Bedrohung aus dem Osten

Im Osten ist eine neue Bedrohung entstanden…. Nicht die Hunnen sind es diesmal, die wir fürchten sollen, auch nicht die Chinesen – es sind die Steinzeit-Fundamentalisten vom IS, vom Islamischen Staat, die wir aufgrund ihres Fanatismus, ihrer Grausamkeit und ihres Hasses fürchten sollen. Gründe zum Fürchten gibt es auch wahrlich genug: http://www.n-tv.de/politik/IS-haelt-wohl-Tausende-Sexsklavinnen-article13680836.html oder http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/isis-publicly-execute-leading-lawyer-and-human-rights-activist-in-iraq-9756197.html

Die Gruppierung wurde 2004 von Abu Musad Az-Zarkawi gegründet und schloss sich der Quaida von Osama bin Laden an. Ab 2013 fiel der IS (vormals ISIS) durch Erfolge im syrischen Bürgerkrieg auf. 2014 eroberte IS in einer Art Blitzkrieg weite Teile des Nordwestirak und errichtete ein Kalifat, d.h. einen neuen, rein islamischen Staat. http://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%28Organisation%29

Man könnte also IS als eine weitere der vielen fanatischen Islam-Organisationen im Nahen Osten auffassen, die allerdings erfolgreicher und grausamer als die anderen vorgeht. Durch ihren militärischen Erfolg scheint die Organisation an Ansehen bei vielen Muslimen zu gewinnen – andere Terrororganisationen wie Boko Haram aus Nigeria haben ihr bereits ihre Sympathien versichert.

Doch manches bleibt unklar – wo ist der Ursprung vom IS? Sind es tatsächlich überwiegend saudische oder katarische Gelder, die diese Organisation errichten halfen? Oder stecken gar die Amerikaner dahinter, wie manche behaupten (hier verkündet es ein ehemaliger Führer der Al Quaida)? http://www.syrianperspective.com/2014/07/bombshell-isis-interview.html

Wir können es im Westen nicht eindeutig belegen, doch spricht einiges für die These, dass der IS mit Unterstützung der USA wachsen konnte. So wendet sich diese Organisation bewusst gegen Feinde der USA – gegen die Schiiten (die sie als Ketzer ansehen), gegen die Hisbollah, gegen Assad und gegen die irakische Regierung, welche zwischen dem Iran und den USA laviert. Es kann also durchaus etwas an der These dran sein. http://www.counterpunch.org/2014/09/12/how-the-west-created-the-islamic-state/

Es machen auch andere Details etwas stutzig – wie bekannt, haben sich die USA und andere zu Luftschlägen gegen den IS durchgerungen (von denen der britische Premier schon jetzt sagte, die Kampagne würde Jahre dauern – Orwell, ick hör Dir trapsen…) und diese auch im Irak gestartet.

Da mutet es seltsam an, dass es Luftschläge auf IS Stellungen im Norden gab, während gleichzeitig der IS eine irakische Garnison 60 km vor Bagdad eine Woche belagerte und gegen sie anstürmte – und dabei keine Bombardierungen durch die USA erdulden musste. Die mit immerhin 1000 Mann besetzte Garnison wurde am Ende erobert. http://www.counterpunch.org/2014/09/30/isis-at-the-gates-of-baghdad/

Das klingt, ehrlich gesagt, seltsam – den IS in den Untergrund treiben, doch gleichzeitig ihn nicht bombardieren, wenn er sich in offener Schlacht zeigt.

Andere Fakten lassen sich klarer benennen wie diese, dass der IS ein neuer, gewichtiger Machtfaktor ist, mit dem künftig zu rechnen sein wird. Er erklärt sich sicherlich auch aus dem Umstand, dass die Schiiten des Irak die Sunniten von der Macht vertrieben hatten und insofern der IS in seinem Kampf mit Sympathie und Unterstützung von Seiten der an den Rand gedrängten Sunniten im Irak rechnen konnte. http://www.informationclearinghouse.info/article39675.htm

Mehr als das mag auch in vielen Muslimen weltweit eine Mischung aus Zorn und Wut (über die Greueltaten der Amerikaner, die Ohnmacht der Muslime und die Machtlosigkeit und Korruption der meisten arabischen Staaten) verknüpft mit einem Zusammengehörigkeitsgefühl der Muslime weltweit dem IS Respekt bzw. Freiwillige zuspielen. http://www.counterpunch.org/2014/06/26/reverting-to-the-ummah/

Es scheint sich um eine wohlorganisierte Gruppierung zu handeln, gut ausgebildet, militärisch effizient – und eben fanatisch im Denken und Handeln gegenüber denen, die sie als „kuffar“, als Ungläubige ansehen. Aber auch hier oder selbst hier gilt, dass wir zu viel über den IS und zu wenig mit ihm sprechen.

Wir hören immer vom Fanatismus und der Gefahr, die von ihm ausgehen, aber haben wenige Quellen vom IS selber (der sich nebenbei dort unten DAASH nennt – das steht für die Territorien, die dem Kalifat einst angehören sollen – dies umschließt das östliche Mittelmeer, d.h. Zypern, Palästina, Syrien, Jordanien und die Süd-Türkei).

Ein im Nahen Osten, d.h. in Syrien ansässiger westlicher Professor für Recht hatte mehrere Gespräche mit IS Unterstützern führen dürfen – was sie ihm sagten, klingt teilweise interessant. http://www.counterpunch.org/2014/06/20/will-isis-create-al-sham-caliphate-liberate-palestine/

Danach geht es dem IS (wenn es stimmt) am Ende um die Befreiung der heiligen Stätten von den Juden. Die abscheulich anmutende Grausamkeit, deren sich der IS sogar brüstet, sollte indes nicht verschwiegen werden – es gibt ein Video (auf englisch), in dem der IS professionelle Propaganda für die arabische oder muslimische Seele liefert – wie da endlich eine Gruppe ist, die gegen die korrupten Potentaten und die nur scheinbar übermächtigen Ungläubigen vorgeht.

So rühmt sich der IS seiner Grausamkeit und versucht gleichzeitig seine Reinheit und Gottergebenheit darzustellen. Das Video lohnt das Anschauen, um einen Blick in die Seele derer zu werfen, die die Ungläubigen und Ketzer vernichten wollen (Vorsicht – es enthält teilweise grausame Szenen von Erschießungen). http://www.youtube.com/watch?v=0XZ3ovDxhw4

Man sieht arabische Männer im Kampf, man sieht sie mit Freude „Ungläubige“ bzw. Gegner töten, man sieht sie sterben, man sieht sie lachend und betend und sich umarmend. Es ist ein wirklich gelungenes Propagandavideo. Ich persönlich fürchte, dass der IS, ob nun amerikanische Schöpfung oder nicht, tatsächlich so fanatisch ist, wie er sich darstellt.

Zu welchen Grausamkeiten diese Gruppierung fähig ist, lässt sich aus weiteren Berichten wie der Rückeroberung einer syrischen Stadt durch die syrische Armee entnehmen. http://www.informationclearinghouse.info/article39826.htm

Ob er nun einfach ein Bauer im Schachspiel der Eliten ist und ein notwendiger Bestandteil im Systemabbruch-Fahrplan derselben, wie Herr Eichelburg in seiner (geschätzt) 59. Warnung vor dem baldigen Systemende verkündet, können wir wie Herr Eichelburg weder endgültig beweisen, noch entkräften. http://www.hartgeld.com/media/pdf/2014/Art_2014-213_Systemabbuch-Fahrplan.pdf

Was aber angesichts der Selbstdarstellung des IS deutlich wird, ist, dass eine den Tod im Glaubenskampf verherrlichende Organisation auch drastische Aktionen für ihren Kampf nicht scheuen wird. Und bekämpft werden muss, denn da sie sich als die Reinen ansehen, können die IS Kämpfer noch die grausigsten und unmenschlichsten Untaten begehen – es beschmutzt sie ja nicht.

Dieses Denken, was sich in den Aktionen vom IS wiederspiegelt, ist krank und irr. Sie zu heilen wird Zeit brauchen, doch zunächst müssen oder müssten diese Fanatiker gestoppt werden. Es ist aber wahrscheinlicher, dass ihre Macht wächst, da sie wie erwähnt die Feinde der USA bekämpfen, sich allerdings freilich auch klar gegen den Westen richten. Den sie drohen, ebenfalls zu erreichen.

Und damit ist auch tatsächlich eine Gefahr für uns verbunden, denn es steht zu befürchten, dass wir mit Aktionen in Form von Terroranschlägen auf Westler zu rechnen haben werden (ob diese im Einzelfall dann immer vom IS stammen, wird eine dann zu stellende Frage sein).

Und dass diese dann wiederum von den uns Beherrschenden als Rechtfertigung genommen werden, um den Überwachungsapparat weiter auszubauen, der uns und nicht die Muslime bedroht – das ist wiederum eine andere Geschichte.

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