Unsere Freunde, die ……..

Gestern hatte ich eine interessante Diskussion mit einer Bekannten. Es drehte sich um die Behandlung von Tieren und inwieweit diese Behandlung Zeichen oder Symptom für die Entfremdung der Menschen von sich selbst ist.

Ihr Argument war, dass eine Gesellschaft, die sich tierliebend nennt und gleichzeitig die Massentierhaltung in großem Stile praktiziert sich nicht wirklich tierlieb nennen könnten bzw. hier Heuchelei betreibt.

Ich fand es ein gutes Argument; doch da ich selber Fleischesser bin, relativierte ich das dahingehend, dass wir wohl Fleischkonsum und Tierliebe nebeneinander stellen dürften, nur sollte der erste bewusst und die zweite ehrlich sein.

Interessanterweise hat das Tier in der deutschen Geschichte schon immer eine Funktion als Partner, als Freund, als Nutztier, aber auch mehr als das, dargestellt. Die Merseburger Zaubersprüche aus dem 8. Jhdt. handeln davon, wie ein uns unbekannter Mensch die Magie verwendet, um ein Pferd zu heilen. http://de.wikipedia.org/wiki/Merseburger_Zauberspr%C3%BCche

Der Tierschutz wurde in Deutschland früher als in den meisten anderen Ländern rechtlich verankert. 1933 schufen die Nationalsozialisten als erste in Europa mit dem Reichstierschutzgesetz ein Gesetz, welches das Quälen von Tieren unter Strafe stellte. Die DDR und die BRD übernahmen wesentliche Teile dieses Gesetzes nach 1945.

Andere europäische Staaten zogen (teilweise viel später) nach. In Spanien gibt es nach wie vor kein Tierschutzgesetz. Auch hier zeigt sich eben die Liebe der Deutschen zur lebenden Kreatur, die es auch in anderen Ländern gibt, aber die bei uns Deutschen eben sehr stark ausgeprägt ist.

Was heute, in einer Zeit der Entfremdung von sich selbst und den anderen solchen Unsinn wie ein Hundeschwimmbad (kein Scherz – http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/hunde-schwimmbad-ein-hallenbad-fuer-bello–fiffi-und-co-,15184900,28412642.html ), Tierfrisöre, -diäten, -psychotherapie etc. hervorgebracht hat. Die Tiere werden in dem Maße kränker, wie wir es werden.

Immerhin – die wirklich krankhaften Auswüchse der Moderne wie den Tiersex-Tourismus gibt es bei uns (anscheinend) noch nicht. In Dänemark ist der Verkehr mit Tieren, so scheint es, gestattet – ergo gibt es dort auch Tierbordelle. http://www.unzensuriert.at/content/0016091-Viel-Verkehr-d-nischen-Tier-Puffs

Da sollte eine Grenze längst erreicht bzw. überschritten sein, doch dem Menschen ist eben nichts Menschliches fremd….. auch solcher Unsinn wie das Zerschießen von Wildschweinen mit MGs bringt manche zum Lachen. https://www.youtube.com/watch?v=ZLNoYujxeRo

Und auch bei uns gibt es genügend üble Fälle von Tierquälerei und anderem – doch auch immer wieder Fälle von Tierschutz bzw. von Partnerschaft zwischen Mensch und Kreatur. Und dies macht Mut. Und wir dürfen hierauf ruhig etwas stolz sein, denn es ist etwas, was uns als Volk auszeichnet – wer gesehen hat, wie Tiere in anderen Ländern gehalten und behandelt werden, der darf sich dieses auch zugestehen, dass wir in Deutschland im allgemeinen ein liebevolles Verhältnis zu den Tieren pflegen.

Der zweitälteste Tierschutzverein der Welt wurde übrigens 1837 in Deutschland, in Württemberg gegründet. Älter ist nur die RSPCA, die königliche Gesellschaft für Tierschutz in England. http://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Society_for_the_Prevention_of_Cruelty_to_Animals

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