Stromlinienförmig

Der Druck, nicht anzuecken, nichts mehr öffentlich zu äussern, was den herrschenden Meinungen widerspricht, wird größer. Das Deckmäntelchen, welches man den neuen Sprach-und Sprechverboten umhängt, heisst mal Toleranz, mal Anti-Rassismus, mal Fortschrittlichkeit. Doch unter dem Deckmantel sind schlichtweg Vorurteile oder politische Befindlichkeiten.
Da lädt ein Teil der Fraktion die Linke zwei formidable Kritiker des Staates Israel ein. Zwei Juden aus Israel, die dort fremdenfeindliche, faschistische und gewalttätige Tendenzen festzustellen glauben. Ein anderer Teil der Linke lädt sie dann aus und Fraktionschef bezeichnet die beiden Herren als „Antisemiten“.
Die beiden Aktivisten folgen (bzw. verfolgen laut dem Spiegel) daraufhin Herrn Gysi bis auf die Toilette des Bundestages, um ihn zur Rede zu stellen. Ebenfalls laut Spiegel schreit dort einer der beiden Herrn Gysi an. Hier der Bericht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gregor-gysi-linken-abgeordnete-entschuldigen-sich-bei-gysi-a-1002457.html
Wer übrigens hier wem ausweicht und wer wen anschreit, lässt sich auf einem Video der Aktion beobachten. https://www.youtube.com/watch?v=WaxZq-lE4Jo Hier noch mehr zur Vor- und Nachgeschichte. https://www.youtube.com/watch?v=KQUpUGCfT3s
Man mag zu den Ansichten der Herren stehen, wie man will. Aber aus politischer Rücksichtnahme (bitte keine Israel-Kritik) jemanden auszuladen, den man erst eingeladen hatte, zeigt ein seltsames Verständnis von freier Rede. https://www.radio-utopie.de/2014/11/09/bericht-david-sheen-und-max-blumenthal-in-berlin/#more-91868
Oder hier: Zum Martinsfest ziehen auch in Österreich die Kinder mit Laternen umher. In einer Gemeinde dort wurde entschieden, den Umzug nicht mehr in die Kirche zu leiten. Warum? Damit auch Migrantenkinder teilnehmen können. Ist das wahre Toleranz? http://www.noen.at/nachrichten/lokales/aktuell/st_poelten/Martinsfest-erstmals-nicht-in-der-Kirche;art2428,584864
Wenn Studenten (pardon: Studierende) an Universitäten Punktabzug bei Hausarbeiten bekommen, da sie keine geschlechterneutralen Kennzeichnungen verwenden – ist das echter Fortschritt? http://www.welt.de/debatte/kommentare/article134493430/Wie-der-Genderwahn-deutsche-Studenten-tyrannisiert.html
Zudem es nicht dabei bleiben wird- weitere Forderung nach Sprachveränderungen sind hier zu erwarten. http://feministisch-sprachhandeln.org/leitfaden/kapitel4/
Wenn in den USA entschieden wird, dass 69 Jahre nach Kriegsende Nazi-Kriegsverbrechern keine Renten mehr gezahlt werden sollen – ist das Unrechtsbewusstsein? http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/usa-will-nazi-kriegsverbrechern-die-rente-streichen-13265426.html
Und so geht es immer weiter im Namen von Fortschritt, Toleranz und Gleichheit. Was all die Verfechter dieser Werte nicht ahnen, ist, dass sie den Weg zu einem neuen Totalitarismus bereiten. Alle Versuche, die Toleranz und alles andere als verbindlich zu installieren, werden nur eine intolerante Gesellschaft schaffen.
Denn wer sich künftig gegen diese Ansichten von Toleranz, Gleichheit etc. ausspricht, wird mit Konsequenzen gegen sich zu rechnen haben, denn er ist ja intolerant. So wie ein Mensch früher in irgendeiner Weise diskriminiert wurde, da er ein Kommunist, Demokrat, Jude, Deutscher, Pole, Anarchist, Russe etc. war. Alle Gesellschaften, in denen die genannten Gruppen stigmatisiert wurden, hatten ihre „guten“ und gesellschaftlich anerkannten Gründe, dies zu tun. Und auch wir haben heute gute Gründe, die Intoleranten zu bekämpfen, sie zu stigmatisieren und zu diskriminieren.
Wir stehen am Beginn dieser künftig sich verschärfenden Entwicklung. Kluge Personen haben all dies freilich schon lange kommen sehen.
Die ganze folgende Debatte ist interessant (leider auf englisch), doch schon die letzten fünf Minuten ab h 01:06 zeigen klar das Problem. https://www.youtube.com/watch?v=lsi3CT9Pndc

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