Teknik Dreknik

Lange war es der Traum unserer Gesellschaft, durch technischen Fortschritt das Leben leichter zu machen. Und noch heute streben die Millionen aus Afrika und Asien auch daher zu uns, weil bei uns das Leben auch technisch gesehen leichter scheint. Lange hatte dieses Streben nach Fortschritt auch seinen Sinn.

Wer technischen Fortschritt verneint, soll mal die Wäsche von Hand waschen, auf die Heizung verzichten und einen Winter mit Kohleofen verbringen, ohne Kühlschrank auskommen oder ohne Plastik oder ohne Fernseher oder ohne Telefon oder ohne Smartphone etc. Kurz: Die Technik hat unser Leben erleichtert – ohne Frage.

Doch erleichtert sie es immer noch in dem Maße wie das früher der Fall war (bestes Beispiel Waschmaschine oder Kühlschrank) – oder werden wir unmerklich Sklaven der Technik? Und was bedeutet diese Technik für unseren geistigen Fortschritt, unsere geistige Entwicklung?
Dient es uns, wenn wir in immer kürzeren Abständen mit immer komplexeren technischen Gerätschaften (I-Phones, Smartphones, Tablets – erinnert man sich noch an Blackberries? Lange veraltet) ausgestattet werden? Dem Konsum und der Verschuldung und damit dem Kapitalismus dient es sehr – aber uns? Wenn wir, wie dieser Schreiber (ein Fotograf und Journalist) klagt, zunehmend mehr Zeit verwenden müssen, um uns in die neuen Geräte und ihre Funktionen einzuarbeiten und diese Zeit uns fehlt, um zum Beispiel Bücher zu lesen – macht uns das klüger? http://www.counterpunch.org/2014/08/29/gadgets-turning-me-into-an-idiot/

Und mehr noch – was richten diese kleinen Geräte mit UNS an? Dass sie Strahlen aussenden, ist unbestritten. Was diese Strahlung allerdings mit uns langfristig machen wird – dies ist höchst umstritten. Panikmache ist nicht angebracht, ein in Frage stellen dieser Geräte allerdings schon. http://www.messtechnik-friedel.de/BildBericht/Berichte/Verbietet%20Euren%20Kindern%20das%20Handy.htm

Ob wir tatsächlich durch zu viel Handynutzung Langfristschäden an Eierstöcken und Spermien verursachen, werden wir wohl noch erleben. Immerhin – gemäß dem Seher Alois Irlmaier ist das Ende wohl nicht mehr weit, denn der prophezeite Ende der vierziger Jahre, kurz vor dem großen Kataklysmus würden die Menschen in kleine Schachteln sprechen. Was er wohl damit meinte? 🙂 http://www.schauungen.de/wiki/index.php?title=Alois_Irlmaier#Von_Stephan_Berndt_befragte_Zeitzeugen.5B31.5D

Diese Büchse der Pandora ist und bleibt jedenfalls geöffnet. Ob es allein zu unserem Wohl ist, könnte sich jeder selbst fragen. Dinge wie eine SMS-Abhängigkeit bei Jugendlichen oder die Verschuldung, um das neue Handy zu besitzen, sind im großen Rahmen eher trivial, aber das geförderte nicht-mehr-im-Augenblick-präsent-zu-sein ist es nicht.

Denn was tut die Internetverbindung jederzeit, die SMS? Sie lenkt mich ab, lenkt meine Aufmerksamkeit auf diese Nachricht oder jene Mitteilung für mich. Was dann um mich herum passiert, nehme ich nicht mehr oder nur eingeschränkt wahr. Und auch die dauernde Beschäftigung damit kann Folgen nach sich ziehen, die wir zunächst gar nicht wahrnehmen. http://www.ingenieur.de/Themen/Forschung/Smartphones-lassen-Menschen-emotional-abstumpfen

Ein wenig lässt sich die Technik mit dem Verstand vergleichen. Beide sollten Diener des Bewusstseins sein. Wenn man nicht aufpasst, schwingen sie sich zu Herren auf. Der Verstand will dann immer mehr Futter, die Technik immer mehr Zeit. Man kann sich heute theoretisch (und praktisch) stundenlang mit der Anleitung seines Autoradios oder Fernsehers und tagelang mit der Anleitung des Handys und wochenlang mit der Anleitung des PCs beschäftigen. Aber wozu? Damit wir Filme speichern, die wir verpasst haben? Damit wir Bilder bearbeiten können, die niemand ansieht? Damit wir jederzeit und überall erreichbar sind? Damit wir immer alle Informationen sofort zur Hand haben?

Wie soll dabei noch etwas in Stille aus uns heraus wachsen können? Es kann sicherlich noch geschehen, doch hat es die Stille immer schwerer. Und das dient uns nicht.

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