Das Gebot der Zeit – die Sünde!

Eins, zwei, drei im Sauseschritt – saust die Zeit, wir sausen mit (heißt es bei Wilhelm Busch so treffend). Die Zeit rast tatsächlich dahin – und eine ihrer fantastischen, neuen Regeln ist die, dass wir die alten Regeln vergessen können – ja, vergessen müssen! Wenn wir fortschreiten wollen. Noch viel mehr als früher geht es darum, auf sich selber zu achten und auf sich zu hören.

Nicht mehr sich zur Meditation zwingen, wenn man lieber ruhen will. Nicht mehr dauernd nett lächeln, wenn man wütend ist. Die alten Regeln verlassen! Natürlich da, wo möglich, ohne das andere zu Schaden kommen (von Marshall Rosenberg gibt es die lustige Geschichte, wie er es nachts immer unheimlich anstrengend fand, sich dem Stillen seiner Tochter zu widmen.

Er lag also eines Nachts im Bett, als seine Tochter sich rührte – er hatte so gar keine Lust aufzustehen und auf einmal die Eingebung, dass er auch liegenbleiben könnte – er entspannte sich und sah vor seinem geistigen Auge die morgige Schlagzeile: Irrer lässt seine Tochter verhungern, da er die Leichtigkeit des Seins entdeckte. Da wurde ihm klar, dass dieses kleine Wesen noch nicht für sich sorgen kann, er empfand Mitgefühl, stand auf, gab ihr die Flasche und legte sich danach entspannt wieder zu Bett).

Dies ist also nicht gemeint. 🙂 Aber auf sich zu achten, an den Stellen, wo es geboten ist – sich eben nicht mehr überall quälen, zwingen, überwinden müssen, wo es nicht angebracht ist, Arbeitszeiten und/oder Belastungen reduzieren etc. – darum geht es. Mehr bei sich zu sein, gut zu sich zu sein, das zu tun, was in diesem Moment gut ist, egal, was es ist. Und es ist gut, wenn es etwas ist, was außerhalb Deiner normalen Gepflogenheiten liegt. Hauptsache, es macht Dich leicht, macht Dir Freude. Der Teufel liebt die Schwere.

Wie Martin Luther so treffend sagte: „Immer wenn der Teufel Dich mit Gedanken quält, suche den Umgang mit Menschen, oder trinke etwas reichlicher, vergnüge Dich, tu etwas Lustiges. Man muss zuweilen etwas mehr trinken, spielen, scherzen und zum Hass und zur Verachtung des Teufels sündigen, damit wir ihm nicht Ursache geben, uns ein Gewissen aus leichten Dingen zu machen oder uns dadurch zu besiegen, dass wir uns allzusehr quälen, damit wir nicht sündigen. Wenn Dir der Teufel sagt, Du sollst nicht trinken, erwidere ihm, grade deswegen, weil Du es mir verbietest, will ich umso mehr im Namen Jesu Christi trinken.

Tu immer das Gegenteil von dem, was der Teufel will….. Könnte ich nur eine ordentliche Sünde begehen, nur um den Teufel zu überwinden, damit er einsieht, dass ich keine Sünde anerkenne und mir keiner Sünde bewusst bin. Wir müssen dann die ganzen Zehn Gebote uns aus dem Sinn schlagen….. Und wenn der Teufel uns unsere Sünden vorwirft und uns des Todes und der Hölle schuldig spricht, dann müssen wir antworten: Gut ich gestehe, dass ich des Todes und der Hölle schuldig bin und was weiter?“

In dem Sinne: Frohes Sündigen wünsche ich allen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s