Armut ist das Ziel

Wir werden immer ärmer. Geistig durch die Dauerbeschallung mit blöd- oder auch im Wortsinne unsinniger Unterhaltung und die fortdauernde Absenkung der Bildungsstandards, materiell durch die Stagnation der Löhne bei gleichzeitig höherer Inflation als offiziell ausgewiesen.Wer es nicht glaubt, möge sich einfach mal fragen, weshalb vor 30 Jahren ein Verdiener in der Familie für zwei Kinder genügte, wo es heute schon bei vielen Doppelverdienern knapp wird.

Außerdem ist aufgrund der Automatisierung (dieser Prozess hörte ja nie auf bzw. dauert immer noch an – doch als Faktor ist er aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden – weshalb wohl?) immer weniger Arbeit im alten Industriesektor da, der Dienstleistungssektor kann nicht alles auffangen bzw. fallen eben immer mehr aus dem Hamsterrad heraus. Dies ist nicht aufzuhalten. http://www.sueddeutsche.de/karriere/zukunft-der-arbeit-wie-maschinen-den-menschen-ueberfluessig-machen-1.1110806
Um diese Menschen nun nicht zu potenziellen Unruhestiftern zu machen (Nichtstun erzeugt dumme Gedanken) braucht es zweierlei – die Meinung des Kollektivs, dass diese Leute doch alle arbeiten könnten, wenn sie nur wollten (das wird dann auch landauf, landab durch die Medien breit getreten – s. http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article109906509/Deutsche-halten-Hartz-IV-Empfaenger-fuer-faul.html) und ein Gängelungssystem durch die Verwaltung.

Ausserdem genug Geld, damit die Betreffenden vor Glotze und Bier vor sich hindämmern können. Leider funktioniert das auch und ist für niemanden schön. Hier der Fall einer Frau, die in Hartz4 gelandet ist. Gut zu lesen:
http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/12/29/vom-mittelstand-direkt-nach-hartz-iv-auch-dann-wenn-man-wirklich-alles-richtig-macht-und-beim-jobcenter-selbst-arbeitet/
Übrigens ist diese Verhaltensweise spezifisch deutsch – der Drang zu arbeiten, der Druck aus dem Kollektiv, ist bei uns besonders hoch. Das kann bewusst zur Stigmatisierung benutzt werden. Zu den signifikant höheren Zahlen von Hartz4lern (prozentual) bei Menschen mit der Herkunft aus der Türkei, aus dem Nahen Osten oder aus Afrika kann man auch ein Buch eines Herrn Sarrazin lesen.Mein Bruder erzählte mal, wie er einst in Thailand eine Frau begeistert ausrufen hörte, als er sagte, dass er aus Deutschland sei: Germany is great! You don’t have to work – and you get money!

Wer selber nachrechnen will, wie viel Hartz4 einem mit fünf Kindern zusteht (3.300,- €/netto) – voila: http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html Dass solche Maßnahmen auf eine bildungsferne Klientel, die den Staat mehr als wir Deutsche das tun als Melkkuh betrachtet, einen gewissen Charme ausüben muss – das ist ein Gedanke, der, so logisch er auch in sich ist, denjenigen, der ihn äussert, an den rechten Rand stellt.
So oder so – wer in einer solchen Lage (d.h. der Arbeitslosigkeit) ist, muss oder kann das System an sich in Frage stellen sowie die eigene Motivation zu arbeiten überprüfen. Dann ist ein Weg aus der Misere möglich, auch, wenn nicht direkt neue Arbeit kommen mag. Denn was ist Arbeit heute für die meisten? Geld verdienen, um zu leben. Um nicht arm zu werden.

Wer sich indes von diesen Gedanken zu lösen beginnt, kommt der Freiheit ein gehöriges Stück näher. Dem (inneren) Reichtum auch.

3 Kommentare zu “Armut ist das Ziel

  1. Wäre es nicht schon längst wieder an der Zeit, auch zu sagen, dass wer meint, dass Arbeit notwendig ist um zu leben auch Arbeit schaffen muß und nicht ständig welche zerstört? Der Grund für das Wirtschaftswunder Deutschland war gut bezahlte Arbeit mit festem Standort. Schon vergessen?

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