Machen! Machen! Machen!

Machen! Machen! Machen! So in Kürze das Mantra der Zeit. Aktiv sein! Ich tu was! Machen! Etc. Nichts gegen das Machen an sich. Aber wenn es zu viel ist? Alle machen ständig etwas – sind hier aktiv und da und dort und sonst wo noch – es fehlt bei so vielen so sehr der notwendige Ausgleich. Und die anderen, die nichts machen können? Liegen da wie im Koma.
Burn-Out auf der einen Seite, Depression auf der anderen Seite. So die Folgen ab einem bestimmten Punkt. Wem nützt es, wenn wir dauernd herumrennen, im Geiste herumrennen? Nicht zum nach-denken kommen? Zwar – witzig betrachtet könnte man sagen: No brain – no pain. 🙂 Und da ist etwas dran. Wer immer macht, hat keine Zeit, sich Fragen zu stellen.
Und wer im dumpfen Nebel das Nichtstuns gefangen ist, kann sich leicht darin verlaufen – man sinkt, man fällt, ein weiches Wattekissen umfängt einen, irgendwann ist alles nur noch dumpf und öde und grau und Bewegungen geistiger oder anderer Art nicht mehr möglich.
Wie also dieses Pendeln zw. den Extremen vermeiden? Indem man die Sachen anschaut. Was das Machen angeht, gibt es im Kollektiv der Deutschen einen sehr starken Glaubenssatz, machen zu müssen. Früher wusste man noch, dass sich das mit Feiern und Momenten der Stille ausgleichen muss. Heute ist die Stille weitgehend vertrieben und die Feiern sind schal geworden.
Sich also mal Hinsetzen und sich fragen: Wer in mir sagt denn, dass ich dauernd machen muss? Ist das eine liebevolle, eine mich achtende Stimme, die das tut? Und weiter – wenn ich dauernd mache und nicht zum Denken komme – worüber vermeide ich es nachzudenken? Einfach ehrlich zu sich zu sein zerreißt den Schleier aus Gewohnheit und Trägheit.
Und wenn ich bewegungs- und antriebslos bin: Was hilft mir? Welcher Freund, welche Situation, welche Speise, welche Zuwendung? Irgendwo ist der Schalter, den es umzulegen gilt. Grade auch an grauen Tagen. Und auch dies gilt:
Wir sind Macher! Wir sind Schöpfer! Doch ein Schöpfer schöpft aus seiner Mitte, nicht aus einem Zwang. Nicht aus einem Glaubenssatz wie: Ich möchte gebraucht werden. Ich möchte anerkannt werden. Ich möchte geliebt werden. Etc. Schau Dir Deine Glaubenssätze an. Es ist nicht schlimm, unschöne Glaubenssätze zu haben, denn jeder hat sie.
Es ist nur schlimm oder sagen wir unschön, ihnen nicht auf die Spur zu kommen – und so ein Leben an Deinem eigentlichen Leben vorbei zu führen. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, sagte Adorno und damit hatte er recht. Also Mut: Entdecke Dein richtiges Leben. Es ist da, es wartet auf Dich. Und es wird wunderbar und erfüllt sein.

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