Das wird teuer mit der Steuer

Früher, in den düsteren (?) Zeiten des Mittelalters, mussten die Bauern wie bekannt dem Fürsten den Zehnten abliefern. Die Leibeigenschaft, d.h. dass der Fürst über den Bauern verfügen konnte, war übrigens eine Entwicklung des hohen Mittelalters. Im frühen Mittelalter, d.h. in der Zeit vom 08. – 10. Jhdt. war die Mehrheit der deutschen Bauern frei.
Denn Freiheit war den germanischen Stämmen ein hohes Gut. Der unfreie Bauer wurde verachtet. Erst mit der zunehmenden Macht auf der Fürstenseite wurden die Bauern nach und nach unfrei bis auf einzelne Winkel im Reich wie in der späteren Schweiz, im württembergischen oder an der Küste. Es war eine schleichende Entwicklung und sie dauerte viele Jahre.
Auch bei uns hat die Entwicklung hin zur Steuerbelastung heutiger Zeit viele Jahre gedauert. Da der Staat bzw. seine Institutionen und Aufgaben immer weiter wuchsen, wuchs auch das Steueraufkommen entsprechend. Unsere Urgroßväter stöhnten vor dem 1. Weltkrieg unter einer Einkommenssteuer mit einem Spitzensteuersatz von 4%. http://www.mmnews.de/index.php/politik/19069-im-deutschen-kaiserreich-gab-es-nur-4-steuern
Heute liegt unsere Steuerbelastung bei einer Höhe, die unsere Vorfahren zum Schnapsglas oder zur Waffe oder zu beidem hätte greifen lassen. Da die Entwicklung dorthin aber schleichend war wie bei den Bauern des Mittelalters, regt sich auch niemand darüber auf. Damals war Unfreiheit das Ergebnis – und heute ist es das auch.
Oder wie soll man es sonst nennen, wenn der Fiskus je nach Berechnung 70-80% unseres Einkommens für sich reklamiert? http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=195317
Dass es nach weniger aussieht, liegt nur an den indirekten Steuern wie der Mehrwertsteuer (die 1968 noch 10% betrug (sic) und heute 19%). Wer es im einzelnen aufdröseln möchte: http://sachsen-anhalt.parteidervernunft.de/ihre-skandal-se-abgabenlast
Angesichts stagnierender Nettolöhne und steigender Belastungen ist das Annähern von Mitteklasse und Prekariat insofern nur logisch. Auch mathematisch. 🙂 http://www.prabelsblog.de/2014/08/prekariat-und-mittelschicht-auf-augenhoehe/

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