Die Brücke über die …. Zeit

Vom vor über 40 Jahren verstorbenen jugoslawischen Schriftsteller (Ha – wo ist Jugoslawien heute? Gibt’s nicht mehr……) Ivo Andric https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Andri%C4%87 stammt ein wunderschönes Buch mit dem Titel „Die Brücke über die Drina“.

Für dieses Werk wurde Andric 1961 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet – zu Recht, würde ich sagen, denn es ist ein wundervolles Werk. Heute herrscht übrigens zwischen drei Nachfolgestaaten Jugoslawiens Streit darüber, wer den großen Schriftsteller für sich reklamieren darf….. http://www.taz.de/!5108659/

Geboren wurde er als Kroate…. Also Kroatien? Allerdings verstand er sich selber zeitlebens als Jugoslawe – also Serbien als Rechtsnachfolger Jugoslawiens? Aber seine ganze Sympathie gehörte dem damals multikulturellen Bosnien….. also Bosnien? So streitet man sich heute noch.

Andric‘ Magnum Opus „Die Brücke über die Drina“ erzählt in Anekdoten 400 Jahre Geschichte der bosnischen Stadt Vischegrad – beginnend mit dem Bau einer Brücke über den Fluss durch die Türken, zu deren Reich damals Bosnien gehörte, und endend mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges, als Bosnien Teil Österreich-Ungarns war. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Br%C3%BCcke_%C3%BCber_die_Drina

Untergegangene Reiche….. was Andric so meisterhaft gelingt, ist einmal, die Stimmung in dieser wahrhaft multikulturellen Stadt einzufangen, in der Serben, Türken, Bosniaken, Kroaten, Juden etc. weitgehend friedlich, aber immer wieder von Eruptionen der Gewalt unterbrochen, zusammenleben.

Später gesellen sich dem Völkergemisch auch noch Deutsche bzw. Österreicher (die im Roman abfällig „Schwaben“ genannt werden) sowie Polen, Italiener, Ukrainer und viele andere dazu. Andric beschreibt das Miteinander der verschiedenen Kulturen, das oft nur ein Nebeneinander ist und auch mal zum Gegeneinander wird.

Seine Zeilen haben auch für uns heute Lebenden noch einen Wert. Ein paar Zeilen aus seinem Buch sollen das verdeutlichen helfen. Wie Stefan Zweig in „Die Welt von Gestern“ auch gelingt es Andric wunderbar, den scheinbar dauerhaften Aufschwung der Vorkriegszeit als das zu entlarven, was er war: Nur Episode im beständigen Auf und Ab der Völker und Nationen.

Über die Zeit nach der Besetzung Bosniens durch Österreich-Ungarn im Jahre 1878 und die letzten Jahrzehnte vor Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 schreibt Andric:

„Es waren dies jene drei Jahrzehnte verhältnismäßigen Wohlstands und scheinbaren Friedens der Ära Franz Josephs, als mancher Europäer glaubte, er habe die unfehlbare Formel für die Erfüllung des jahrhundertealten Traumes von einer vollen und glücklichen Persönlichkeit in allgemeiner Freiheit und Fortschritt gefunden, als das 19. Jahrhundert vor den Augen der Millionen Menschen seine vielfältigen und trügerischen Gaben und seine Fata Morgana der Bequemlichkeit, Sicherheit und des Glücks, zu erschwinglichen Preisen und auf Abzahlung für alle und jeden ausbreitete.“

Klingt das nicht seltsam vertraut? Immerwährender Fortschritt…. Glück und Frieden, Toleranz und gut-sein-dürfen…. Und weiter:

„Das Volk fand Ordnung, Verdienst und Sicherheit……. Die neue Obrigkeit hatte nach den ersten Missverständnissen und Konflikten bei den Menschen einen bestimmten Eindruck der Festigkeit und Dauer hinterlassen…… Sie war unpersönlich, mittelbar und daher leichter zu ertragen als die alte türkische Herrschaft.

Alles, was an ihr grausam und habgierig war, das verbarg sie hinter Würde, Glanz und geheiligten Formen. Die Menschen fürchteten die Obrigkeit, aber so, wie man Krankheit oder Tod fürchtet, nicht, wie man vor Bosheit, Not und Gewalt zittert.

Die Träger der neuen Macht, sowohl der militärischen wie der zivilen, waren in ihrer Mehrzahl dem Lande fremd, dem Volk unbekannt und an und für sich unbedeutend, aber auf Schritt und Tritt fühlte man, dass sie kleine Rädchen eines großen Mechanismus waren und dass hinter jedem einzelnen von ihnen in langen Reihen und zahllosen Stufen mächtigere Männer und höhere Behörden standen. Dies verlieh ihnen ein Ansehen, das bei weitem ihre Persönlichkeit überragte, und einen magischen Einfluss, dem man leicht unterlag“.

Ein „großer Mechanismus“ wirkt auch heute bei uns…. Und er wird immer größer und alles durchdringender…. Und was so ein großer Mechanismus und eine neue „Freiheit“ auch bewirken können, beschreibt Andric im Folgenden sehr anschaulich:

„Das neue Leben war zwar nicht weniger bedingt und gebunden als das alte unter den Türken, nur war es leichter und menschlicher, und diese Bedingungen und Bindungen waren jetzt fern und kunstvoll miteinander verknüpft, dass sie der Einzelne nicht unmittelbar fühlte. Daher erschien es jedem, als sei es um ihn plötzlich weiter und luftiger, vielfältiger und reicher geworden.

Dem neuen Staat gelang es, mit seinem guten Verwaltungsapparat auf schmerzlose Art, ohne Gewalt und Erschütterung aus dem Volke die Steuern und Abgaben herauszupressen, die ihm die türkische Herrschaft mit unvernünftigen, groben Methoden oder glattem Raub abgenommen hatte, und zwar nicht nur genauso viel, sondern mehr noch, schneller und sicherer“.

Wie klingen diese Zeilen für uns Heutigen? Die wir mit einer Steuer- und Abgabenlast gesegnet sind, die für unsere Urgroßeltern unglaublich – teuflisch – oder schlicht nicht vorstellbar gewesen wäre. Um all das zu erheben und einzutreiben braucht es einen perfekten Apparat…. Und auch den haben wir. Natürlich braucht es Menschen, die sich in der Tretmühle abzustrampeln bereit sind. Mehr! Und schneller! Denn die Abgaben steigen und steigen….. Aber wir sind ja frei, trotz 70% und mehr Steuern auf unsere Einkünfte….. ach, so frei sind wir……. Frei, alles zu tun und zu kaufen…. Oder? Weiter Andric:

„Wie frisches Blut begann das Geld in bisher ungesehenen Mengen umzulaufen und was die Hauptsache war, öffentlich, kühn und offen. An diesem erregenden Umlauf ….. konnte sich ein jeder…… sattsehen, denn er rief auch beim Ärmsten die Illusion hervor, dass sein Mangel nur vorübergehend und daher erträglich sei.

Jetzt …. war der Reichtum, oder was man als solchen ansah und bezeichnete, öffentlich und zeigte sich immer mehr im Genuß und in persönlicher Befriedigung; und daher konnte die Menge des Volkes etwas von seinem Glanz oder seinen Abfällen erhalten. ….

Jede Befriedigung, die man bis dahin stehlen und verhehlen musste, konnte man nun kaufen und öffentlich zeigen, was auch ihre Anziehungskraft und die Zahl jener vergrößerte, die sie suchten…… Viele Leidenschaften, Neigungen und Gelüste, die bisher an versteckten Orten verborgen wurden oder überhaupt unbefriedigt blieben, konnten und durften nun öffentlich volle oder wenigstens teilweise Befriedigung suchen.

In Wirklichkeit lag auch darin mehr Zwang, Ordnung und gesetzliche Einschränkung; Laster wurden bestraft und Befriedigung wurde bezahlt, schwerer und teurer als einst, nur waren die Gesetze und Formen andere und ließen den Menschen auch hierin, wie in allem Übrigen, die Illusion, dass das Leben auf einmal weiter, üppiger und freier geworden sei.“

Und heute? Alkohol, Spielhallen, Smartphone-Gedaddel, Sport und Spiel und Spaß allerorten….. aber immer verdient jemand dabei. Immer verdient der Staat dabei. Ach, wie frei wir sind…… Wie sagte Nietzsche? Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht – aber man ehrt die Gesundheit.

Zurück zu Andric: Ebenso virtuos wie packend schildert dieser den Zerfall der multikulturellen Idylle. Nach dem Attentat von Sarajevo, bei dem ein serbischer Mann den Thronfolger Österreich-Ungarns und dessen Frau erschossen hatte, bricht eine Welle von Repressalien gegen die serbischen Einwohner Vischegrads los.

Misstrauen und Angst regieren ab nun das Verhältnis der Völker untereinander: Die Serben und Österreicher beäugen sich misstrauisch, Bosniaken und Juden schauen dem Ganzen ängstlich zu. Es kommt zu ersten Verhaftungen, Schlägereien und der Flucht mancher Serben über die Grenze nach Serbien.

Andric schildert die letzten Tage vor Kriegsausbruch und wie die Atmosphäre überall durch den Hass aufeinander vergiftet wird. Staatliche Willkür und Gewalt prägen das Bild. Doch der Autor schildert auch Wesentliches, dessen gerade wir Heutigen uns zu gegebener Zeit erinnern sollten – zwei Beispiele mögen das verdeutlichen:

Andric beschreibt die Geschichte eines türkischen Kaufmanns, dessen Großvater einst vor den Österreichern in türkisches Gebiet floh und dabei sein Geschäft zurücklassen musste. Auch der Vater musste wieder fliehen, als das türkische Gebiet dann serbisch wurde und verlor ebenfalls sein Geschäft.

Der Sohn sitzt als Flüchtling in Vischegrad mut- und kraftlos bei einem Bekannten, bei dem er untergekommen ist und sinniert über das Schicksal: „Ja, mein Alihodscha, nun ist es soweit gekommen, dass man nicht mehr aus noch ein weiß. Gott allein weiß, dass wir, mein Vater und ich, alles getan haben, um im wahren Glauben und im echten Islam zu leben.

Meines Großvaters Gebeine ruhen in Uschitze; wahrscheinlich findet man heute keine Spur mehr von seinem Grab. Den Vater habe ich in Nova Warosch begraben und ich weiß heute nicht, ob nicht die Herden der Christen es vielleicht zertreten haben.

Ich habe geglaubt, dass wenigstens ich hier sterben würde, wo noch der Gebetsruf vom Minarett erschallt, aber nach allem scheint mir, dass es uns geschrieben steht, unser Same solle ausgerottet und unsere Grabstätte unbekannt sein. Vielleicht ist es so Gottes Wille? Ich weiß jedenfalls nicht mehr ein noch aus.“

Und sein Gastgeber bemüht sich, den verzweifelten Kaufmann wieder aufzurichten, ihn zu trösten: „Alihodscha, der Mujaga (den Kaufmann, Anm. d.A.) ungewöhnlich liebte und schätzte, bemühte sich, ein Wort zu finden, das ihn tröstete und beruhigte, nicht weil er glaubte, dass es vielleicht etwas helfen könnte, sondern weil er das Bedürfnis hatte und die Pflicht empfand, seine Anteilnahme am bösen Geschick dieses anständigen, unglücklichen Mannes und wahrhaften Mohammedaners zu zeigen.“

Ein paar Straßen weiter sind serbische Flüchtlinge, denen österreichische Truppen die Häuser angezündet haben, bei ihren Verwandten und Bekannten unter gekommen. Eine junge Frau hat sich mit ihren Kindern zum Großonkel retten können, der Mann wird vermisst. Andric schreibt über ihren Mann:

„Petar war eines Tages in Geschäften nach Sarajewo gefahren. Dort hat ihn der Krieg überrascht und seit damals hat die Frau keine Nachricht von ihm. Das Militär hat sie aus dem Haus vertrieben und nun hat sie mit ihren Kindern hier bei Mihailo Zuflucht gefunden. ……

Mihailo lässt sie nicht aus den Augen und ist ständig in ihrer Nähe. Heute morgen hat er erfahren, dass man Petar bei der Rückkehr aus Sarajewo als Geisel aus dem Zug geholt ….. und bei einem falschen Alarm erschossen hat. Das halten sie noch vor ihr geheim und Mihailo passt auf, dass es ihr niemand jäh und rücksichtslos mitteilt.

Die Frau steht jeden Augenblick auf, sie will in den Hof hinausgehen, um nach dem Okolischte (ihrem Hof) zu schauen, aber Mihailo hält sie auf und überredet sie auf alle mögliche Art, denn er weiß gut, dass das Anwesen der Gatalos auf dem Okolischte schon brennt und will der unglücklichen Frau wenigstens dieses Schauspiel ersparen.

Er scherzt und lächelt und bietet unaufhörlich an: „Komm, Gevatterin Stanujka, komm, mein Lämmchen. Nur ein Gläschen. Das ist ein Labetrunk und Sorgenbrecher und kein gewöhnlicher Raki“. Und die Frau trinkt gehorsam. Mihailo bietet der Reihe nach an. Mit seiner unwiderstehlichen und unermüdlichen Herzlichkeit zwingt er jeden, sich neu zu stärken.

Dann kehrt er wieder zu der Frau zurück…… Jetzt ist sie ruhiger. Sie blickt nur nachdenklich vor sich hin. Aber Mihailo verlässt sie nicht, sondern erzählt ihr wie einem Kinde, dass alles vorübergeht, dass ihr Petar heil und gesund aus Sarajewo zurückkehren wird. ……

Und er erzählt die Geschichte von Petars Taufe, die sie alle kennen, die ihnen aber in diesen ungewöhnlichen Nachtstunden wie neu erscheint. Die Männer und Frauen rücken näher heran, lauschen und vergessen beim Lauschen die Gefahr und achten nicht auf den Geschützdonner. Mihailo aber erzählt.“

Das……DAS ist es……. Wenn wir uns DAS in den künftigen Notzeiten erhalten können – unsere Menschlichkeit und unser Für-Einander-Da-Sein – dann ist viel gewonnen! Oder zumindest nicht alles verloren. Denn übel werden die kommenden Zeiten werden – sie müssen es sogar! Zu viele Zerrbilder, die allesamt zerfallen müssen.

Wenn es dann um uns turbulent wird, ist es wichtig, dass wir anderen Stütze und Hilfe und Trost sein können – unseren Nachbarn, Familien und Freunden. Es wird dann auf echte Hilfsbereitschaft ankommen – nicht auf die Pseudo-Hilfsbereitschaft von heute oder auf die gelenkte Gutmenschlichkeit – nein.

Es wird eine ganz praktische Art des Helfens sein. Darauf sollten wir uns einstellen und diese Kraft sollten wir in uns pflegen. Wir werden sie brauchen. Die Brücke über die Drina wird am Ende übrigens gesprengt.

Auch wir werden manche Brücken hinter uns abbrechen müssen. Aber hoffentlich niemals die Brücke der Menschlichkeit! Denn das ist eine goldene Brücke, die uns mit anderen Menschen verbindet.

Ekelhafte Propaganda

Es gibt nur noch wenig (naja) über das ich mich aufrege, aber über das Folgende schon: Da wird uns die Geschichte eines siebenjährigen Mädchens in Ost-Aleppo erzählt, dass sein Leben im Bombenhagel der syrischen und russischen Luftwaffe zubringen muss. https://web.de/magazine/politik/syrien-konflikt/aleppo-7-jaehrige-bana-alabed-dramatischer-twitter-botschaft-32035600

Zufälligerweise taucht diese herzzerreißende Geschichte just in dem Augenblick auf, an dem die syrische Armee kurz davor steht, die Terroristen und Dschihadisten in Ost-Aleppo zu besiegen. Ja, es gibt schon dolle Zufälle…..

Und dieses siebenjährige Mädchen schickt angeblich (und noch dazu auf Englisch) herzbewegende Aufrufe an die Welt: Putin und Assad, bitte stoppt das Bomben! Wir wollen leben! Bitte hört mit dem Bomben auf! Etc.

Pfui Kotz! DAS finde ich wirklich übel! Nicht, dass da ein siebenjähriges Mädchen möglicherweise tatsächlich in Gefahr für ihr kleines Leben steckt – das auch – nein, dass hier kindliches Leid für Propagandazwecke benutzt und missbraucht wird!

Was ist denn mit den in Aleppo kämpfenden Islamisten? Ist deren Regime so menschenfreundlich? Was würden wohl Christen oder Jesiden oder Alewiten über deren Herrschaft sagen? Hm?

Oder glaubt denn jemand, in Raqqua könnte es kein syrisches Mädchen geben, das einen ähnlichen Aufruf an den Westen schicken könnte? Bitte Obama, keine Bomben mehr! Oder glaubt jemand, 2004, als die Amerikaner Fallujah in Schutt und Asche bombten, hätte es keine kleinen Kinder im Bombenhagel gegeben?

Was sollen die afghanischen, libyschen, serbischen, irakischen etc. Kinder sagen, die amerikanische Bomben, Raketen, Mörser, Granaten etc. erlebt und überlebt haben – manche von ihnen zerfetzt, verunstaltet durch Splitter, radioaktiv verseucht und gezeichnet für’s Leben durch mit Uran abgereicherter Munition – WELCHEN APPELL HÄTTEN DIE WOHL AN DIE WELT!!!????

Wenig empfinde ich als so ekelhaft, wie menschliches Leid für Propagandazwecke zu benutzen. Das dies so geschieht – DAS ist der eigentliche Skandal! Gestern ein toter Flüchtlingsjunge, heute ein syrisches Mädchen, morgen….? Vielleicht ein ukrainischer Junge im Osten des Landes? Die Russen töten uns, helft uns!

Pfui Deibel. Da hilft nur hellhörig bleiben – mitfühlend auch, aber das heißt nicht, dass man das Gehirn ausschalten sollte.

Nebenbei: Wenn schon Propaganda, dann auch Gegenpropaganda. Dass sich manche Einwohner der syrischen Stadt über die Befreiung vom Joch der Rebellen freuen – und dass die syrische Armee ein Wasserwerk wieder in Stand setzt, welches die Rebellen besetzt und benutzt hatten, um den Einwohnern Aleppos die Wasserversorgung zu erschweren – stimmt es? Stimmt es nicht? In jedem Falle sollte man beide Seiten anhören und sich dann ein Bild zu machen versuchen. http://www.informationclearinghouse.info/article45938.htm

Wer ist schuld?

Auch so ein  Zeichen der End- oder Übergangszeit: Unausgegorene Kampagnen sind ihr Signum. Hier mal eine gegen Gewalt an Frauen. https://web.de/magazine/panorama/botschaft-saetze-frauen-hoeren-passauf-viralen-erfolg-32033938

Tenor: Frauen sind nicht schuld, wenn sie belästigt oder vergewaltigt werden, da sie sich aufreizend gekleidet haben, jemanden angekuckt haben, den sie nicht hätten angucken sollen, in der falschen Gegend/zur falschen Uhrzeit unterwegs waren etc.

Unterschreibe ich. Allerdings sind all diese schuldlosen Frauen (und Männer) daran schuld, dass Gegenden entstehen, in denen man als Frau eben nicht mehr im Minirock unterwegs sein sollte und dass Situationen sich häufen, in denen Frauen mit Gewalt gegen sich rechnen müssen.

Aber das zu sehen – da müsste man schon tiefer als zum Schminken in den Spiegel schauen. Und wer tut das schon? Zuwenige.

Zwei düstere Vorhersagen für 2017

Der unermüdlich warnende Herr Zimmel hat sich für nächstes Jahr weit aus dem Fenster gelehnt und prognostiziert einen Fall des Goldpreises auf irgendetwas zwischen 600 – 700,- $ – was immerhin einer Halbierung des Preises vom jetzigen Niveau gleichkäme. www.amanita.at/docs/open/2016.ppt

Zu viele Magic Mushrooms in Wien? Nicht unbedingt – Herr Zimmel ist nicht alleine mit seiner Warnung. Der Meister der Elliott-Wellen vom Gelben Forum (Elliott-Wellen sind eine technische Analyse zur Vorhersage von Kursbewegungen) rechnet ebenfalls für nächstes Jahr mit einem starken Rückgang des Goldpreises. http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=414712

In den USA gibt es außerdem den renommierten Analysten Harry Dent, welcher, nachdem er in der Vergangenheit mit manchen Prognosen richtig gelegen hatte, ebenfalls für 2017 einen Absturz des Goldpreises für wahrscheinlich hält (neben einem Kollaps des Aktienmarktes und einer massiven Deflation). http://economyandmarkets.com/exclusives/harvard-economist-warns-700-gold-by-mid-2017/

My take: Durchaus möglich. Wenn der nächste Einbruch am Finanzmarkt kommt (ob nun durch italienische Banken ausgelöst oder den Fall einer sonstigen Großbank oder durch massive Terroranschläge) ist davon aus zu gehen, dass der Goldpreis abverkauft wird – möglicherweise auch ganz bewusst, um Menschen von der Flucht in die Edelmetalle abzuhalten.

In dem Zusammenhang machte Herr Zimmel auch die Vorhersage, dass wir 2017 mit koordinierten Terroranschlägen großen Stils mit hunderten gleichzeitig zuschlagenden Terroristen im Westen rechnen dürften (s. auch der Link oben).

Im Netz finden sich schon seit einiger Zeit Warnungen vor solchen Ereignissen, wobei schwer zu sagen ist, wie valide diese sind – in Zeiten der allgemeinen Lüge ist auch die Gerüchteküche aktiver als sonst. „Latrinenparolen“ sagte man in einer anderen, durch Lügen geprägten Zeit, dazu. https://vk.com/wall344885480_6191

Denken wir es logisch durch: Ist es möglich, dass sich hunderte oder gar tausende „Schläfer“ des Islamischen Staates und ähnlicher Einrichtungen (es gibt auch Al-Nusra, Al-Quaida etc.) mittlerweile in West-Europa befinden? Dank der offenen Grenzen liegt dies durchaus im Bereich des Möglichen.

Könnten diese Terroristen Anschläge großen Stils gleichzeitig koordinieren? Auch hier fällt die Antwort positiv aus. Der Angriff auf das Konzert im Bataclan in Paris war mit drei weiteren, gleichzeitig stattfindenden Anschlägen koordiniert. Ein dutzend Attentäter konnte 130 Menschen umbringen, bevor sie erschossen wurden.

Wenn es den Terroristen tatsächlich gelingt, hunderte Attentäter gleichzeitig loszuschicken, so müssen wir uns auf tausende, vielleicht sogar zehntausende Tote und enormes Chaos (mit einem gleichzeitigen Einbruch der Wirtschaft) sowie einen anschließend weiter perfektionierten Polizeistaat einstellen.

Was bleibt, ist, sich nicht verrückt machen zu lassen. Das Gefühl der Bedrohung wird weiter anwachsen und unschöne Dinge werden passieren. Aber es liegt an und in uns, sich darauf einzustellen und eben nicht den Kopf zu verlieren (weder tatsächlich noch im übertragenen Sinne).

Ein Besuch bei Amma

Gestern war ich in München zu Besuch bei Amma gewesen. Amma ist eine indische Frau, aus Kerala stammend, die als Heilige und Avatar gilt (d.h. als Verkörperung der reinen göttlichen Liebe. Hier mehr zu ihr: http://www.amma.de/amma ). Amma umarmt auf ihren Veranstaltungen hunderte oder gar tausende von Menschen. Ihre Veranstaltungen dauern stundenlang, manchmal bis zu 24 h.

Sie hat außerdem eine Hilfsorganisation namens „Embracing the World“ geschaffen, welche über einen Millionenumsatz verfügt und Hilfsprojekte für die Armen in der ganzen Welt initiiert (Schulbau, Umweltschutz, Armenspeisung, Katastrophenhilfe etc.). Beeindruckend. http://de.embracingtheworld.org/

Nun bin ich selbst in spirituellen Dingen ein offener, doch auch (hoffentlich gesund) misstrauischer Mensch. Ich habe schon einige Scharlatane in diesem Bereich erleben dürfen, allerdings auch Menschen, die mich durch ihre Präsenz beeindruckt hatten. Und dass es mehr Ding‘ zwischen Himmel und Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt, ist mir auch klar.

Ich war also neugierig und fuhr dort ohne große Erwartungen hin. Nach einer Übernachtung bei meinem Bruder kam ich am nächsten Morgen am Veranstaltungsort an – anderthalb h vor Beginn, da die Beschreibung verkündet hatte, man solle beim ersten Mal recht früh da sein. http://www.amma.de/amma-umarmt-muenchen

Es war ein regnerischer Morgen, Berufstätige strebten ihren Büros zu und ich eilte auf die Veranstaltungshalle zu. Das Gelände dort war dreckig und unscheinbar – ein großes Plakat kündete an, dass Amma dort zu finden sei. Ich betrat die Halle und fand mich direkt in einer Schlange von Menschen stehend.

Nach einer Weile des Wartens wurden wir tiefer in die Halle hineingelassen. Dort sah ich ein Podium, was man für Ammas Auftritt errichtet hatte und außerdem viele Stände, an denen noch gewerkelt wurde. Ich sah Stände für Essen, für Infomaterial, Bücher und CDs von Amma etc.

Meine Stimmung war leicht angespannt – das geht mir in fremder Umgebung immer so. Auch die anderen Menschen um mich herum wirkten eher angespannt – von einer liebevollen Atmosphäre konnte ich jedenfalls gar nichts entdecken. Vielmehr herrschte ein emsiges Treiben um uns herum und erinnerte mich an eine Automesse oder ähnliches.

Da mir langweilig war, suchte ich mit der Frau vor mir das Gespräch – wir unterhielten uns kurz, das Gespräch war zunächst auch hier eher angespannt, dann wurde es lockerer. Ich fragte, warum sie hier sei und sie sagte, weil es sich gut anfühle. Weiter fragte ich, ob sie sich als spiritueller Menschen verstehen würde und sie sagte ja – und ergänzte, nach einem Blick auf mich, dass ich das wohl nicht sei.

Darauf musste ich lachen und sagte, ich sei wohl spirituell, aber wir hätten vielleicht verschiedene Definitionen davon. In dem Moment wurde unser Gespräch unterbrochen, denn es begann die Vergabe der Tickets für das Betreten der Bühne (um zu vermeiden, dass alle gleichzeitige auf die Bühne eilen, vergab man Tickets und füllte die Stuhlreihen mit den Ticketträgern in alphabetischer Reihenfolge).

Ich wünschte der Frau viel Spaß und ging mir mein Ticket holen und begab mich damit in die erste Reihe. Dort nahm ich neben zwei anderen Frauen meinen Platz ein, legte meine Jacke ab und machte anschließend eine Runde durch die Halle, da bis zum Beginn ja noch viel Zeit war.

Ich trottete also durch die Halle, sah den vielen Helfern beim Aufbau der Stände und allem weiteren zu, schaute mir an, was es später zu Essen geben sollte (Crepes auch! Wie ich erfreut feststellte). Schließlich wurde es langsam Zeit, sich auf seinen Sitzplatz zu begeben.

In der Zwischenzeit zeigte man ein Video von Amma und den diversen Hilfsprojekten, für die sie sich eingesetzt hatte. Die Stimme vom Video dröhnte durch die Halle und ich bekam davon Kopfweh. Die Atmosphäre gefiel mir nicht und ein weiterer Gesprächsversuch mit meiner neuen Nachbarin ging komplett schief.

Ich hatte gefragt, was sie zu Amma führem täte  und die Antwort bekommen, man wolle eben mal Amma kennenlernen – worauf ich nach meinen Gründen gefragt wurde und lachend sagte, ich wolle eben mal Amma kennenlernen. Was allerdings als Scherz, als der es gemeint war, gar nicht gut ankam – meine Gesprächspartnerin zog sich zurück und ich konnte regerecht ihren Unwillen spüren, sich noch weiter mit mir zu unterhalten.

So saß ich also schweigend da und wartete auf den Beginn der Veranstaltung. Und dann wurde es wirklich interessant:

Auf einmal kam Amma, ganz in Weiß gekleidet, über einen höher gelegten offenen Gang auf die Bühne. In dem Moment konnte ich fühlen, wie sich die Atmosphäre in der Halle verwandelte. Es wurde auf einmal leichter, heller und irgendwie liebevoller. Es war sehr angenehm.

Amma betrat mit ihren Helfern die Bühne, begrüßte uns, fächelte sich Luft zu und begann direkt mit einer geführten Meditation. Diese führte mich zwar nicht so tief wie schon andere Meditationen, aber ich wurde ruhig und meine Kopfschmerzen verschwanden.

Dann war die Meditation beendet und der Darshan begann. Darshan ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „Sicht des Heiligen“, worunter im Regelfalle ein Zusammentreffen von Meister und Schülern zu verstehen ist. Im Falle Ammas besteht der Darshan darin, dass sie jeden kurz umarmt, der zu ihr auf die Bühne geht.

Meine Sitznachbarinnen eilten an mir vorbei und auf die Bühne zu – andere taten dasselbe. Ich begab mich zu einer Ordnerin und fragte, ob unsere Reihe jetzt dran sei (denn es waren zwei erste Stuhlreihen mit den Ziffern A und B vorhanden). Sie sagte nach einem Blick auf mein Ticket, dass ich noch einen Moment warten solle.

Die Bühne hatte sich mittlerweile mit den ersten Menschen gefüllt. Offenbar waren manche nur zum Schauen da oben – für diejenigen, die von Amma umarmt werden sollten, wurden zwei Stuhlreihen aufgestellt und man rückte so Stuhl um Stuhl nach vorne, bis man sich Amma gegenüber fand.

Schließlich sagte die Ordnerin, ich möge nun gehen. So ging ich denn auf die Bühne, reichte dort oben mein Ticket ein und rückte immer näher auf Amma zu. Meine Hände wurden kalt – ich fühlte leichte Aufregung (es sahen uns hunderte von Leuten zu – die Halle hatte sich mittlerweile gefüllt).

Amma war von ihren Helfern umgeben, so dass man nicht sehen konnte, was genau sich dort abspielte. Man sah nur die Menschen von ihr gehen, wenige lächelnd, die meisten innerlich berührt wirkend, einige weinend. Schließlich war ich an der Reihe –  ich hatte vor der Umarmung der sitzenden Amma meine Brille abzugeben und wurde in eine vor ihr kniende Position dirigiert.

Ich beugte mich nach vorne und Amma umarmte mich. Dabei unterhielt sie sich mit jemandem neben ihr, was mich etwas erstaunte, aber dann dachte ich nicht weiter darüber nach. Ich musste, während sie mich umarmte, lächeln – das geschah aber nicht aus Spott oder Unsicherheit, sondern weil ich mich irgendwie in der Umarmung sehr wohl fühlte.

Sie hielt mich einen Moment, rief mir dann irgendwelche Worte auf Sanskrit ins Ohr, löste die Umarmung, gab mir noch ein Blütenblatt und ein Bonbon – und schon zogen mich die Helfer von ihr fort und der nächste kam dran. Ein effizientes System, dachte ich.

Man reichte mir meine Brille und ich verließ die Bühne. Ich musste grinsen und war in bester Stimmung. Was genau dort geschehen war, wusste ich nicht, aber ich fühlte mich richtig gut. Voller Freude und Kraft! Ich zog meine Jacke an, traf die Frau vom Beginn der Veranstaltung und lachte sie an, was sie zu freuen schien. Sie sagte, sie könne sehen, dass das etwas mit mir gemacht habe, was ich lachend bejahte. Dann verabschiedete ich mich von ihr.

Ich hatte Lust, noch etwas Unsinn zu machen und trollte durch die Halle, grinste fremde Leute an, kaufte an einem Stand einen Crêpe, nachdem ich dort die Frau hinter mir vorgelassen hatte und schäkerte mit der durch Piercings im Gesicht gezeichneten Crêpe-Verkäuferin herum. In bester Laune verließ ich dann die Halle, rief noch eine Bekannte an, um mich bei ihr für ein paar vielleicht beleidigende Worte zu entschuldigen, die ich ihr mal gesagt hatte, und machte mich auf die Heimfahrt nach Frankfurt.

Mein Resümee: Wer immer Amma ist, ob nun Avatar oder Heilige oder was immer – sie ist tatsächlich tief in einer Liebe, die das Menschliche übersteigt. Ich konnte deutlich ihre liebevolle und echte Präsenz spüren – das war sehr schön. Und da Liebe die stärkste Heilkraft ist, kann ich mir auch vorstellen, dass sie tatsächlich viele Menschen heilt. Mich jedenfalls ließ sie voller Freude und Dankbarkeit zurück – und das nur durch eine Umarmung. Enorm.

Wer immer sich einen offenen Geist bewahrt hat und mal etwas Faszinierendes (und Schönes) erleben will, sollte an einem der jährlich in Deutschland stattfindenden Darshans teilnehmen. Ich kann es nur empfehlen.

Herr Zimmel vom Amanita-Newsletter hatte Amma einmal auch kurz angesprochen und sie als Avatar bezeichnet, der Menschen helfe, ihr Karma abzubauen. Hier zu finden ca. in der Mitte des Artikels unter dem Titel: Ethik und Karma des Elektrosmog. http://www.amanita.at/component/content/article/18-all/de-de/interessantes/mysterium-2012/1477-devolution-digitale-demenz

Hier noch ein paar Videos zu ihr:

Amma in Aktion. https://www.youtube.com/watch?v=ZaBJJCHr7Fw

Ein Film über ihr Wirken. https://www.youtube.com/watch?v=N85ymWS9mRE

Und über ihre Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=dMNSLxER11I

Hier trifft sie den Papst. https://www.youtube.com/watch?v=w_UsDWEfzx8

Und hier spricht sie über die Macht von Mitgefühl an der Stanford Universität. https://www.youtube.com/watch?v=JJtn6v8ZEu8

Gewissheit statt Gewissen

Ach wie schön ist die Gewissheit,

auf der guten Seit‘ zu stehn!

Ach wie schön ist die Gewissheit,

mehr als andre zu verstehn!

Zwar – die Dummen haben gewählt,

obwohl man warnte (scharf und klar),

jetzt wird einfach weiter erzählt,

wie schlimm und dumm und gräßlich das war…..

Und man prügelt gern mit Wonne

auf die Gegner wortreich ein:

Ab mit Trump in eine Tonne!

Deckel drauf! Oh je! Oh nein!

Wer hat den denn auch gewählt –

ach wie dumm sind doch die Leute…..

Ja, so schreit es durcheinander,

tönt und tobt die Medien-Meute.

Not my president! Erschießt ihn! Gewalt!

Doch Hate Speech machen nur die andern,

ist es nicht schön in unserm Presse-Blätterwald,

es lässt sich dort gemütlich wandern…..

es lässt sich dort so schön auch träumen….

Man sieht keinen Wald vor lauter Bäumen….

Und vor der Realität, da heißt es: Halt!

Nicht weitergehen!

Gibt nichts zu sehen!

Schnipsel aus der Zeit

Falls jemand das schöne Buch „Echolot“ von Walter Kempowski nicht kennt – es ist eine lohnende Lektüre. In ihm sammelte Kempowski Fotos und Texte aus Tagebuchaufzeichnungen und Briefen der NS-Zeit und fügte sie zu einer Collage zusammen. https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Echolot

Etwas Ähnliches tat Alexander Solschenizyn in seinem Epos „Das rote Rad“, wo er Zeitungsmeldungen aus dem Ersten Weltkrieg immer wieder unkommentiert einfügte. https://de.wikipedia.org/wiki/Das_rote_Rad

Lesen bildet. Beide Projekte bieten schöne „Stimmungsbilder“ von damals – und nur so lässt sich eine Zeit wirklich verstehen oder zumindest ansatzweise verstehen – indem wir in die Stimmungen der Menschen hineinblicken und indem wir das zu sehen versuchen, was hinter offiziellen Verlautbarungen steht.

Ob wohl irgendjemand in späterer Zeit ähnliches für unsere Zeit zu erstellen versuchen wird? Möglich ist es zumindest. Was werden die Zukünftigen dann von uns denken?

Bei mir gibt es einmal die Woche im Briefkasten das „Sachsenhäuser Wochenblatt“. Eine kleine Postille mit lokalen Nachrichten aus den Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen, Lerchesberg und Oberrad. Auch oder gerade aus solchen Blättern lassen sich gute Stimmungsbilder (auch der aktuellen „Irrungen und Wirrungen“) ableiten.

Am 12.10. berichtete man dort zum Beispiel von einem vom Evangelischen Stadtpfarramt ausgerichteten und von hunderten Menschen frequentierten „Lauf gegen Rassismus“. Dem Lauf wurde das Banner „Lieber Gott als Nazischrott“ vorangetragen (ja, unsere Fahne flattert uns voran…. damals wie heute).🙂

Mit abgebildet war ein Foto von applaudierenden Teilnehmern, darunter der US-Amerikanische Konsul nebst Frau – direkt neben ihm stand ein schüchtern wirkendes Mädchen mit einem nur das Frontalgesicht freilassenden Kopftuch.

Am 26.10. konnte man in der Postille von einem Raubüberfall durch etwa 12 bis 15 Personen auf fünf Jugendliche an einem Freitag Abend am Mainufer lesen. Die Tätergruppe forderte die Herausgabe von Handys und Geld, dem die Jugendlichen, nachdem sie mit Schlägen und Tritten bearbeitet worden waren, nachkamen.

Einer der Jugendlichen musste anschließend mit leichten Verletzungen im Krankenhaus aufgenommen werden. Die Polizei bat um Zeugen, die Täter wurden als „südländisch“ beschrieben. („Südländisch“ ist ein weiter Begriff – doch wem würden dazu Italiener oder Griechen einfallen)?

In der Ausgabe vom 02.11. wurde der Beginn der Interkulturellen Wochen angekündigt. Ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit der Stadt und die Gelegenheit, neue und alte Nachbarn zusammen zu bringen, so die Frankfurter Dezernentin für Integration und Bildung.

Zunehmender Wandel bereite zwar Manchen Sorgen, räumte die Dezernentin ein, doch könnten Feste helfen, das eigene Weltbild zu hinterfragen.

In der jüngsten Ausgabe vom 09.11. wurde ein interessantes Projekt mit jugendlichen Alt- und Neu-Frankfurtern, wie es hieß, vorgestellt. Die Jugendlichen, 12 an der Zahl, führten im Deutschen Architekturmuseum eine Performance mit der Unterstützung von Multimedia vor.

Alte und ewig neue Fragen wie solche, wie Angst entsteht, wie man nicht konkret greifbare Angst schüren könne, ob Angst zwangsläufig zur Aggression führe etc. standen im Fokus. Ein geradezu prophetischer Satz wurde von einer der Akteure zur Frage, was Sicherheit sei, geäußert: Sicherheit sei ein Irrtum.

Was werden spätere Geschlechter mal von uns denken? Ich hoffe, sie werden vom Wesen her gütig und geduldig sein. Ansonsten könnte das Urteil sehr unfreundlich ausfallen.