Armut II

Werden wir wirklich ärmer? Ja – die Statistiken zeigen es (wenn man sie zu lesen weiß). Zwar ist es korrekt, dass wir Deutsche nominell immer reicher werden – doch verteilt sich dieser Reichtum immer umgleicher, d.h. wandert immer mehr in die Hände von immer weniger Menschen. Das ist übrigens das Endstadium jedes kapitalistischen Systems – Vermögenskonzentration in den Händen von wenigen. 10% der Haushalte besitzen in Deutschland 58% des Vermögens. http://www.jjahnke.net/wb/wb159-180413-9357.pdf
In den USA ist es noch deutlicher zu sehen. Dort besitzen 5% der Bevölkerung 63% des Volksvermögens. Tendenz steigend, so wie bei uns. http://www.gegenfrage.com/90-aller-us-amerikaner-sind-heute-aermer-als-1987/
Überdies sind nach staatlichen Erhebungen 90% der Amerikaner heute ärmer als vor 27 Jahren. Woran liegt dies? Es sind verschiedene Faktoren. Einmal gibt es in den USA wie bei uns auch eine Stagnation der Löhne. Dann sind die offiziellen Inflationszahlen geschönt und in Wirklichkeit höher. Zudem haben viele Amerikaner seit 2007 massiv Vermögen an den Börsen verloren (in drei Jahren Krise verloren sie 20 Jahre an Ersparnissen). http://bullion-investor.net/2012/06/fed-raeumt-ein-amerikaner-verloren-in-3-jahre-krise-was-sie-in-20-jahren-gespart-haben-nur-gold-glaenzte/
Und schlussendlich gibt es eine Aufholjagd des Ostens, der nach den Erfahrungen von Kolonialismus und Kommunismus seine Plätze bei Welthandel und –produktion, die er bis ca. 1800 inne hatte, sich zurückholt – auf Kosten des Westens, dessen Anteil am Weltbruttosozialprodukt entsprechend sinkt. http://www.businessinsider.com/jon-moynihan-decline-of-the-west-2012-8#-1
Doch auch ganz ohne die Aufholjagd des Ostens hätten wir die unaufhaltsame Tendenz, immer ärmer zu werden, denn der Wohlstand bei uns gründete sich auf beständig zunehmende Verschuldung. Nun wird langsam eine Sättigung der Verschuldung an vielen Stellen erreicht – und somit wird die Verschuldung dasselbe tun, was eine Revolution tut – sie frisst ihre Kinder. http://www.neopresse.com/gesellschaft/ende-eines-mythos-deutschland-und-die-zerstorte-mittelschicht/
Noch ist dies nicht so deutlich, da grade beim Hauskauf immer noch aufgeschuldet wird, gegenläufige Tendenzen wie Discounter, Billigmarken etc. tragen das ihre dazu bei, dass sich bei abnehmender Qualität von Gütern, Essen, Leben etc. die Masse immer noch in Sicherheit wähnt. Doch es bröckelt an den Rändern eben immer stärker und wird die nächsten Jahre a la Griechenland schließlich ganz wegbrechen. http://www.griechenland-blog.gr/2014/09/ueber-6-mio-buerger-in-griechenland-an-oder-unter-armutsgrenze/2015155/
Dann sollte man seine Freunde kennen.

Ein Kommentar zu “Armut II

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