So geht Lückenpresse!

Am Wochenende nahm ich nach längerer Abstinenz mal wieder eine FAZ (die Samstags-Ausgabe) in die Hand und vor die Augen. Ob dahinter ein kluger Kopf steckte, wurde mir bei der Lektüre nicht ganz klar – vielmehr ließ mich manches etwas verwirrt zurück.

Da wurde auf den ersten drei Seiten lang und breit der Kampfeinsatz der USA mittels 59 Raketen gegen einen von syrischen und russischen Truppen benutzten Flughafen beleuchtet – was auch durchaus verständlich ist, ist doch der direkte Schlag einer Atommacht gegen die Truppen einer anderen Atommacht nicht ganz unbedenklich zu nennen.

(Es regt sich allerdings anscheinend hierzulande auch niemand mehr über die Gefahr eines Atomkrieges auf. Abstumpfung? Lethargie? Der Frühling zu schön? Qui sait…..). Doch zurück zum Thema:

Auf den ersten drei Seiten wurden viele wichtige Informationen zum Syrienkonflikt geliefert, bei denen mir vor allem auffiel, was alles NICHT geliefert wurde. In einem Kommentar wurde zum Beispiel erwähnt, dass Assad dank der Russen weiterhin sein Volk massakrieren könne.

Da fragte ich mich doch, wie man dann das Verhalten der zahlreichen islamistischen Fraktionen dort nennen sollte, die Sexsklavinnen halten, Schwule von Dächern schmeißen, Minderheiten vertreiben (wenn sie sie nicht umbringen), Friedhöfe schänden etc. Der Kommentar schwieg dazu.

Dann wurden alle möglichen Informationen zur Truppenstärke der syrischen Einheiten und der sie unterstützenden Verbände aus dem Iran, aus dem Libanon und dem Irak gebracht. Informationen zu den zahlreichen islamistischen Fraktionen: Fehlanzeige.

Als gäbe es keine Informationen zum Islamischen Staat, zu Harakat-al-Sham, Nuriddin-Al-Sinki, Jabhat-Al-Nusra (die sich mittlerweile anders nennen). Was ist das für eine Berichterstattung, die solches einfach nicht erwähnt?

Dass die FAZ Untersuchungen, wer die Förderer all der Fraktionen sein könnten, wie der Teufel das Weihwasser scheut, kann man noch irgendwie politisch verstehen – aber wenn so einfache Dinge wie Angaben zur militärischen Stärke, zur Strategie, zu Todesopfern aufgrund islamistischer Gräuel etc. nicht gemacht werden – dann ist das ein trauriger Fall von Lückenpresse.

Die Lücke gleicht sogar an manchen Stellen einem schwarzen Loch, in welchem auch einfachste Gedankengänge, die jedem normalen denkenden Menschen kommen sollten, ins Nichts verschwinden.

Zum Beispiel folgender Gedankengang: Seit einigen Monaten verzeichnet die syrische Armee mit russischer Unterstützung große Erfolge. Man hat Aleppo befreit, Palmyra und Homs und diverse signifikante Geländegewinne erzielt. In diesem Moment, wo also die syrische Armee Oberwasser gewinnt, soll sich die syrische Führung zu einem Giftgasangriff entschließen, welcher die Gefahr eines US-Militäreinsatzes in sich birgt?

Die so simple wie aufklärende Frage, WEM denn ein Giftgaseinsatz und eine Verurteilung desselben am Meisten nützt-  sie wird nicht gestellt, vielleicht nicht einmal mehr gedacht…… so groß sind die Lücken mittlerweile selbst in dem, was mal als Qualitätspresse galt.

Doch immerhin: Ganz normale Zeitgenossen wie der US-amerikanische Comic-Zeichner Dilbert kommen für sich zu dem Schluss, dass hier manches nicht stimmen kann – sehr lesenswert, wie er darlegt, dass der vermeintliche Giftgasangriff wie für Präsident Trump inszeniert wirkte-  als habe da jemand genau die psychologische Struktur des Präsidenten vorab untersucht und dann den „Angriff“ und die Darstellung der Folgen darauf abgestimmt. http://blog.dilbert.com/post/159264981001/the-syrian-gas-attack-persuasion

Doch zurück zur Presse: Ginge man nun bewusst auf die Suche nach Lücken –  ach, man käme aus dem Finden gar nicht mehr heraus, fürchte ich. Lücken, wohin man nur blickt!

Beispiel Eins – eine Meldung über Warnungen chinesischer offizieller Stellen vor Gewalttaten in Deutschland in der FAZ. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/chinesen-in-deutschland-sollen-nachts-nicht-allein-raus-14869216.html Die  zwei Überfälle auf chinesische Studentinnen wurden erwähnt – aber NICHT, dass die beiden vergewaltigt worden waren. http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bochum-vergewaltiger-irakischer-fluechtling-31-wuergte-chinesische-studentinnen-mit-einem-werkzeug-und-missbrauchte-sie-a1992820.html

Oder dies: Eine AfD Veranstaltung an der Uni Magdeburg wird durch Studenten verhindert – die Gewalt dabei (von Seiten der Antifa) bleibt medial unerwähnt. http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/studenten-verhindern-afd-veranstaltung-an-uni-magdeburg-100.html

Der Turbo-Blogger Danisch schreibt dagegen an – und hat bald eine Klage gegen sich am Hals. http://www.danisch.de/blog/2017/02/19/die-ard-als-krimineller-zensur-vollstrecker/ und

Oder dies: Russland habe Informationen gegen Trump in der Hand. Oh weh. https://www.buzzfeed.com/kenbensinger/these-reports-allege-trump-has-deep-ties-to-russia?utm_term=.vaKbmdY8N#.fbZpjJZEw Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald zerstört das. Genüßlich (im selben Beitrag). https://www.buzzfeed.com/kenbensinger/these-reports-allege-trump-has-deep-ties-to-russia?utm_term=.vaKbmdY8N#.fbZpjJZEw

Oder dies: In Hamburg wird festgestellt, dass Frauen kein Freiwild seien, wenn sie feiern gehen. Es komme vor, dass Frauen betatscht, geküsst, sexuell belästigt würden. Clubbetreiber stellen neue Sicherheitskonzepte vor. Es fehlt nur eines: Die Erwähnung der Klientel, die diese Schutzmaßnahmen erforderlich macht. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article161768104/Wie-Klubs-jetzt-gegen-Grabscher-vorgehen.html

Noch ein Fall von Lückenpresse: Wie viele Firmen Migranten beschäftigen (92% der Großkonzerne, bei Unternehmen gesamt 57%). Es fehlt allerdings die Angabe, wie viele Asylbewerber mittlerweile nach dem rapiden Anstieg der Asylbewerberzahlen 2015 eingestellt wurden. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Viele-Firmen-beschaeftigen-Migranten-article19729943.html

Es geht natürlich auch so: Projekt Veritas in den USA will Aufzeichnungen von internen Gesprächen bei der CNN veröffentlichen, wo man sich u.a. auf Kampagnen gegen Trump einigt. https://www.armstrongeconomics.com/world-news/press/project-veritas-to-release-leaked-film-of-fake-news-from-inside-cnn/ Und wie man darauf reagiert. „SO ein Unsinn aber auch…..“. https://www.armstrongeconomics.com/uncategorized/project-veritas-has-200-hours-of-cnn-audio-leaks/

Oder dies: Wie man in der Schweiz Diffamierung seitens der Lückenpresse betreibt – ein schönes Beispiel. https://propagandaschau.wordpress.com/2017/02/26/attacke-auf-daniele-ganser-auch-das-srf-beherrscht-die-miesen-tricks-der-propaganda/

Erinnert sich noch jemand an die Meldungen der Presse zu den „irren Äußerungen“ Herrn Trumps zu Schweden (dass es dort Terrorismus durch Zuwanderung gebe)? Das sei vollkommen übertrieben gewesen – und wer liest schon Blogs wie den von Frau Lengsfeld. http://vera-lengsfeld.de/2017/03/05/reisender-kommst-du-nach-schweden/ Und wenn ein paar Wochen später ein LKW in ein Kaufhaus rast und fünf Menschenleben fordert – schon vergessen, zu lange her……

Da tritt der Vater des „Todespiloten“ der Germanwings-Maschine Andreas Lubnitz an die Presse und liefert viele Daten, die die offizielle Darstellung stark anzweifeln lassen. Doch die Bewertung durch die Presse fällt streng aus. https://web.de/magazine/panorama/germanwings-absturz-airbus-a320/andreas-lubitz-vater-luftfahrtexperte-kritisieren-ergebnisse-ermittlungen-germanwings-unglueck-faktencheck-32236984 Wer sich das Video anschaut, kommt zu anderen Schlüssen: https://www.youtube.com/watch?v=RaJOTaPK0sc

Anne Will lädt zum Thema Bombardierung eines syrischen Flughafens durch Trump ein und die Presse lobt einhellig das hohe Niveau der Sendung. https://www.waz.de/kultur/fernsehen/so-gut-wie-anne-will-zum-syrien-konflikt-war-tv-talk-selten-id210212045.html Wer weiß, wie einseitige Darstellung geht (nämlich einseitig) wird auch hier zu anderen Schlussfolgerungen kommen.

Kurz: Es ist ein Trauerspiel, das die nächsten Jahre noch so weitergehen dürfte. Die meisten Journalisten dürften sich dem internen Druck der Redaktion beugen – wer Abweichendes zur Parteilinie schreibt, riskiert Arbeitsplatz und Karriere. Ein Christoph Hörstel bezieht Hartz4, Frau Hermann musste Insolvenz anmelden, ein Herr Ulfkotte blieb erfolgreich, starb allerdings bald an einem Herzinfarkt.

Nein, es werden weiterhin nur wenige sein, die die Lücken mit tatsächlicher Recherche, eigenem Denken und tatsächlicher Aufklärung zu füllen versuchen werden. Immerhin: Eines Tages bricht sich die Realität Bahn. Wendungen um 180° sind dann in sehr schneller Folge an manchen Stellen zu erwarten.

Bis dahin heißt es: Ruhig Blut. Und klar denken.

Wann schlägt Trump los?

Der neue US-Präsident befindet sich in keiner beneidenswerten Lage: Er regiert ein Imperium im Abendrot, überdehnt, an vielen Orten der Welt engagiert, ist mit großen Versprechen angetreten (Making America great again), sieht sich teilweise massivem Widerstand seitens der Medien, Stars, Teilen der Öffentlichkeit ausgesetzt – und dürfte mittlerweile auch realisiert haben, wie dramatisch die finanzielle Lage der USA ist. Auf allen Ebenen ist die Verschuldung immens. http://www.grandfather-economic-report.com/debt-summary-table.htm

Die Frage, inwieweit Herr Trump nur ein Vertreter ganz anderer Interessen ist, inwieweit er Marionette an unbekannten Fäden oder doch der „Deus ex Machina“ ist, der den Augiasstall Washington ausmisten will, soll hier nicht diskutiert werden. Bei ehrlicher Betrachtung muss man feststellen, dass dies niemand mit Gewissheit sagen kann. Daher bleiben nur die Aktionen (denn an ihren Taten sollt ihr sie erkennen).

Was also bleibt Herrn Trump zu tun?

Er kann die Steuern erhöhen (und damit seine Gefolgschaft gegen sich aufbringen).

Er kann versuchen, amerikanische Unternehmen zu stärken (aber die in 30 Jahren reduzierte industrielle Basis kann er in vier Jahren nicht wieder herstellen).

Er kann den Sozialstaat beschneiden (zumindest dies wird er wohl in Teilen – s. Obamacare – versuchen).

Trotzdem bleibt festzustellen, dass Herr Trump innenpolitisch nicht viel Manövrierraum hat. Zudem manche Signale in Richtung des ohnehin viel zu großen Finanzsektors eher beunruhigend sind (Entlastung des Finanzsektors durch Wegfall diverser Beschränkungen und die Besetzung von Spitzenämtern mit Goldman Sachs Vertretern etc.).

Was bleibt Herrn Trump noch, um Geld in die Kasse zu holen?

Er kann die Verbündeten stärker zur Kasse beten (und hat dies gegenüber Frau Merkel wohl schon getan).

Er kann nicht-amerikanische Unternehmen, die in den USA Produkte verkaufen, durch Strafzölle stärker belasten (erste Ansätze in dieser Richtung gibt es schon). http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/dumping-vorwuerfe-gegen-stahlkonzerne-warum-trump-salzgitter-und-co-attackiert/19597534.html

Meine simple Prognose: Die deutschen Autobauer werden sich noch SEHR umgucken…..

Und er kann das tun, was jedes Staatsoberhaupt mit einer großen Armee und schlechter Finanzlage tun würde: Krieg führen.

Erste Anzeichen der Regierung Trump in dieser Richtung sind durchaus beunruhigend.

NATO-Truppen werden im Baltikum stationiert (nur symbolisch! Heißt es schnell…. Und was soll das Symbol ausdrücken? Das man tatsächlich einen Einmarsch der Russen fürchtet?).

Ein Tauwetter zwischen Moskau und Washington ist nicht wirklich festzustellen.

In Syrien werden im Ostteil des Landes amerikanische Militärstützpunkte errichtet. Noch, um den Islamischen Staat zu bekämpfen, heißt es. Und wenn Raqqua genommen ist? Geht es dann wieder gegen Assad? Wozu dienen US-Marines und US-Stützpunkte in Syrien langfristig (die diversen Brüche des Völkerrechts, die mit dieser Stationierung einhergehen, mal ganz außen vor gelassen)? http://www.moonofalabama.org/2017/03/syria-trump-administration-to-continue-obama-policy.html

Man sollte hellhörig werden, wenn ein US-Präsident verkündet, das Militär stärken zu wollen (als ober der US-Militärapparat zu klein wäre).

Man sollte hellhörig werden, wenn Saudi-Arabien über die neue US-Administration jubiliert. https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-15/saudi-prince-sees-trump-as-true-friend-to-muslims-full-text

Saudi-Arabien, nicht gerade als Wahrer der Menschenrechte bekannt, führt seit einiger Zeit einen grausigen und kaum beachteten Krieg im Jemen (der nach unabhängigen Schätzungen mittlerweile bis zu 100.000 Menschenleben gekostet haben könnte). http://www.moonofalabama.org/2017/03/us-to-escalate-its-two-years-war-on-starving-yemen.html

Im Jemen bildet sich außerdem das Potenzial für eine enorme Hungerkatastrophe. Und ein Beispiel am Rande für die Lückenpresse: Ein Protestmarsch von immerhin einer Million Jemeniten in der Hauptstaat Saana gegen den Krieg – wie viele westliche Medien hätten wohl darüber berichtet? Nein, diesen Aufschrei der Not hat niemand im Westen gehört…. Weil er nicht gehört werden soll. https://www.youtube.com/watch?v=kXP-nZy2r7w

Diesen Krieg könnten die Saudis OHNE US-Unterstützung nicht führen. Wenn nun Saudi-Arabien mit den USA gemeinsam über die Bedrohung des Iran sinniert, dann hört der ein oder andere vielleicht die Nachtigallen trapsen…..

Kurz gesagt: In der Lage, in der sich Präsident Trump befindet, ist ein Militärschlag irgendwo in der Welt sehr wahrscheinlich. Vielleicht wird man die Nuklearanlagen im Iran als Bedrohung der Region identifizieren und dann bombardieren oder sonst einen Vorwand finden, um dort loszuschlagen.

Und auch dies sollte man vorurteilslos betrachten: Wo sind die Ermittlungen gegen die Clintons? Wo ist das Aufdecken von Pedo-Gate? Wo sind all die Enthüllungen, auf welche die Trump-Anhänger hofften und hoffen? Bis jetzt heißt es immer nur: Geduld! Sie kommen noch…. Wann?

Man wird sehen. Für mich spricht im Moment alles dafür, dass Herr Trump irgendwo einen großen Krieg vom Zaun brechen wird. Es wäre mir lieb, wenn ich mich irrte – die Zeit wird’s zeigen.

Die Macht der Drogen

In West Virginia (ah – wem ginge da nicht das Lied durch den Kopf – West Virginia – John Denver „Country Roads…. Take me home…..)” https://www.youtube.com/watch?v=1vrEljMfXYo

Im zweitärmsten Bundesstaat der USA – https://de.wikipedia.org/wiki/West_Virginia – liegt auch die Kleinstadt Oceana. https://en.wikipedia.org/wiki/Oceana,_West_Virginia

Dieses beschauliche Fleckchen Erde, von Kohle, Armut und Arbeitslosigkeit geprägt, wurde 2013 in einem Dokumentarfilm dargestellt. Dieser Film konzentrierte sich auf einen Aspekt, der in den letzten Jahren dort bestimmend geworden war: Drogen sowie die damit zusammenhängenden Aspekte Missbrauch und Kriminalität.

Ohne irgendwelche Schuldzuweisungen oder Verurteilungen kommen im Film verschiedene Personen, deren Leben alle in irgendeiner Weise durch die grassierende Sucht nach und des Verkaufs von opiathaltigen Schmerzmitteln (Oxycodon) gekennzeichnet ist, zu Wort.

Der krebskranke Junkie und seine fettleibige Frau kommen ebenso zu Wort wie die jungen Frauen, die sich für Drogen prostituierten.

Die Frauen, denen man aufgrund des Drogenmissbrauchs die Kinder weggenommen haben, dürfen sich ebenso wie die von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängige Mutter äußern.

Der Dealer, der nicht über den gewaltsamen Tod seiner Eltern hinwegkam, darf seine Sicht der enormen Gewinne durch Drogengeschäfte genauso wie der Sozialarbeiter, der am Elend vor Ort verzweifelt, schildern.

Der Obdachlose kann die Brücke zeigen, unter die ihn Drogen gebracht haben, und die Mutter eines Drogenabhängigen die Bilder ihres Sohnes von früher betrachten.

Ganz am Ende werden alle einzeln gefilmt, wie sie still und voller Hoffnung oder voller Resignation in die Kamera blicken…..

Kurz gesagt: Ein schöner, sehr trauriger aber auch mutmachender Film, der das Ansehen sehr lohnt – daher möchte ich ihn hier empfehlen: http://topdocumentaryfilms.com/oxyana/

Da die in Oceana vorherrschende Droge „Oxycodon“ heißt, wurde die Kleinstadt von den Protagonisten lakonisch-scherzhaft zu „Oxyana“ umbenannt. Wie gesagt: Ein lohnenswerter Film darüber, wie eine Kleinstadt an Drogen zugrunde geht und einfache, ganz normale Menschen sich in den Drogen verlieren….

Eine Anmerkung zum Schluss: Das besagte Mittel wurde 1990 vom deutschen Markt genommen. Wegen seines enormen Suchtpotenzials, hieß es damals. 2003 wurde es wieder am deutschen Markt zugelassen. https://de.wikipedia.org/wiki/Oxycodon

Cui bono? Auch hier. Gerade hier!

Heldengeschichten: Ernst Wiechert und die Wahrheit

Der heute längst vergessene, in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts hierzulande meistgelesene deutsche Autor Ernst Wiechert, hatte so wie Rita Atria seine Stunde der Wahrheit. https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2016/10/11/heldengeschichten-rita-atria-gegen-die-mafia/

Diese kam unter dem Nazi-Regime. Wiechert, ein konservativer, christlich geprägter Ostpreuße und deutscher Patriot (heute würde man ihn als Nationalisten bezeichnen) hatte von Anfang an mit der neuen Herrschaft Probleme.

Der wie erwähnt überaus populäre und auch bei der Jugend für seine sentimentalen Romane geschätzte Autor hielt 1933 Reden an die deutsche Jugend, in denen er die neue Herrschaft als eine „Unrechtsherrschaft“ bezeichnete. Die Gestapo nahm denn auch 1934 seine Überwachung auf.

Seine Lesungen wurden künftig durch Störer, die man eingeschleust hatte, verunmöglicht (man sieht doch, dass manche Taktiken über die Herrschaftsformen hinweg bestehen bleiben).

1938 sprach er sich für den inhaftierten Pfarrer Niemöller aus und verweigerte sich der Wahl zum Anschluss Österreichs, zu der jeder wahlberechtigte Deutsche verpflichtet war. Damit war für Reichspropagandaminister Goebbels die rote Linie überschritten und er ordnete die Inhaftierung Wiecherts an.

Wiechert wurde ins Gewahrsam der Geheimen Staatspolizei München genommen, wo er fast zwei Monate inhaftiert blieb. Da er in der Haft seine Aussagen nicht revidieren wollte, wurde er anschließend in das Konzentrationslager Buchenwald überstellt, wo er zwei Monate harter körperlicher Arbeit unterzogen wurde.

Wiechert, als ehemaliger Weltkriegsteilnehmer mehrfach verwundet und mit einem Herzleiden ausgestattet, begann schnell unter der täglichen Tortur von 13 h schwerer körperlicher Arbeit zu leiden und wäre wohl schon bald verstorben, wenn ihn nicht ein Lagergenosse mit Einfluss einer weniger anstrengenden Arbeit zugeteilt hätte.

Dennoch erkrankte er im Lager schließlich schwer und wurde nach Berlin verfrachtet, wo er dem Propagandaminister Goebbels vorgeführt wurde. Dieser schärfte ihm ein, künftig jede Kritik am Regime zu unterlassen, widrigenfalls er erneut ins Konzentrationslager überstellt würde, doch diesmal auf Lebenszeit und bis zur „physischen Vernichtung“.

Der Autor fügte sich der Anordnung, kehrte zurück auf seinen Hof bei München und lebte dort zurückgezogen bis ans Kriegsende. Ein Jahr nach seiner Entlassung veröffentlichte er seinen Roman „Das einfache Leben“, welcher auch als leise Kritik an den Machthabern der Zeit verstanden werden konnte. (Ernst Jünger unternahm mit seinem Roman „Auf den Marmorklippen“ ähnliches).

Nach dem Krieg erschien sein heute bekanntestes Werk „Der Totenwald“ über seine Zeit in Gefängnis und Konzentrationslager. 1948 übersiedelte er in die Schweiz, wo er 1950 verstarb. Soweit die Geschichte Ernst Wiecherts. Wer mehr dazu lesen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wiechert

Ernst Wiechert kann uns Heutigen insofern Vorbild sein, da er das offen ausgesprochen hatte, was allen bewusst gewesen war: Dass da ein großes Unrecht mit dem neuen Regime entstanden war, welches sich hinter tönenden Parolen verbarg.

Dass es nicht zum Besten stehen konnte, wenn Macht und Gewalt sich offen über Recht und Gesetz hinwegsetzten. Damals lautete der Slogan: Recht muss Recht bleiben – auch für Deutsche! Dessen Einhaltung Wiechert im Falle Niemöllers anmahnte.

Seine geheimen Tagebucheintragungen aus der Haft erschienen 1966 erst in einem kleinen Bändchen mit dem Titel „Häftling Nummer 7188“. Aus den darin veröffentlichten Briefen, Notizen aus der Haft und Auszügen aus dem Totenwald erfährt der Leser ein schlüssiges Bild der Psychologie der Gewalt. (Alle folgenden Zitate sind denn auch, so nicht anders angegeben, aus dem genannten Buch).

Wie es auf den Menschen wirkt, wenn er sich der staatlichen Willkür ausgesetzt sieht – hilflos und allein. Und wie ihm dennoch von anderen, die Teil des Systems sein können oder Mitleidende, Hilfe zu Teil wird. Und DAS ist etwas, was auch uns Heutigen Mut machen kann!

Im Münchener Gefängnis führt er lange Gespräche mit seinem Zellengenossen, welcher, nach einem Jahr im Konzentrationslager Dachau, seiner weiteren Verurteilung entgegensieht. Sie spielen Schach und unterhalten sich. Wegen seiner Herzleiden muss Wiechert öfters ruhen, doch wird ihm verboten, auf dem Bett zu ruhen. Sein Mithäftling gibt ihm seine Decke, damit er auf dem Boden liegen kann.

Die Briefe seiner Frau und seiner Tochter geben ihm Trost. Schließlich wird sein Zellengenosse abgeholt. Wiechert notiert: „K. wird geholt. Roter Haftbefehl. Wohin? Totenblass. So schwer, ihn zu verlieren. Ohne Bildung und nicht ohne Rohheit, aber ein guter Kamerad. Gott helfe ihm und uns allen!“

Sonntags trifft der „Elendszug“ im Gefängnis ein – die Frauen und Kinder der Häftlinge nutzen die Besuchszeit. Wiechert schriebt darüber: „… nach einer halben Stunde wandert der Zug wieder zurück, schweigend, gebeugt, die meisten in Tränen. Manche Frau hat erfahren, dass ihr Weg umsonst war – nach Dachau führen keine Wege mehr – und sie lehnt ihren Kopf an den Stein des Tores und weint in hoffnungsloser Verzweiflung.“

Wiechert wird tagelang über Stunden verhört. Über den letzten Vernehmungstag schreibt er später: „….niemals würde er dem Mädchen an der Schreibmaschine vergessen, dass es ihm in unbewachten Augenblicken irgendein Wort zuflüsterte, dass er zu seinen Gunsten gebrauchen konnte“.

Da er wie erwähnt einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller seiner Zeit ist, erhält er auch von offizieller Seite hohen Besuch. Wiechert schreibt später: „Der erste (Besucher) war der Polizeipräsident, dessen Sohn im Zuchthaus saß und der Johannes (so nennt sich Wiechert selbst im Roman „Der Totenwald“) einer besonderen Aufmerksamkeit würdigte.

Aber als er auf die Frage, was er da eben lese, erfuhr, dass es die Bibel sei, drehte er sich um, als habe eine Schlange ihn berührt. So empfindlich können selbst hohe Beamte sein, dachte Johannes.

Der zweite war der Chef der Geheimen Staatspolizei dieser Stadt. Er wiederholte Johannes Namen, als genieße er die Anwesenheit dieses Gastes auf eine besondere Weise und musterte ihn von Kopf bis zu den Füßen.

Beide trugen schwarze Uniformen. Beide waren sehr wohlgenährt, und beiden war eigentümlich, dass sie die Hände in die Hüften stützten und nur von der Seite her ihre Fragen stellten, als wäre es verächtlich für sie, einem Gefangenen gegenüber zu stehen. Sie machten Johannes den Eindruck von Konkursverwaltern, die eine kümmerliche „Masse“ betrachteten“.

Die stundenlangen Vernehmungen, der Dreck, die Lautsprecherdurchsagen und seine Schlafprobleme zermürben Wiechert langsam. Nach zwei Monaten wird ihm mitgeteilt, dass er für drei Monate ins Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen wird. Seine letzte Tagebuchnotiz (im Konzentrationslager konnte er kein Tagebuch führen) lautet:

„Trübe und kühl. Körper und Seele sauber. Gepackt und alles Gott befohlen. Lebt wohl, lebt wohl! Ich weiß, dass ich Euch glücklich wiedersehen werde. Lebt alle wohl und Gott segne und behüte Euch alle!“

Im Konzentrationslager wird ihm erst die ganze Brutalität des Regimes deutlich: Zur Eingewöhnung an den Lageralltag werden den Häftlingen Auspeitschungen von Insassen, welche sich irgendwelcher Vergehen schuldig gemacht haben sollen, vorgeführt.

Stundenlange Appelle lassen die Älteren oder Kreislaufschwachen kollabieren. Wer während der harten körperlichen Arbeit zusammenbricht, wird mit Schlägen traktiert und, falls er liegenbleibt oder keine Kameraden ihm helfen können, erschossen. Während der Arbeit darf nichts getrunken werden.

Er sieht, wie die jüdischen Gefangenen noch sadistischer und härter als die anderen behandelt werden. Wiechert ist durch all dies geschockt. Später schreibt er darüber: „Johannes nahm alles wie in einem Spiegel in sich auf. Er wollte nichts übersehen und nichts vergessen.

Es war ihm, als sei er hierhergekommen, um einmal Zeugnis abzulegen vor einem Gericht, das er noch nicht kannte und vor dem jedes seiner Worte gewogen werden würde. Er sah die Gesichter an, die vorüberkamen, und er erschrak vor der ungebändigten Rohheit, die aus ihnen sprach.“

Auch seine Mithäftlinge beobachtet er aufmerksam: „Der Ärmste unter allen aber war ein junger Mensch, der noch ein Jahr zuvor bei der Polizei Dienst getan hatte, bis ein einziges Jahr des Lagerlebens ihn zerbrochen hatte. Er hatte ein schmales, verhärmtes Kindergesicht, seine Uniform hing in Fetzen an ihm herunter, er sprach nie, er lächelte nie, er weinte nie.

Er konnte eine Stunde lang dastehen, den gestorbenen Blick in die Ferne gerichtet, ohne Mütze, indes der Regen auf sein braunes Haar fiel und an seinen Wangen herunter rieselte. Er war wie ein abgestorbener junger Baum, aller Zweige und auch aller Wurzeln beraubt, und ein Vogel hätte sich zu flüchtiger Rast auf ihm niederlassen können, wenn es Vögel im Lager gegeben hätte…..

Ihn konnte Johannes lange ansehen, und er meinte manchmal, wenn Christus einmal wiederkäme und durch dieses Lager ginge, dann würde er bei diesem zuerst stehen bleiben und den Regen aus seinen Augen wischen……“.

Wiechert erhält Unterstützung durch einen einsitzenden Proletarier, den er im Totenwald „Josef“ nennt. Dank dessen Hilfe überlebt er und schreibt später voller Dankbarkeit im Totenwald: „Guter Josef, Du wusstest nichts von Goethe und Claudius, aber wenn dereinst ein Gericht sein wird, von dem die alten Bücher schreiben, dann werden sich die Richter erheben und sie werden sich vor Dir verneigen“.

Schließlich wird Wiechert wie erwähnt schwerkrank nach Berlin gefahren.  Über den Termin mit Propagandaminister Goebbels haben wir dessen Eintrag vom 30.08.1938:

„Ich lasse mir den Schriftsteller Wiechert aus dem K.Z. vorführen und halte ihm eine Philippica die sich gewaschen hat. Ich dulde auf dem von mir betreuten Gebiet keine Bekenntnisfront. Ich bin in bester Form und steche ihn geistig ab. Eine letzte Warnung! Darüber lasse ich auch keinen Zweifel. Der Delinquent ist am Schluß ganz klein und erklärt, seine Haft habe ihn zum Nachdenken und zur Erkenntnis gebracht. Das ist sehr gut so. Hinter einem neuen Vergehen steht nur die physische Vernichtung. Das wissen wir nun beide.“

Die Sprache der Gewalt hat Erfolg. Künftig schweigt Wiechert. Aber immerhin: Er hatte seine Stunde der Wahrheit! Bis zum Kriegsende werden Wiecherts Reden an die Jugend unter deutschen Studenten herumgereicht. Wer weiß, wer durch ihn zu kritischem Denken angeregt wurde……

Das nach dem Krieg veröffentlichte Buch „Der Totenwald“ kann auch uns Heutigen noch manchen wertvollen Hinweis liefern, was eine Zeit bedeutet, in der man eine bestimmte „Wahrheit“ über alle anderen und abweichende Meinungen von ihr unter Verdacht stellt.

Ob auch bei uns in einigen Jahren Menschen Berichte darüber veröffentlichen, was ihnen wiederfahren ist, wenn sie eine andere als die herrschende „Wahrheit“ verkündeten? Durchaus möglich. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Und wer sich im Besitz einer allein gültigen Wahrheit glaubt (welcher Art auch immer) mag andere Wahrheiten bekämpfen wollen.

Auch heute.

Frei nach Juncker-Art

Von Jean-Claude Juncker, Brüsseler EU-Ikone, stammt u.a. der folgende schöne Satz:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ https://de.wikiquote.org/wiki/Jean-Claude_Juncker

Diese klugen Worte hat man sich an vielen Orten zu manchen Gelegenheiten zu Eigen gemacht….

Aus dem deutschen Volk wurde die Bevölkerung bzw. wurden Deutsche in Bio-Deutsche (ob die grün sind?) und Zukunfts-Deutsche unterteilt und schließlich wurde zum deutschen Volk qua Ordre Mutti „jeder, der hier lebt“. Schau an.

Asylbewerber wurden samt und sonders zu Flüchtlingen und insbesondere im Sommer 2015 zu schutzbedürftigen Frauen und Kindern, dann zu hochwillkommenen Fachkräften, dann wieder zu Flüchtlingen. Und nun? Nun sind sie eben da…..

In Israel hat man jahrzehntelang vom Frieden und der Zwei-Staaten-Lösung gesprochen – Siedlungen waren in legale und illegale Siedlungen unterteilt worden – und nun? Sind die illegalen mit einem Federstrich zu legalen Siedlungen erklärt worden und die Zwei-Staaten-Lösung ist in weite Ferne gerückt.

Der Anstieg der Siedler- wie der Flüchtlingszahlen sieht gleichermaßen beeindruckend aus, wobei die Flüchtlingszahlen erst seit drei Jahren massiv ansteigen – gleichförmig stabil floß dagegen der Siedlerstrom über Jahrzehnte ins Heilige Land……

Ach ja: Aus Gastarbeitern wurden hierzulande Ausländer, aus Ausländern Migranten, aus Migranten Deutsche mit Migrationshintergrund – und da schließt sich der Kreis und der Artikel endet.

Äh….. (fragt sich ein aufmerksamer Leser)… was hatte all das denn mit dem Juncker-Zitat zu tun?? – Das wissen Sie nicht, lieber Leser? Dann aber mal husch-husch den Kopf eingeschaltet – und selber denken. 🙂 (Auch wenn viele heute wie Esel herumlaufen, sollten wir das Denken nicht den Pferden überlassen).

Närrische Zeiten

Die Gefahr droht von Rechts! So wird man es nicht müde, es uns zu versichern. Machen wir den nackten Fakten-Check (NFC) – nicht zu verwechseln mit der Alternativen-Fakten-Darstellung (AFD) oder der heute sehr beliebten Sinnlos-Parteiischen-Darstellung (SPD).

Seitens der Polizei vereitelte Anschläge durch Neonazis, Rechtsradikale usw. seit Anfang 2017: Einer.

In Lauterecken im Saarland hatte die Polizei 155 kg Sprengstoff gefunden. http://www.bild.de/regional/frankfurt/neofaschismus/rechtsradikaler-anschlag-verhindert-49778308.bild.html

Seitens der Polizei vereitelte Anschläge durch Islamisten seit Anfang 2017: Sieben.

Ein Anschlag in Göttingen. https://web.de/magazine/politik/terrorverdachts-salafisten-goettingen-festgenommen-32159554

Ein Anschlag in Berlin. http://www.focus.de/politik/deutschland/razzia-in-berlin-drei-mutmassliche-is-terroristen-festgenommen_id_6574271.html

Anschläge in Hessen. http://www.focus.de/politik/deutschland/schlag-gegen-terror-zelle-gross-razzia-in-hessen-mehr-als-45-objekte-werden-durchsucht_id_6575536.html

Ein Anschlag in Neuss. http://www.focus.de/politik/deutschland/nach-vereiteltem-terror-akt-in-wien-komplize-des-festgenommenen-soll-anschlag-in-deutschland-geplant-haben_id_6531774.html

Noch ein Anschlag in Göttingen. https://www.gmx.net/magazine/politik/niedersachsen-verdaechtiger-anschlagsplaenen-festgenommen-32185372

In Oberhausen wurde ein Anschlag verhindert. http://www.wr.de/staedte/oberhausen/plante-islamistischer-gefaehrder-lkw-anschlag-wie-in-berlin-id209264647.html

Und im Saarland wurde auch ein Anschlag verhindert. http://www.focus.de/politik/deutschland/festnahme-im-saarland-syrer-soll-anschlag-zu-silvester-geplant-haben_id_6434239.html

Neonazis, die bei Anschlagsplänen verhaftet wurden: 2.

Islamisten, die bei Anschlagsplänen verhaftet wurden: 24.

Schauen wir mal, wie sich die Statistik im Laufe des Jahres noch verändern wird. Doch nun (?) kommen erst mal närrische Zeiten:

In Fulda, wo der größte Karnevalsumzug Osthessens stattfindet, wurde einem am Umzug teilnehmenden Verein „Rassismus“ vorgeworfen, da manche Vereinsmitglieder sich traditionell zu Karneval die Gesichter schwarz anmalten. Nach Gewaltandrohungen von links wird der Zug nun von Polizisten begleitet. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fulda-karnevalsverein-bekommt-polizeischutz-nach-rassismusvorwuerfen-a-1135867.html

In Köln sollen derweil zu Karneval LKW-Fahrverbote ausgesprochen und Betonfahrsperren errichtet werden. Einsatzkräfte der Polizei sollen in einem Großaufgebot präsent sein. Für Mainz hat die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz vor Übergriffen gegen Karnevalisten gewarnt – von Rechts. http://www.spiegel.de/panorama/koeln-betonsperren-und-lkw-fahrverbote-an-karneval-a-1134959.html

Närrische Zeiten? Närrische Zeiten.

Ey Du Opfer! Äh… ich mein, Du Erlebender….

Deutschland 2017: Ein Vorschlag von Links:

Opfer sexualisierter Gewalt sollen künftig nicht mehr OPFER, sondern……!

Erlebende genannt werden können…..

Erlebende. Klingt das tatsächlich viel weniger abwertend als das brutale Wort: Opfer?

Hier der Artikel – https://www.taz.de/Beschreibung-sexualisierter-Gewalt/!5379541/

Und hier der passende Kommentar eines Leserbriefschreibers namens „Reinhold“ dazu:

Es ist ein klassisches Beispiel für Sprachesoterik. Hier sogar ganz besonders hanebüchen, da der Ersatzbegriff eine Mischung aus unfreiwilliger Komik und Verhunzung der deutschen Sprache darstellt. Die muss ich hier nicht ausführen, da es offensichtlich sein sollte.

Der Kommentar zielt auf das grundsätzliche Problem. Der Autor vertritt die falsche Annahme, dass eine Bezeichnung nicht reduzieren darf, wenn es um Menschen geht. Das ist ein Missverständnis im Bezug auf die Möglichkeiten der Sprache. Sie reduziert zwangsläufig. Wenn wir von dem Polizisten Peter reden, so fallen leider seine Vorliebe für Manga unter den Tisch. Was problematisch sein kann aber nicht muss. Wenn wir sein Verhalten auf einer Demo beschreiben ist „Polizist“ ausreichend und die Mangas überflüssig. Wenn wir seinen Besuch auf einer Comicmesse betrachten wird es umgekehrt sein.
Genauso ist es mit den „Opfern“. Es wird nur problematisch wenn das Opfer unabhängig vom Kontext verwendet wird: „das Opfer Peter geht in den Supermarkt“. Erst da ist es stigmatisierend. Ansonsten beschreibt es genau die Rolle bei dem Geschehnis. Man wird keine schöne Bezeichnung für eine unschöne Rolle finden.

Man kann es trotzdem versuchen und eine Euphemismustrettmühle betreiben. Jeder Ersatzbegriff wird allerdings unhandlicher als sein Vorgänger ohne die Realität zu verändern. Falls man die Leute nicht auf eine bestimmte Rolle reduziert haben möchte, sollte man es einfach nicht tun und sich nicht unfreiwillig lächerlich machen.

Und zum Schluss doch auf den „Ersatzbegriff“ selbst bezogen: Ein Erlebender ist Jemand der eine Sache gerade durchlebt. Sagen wir damit, dass die Vergewaltigung bis zum letzten Atemzug des Betroffenen dauert? Eine interessante Intention, wenn man zugleich die Reduktion vermeiden möchte. Zudem: „Nein, ich vergewaltige Dich gerade nicht. Du darfst eine Vergewaltigung erleben“.
P.s: Es gibt schon längst einen alten „neutralen“ Begriff, der auf alle möglichen Vorgänge passt: „Betroffener“. Zitat Ende.

Tja, wenn die neuronalen Netze besetzt sind, gibt es Kurzschluss im Gehirn…. nur merken das die Betroffenen oft nicht.

Setzen wir noch einen drauf: Vergewaltigungserlebende könnten auch künftig USPEn genannt werden – unfreiwillige Sperma Empfänger. 😀

Ist aber nicht von mir, sondern vom viel zu früh verstorbenen George Carlin – so jemand fehlt uns heute. https://www.youtube.com/watch?v=qvISFZ7bQcE

Hojotoho – und weiter der Sonne und herrlichen Zeiten entgegen (wieder mal)….. Deutschland 2017 – ein Land im Biedermerkel. In dem Sinne: Auf gute Erlebnisse!

NACHTRAG: Fällt mir grade ein – Studenten werden heute ja allgemein „Studierende“ genannt. Was wären dann künftig vergewaltigte Studenten? Erlebte Studierende? Oder studierte Erlebende? Und was wäre, wenn es einen Terroranschlag an einer Uni gäbe – lägen dann dort „sterbende Studierende“ oder „studierende Sterbende“ herum? Fragen über Fragen….. und spannende Zeiten!