Dreh die Vermutung doch mal um!

Passend zum gestrigen Beitrag, wo ich von dem Artikel eines bundesdeutschen Richters sprach, der schon mal den Gedanken „Feinde des Staates fallen nicht mehr unter das Staatsrecht“ in den Raum warf, fielen mir heute zwei andere Dinge auf, die man in einen Zusammenhang bringen kann:

Da gab es vor einiger Zeit in den USA den Fall einer Studentin, die sagte, ein Mitstudent habe sie vergewaltigt und die anschliessend als Zeichen des Protests die Matraze, auf der dies geschehen sein sollte, überall auf dem Campus mit sich herumführte. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/emma-sulkowicz-mutmasslicher-vergewaltiger-aeussert-sich-zu-vorwuerfen-a-1009918.html

Der beschuldigte Student hat nun die Facebook-Kommunikation zwischen ihm und der Studentin veröffentlicht, die doch arge Zweifel am Vergewaltigungsvorwurf entstehen lässt. So hatten der Student und die Studentin noch Wochen NACH dem angeblichen Vorfall einen intimen Kontakt via Facebook, wie sich aus den Daten ergibt. http://www.thedailybeast.com/articles/2015/02/03/columbia-student-i-didn-t-rape-her.html

Auch stellt sich in dem langen und gut recherchierten Artikel heraus, dass weitere Anschuldigungen gegen ihn von anderen Studentinnen offensichtlich erfunden worden waren. Sein Leben auf dem Campus war indes, wie man sich vorstellen kann, recht schwierig geworden, da ihn viele als „Serienvergewaltiger“ ansahen und er auch entsprechend auf Listen der Universität benannt wurde.

Zwar kam die Universität nach sieben Monaten zu dem Schluss, die Anschuldigungen gegen ihn seien nicht haltbar, doch hielt das die Studentin, die als erste den Vorwurf erhoben hatte, nicht davon ab, die Matrazenaktion zu starten, die medial große Aufmerksamkeit erhielt. Und nun scheint sich zu zeigen, dass an diesen Anschuldigungen nichts dran ist.

Es gibt sicherlich weitere Fälle dieser Art, Fraglich, dass es immer alle in die Presse schaffen. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/angebliche-massenvergewaltigung-an-us-uni-rolling-stone-distanziert-sich-von-eigenem-bericht/11083514.html

Ebenso gibt es sicherlich wirkliche Vergewaltigungen. Aber man sollte man sich vor vorschnellen Urteilen hüten. Und wenn ich, wie gerade in den USA geschehend, die Grenzen dessen, was eine Vergewaltigung ausmacht, immer enger, immer strikter definiere, wenn also im Sex, der nunmal auch ein Spiel von Macht, von Dominanz und Unterwerfung, von Lust und Hingabe ist, ich immer mehr Bestimmungen von „Übereinstimmung“ einfüge – dann schafft das nicht weniger, sondern MEHR Vergewaltigungen! http://www.danisch.de/blog/2014/09/15/sex-in-ohio-warum-eigentlich/

Oder besser: Wenn eine Frau gegen ihren Willen zum Sex gezwungen wird, ist dies klar Vergewaltigung. Wenn aber beide einverstanden sind, sich die Frau danach aber schlecht fühlt und den Mann anzeigt, was ist es dann? Wir hatten schlechten Sex, daher ist es eine Vergewaltigung? Er hat schon eine andere, daher ist es Vergewaltigung? Was durch die immer ausgefeilterten Bestimmungen verhindert werden soll, wird dadurch gefördert! Ähnlich wie beim Rassismus, wo es mittlerweile genügt „Neger“ zu sagen, um als Rassist zu gelten. Auch hier werden Grenzen immer enger gezogen, um was zu fördern? Angst!

Und die Angst – und das ist das Dumme – wird nie beruhigt sein und daher sind das Nächste und auch Folgerichtige Forderungen wie die, künftig die Unschuldsvermutung wegzulassen. Was also bisher galt: Wer beschuldigt wird, gilt als unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist, soll im Falle eines Vergewaltigungsvorwurfes nicht mehr gelten. Drehen wir die Sache um – er gilt als schuldig! Bis er seine Unschuld beweist. So von einer Feministin in den USA gefordert. http://www.danisch.de/blog/2014/12/06/lasst-uns-unschuldige-beschuldigen/

Das ist ein Denken, was schnurgerade in die Diktatur und den Unrechtsstaat führt. Wenn ich für Vergewaltiger ein „Sonderrecht“ schaffe bzw. ihnen Rechte vorenthalte – warum nicht auch bei anderen (s. gestriger Beitrag)? Leider steht zu befürchten, dass ähnliche Denkansätze auch bei uns immer populärer werden. Aus Angst!

Gegen die Terroristen! Gegen die Rassisten! Gegen die Vergewaltiger! Gegen die Verschwörungstheoretiker! Etc.

Was sie beugen, ist das Recht, was sie verlieren, ist die Freiheit, was sie fördern, ist die Gewalt. Traurig.

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