De skurrilitatibus

Die Denkschablonen, in die wir heute hineingepresst werden, haben auch ihre skurrilen, ja surrealen Seiten, die den Schablonskis bzw. Schablonenträgern gar nicht auffallen, aber von Aussen betrachtet durchaus lustig erscheinen können.

Im Rahmen der Erziehung zur politischen Korrektheit mit allen Aspekten wie Feminismus, Anti-Rassismus etc. ist man hier und da übers Ziel hinausgeschossen. Wenn Frau Christine Lagarde, die Chefin des IWF, von einer US-amerikanischen Uni ausgeladen wird, da der IWF dort kritisch gesehen wird, klingt das erst mal gut. http://www.isranet.org/decline-academy-illiberal-values-mindless-pc-self-righteousness-spell-deepening-crisis-university-hi#bonfire

Wenn man dann allerdings die Begründung liest, nach der der IWF ein Instrument der Frauenunterdrückung sei und deshalb Frau Lagarde nicht erscheinen dürfe, so reibt man sich die Augen. Der IWF ist in der Tat für das Kreditsklaventum ganzer Nationen verantwortlich – dass er sich allerdings dabei auch dezidiert den Frauen widmet, ist neu. Bzw. hanebüchen.

Oder wenn eine Institution, die sich früher dem Schutz der Familien gewidmet hatte, auf einmal das hohe Lied der Geschlechter- und Geschlechtchen-Vielfalt singt, so merkt man dort nicht, dass der Zeitgeist das nicht goutieren wird – denn voller werden die Kirchen dadurch nicht, oder wer hätte sonntags auf einmal Busladungen von Transen im Gottesdienst gesehen? https://www.youtube.com/watch?v=9X0PbuyWX6o
Wenn sich in den USA in einer Umfrage 25% der Befragten als homosexuell einstufen, während die Demographen diese Anzahl viel niedriger schätzen, so ist das wohl auch Zeichen zunehmender Verwirrung angesichts immer unbegrenzterer Möglichkeiten – schwul, lesbisch, transsexuell etc. – alles geht. http://www.gallup.com/poll/147824/adults-estimate-americans-gay-lesbian.aspx#2

Inzest sollte da auch kein Problem mehr darstellen (strafrechtlich zumindest), findet die grüne Jugend. http://www.gruene-jugend.de/node/15260#gothere

Und dass die Berliner Polizei Flugblätter an Passanten zum gefahrlosen Drogenkauf verteilt, hat etwas herzlich-naives, eben typisch deutsches, könnte man sagen. http://www.welt.de/videos/article133621322/Jetzt-sprechen-Berlins-Dealer.html

A propos Berlin: Dort hat man den Geschichtsunterricht in den fünften und sechsten Klassen mit Gesellschaftskunde zusammengelegt und neue Lehrpläne für die Klassen sieben und acht erstellt, nach denen nur noch „Längsschnitte“ der Geschichte ohne chronologische Reihenfolge mit Betonung auf Themen wie Geschlechterrollen, Migration und Bildung und Erziehung vorkommen sollen. http://www.tagesspiegel.de/berlin/neues-fach-gesellschaftswissenschaften-in-berlin-geschichtsunterricht-ist-geschichte/10876258.html

Fragen wie „wie lange dauerte der 30jährige Krieg?“ dürften künftig zum Standardrepertoire in Berliner Quizsendungen gehören. Überhaupt erscheint es wichtiger, die Jugend für die scheinbar heiklen Themen all der Ismen zu sensibilisieren, bzw. sie zu ermutigen, generell mehr Sensibilität und Achtsamkeit an öffentlichen Institutionen einzufordern.

In den USA ist man da noch weiter. Da können Studenten an einer Uni schon mal fordern, dass es künftig für alle ein verpflichtendes Sensibilitätstraining geben möge, um „Rassismus, Klassismus, Ableismus (das ist Behindertenfeindlichkeit), Sexismus und Heterosexismus (nochmal als Sonderform des Sexismus als Ablehnung von Schwulen, Gender etc. durch verängstigte Heteros)“ zu bekämpfen.

Why not? Wer hierin sexuelle Belästigung sieht (in diesem Video – http://www.youtube.com/watch?v=b1XGPvbWn0A ), der mag auch überzeugt sein, dass Schwulenwitze zu erzählen Ausdruck einer grundsätzlich sexistischen Gesinnung ist (und bekämpft gehört). Wie so oft macht’s der Blickwinkel oder wie Mick Jagger mal so treffend sagte: One man’s playboy is another man’s pornography.

Doch zurück zu den Amistudenten: Dort scheinen manche der Studenten derart sensibel zu sein, dass sie in der Lage sind, „Mikroaggressionen“ zu benennen. Beispiel einer Mikroaggression: Wenn eine schwarze Person von einer nicht-schwarzen Person hört, dass man das „Schwarz-Weiss-Thema“ doch mal gut sein lassen solle. (Einschub: Wenn Mikroaggressionen irgendwann strafbar werden, dürfte auch in Amerika an Verrätern kein Mangel sein).

Oder die Forderung nach „Impulswarnungen“. D.h. die Forderung nach einer Kennzeichnung von Literatur, die bei den Lesern ein posttraumatisches Stresssyndrom auslösen könnte. Ein Beispiel für solche Literatur ist dieses Buch: http://de.wikipedia.org/wiki/Things_Fall_Apart

Aus meiner Sicht dürften da aber auch klassische Sagen aus Griechenland (dauernd Krieg) oder Hänsel und Gretel (Kannibalismusandrohung) künftig drunter fallen.

All die heiteren Anekdoten vom US-amerikanischen Studentenwesen finden sich auf Englisch hier: http://www.ruthfullyyours.com/2014/05/22/bret-stephens-to-the-calss-of-2014/

Dass allerschönste, da auch typisch deutsch, zum Schluss. Zwar schon letzte Woche erwähnt, doch einfach so schön. Vorauseilender Gehorsam, wie er sein soll, sich verbiegen, wie es nur ein deutscher Fernsehsender kann – knarzend, ächzend, und so tief, dass es weh tut. http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=327344

Schöne Leserkommentare (Farbbeutelattacke auf Bräunungsstudio) 🙂 finden sich hier: http://meedia.de/2014/10/29/wir-sind-doch-nicht-im-kindergarten-zdf-morgenmagazin-blamiert-sich-mit-braunhemd-entschuldigung/

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