sind, auch plötzlich und heftig zurückgehen – s. die USA seit 2007. Auch dort hatte man viele Menschen in Immobilien gelockt, denn die Aussicht auf stetig steigende Immobilienpreise war doch so schön….. bis dann das böse Erwachen kam.

Dass nun solche Artikel bei uns erscheinen, sollte einen nachdenklich stimmen. Alarmzeichen Gelb, könnte man sagen. Wenn dereinst die Bild wie anno 1999 in den Neuen Markt („diesmal ist alles anders!“) in die Immobilien trommelt („wer jetzt kein Haus kauft, ist ein Trottel“), dann ist höchste Vorsicht geboten!

Noch ist es nicht so weit – aber wir kommen diesem Zeitpunkt stetig näher.

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