Scheren sind zum schneiden da

Zensur! Eine Zensur findet nicht statt, sagt hierzulande der Gesetzgeber bzw. genauer gesagt das Grundgesetz. http://dejure.org/gesetze/GG/5.html Eine Zensur braucht es aber auch nicht, wenn die Schere im Kopf sitzt und entsprechend Funktion eingesetzt wird – d.h. trennend und zerstörend.
Unsere ganze Medienvielfalt dient insbesondere einem Zweck – der Täuschung dahingehend, dass wir eine freie Presse und eine große Meinungsvielfalt besitzen. Beides ist faktisch nicht der Fall, vielmehr unterliegen wir einer beständigen Fehldarstellung dessen, was wir Realität nennen, wie wir im Folgenden uns zu zeigen bemühen werden.
Der Volksmund sagt so weise: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Wem gehören also die großen Medien? Sie gehören allesamt zu Finanziers, großen Geldgebern im Hintergrund. Und diese Geldgeber bestimmen natürlich, was und in welchem Rahmen berichtet wird. Ein Redakteur wird keine detaillierten Anweisungen von oben brauchen – er WEISS, was er bringen kann und was nicht.
Wie im Großen, so im Kleinen. Da Journalisten von ihren Brötchengebern abhängig sind, werden sie ergo auch keine Artikel schreiben, die diesen missfallen könnten. Was uns zur nächsten Frage führt, WER denn entscheidet, welche Themen favorisiert und veröffentlicht werden.
In den Redaktionen der großen Zeitungen ist das wie gesagt im Regelfall der Redakteur. Diesem ist bzw. muss daran gelegen sein, nichts gegen seine Vorgesetzten bzw. Finanziers nachteiliges zu schreiben. D.h. man wird bei bestimmten Themen keine abweichenden Meinungen dulden bzw. so tun, als gäbe es einen breiten Konsens in der Bevölkerung.
Machen wir an dieser Stelle eine wichtige Unterscheidung was Themen in den Medien angeht und stellen anschliessend Beispiele vor: Das eine sind Themen, die als öffentlich wichtig empfunden werden und deren entsprechende Darstellung. Das andere sind Themen, die von vornherein als nebensächlich oder gar skurril angesehen oder in eine bestimmte Ecke gestellt werden. Für beides finden sich genug Beispiele, die unserer These von der Zensur dienen können:
Zum ersten: Dies sind die Öffentlichkeit bewegende Themen wie der Euro, die EU-Osterweiterung, die Finanzkrise, der Bundeswehreinsatz in Afghanistan, die Krise in der Ukraine etc.
Bei all diesen Themen fällt zweierlei ins Auge: Es gibt eine möglichst einheitliche Darstellung innerhalb der Notwendigkeit oder Wichtigkeit dieses Themas für die Gesellschaft. Der Euro ist für Deutschland ein Gewinn, die EU-Osterweiterung auch, Deutschland wird am Hindukusch verteidigt, an der Krise in der Ukraine sind die Russen schuldig etc.
Diese Platitüden werden dabei weitgehend einhellig (in Abstufungen) vorgebracht. Wer anderer Meinung ist, ist ein „Ewiggestriger“, „ängstlich“, „ein Amerikahasser“, „hat nationale Ressentiments“, ist ein „Putinfreund“ etc. Die Diskrepanz zwischen dem Bedürfnis der Bevölkerung (nach Erhalt der DM, nach Misstrauen hinsichtlich des Sinns der Aufnahme von Rumänien und Bulgarien, nach keinem Engagement in Afghanistan oder Ukraine etc.) und der Darstellung in den Medien ist dabei im Regelfalle hoch.
Komplett ausgeklammert oder allenfalls am Rande zugelassen werden sachliche Gegenargumente zur z. B. Strategie Frankreichs (bei der Euroeinführung) oder der USA (bei der Sicherung von Erdgasleitungen in Afghanistan oder bei der Erweiterung der NATO nach Osten etc.).
Kurz: Es findet, was Elisabeth Noelle-Neumann – http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Noelle-Neumann – eine „Schweigespirale“ nannte, statt, indem wirklich abweichende Meinungen im öffentlichen Bewusstsein nicht mehr auftauchen. D.h. es wird eine Scheinrealität durch die Medien aufgebaut, die dann irgendwann im öffentlichen Bewusstsein zur „wahren Realität“ wird.
Die Russen sind tatsächlich böse, wir kämpfen in Afghanistan für die Freiheit, der Euro ist alternativlos und bringt uns viele Vorteile etc.
Zum zweiten: Themen, die aus Sicht der Zeitungen bzw. ihrer Finanziers als gefährlich (auch für die Gesellschaft als gefährlich) angesehen werden, werden als „Spinnereien“, „Verschwörungstheorien“, „Unsinn“, „Amüsantes“ etc. deklariert um ihnen so gleich die Chance der ernsthaften Auseinandersetzung zu nehmen.
Beispiele sind die Berichte zu den Montagsmahnwachen, zu Satanisten, zur deutschen Staatsangehörigkeit, zur Finanzierung Israels durch Deutschland, zur Weltkriegsschuld Deutschlands, zu übernationalen Netzwerken, zu Geheimgesellschaften, zu Verschwörungen, zum Einsatz von mit Uran abgereicherter Munition durch die USA im Balkan, Irak und Afghanistan, zur Darstellung der Anschläge vom 11.09.2001 etc.
Es passt eben nicht zur (Schein)realität. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Oder verschwiegen.
Wenn es ein Thema ausnahmsweise plötzlich schafft, von der Verschwörungstheorie zur Realität zu werden (wie zum Beispiel die Überwachung von uns allen durch die NSA oder die Scheinsouveränität Deutschlands in diesem Zusammenhang), so wird es flugs zur normalen Wahrheit und damit ebenfalls zur Realität erklärt – ohne, dass nach weiteren Themen dieser Art gefragt wird.
Dem eigentlichen Auftrage, d.h. der Wahrheitsfindung, können Journalisten heute nicht oder kaum nachkommen. Argumente dafür kann jeder zuhauf im Netz finden; denn es wäre ja ein leichtes auch über die folgenden Themen zu berichten (doch findet dies eben nicht statt):
Über den Verbleib des deutschen Goldschatzes in den USA und dass es dazu niemals ein Audit oder eine Nachfrage der Bundesregierung gab (weil man weiss, dass das Gold nicht mehr da ist). Über die Frage, wer mehr Bücher verbrannt bzw. verboten hat – die Nazis oder die USA in Westdeutschland (die USA). Über den Raub von sämtlichen deutschen Patenten durch die USA nach dem Weltkriege. Etc. pp. Der Beispiele sind tausende.
Wenn es dann am Ende einer Satiresendung überlassen bleibt, solche Dinge wie die Verflechtung von Journalisten mit westlichen Organisationen und Think-Tanks anzuprangern, ist man sich auf der gescholtenen Seite auch nicht zu blöd dafür, dagegen gerichtlich vorzugehen: http://www.heise.de/tp/news/Realsatiriker-Josef-Joffe-gibt-Zugabe-2412743.html
Das Problem auch hier: Wirkliche Aufdeckung unerwünscht, daher auch nicht in den Medien thematisiert (wie so vieles).
Am Rande wäre zu ergänzen, dass auch bei denjenigen, welche sich der Aufdeckung und Darstellung dieser und anderer Themen verschrieben haben, die teilweise fatale Neigung besteht, tiefer und tiefer graben zu wollen und irgendwann alles nur noch für Unrat zu halten bzw. sich im Unrat zu verlieren. Eine Tendenz, der mancher Blogger unwissentlich oder –willentlich erliegt.
Denn nicht alles, was im Internet zutage gefördert wird, ist Wahrheit, so wie nicht alles Lüge ist, was uns im Kanon der Massenmedien präsentiert wird. Für beide gilt das kluge Wort von Jean Baudrillard: „Die Welt wird zum Anlass ihrer photographischen und filmischen Reproduktion, und die Bilder aus aller Welt ersetzen das Weltbild. Man könnte sagen: Das Bildsein gewinnt ontologischen Vorrang vor dem Sein. Neue Medien und Computertechnologien haben uns in diese Zone der Indifferenz von Sein und Schein, Wirklichkeit und Bild katapultiert. Die Welt der Simulakra absorbiert den Schein und liquidiert das Reale.“ Jean Baudrillard, 1994
Doch immerhin – die Menschen nehmen oft genug die Diskrepanz zwischen dem, was sie fühlen und dem, was ihnen als Wahrheit im Kanon der Medien präsentiert wird, wahr – dies ist dann die oft erwähnte Diskrepanz zwischen „objektiver“ und „gefühlter“ Wahrheit. Egal, ob Euroeinführung, Inflation, Beliebtheit der Kanzlerin. Hier das eine, da das andere.
Und immer noch gibt es genügend Journalisten, die sich bemühen, der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen (leider ist uns mit Peter Scholl-Latour einer der letzten Aufrechten kürzlich verstorben – und leider gibt es in Deutschland nicht mehr viele wie ihn). Aber es gibt noch in den USA einen Matt Taibbi, eine Amy Goodman, in Indien eine Arundhati Roy etc.
Die meisten Journalisten indes müssen die Lieder ihrer Brötchengeber singen und geschmeidig sein – vielleicht auch deswegen ist Gleitgel unter den Produkten, welche Journalisten hier per Rabatt erwerben dürfen. Mancher wird es wohl brauchen. http://www.journalismus.com/
Doch auch hier gibt es kleine, mutmachende Signale – dass in einer Umfrage eine Mehrheit der Journalisten erklärt, dass sie sich dessen nicht sicher sind bzw. kein Geld für das Onlineangebot der Zeitung, für die sie tätig sind, zahlen wollen – auch dies sagt unter Umständen etwas über die Einschätzung der Qualität ihrer Arbeit aus. http://www.heise.de/tp/artikel/41/41878/1.html
So ist also die offene Zensur vergangener Tage durch den Staat einer verdeckten oder nicht als solche bezeichneten Zensur durch die Redaktionen gewichen. Das Ziel war damals Manipulation und ist es heute genauso. Und natürlich einen Mehrheitskonsens herzustellen, in dem abweichende Meinungen zu äussern als gefährlich einzustufen ist.
Man könnte sich auch heute hinstellen und sagen (und die meisten Menschen würden dies auch tun), dass es eine Zensur nicht mehr gibt. Aber das heisst nur, dass die Menschen, die so reden, noch nicht angefangen haben, offen zu denken und ihre Wahrnehmung noch nicht begonnen hat, sich zu weiten.
Doch spüren die meisten Menschen zumindest, dass da etwas schief ist, schief läuft. Allerdings äussern sie dies nicht laut. 🙂  http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/allensbach-analyse-tatsaechliche-und-gefuehlte-intoleranz-12120753.html
Zwei Entwicklungen sind absehbar: Aufgrund der immer tendenziöseren Berichterstattung werden sich immer mehr Menschen von den Massenmedien abwenden, so dass es weitere Zeitungspleiten (FR, FTD, WZ etc.) und weitere Entlassungsprogramme bei allen großen Verlagen geben wird.
Dies wird allerdings im Umkehrschluss nicht zu mehr offener Berichterstattung führen – eher ist das Gegenteil zu erwarten, denn da der Arbeitsmarkt für Journalisten immer härter wird, werden die meisten aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren, noch inbrünstiger das Lied ihres Arbeitgebers singen. Wir möchten das nicht richten (sind ja keine Steinewerfer), aber feststellen.
Wer mehr zum Thema Zensur in den Massenmedien lesen will, kann auch das neueste Buch von Herrn Udo Ulfkotte kaufen, „Gekaufte Journalisten“, in dem manches wissenswerte steht. Was auch daran abzulesen ist, dass dieses Buch mit einem Verkaufserfolg von über 25.000 Büchern bisher und auf der Amazon-Liste der am meisten verkauften politischen Bücher mit Stand vom 07.10.14 auf Platz Eins sich befindend – http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/13626091/ref=pd_zg_hrsr_b_1_3_last – noch keine Rezensionen in Spiegel, FAZ oder Stern fand. Auch dies spricht Bände.
Wer sich nicht durch 300 Seiten kämpfen will, kann auch mit diesem interessanten Blogeintrag eines Informatikers vorlieb nehmen: http://www.danisch.de/blog/2013/06/05/wie-wir-zur-zensurgesellschaft-werden/
Doch egal, wie sehr noch die Einseitigkeit in der Berichterstattung zunehmen wird- es wird auch immer Stimmen geben, die dagegen ansprechen.

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