Wie es weitergehen kann

Am Ende geht es immer um Entwicklung. Wir sollen uns als Volk und als Gemeinschaft entwickeln. Ein Mensch, der sich nicht traut, gemäß seiner Bestimmung zu leben, wird vom Universum mehr und immer deutlichere Hinweise bekommen, dass er auf einem Holzweg ist. Schicksalsschläge, Krankheiten, Verlust.
Irgendwann kapiert es dieser Mensch vielleicht und ändert seinen Weg. Oder er bleibt dabei und hat vielleicht erst auf dem Sterbebett den Eindruck, sein Leben verpfuscht zu haben. Es im Hasten nach Geld und Sicherheit vertan zu haben. http://mymonk.de/die-5-dinge-die-menschen-im-sterbebett-bereuen/
Aber dann ist es vorbei. Bei Völkern ist es nicht anders. Wo sind die hohen Ziele, für die wir uns als Volk einsetzen? Die Ideale, denen wir nachstreben? Es ist nicht falsch, nach Sicherheit und Wohlergehen zu streben – aber wenn dies das einzige Streben ist? Genügt das?
Wir können immer noch in unsere Kraft kommen, indem wir uns dessen bewusst werden, was wir sind. Manche Muslime beziehen ihre Kraft aus dem Glauben. Auch wir können Kraft aus uns beziehen – aus Idealen, die uns begleiten.
Das eine ist das Christentum. Es ist die Basis, auf der vieles in uns beruht. Das Verständnis von Vergebung und Liebe-Deinen-Nächsten-wie-Dich-selbst sind, wie weit verzerrt und nicht gelebt und pervertiert auch immer, die zentralen Botschaften des Neuen Testaments.
Das Neue Testament hat anders als der Koran (und das Alte Testament) keinen Aufruf zum Massenmord in sich, keinen eifersüchtigen Gott, der Blutopfer und völlige Unterwerfung fordert. Auch nach allen Verdrehungen der Kirche bleiben immer noch die Kernpunkte von Barmherzigkeit und Hoffnung.
DIESEN wesentlichen Kernpunkten sollten wir uns zum einen wieder gewahr werden – nicht in einem verstaubten, kirchlichen Zeremoniell oder als verkrampftes „Kirche meets Technomusic“ Ereignis, sondern indem die ewig gültigen Wahrheiten des NT genommen und neu mit Leben gefüllt werden, wie es schon so oft geschah.
Luther füllte sie mit neuem Leben, indem er die Bibel in ein Deutsch übersetzte, was jeder verstand, was kraftvoll, mitreißend und begeisternd war. Alle großen Gurus der indischen Tradition berufen sich irgendwann auch auf irgendeine Art auf Jesus, da seine Worte zeitlos gültig sind. Diesen Kern wieder herauszuarbeiten, ihn mit neuem, frischen Leben zu erfüllen, fernab von den alten, verkrusteten Strukturen – DAS wäre das eine.
Denn so ließen sich unsere Grundlagen gegen die der anderen stellen und aus der Begegnung könnte mehr erwachsen als lediglich eine weitere Islamkonferenz oder ein weiterer Aufruf zur Toleranz. Beide Seiten wären aufgerufen, ihre Positionen zu überprüfen. Und der Islam, als die – sagen wir es achtsam – strengere und engere Form der Wahrheit, hätte es dabei schwerer. SO könnte auch offenbar werden, was nicht zu uns passt. Was wir nicht wollen.
Denn das ist der zweite Aspekt: Toleranz, die sich als wegschauen und negieren versteht, die sich als Verneinung des eigenen Erbes und Hochjubeln des Fremden geriert, ist keine Toleranz, sondern schlicht Schwäche. Und wird als solche eben ausgenutzt werden. Doch können wir erst in Selbst-Bewusstsein unsere Position vertreten, wenn wir uns der blinden Flecken bei uns gewahr sind.
Diese aufdecken und benennen. Nicht als die 235. Folge von „Hitlers Schäferhunde“ oder „Die geheimen Konzentrationslager im Wetteraukreis“, sondern als die JETZT herrschenden und JETZT bestehenden Mißstände. Dafür sind die Bücher eines Herrn Ulfkotte oder einer Frau Hermann da.
Denn in diesem haben unsere muslimischen Freunde recht – auch bei uns ist vieles Manipulation….. http://www.youtube.com/watch?v=9P8H_00QJZ0
Wenn wir also eines Tages wieder wirkliche nationale Debatten in allen Bereichen führen (die Schweiz kann uns hierbei Vorbild sein – http://www.youtube.com/watch?v=z7v33oQMqNE&list=UUpuzzWMjxa0zYk8DZZyJqcg ), dann kann auch wieder wirkliche Integration herrschen.
Es ist auch für die bei uns lebenden Muslime schwierig und das Festhalten mancher an ihren Glaubensüberzeugungen und die Bereitschaft, die eigene Position ggf. mit Gewalt zu verteidigen, sind ebenso Zeichen der Angst von vielen. Es ist auch für die Muslime wichtig, sich ihren Glaubenssätzen zu stellen.
Und es ist für sie teilweise der schwierigere Weg, denn sie sind fremd hier und ihre Glaubenssätze sind wie gesagt enger und strenger als die unseren. Daher auch das Geschrei, sobald jemand ihre Glaubenssätze scheinbar angreift oder bedroht. Es muss oder sollte uns aber klar sein, dass, wer nicht bereit ist, diese Glaubenssätze zu lösen und zu verändern, hier am falschen Platz ist.
Der Islam hat natürlich wie jede Religion auch Schönheit in sich, was hier gar nicht zur Debatte steht. Die Melodie des Koran hat einen schwer erklärbaren Reiz, das Anhören der Suren in Arabisch eine seltsam bezaubernde Melodie. Auch im Islam sind Hingabe und Barmherzigkeit und innerer Kampf, zu dem die Gläubigen aufgerufen sind.
Aber eben auch alles von uns angesprochene. Solange aber Kritik an diesen Dingen als Kritik am Islam an sich angesehen wird ist eine offene Diskussion nicht möglich. Dies sollte ohne Furcht vor Skandalen oder Stigmatisierung angesprochen werden können.
Freilich – von einer noch höheren Warte ist alles hier am richtigen Platz. Denn wir werden als Gesellschaft und als Volk die Lektionen nur lernen, wenn sie deutlich sind und das werden sie ja sein. Und wenn die, die unsere Lebensweise innerlich ablehnen, dabei aber auf die Annehmlichkeiten des Lebens hier nicht verzichten wollen, gehen müssen, werden sie u. U. aus eben dieser Erfahrung etwas lernen.
Und sich weiter entwickeln. Und darauf kommt es eben an.

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