Mediokre Medien

Die Einseitigkeit der Medien, deren Aufgabe es ja eigentlich sein sollte, umfassend und möglichst neutral über alle Geschehnisse zu berichten, wird, da die Einseitigkeit immer größer wird, natürlich auch immer einfacher entlarvbar. Und auch, wie viel Druck und Duckmäuserei mittlerweile im Pressebereich herrschen.

Zur Einseitigkeit: Es wäre ja ein leichtes beim Konflikt in der Ukraine zu sagen:
Hier ist die Position der USA – hier ist die Position Russlands – welches sind die Argumente gegeneinander, wie ist die Lage vor Ort.

Doch geschieht eben dies nur scheinbar, indem die Position der einen Seite von vornherein als die wahre und die andere als die falsche dargestellt wird. Immerhin fällt dem ARD-Programmbeirat dabei auf, dass etwas in der Berichterstattung zur Ukraine schief wurde. http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/42784_1.pdf Und auch immer mehr Menschen kann dies auffallen, was gut ist.

Ein wunderschönes Beispiel über das heutige Öffentlichkeitsverständnis (und den fehlenden Mut) von Medien zeigt sich hier: Zu einer Podiumsveranstaltung zu den Montagsmahnwachen (wir erinnern uns – laut Jutta Ditfurth ein Aufmarsch der „Neuen Rechten“ und von „Nazigruppen“ – http://www.youtube.com/watch?v=bwZD4huP_LE ) hatte die TAZ bzw. ein Teil dieser Zeitung in Berlin geladen.

Dort sollte also in einer öffentlichen Debatte über die Montagsmahnwachen gesprochen werden. Einer der Initiatoren der Mahnwachen, Ken Jebsen, war auch geladen und hatte darum gebeten, die Veranstaltung filmen zu dürfen, was ihm verweigert wurde. Bzw. wurde ihm untersagt, die Gesichter zu filmen mit Ausnahme eines der Sprecher, des Attac-Aktivisten Pedram Shahyar, der nichts dagegen hatte, dass seine Äußerungen aufgenommen wurden.

Der Film von Herrn Jebsen sieht dann auch arg verpixelt aus, wie man hier sehen kann. http://www.youtube.com/watch?v=a3A04XMxr4E ZDF, ARD u.a. waren auch geladen worden, allerdings nicht erschienen.

Im Anschluss an diese öffentliche Debatte (in der festgestellt worden war, dass die Montagsmahnwachen weniger aus Rechten, sondern eher aus dem linken Spektrum zugehörigen Leuten bestehen) interviewte Herr Jebsen Herrn Shahyar. Dieses Interview möchte ich (auch wegen der Dauer von nur 8 Minuten) jedem interessierten Zuschauer ans Herz legen, denn es werden wichtige Fragen gestellt: http://www.youtube.com/watch?v=5gYocX8YDHM

Zum Beispiel warum eine öffentliche Debatte nicht gefilmt werden soll? Warum ein Moderator nicht gefilmt werden will? Was Menschen befürchten, wenn sie sich weigern, ihre Ansichten öffentlich machen zu wollen – in einer öffentlichen Debatte?

Herr Shahyar vermutet denn auch richtige Angst auf Seiten derjenigen, die vorher auf die Mahnwachen einschlugen und sich nun nicht rechtfertigen wollen. Frau Ditfurth war eingeladen, konnte aber aus Termingründen nicht teilnehmen.

Kurz: Wir schimpfen uns zwar (noch) Demokratie und rufen „hier darf jeder sagen, was er denkt“ – doch faktisch sind wir schon so weit, dass man glaubt, vorsichtig sein zu müssen, was man wo sagt. So weit ist es gekommen….. so sehr haben wir uns verändert und verändern uns noch.

Herrn Shahyar ist Respekt zu zollen dafür, dass er seine Wahrheit offen ausspricht. Wie wenig indes unsere Medien mittlerweile an diesem Prozess, d.h. der Wahrheitsfindung beteiligt sind, kann einer der Mitgründer der TAZ, Herr Matthias Bröckers, erläutern.

Das Interfjuh dauert leider 2 h, lohnt aber die Geduld. Wer es abkürzen möchte, möge einfach ab Stunde 1:14 für zehn Minuten zuschauen – diese sind wie eine (erhellende und amüsante) Kurzzusammenfassung der wesentlichen Aussagen. http://www.youtube.com/watch?v=6NMZcz0pTi0

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